Segelflieger stürzt in Helmbrechts ab - Pilot schwer verletzt

Diskutiere Segelflieger stürzt in Helmbrechts ab - Pilot schwer verletzt im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Am Donnerstag kurz nach 18 Uhr wollte der 68-jährige Mann aus Baden-Württemberg sein Segelflugzeug am Segelflugzentrum "Ottengrüner Heide" in...

kgb

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Am Donnerstag kurz nach 18 Uhr wollte der 68-jährige Mann aus Baden-Württemberg sein Segelflugzeug am Segelflugzentrum "Ottengrüner Heide" in Helmbrechts starten. Wie die Polizei berichtet, kam es beim Startvorgang mit einem Schleppflugzeug aus bislang ungeklärter Ursache zum Absturz des Fliegers.

Dabei zog sich der Pilot schwerste Verletzungen zu. Mit dem Rettungshubschrauber kam der Mann in ein Krankenhaus. Das Schleppflugzeug konnte unbeschadet landen.

Die Kripo Hof hat die Ermittlungen übernommen. Die Absturzstelle wurde abgesperrt, die beteiligten Flugzeuge beschlagnahmt. Am Segelflugzeug entstand nach erster Einschätzung Sachschaden in Höhe von gut 20.000 Euro. dvd
 
nuke

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http://www.frankenpost.de/lokal/muenchberg/mhtz/Segelflugzeug-abgestuerzt-Pilot-schwer-verletzt;art2441,4128030
Wie das Segelflugzentrum Ottengrüner Heide mitteilt, kam es während des Startvorganges, bei dem das Segelflugzeug mit Hilfe eines Motorflugzeugs in die Luft geschleppt wird – sogenannter „Flugzeug- oder F-Schlepp“ – in niedriger Höhe zu Komplikationen. Das sich an einem Schleppseil befindliche Segelflugzeug bäumte sich derart auf, dass der Pilot nach aktuellem Kenntnisstand die Kontrolle über sein privates Segelflugzeug verlor und sich überschlug. Infolgedessen schlug das Segelflugzeug kopfüber neben der Startbahn auf, wobei der Pilot eingeklemmt und schwer verletzt wurde.
 
krohmie

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Und wieder wird an der Schwerpunktkupplung geschleppt.
Ein völlig unnötiges Risiko.
Auch hier hätte eine nachgerüstete Bugkupplung den Unfall verhindert.
 
Yak

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Die Ursache sehe ich NICHT an der Bugkupplung sondern an dem Übungsstand und / oder der Ausbildung, hier war der Pilot das "unnötige Risiko":

Bei allen 25 Flügen in den letzten 24 Monaten flog der Segelflugzeugführer auf doppelsitzigen Segelflugzeugen. Den letzten Flug auf seinem Segelflugzeug hatte er am 21. Juni 2011 durchgeführt.
 
krohmie

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Natürlich hat der Übungsstand was damit zu tun,
insbesondere damit das der extrem labile Zustand an der Schwepunktkupplung nicht beherscht wird.

Die Übungsschlepps im Doppelsitzer laufen schliesslich alle mit Bugkupplung,,
bereiten also nur begrenzt auf das labilere Verhalten beim F-Schlepp an der Schwerpunktkupplung vor.

Deshalb aus meiner Sicht ein unnötiges Risiko, welches mit wenigen hundert Euro pro Flieger beseitigt werden kann.

edit: Missverständliches vereindeutigt
 
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bodo

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Deshalb aus meiner Sicht ein unnötiges Risiko, welches mit wenigen hundert Euro pro Flieger beseitigt werden kann.
Ich würde hier nicht so laut nach einem Verbot zum Schlepp an der Schwerpunktkupplung rufen. Ja, der F-Schlepp ist an der Bugkupplung sicherer als an der Schwerpunktkupplung, das wurde in Studien nachgewiesen und hat ja auch dazu geführt, dass die Pflicht zur Absolvierung von mindestens fünf F-Schlepps innerhalb der letzten sechs Monate bei Schlepps an der Bugkupplung eingeführt wurde. Diese Regelung war aber eine rein deutsche, die es nirgendwo sonst gab. Im April 2015 hat der DAeC nach Gesprächen mit Verkehrsministerium und Landesluftfahrtbehörden nun auch darüber informiert, dass der zugrunde liegende § 30 der 3. DV zur LuftBO nicht mehr anzuwenden ist (Quelle: http://www.daec.de/service/news-archiv/news-details/item/gestrichen-schleppstarts-an-schwerpunktkupplung/).
Mit wenigen Hundert Euro ist es übrigens sicher nicht getan, du kannst bei den meisten Modellen schon mit einem vierstelligen Betrag rechnen. Das Risiko kann auch nicht bei allen Flugzeugtypen beseitigt werden, weil es nicht für alle Modelle eine für den Umbau erforderliche TM gibt. Von daher würde ich ein Verbot ganz klar ablehnen.
 
