Kompletter Stromausfall am Flughafen Atlanta

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mcnoch

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Alien
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Einen Stromausfall dieser Dimension sieht man bei modernen Flugplätzen sehr selten, aber derzeit ist der Flughafen Hartsfield-Jackson International Airport, der Flughafen mit den weltweit meisten Flugbewegungen am Tag, massiv in seinem Betrieb eingeschränkt. Die FAA hält alle Flüge in Richtung Atlanta an ihren Startflughäfen zurück. Der lokale Stromanbieter ist im Einsatz, derzeit laufen nur noch die wichtigsten Systeme über Notstromaggregate.

Atlanta's Hartsfield-Jackson airport crippled by power outage - CNN
 
mcnoch

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Alien
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Seit zwei Stunden läuft der Flugverkehr von Atlanta wieder an, es wird aber noch einige Stunden dauern, bis die meisten der gestrandeten Passagiere in Richtung ihrer ursprünglichen Ziele starten können. Da ja auch gut 10 Stunden keine Flugzeuge landen durften, steht jetzt für die nächsten Tage eine schwierige Phase bis zur Normalisierung an, da Flugstreichungen in der Vorweihnachtszeit besonders schlecht bei den Passagieren ankommen.

Die Ursache für diese massive Störung liegt in einem elektrischen Brand in der Verteilerstation von Georgia Power, dabei wurden auch die beiden Sub-Stationen beschädigt, die für die Einspeisung des Stroms für den Flughafen genutzt werden. Eine durch zwei Sub-Stationen redundant ausgelegte Stromeinspeisung, die aber zuvor gemeinsam die gleichen Komponenten nutzt, ist natürlich nur bedingt ausfallsicher, wie man jetzt gesehen hat.
 

Tyno

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Warum hat man dort Flugzeuge 7 Stunden und länger rumstehen lassen, ohne dass die Passagiere aussteigen durften? Hätten die Flieger nicht woanders landen können oder ging das nicht?
 

Michael aus G.

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Warum hat man dort Flugzeuge 7 Stunden und länger rumstehen lassen, ohne dass die Passagiere aussteigen durften? Hätten die Flieger nicht woanders landen können oder ging das nicht?
Es ist sinnvoller die in den Maschinen, als im Dunkeln rumtappen zu lassen.
 
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Alien
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Viele der Sicherheitstüren war nicht mehr steuerbar und auch die Computer-Systeme der Homeland-Security und Einreise-Behörde waren gestört. Soweit ich es verstanden habe, war es nicht mehr möglich zu bestimmen, in welcher Maschine reine Inlands-Passagiere sitzen und in welcher Passagiere, die ggf. nach Umsteigen über einen Transitbereich in die USA einreisen und somit anders durchs Gebäude geführt werden müssten. Darum mussten erstmal alle Passagiere an Bord bleiben, bis dies wieder möglich war.

Zudem gab es wohl immer wieder die Aussage, dass die Systeme binnen 30 Minuten wieder zur Verfügung stehen würden, so dass man sich keinen Alternativ-Plan zurecht gelegt hat.
 

Tyno

Flieger-Ass
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Ok, und dass die Flugzeuge woanders landen, wäre das gegangen? Ich mein, man wird das einmal im Leben schon aushalten in einem Flieger ein paar Stunden ohne Klo, aber ich denke da immer an den immensen Imageschaden, den die Fliegerei immer wieder nach außen aussendet. Fliegen als Horror (Gepäck, Anstellen, Verpflegung, Unfälle, Verspätungen, Desaster aller Art) statt als nette Einstimmung in den Urlaub und so.
 
mcnoch

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Die Flieger, die noch in der Luft waren wurden umgeleitet, die schon gelandet waren hatten dann halt das Pech zwar an ihren Abstellplatz rollen zu können, aber nicht andocken zu können oder stundenlang auf eine der mobilen Treppen zu warten.
 
Schorsch

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Alien
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Ist aber schon bitter: größter Flughafen der Welt, wichtigster der USA, und dann macht ein Feuer alles dahin.
Ausmaße anscheinend nicht erkannt.
Der Redundanz-Plan war komplett für'n Eimer.
 
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So etwas passiert immer wieder, weil die Business Continuity- und K-Fall Manager immer nur die Komponenten in ihrer eigenen Zuständigkeit betrachten. Da sah es mit zwei unabhängigen Einspeisungs-Sub-Stationen gut aus. Was dann aber dahinter passiert, fragen nur die wenigsten. Was meinst du bei wie vielen Einrichtungen soetwas vorliegt oder wo die Primär- und Backup-Leitung nebeneinander im gleichen Kabel verläuft? Leider sehr viel mehr als man glaubt und selbst wenn daran gedacht wird, sind Strom- und Datennetze meist segmentweise geschaltet, d.h. kein Provider kann garantieren, dass diese Verbindungen nicht durch die Umschaltung einzelner Segmente plötzlich nicht mehr beide Strecken knoten- und kanten-disjunkt sind.
 
_Michael

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Ok, und dass die Flugzeuge woanders landen, wäre das gegangen? Ich mein, man wird das einmal im Leben schon aushalten in einem Flieger ein paar Stunden ohne Klo
Woanders landen, und dann...? Wer schon ein paar mal in den USA war, der kennt die enormen Wartezeiten bei der Einreise, selbst auf Grossflughäfen. Auf kleineren Flughäfen würde es wohl schlicht ewig dauern, wenn da plötzlich 3-4 Langstreckenmaschinen kommen. Und wenn man mal aus dem Ausweich-Flughafen raus ist, dann hat man dort weder das eigene Auto noch eine Mietwagen-Buchung. In den USA gibts dann auch keinen ÖV, der einem vom Provinzflughafen zum Reiseziel bringt.

