Wasserlandung und Cockpitverriegelung

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Jeroen

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Hier dramatische Bilder einer Scimitar in 1958 wo der Flieger ertrank.

Im Kommentar schrieb Juri sein Vater ist wahrend Nachtflug mit MiG-17 nach Triebswerkausfall wassergelandet in der Kaspische See.
Er schoss mit seine Waffe ein Loch ins Cockpitglass, und konnte sich dann spaeter befreien.
Leider beim Scimitar konnte der Cockpit nicht geoffnet werden entweder vom Flieger und Rescueman
 
Jeroen

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lutz_manne

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Unfassbar... wieso konnte er die Kabine nicht absprengen, entriegeln oder was auch immer?! Bewusstlos?
 

jackrabbit

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Hallo,

Unfassbar... wieso konnte er die Kabine nicht absprengen, entriegeln oder was auch immer?! Bewusstlos?
die vorgesehene Prozedur war bei einer Rettung im Wasser, dass sich der Pilot im (engen) Cockpit erst einmal komplett vom Gurtzeug inklusive der Bein“manschetten“ befreien musste. Das hat er wohl nicht mehr geschafft, bzw. dann den Ausstieg aus dem Cockpit nicht mehr umsetzen können.

Ein Ausstieg mit dem Schleudersitz durch die Cockpithaube war nicht vorgesehen, wohl damals auch technisch von der Ausrüstung des Fliegers nicht möglich.

EDIT: so „übersetze“ ich den Beitrag aus dem link.

Grüsse
 
macfly

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Das ist ein recht bekannter Unfall - zumindest habe ich diese Aufnahme schon häufiger in irgendwelchen Reportagen oder irgendwo im Netz gesehen. Mir läuft immer ein kalter Schauer über den Rücken: der Pilot war ja gerade nicht bewusstlos - man sieht, wie er sich im Cockpit bewegt (winkt o.ä.). Schrecklich, so eingeschlossen zu sein und einfach unterzugehen. Und unglaublich tragisch: die Landung sah ja sehr gut aus, das Fangsystem hatte eigentlich auch funktioniert - und dann rollt er am Ende doch noch ganz langsam über Bord.

Das Absprengen der Cockpit-Haube gab es damals noch nicht. Mit der Entwicklung der Maschine war 1945 begonnen worden. So weit war man da wohl noch nicht. Im Flug sollte die Luftströmung die Haube wegziehen. Die Maschine fand man später samt Piloten am Meeresgrund. Der Pilot hatte die Haube schließlich sogar noch öffnen können, war aber noch an den Beinen am Schleudersitz festgeschnallt und hing auch noch an einer Leine am Schlauchboot, was seinen Ausstieg unter Wasser wohl verhindert hatte.

Siehe hier:

"When the aircraft was recovered, it was found that Russel had managed to open the canopy after the aircraft sank, but had been prevented from successfully escaping due to being tethered by ejector seat leg straps and the dinghy lanyard."
 

HelicoPeter

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Unterwasserausstiege sind auch heute noch todbringend.
https://www.flugzeugforum.de/threads/niederlaendischer-nh90-abgestuerzt.95703/post-2801517

Der Bericht in dem Post ist dahingehend sehr ernüchternd.
Die Pilotin hat es ja noch aus dem Cockpit geschafft, hatte sich aber irgendwo mit der Verbindungsleine des Schlauchboots verfangen.
Der Operator auf dem linken Sitz ist mit aufgeblasener Schwimmweste im Cockpit ertrunken.
Allein die beiden Crewmember im Laderaum könnten sich, wenn auch unter Schwierigkeiten, befreien.

Am Ende kann das Lfz und die Ausrüstung beim Sea-Survival gar nicht realitätsgetreu genug sein. Die Realität bei der Bundeswehr ist hier ja auch ernüchternd, auch wenn das System in BHV ja schon viel abbildet.
 
lutz_manne

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Erschreckend finde ich, dass man sich damals allgemein bei der Konstruktion einfach keine Gedanken dazu gemacht hat, dass der FF mal schnell in einer Gefahrensituation aus dem Flugzeug muss. Brände am Boden/auf dem Träger waren sicher auch nicht soo selten. Das dazu erst so ein Unfall nötig war... erschreckend.

Wie stehts da heute? Was passiert, wenn z.B. ein Eufi beim Taxeln auf der Airbase plötzlich einen Triebwerksbrand hat. Ist die Vorgehensweise der Ausschuss, oder kommen die schnell alleine aus dem Cockpit?