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krohmie

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Rufen tue ich wenn, nach einem Verbot des F-Schlepps an der Schwerpunktkupplung. :-)

Oder zumindestens einer vernünftigen Minimierung des Risikos.

Leider geschehen diese Unfälle ja immer noch, trotz diverser Publikationen zum Thema.

Und wenn man sieht, wie wenige Muster noch keine Bugkupplung haben (also an der Schwerpunktkupplung F-geschleppt werden), dann ist die Unfallrate erschreckend hoch!
 
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banji

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Ich würde mir einen F Schlepp an der Schwerpunktkupplung gar nicht zutrauen.... Der Unfallbericht bestätigt meine Meinung da noch! Der hatte eine Asphaltberührung nach ausbrechen, hat sich dann wieder "gefangen" und hat es dann binnen kürzester Zeit geschafft das Schleppflugzeug zu übersteigen und eine halbe Rolle zu machen. Das heißt er war zwar mindestens 9m vom Boden weg, aber auch nicht viel mehr... Wenn da das Schleppflugzeug überstiegen war, ist es eine glückliche fügung dass das Seil gerissen ist, sonst wäre die Nummer ganz anders ausgegangen und zwei Flieger abgeschrieben. schließlich war ja dann der Schlepper maximal 5 - 6 Meter in der Luft. Bei der bildlichen Vorstellung läuft es mir grad kalt den Rücken runter

Ich kann auch nicht nachvollziehen warum man ein privat betriebenes Flugzeug zu dem es eine TM Bugkupplung gibt (http://www.schempp-hirth.com/fileadmin/tmdocs/278-37-116.pdf) ohne eine solche betreibt... ich kenne private Flieger eher ohne Schwerpunktkupplung, da die ja meistens auf Strecke geflogen werden. Aber das ist meine rein persönliche Meinung, es kann natürlich tausende Gründe dafür geben
 
atlantic

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Die Übungsschlepps im Doppelsitzer laufen schliesslich alle mit Bugkupplung,,
bereiten also nur begrenzt auf das labilere Verhalten beim F-Schlepp an der Schwerpunktkupplung vor.
Stimmt so nicht, denn es gibt auch Dosi´s ohne Bugkupplung. Und auch mit der ASK-21 kann man zum lernen an der Schwerpunktkupplung geschleppt werden. ( mach ich z.B. im Frühjahr immer mit Lehrer zum wieder gefühl bekommen )

Mit wenigen Hundert Euro ist es übrigens sicher nicht getan, du kannst bei den meisten Modellen schon mit einem vierstelligen Betrag rechnen. Das Risiko kann auch nicht bei allen Flugzeugtypen beseitigt werden, weil es nicht für alle Modelle eine für den Umbau erforderliche TM gibt. Von daher würde ich ein Verbot ganz klar ablehnen.
Beispiele: Umbau Discus kostet ca. 700 € wenn Einbauverstärkungen schon vorhanden, Enbau Janus ( Dosi ) rund 2000 € Material und kann meist nur im LTB gemacht werden, d.H. also noch teurer

Ich kann auch nicht nachvollziehen warum man ein privat betriebenes Flugzeug zu dem es eine TM Bugkupplung gibt ohne eine solche betreibt...
Privatflieger sind meist überaus geizig, :TD: das wird oft an der falschen Stelle gespart.

mir ist zwar auch ´ne Bugkupplung lieber, aber mit genug Übung ist der Schlepp an der Schwerpunktkupplung nicht schwerer.
Bei ´nem langen Heimschlepp muss man schon etwas mehr auf der Hut sein.
 
banji

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Stimmt so nicht, denn es gibt auch Dosi´s ohne Bugkupplung. Und auch mit der ASK-21 kann man zum lernen an der Schwerpunktkupplung geschleppt werden. ( mach ich z.B. im Frühjahr immer mit Lehrer zum wieder gefühl bekommen )
Habe ich noch nie gemacht und auch keine Ambition zu :FFTeufel: Die 21 Schwerpunktkupplung ist nach links versetzt, und beim Windenstart stehe ich leicht im Seitenruder um das auszugleichen. Hab ich mich dran gewöhnt, wie jeder 21 Pilot auch und ist kein Problem. Aber beim F Schlepp muss das doch analog gelten und der Flieger will permanent mit der Nase nach rechts?

nee dann lieber an der Bugkupplung hinter dem kleinen weißen Flugzeug herfliegen und an der Winde Schwerpunkt...
 

alphamike

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Habe ich noch nie gemacht und auch keine Ambition zu :FFTeufel: Die 21 Schwerpunktkupplung ist nach links versetzt, und beim Windenstart stehe ich leicht im Seitenruder um das auszugleichen. Hab ich mich dran gewöhnt, wie jeder 21 Pilot auch und ist kein Problem. Aber beim F Schlepp muss das doch analog gelten und der Flieger will permanent mit der Nase nach rechts?

nee dann lieber an der Bugkupplung hinter dem kleinen weißen Flugzeug herfliegen und an der Winde Schwerpunkt...