Und ich gehe mal davon aus, dass bei den meisten Passagierflugzeugen das Klo einige Stunden länger durchhält als die tatsächliche Flugzeit beträgt...?
 
Chopper80

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Und ich gehe mal davon aus, dass bei den meisten Passagierflugzeugen das Klo einige Stunden länger durchhält als die tatsächliche Flugzeit beträgt...?
Selbst wenn nicht, die Servicefahrzeuge waren ja sicherlich nicht direkt vom Stromausfall betroffen.

C80
 
Friedarrr

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Ist aber schon bitter: größter Flughafen der Welt, wichtigster der USA, und dann macht ein Feuer alles dahin.
Ausmaße anscheinend nicht erkannt.
Der Redundanz-Plan war komplett für'n Eimer.

Sollten sich mal ein Beispiel am Berliner Flugplatz nehmen! Welche Mühe wir uns geben!! (Äh, die 'Berliner" mit unserem Geld!!!)
 
Augsburg Eagle

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Bavariae capitis
Sollten sich mal ein Beispiel am Berliner Flugplatz nehmen!...
Na, wenn am BER der Strom ausfällt merkt das wahrscheinlich erst mal gar keiner. Und wenn doch, dann würde es wohl keinen wundern.

Aber das in Atlanta ist schon heftig. Gut, dass wir in MUC nicht nur mehrere große Dieselaggregate haben, sondern auch dezentral Notstromaggregate zur Versorgung einzelner Bereiche.
Zudem gab es wohl immer wieder die Aussage, dass die Systeme binnen 30 Minuten wieder zur Verfügung stehen würden, so dass man sich keinen Alternativ-Plan zurecht gelegt hat.
Da hatten wohl einige einen Optimisten gefrühstückt.
 
GorBO

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Woanders landen, und dann...? Wer schon ein paar mal in den USA war, der kennt die enormen Wartezeiten bei der Einreise, selbst auf Grossflughäfen. Auf kleineren Flughäfen würde es wohl schlicht ewig dauern, wenn da plötzlich 3-4 Langstreckenmaschinen kommen. Und wenn man mal aus dem Ausweich-Flughafen raus ist, dann hat man dort weder das eigene Auto noch eine Mietwagen-Buchung. In den USA gibts dann auch keinen ÖV, der einem vom Provinzflughafen zum Reiseziel bringt.

Und ich gehe mal davon aus, dass bei den meisten Passagierflugzeugen das Klo einige Stunden länger durchhält als die tatsächliche Flugzeit beträgt...?
Ganz ehrlich?
Da sitze ich doch lieber in der Halle als noch länger in der Alu-Röhre eingesperrt zu sein. Das Klo ist da echt da geringste Problem. Nach der Landung will doch wirklich jeder raus aus dem Flugzeug.
 

jackrabbit

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Hallo,

Gut, dass wir in MUC nicht nur mehrere große Dieselaggregate haben, sondern auch dezentral Notstromaggregate zur Versorgung einzelner Bereiche.
Das war/ist in Atlanta auch so (steht u.a. im ersten Beitrag), MIt Notstrom alleine kann man keinen Betrieb machen.
Die Notstromversorgung/ -aggregate dienen nur einer kurzfristigen Überbrückung bzw. im Prinzip dazu, dass die Systeme
gezielt reduziert/ "runtergefahren" werden können.
Ohne funktionierende Stromversorung von außen ist ein ziviler Flughafen zu - auch München.

EDIT: ein Flughafen ist ja kein Krankenhaus und auch bei denen sind die Notstromaggregate darauf ausgelegt
essentielle Systeme/ Kernbereiche 24 Stunden mit Strom versorgen zu können.

Grüsse
 
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_Michael

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Space Cadet
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Die Notstromversorgung/ -aggregate dienen nur einer kurzfristigen Überbrückung bzw. im Prinzip dazu, dass die Systeme
gezielt reduziert/ "runtergefahren" werden können.
Aber mindestens die bereits auf dem Flughafen befindlichen Passagiere kontrolliert abfliessen zu lassen, würde eigentlich zu einem kontrollierten Herunterfahren dazugehören. Die dafür notwendige elektrische Leistung ist sicher nicht grösser als für die sicherheitsrelevanten Systeme in einem kleineren Spital.
 
Augsburg Eagle

Augsburg Eagle

Alien
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Bavariae capitis
Ohne funktionierende Stromversorung von außen ist ein ziviler Flughafen zu - auch München.
Ich habe mich gerade bei den Kollegen von der Versorgung bei uns unterhalten (ist nicht mein Bereich). Die "alten" Dieselaggregate können mit dem Vorrat, der in den Tanks ist, die wichtigsten Systeme bis zu einer Woche betreiben. Die neueren Aggregate laufen mit Gas von außen. Solange diese Gasversorgung steht, können diese den ganzen Flughafen versorgen.
 
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jackrabbit

Astronaut
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Hallo,

okay, das wäre dann zutreffend. Hab´s mal gerade nachgeguckt:
Der Flughafen München erzeugt 56% seines Strombedarfes über ein eigenes Blockheizkraftwerk (die Aggregate mit Gas von außen) und
bezieht die verbleibenden 44 % Prozent aus dem Netz. Und sie können bei Ausfall der Netzeinspeisung die Notstromversorgung des Flughafens über die Versorgungszentrale sicherstellen.

Dann ist es (hoffentlich) wohl durchdacht und auch die Versorgungszentrale/BHKW kann bei einem Ausfall ersetzt werden.

Grüsse
 
LTU900

LTU900

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Moin!

Das Thema ist hier "Atlanta",aber was/ist in Amsterdam los ????
Danke vorab.
 
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Kompletter Stromausfall am Flughafen Atlanta

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