Bei der Focke-Wulf 190 konnte man die Haube mit Sprengladung abwerfen. Die 109 setzte auch auf Luftzug beim Abwurf, war aber auch gleichzeitig vergleichsweise leicht und ohnehin mit der Hand durch den FF zu öffnen. Die He 162 hatte einen Schleudersitz und Haubenabsprengung. Da liegen um die 12 Jahre zwischen den Konstruktionen He 12 und Supermarine Scimitar.
 
Alpha

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Grundsätzlich stehen in den modernen Kampfjets Schleudersitze mit "zero-zero"-Fähigkeit zur Verfügung, man könnte also damit das Flugzeug auch am Boden verlassen. Aber es ist auch immer möglich, nur die Kabinenhaube abzusprengen (auch wenn man sich im Stillstand durchaus darüber sorgt, wo das Ding herunter fällt...). Der Fall Triebwerksbrand ist aber eher kein worst-case, denn dort ist es eh heiß und ein Feuer durch Material und Löscheinrichtungen kontrollierbar.

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eines "Emergency Ground Egress", also Anhalten und schnell aussteigen. Wenn das Flugzeug nicht gerade groß in Flammen steht ist das eine valide Option. Die Feuerwehr ist ja schnell da und man ist auch ohne Schleudersitz innerhalb von Sekunden raus. Die Zeit, die die Haube zum Öffnen braucht, braucht man eh ungefähr zum Abschnallen und Triebwerke abstellen.

Es gibt schon ewig im Cockpit ein Tool, um die Haube damit im Notfall zu durchbrechen (als letzte Option). Das dauert aber leider recht lange und ist kaum ein Weg, wenn es schnell gehen muss.
 
ostseh

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Teschvitz auf Rügen
Mir fiel beim Buch 11-80 katapultieren Sie! auf, dass auch in der NVA erfolgreiche Katapultierungen vom Boden Seltenheit waren und eigens erwähnt wurden.
Wie sieht das bei heutigen Waffensystemen aus>?
 
Alpha

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Siehe oben. Aktuelle Schleudersitze funktionieren auch bei Höhe und Geschwindigkeit "Null". Ist nur aus beschriebenen Gründen oft nicht die beste Option (wenn man am Boden rollt ist fast immer genügend Zeit zum Anhalten, abstellen, Emergency Ground Egress. Da es hier nicht auf Sekunden ankommt muss man das Risiko gesundheitlicher Folgen eines Ausschusses nicht eingehen). Du kannst aber auch auf Youtube einige Ausschüsse am Boden sehen (z.b. beim Abkommen von der Landebahn, das ist zeitkritisch wg umkippen etc).
 
Glideslope

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...oder auf einem Träger, wenn das Flugzeug im Vollbrand steht:
 
macfly

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Unterwasserausstiege sind auch heute noch todbringend.
Zufall, oder wie auch immer Google das macht: dieser ziemlich gute Bericht zum Training von Unterwasserausstiegen wurde mir heute vom Youtube Algorithmus vorgeschlagen. Erklärt auch, warum die Orientierung so schwierig ist. Die Soldaten brauchen praktisch alle mehrere Versuche, bis sie es im Simulator schaffen. Und das unter fast optimalen Bedingungen...

 
Alpha

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Naja, das ist aber auch etwas dramatisierend... ;-)
Die Bw schickt ihre Piloten beim "Überleben See" auch in den Unterwasser-Ausstiegsttrainer. Das ist aber eher für Hubschrauber interessant, im Jet gibt's keine Probleme mit dem Finden des Weges. Da man aber beim realen Training in der Nordsee vom Heli abgeholt wird, gibt's das Heli-Training dazu.

Das ist aber auch keine Rocket-Science, nur etwas unangenehm. Vor allem, wenn man in der Mitte sitzt und Fußtritte der äußeren Kollegen abbekommt :-D
Das Programm macht mehrere Durchgänge, am Ende auch mit verbundenen Augen. Ein "Bestehensproblem" ist das aber nicht - solange man sich im Wasser prinzipiell nicht unwohl fühlt.

Ein guter Lehrgang, früher in Nordholz.
 
Chopper80

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In den Zeiten vor dem Unterwasserausstiegstrainer gab es in Nordholz den Dilbert-Dunker ( bekannt aus dem Film " Ein Offizier und Gentleman" ). Quasi ein Jetcockpit, der auf einer Rampe ins Wasser rutschte und sich dann nach vorne überschlug. Etwas dynamischer als die grosse Waschtrommel und da gab es einige die mit weichen Knien eingestiegen sind. Mir hats immer Spaß gemacht.

C80
 
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Wasserlandung und Cockpitverriegelung

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