Ich weiß ja nicht, wie viel Erahrung Du im Segelflug hast, aber ich kann Dir versichern: Das Flugverhalten moderner Segelflugzeuge mit niedrigem Rumpf unterscheidet sich kaum, wenn man statt der Bugkupplung die Schwerpunktkupplung zum F-Schlepp benutzt.

Man merkt bei den allermeisten Mustern im Flug keinerlei (!!!) Unterschied, ob man an der Bug- oder Schwerpunktkupplung hängt, auch eine seitlich versetzte Kupplung ist nicht spürbar.


Das "Rückstellmoment" einer Bugkupplung bei manntragenden Segelflugzeugen wird leicht überschätzt, fürchte ich. Die Versuche wurden mit einer Ka-8 gemacht, bei der der hohe Rumpf die Ursache dafür ist, daß die Aufbäumneigung beim F-Schlepp an der Schwerpunktkupplung weit größer ist als bei der Bugkupplung.

Es konnten bis heute keine signifikant erhöhte Unfallzahlen bei F-Schlepps an der Schwerpunktkupplung nachgewiesen werden (abgesehen von einigen speziellen Mustern mit hohem Rumpf, z.B. Ka-6) - dies war der Grund, weshalb die deutsche Sonderregelung "5 F-Schlepps innerhalb der letzten 6 Monate, damit ich F-Schlepps an der Schwerpunktkupplung durchführen kann" wieder abgeschafft wurde.


Viele Grüße
Andreas
 
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Peter Ocker

Peter Ocker

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Schonmal bedacht dass es Muster gibt, die nur eine Schwerpunktkupplung haben?
Von den über 90 Segelflugzeugmustern in meinem Flugbuch hatten die meisten keine Bugkupplung... Es entscheidt Trainingsstand und Einweisungsqualität (siehe aktuelle Ausgabe "Segelfliegen").
Sicherheit gibt es weder durch Downloads noch durch Technik - und auch nicht wenn es um cm geht bei meterlangen Rümpfen.
LG
 
banji

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Ich weiß ja nicht, wie viel Erahrung Du im Segelflug hast, aber ich kann Dir versichern: Das Flugverhalten moderner Segelflugzeuge mit niedrigem Rumpf unterscheidet sich kaum, wenn man statt der Bugkupplung die Schwerpunktkupplung zum F-Schlepp benutzt.

Man merkt bei den allermeisten Mustern im Flug keinerlei (!!!) Unterschied, ob man an der Bug- oder Schwerpunktkupplung hängt, auch eine seitlich versetzte Kupplung ist nicht spürbar.


Das "Rückstellmoment" einer Bugkupplung bei manntragenden Segelflugzeugen wird leicht überschätzt, fürchte ich. Die Versuche wurden mit einer Ka-8 gemacht, bei der der hohe Rumpf die Ursache dafür ist, daß die Aufbäumneigung beim F-Schlepp an der Schwerpunktkupplung weit größer ist als bei der Bugkupplung.

Es konnten bis heute keine signifikant erhöhte Unfallzahlen bei F-Schlepps an der Schwerpunktkupplung nachgewiesen werden (abgesehen von einigen speziellen Mustern mit hohem Rumpf, z.B. Ka-6) - dies war der Grund, weshalb die deutsche Sonderregelung "5 F-Schlepps innerhalb der letzten 6 Monate, damit ich F-Schlepps an der Schwerpunktkupplung durchführen kann" wieder abgeschafft wurde.


Viele Grüße
Andreas
Doch Andreas du weisst wie viel oder wenig Erfahrung ich habe. Und auch dass ich in den letzten 2 Jahren nach davor 130 Starts sage und schreibe 5 mal alleine geflogen bin... :-(. Das Thema Schwerpunktkupplung und F-Schlepp kam in meiner Ausbildung bisher nicht vor und wird es wohl auch kaum, daher danke für eine Ausführung. War mir so völlig unbekannt

Liebe Grüße Sebastian vom Nachbarverein ;-)
 
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