Deutschland hat "kein einziges Löschflugzeug"

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lutz_manne

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"Waldbrandgefahr
Deutschland hat "kein einziges Löschflugzeug"

Gut gerüstet sieht anders aus: Im Kampf gegen Waldbrände fehlen Deutschland laut "Rheinischer Post" Experten und Löschhubschrauber – und Löschflugzeuge gibt es gar keine"

Quelle und weiter lesen:
Waldbrandgefahr: Deutschland hat "kein einziges Löschflugzeug" - Politik - Tagesspiegel

Zur Diskussion...
Wie steht es aus eurer Sicht um die Löschfähigkeiten aus der Luft in Deutschland. Nicht notwendig? Von der Politik verschlafen, verdängt und vergessen worden? Typisches Infrastruktur-Desaster neben den vielen anderen Infrastrukturproblemen?
Zum Vergleich: Zumindest in der DDR konnten die Agrar-Flieger doch auch zu Löscheinsätzen verwendet werden? (z.B. mit PZL-106 Kruk)
Gibt es private Betreiber von spezialisierten Löschfluggeräten in Deutschland?
 
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STK

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früher EDNA ... jetzt Münsterland
Moin!

Zumindest von Agrarflug-Helilift aus Ahlen weiß ich, dass die Hubschrauber für Löscheinsätze ausrüsten können.
Das HTG 64 hatte damals von Ahlhorn aus auch Einsätze in die Lüneburger Heide geflogen und CH-53 wurden
auch für solche Zwecke erprobt.

Was von den Fähigkeiten bei der Bundeswehr noch einsatzfähig ist weiß ich aber nicht.

Gruß aus dem Münsterland,

Stefan
 

jackrabbit

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Hallo,

Da sind doch die ganzen Kruks und Dromadars von früher :TD:
die ganzen? :mellow:
Es sind doch nur eine Kruk und zwei Dromadar
(die dann gechartert werden können, wenn ich es richtig verstehe).

Grüsse
 
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chopper

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Das Verfahren mit der CH 53 während des Einsatzes in de 70ger Jahren in der Lüneburger Heide war abenteuerlich in jeder Hinsicht und wird sich so mit Sicherheit nicht wiederholen.
Flexible 5000 Liter Behälter aus ABC Abwehr Beständen wurden im Laderaum ausgelegt und in Celle mit Wasser gefüllt.
Über der Brandstelle öffnete man den Auslassstutzen und das Wasser tröpfelte heraus. Brachte überhaupt nichts. Dann ging man in der Not zu einem ganz raffinierten, brachialen Verfahren über:
Während der 10 Minuten Anflug zum Brandherd öffnete man den Behälter bei geschlossener Heckklappe und flutete den Laderaum. Über dem Brandherd wurde die Heckklappe geöffnet, leicht am Stick gezogen und das Wasser ergoß sich nun mehr oder weniger schwallartig aus der Maschine.
Ich denke, jeder kann sich vorstellen, daß die Maschinen nach kurzer Zeit erhebliche Schäden erlitten haben und für enorme Summen instandgesetzt werden mussten. Unter dem Bodenbelag befindet sich nämlich erstaunlicherweise nicht nur blankes Blech!!
Als Konsequenz wurden dann für Transall, Bell UH 1D und CH 53 Löschwasserbehälter entwickelt und erprobt. Für Bell und CH die bekannten „Bambi Buckets“ als Aussenlast, 1000 und 5000 Ltr denn die Bell konnte damals noch 1000 kg tragen. Das änderte sich später.
Ob diese Behälter noch vorhanden, zugelassen und einsatzfähig sind entzieht sich meiner Kenntnis.
Zumindest die Behälter für die Transall sind wohl schon vor langer Zeit verschrottet worden soweit ich mich richtig erinnere.
Aber wir haben schon seinerzeit Frankreich um Hilfe gebeten und diese haben sich auch mit Löschflugzeugen beteiligt.
Der Luftraum über der Brandstelle war so eisenhaltig und auch unkoordiniert, daß ich mich heute noch wundere keinen Medaillen gehabt zu haben.
PS: Die Bundespolzei war in den vergangenen Jahren auch einige Male zu Löscheinsätzen in Portugal und Griechenland.
Mir ist aber nicht bekannt, welche Möglichkeiten da noch aktuell bestehen.
 
chopper

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Die Wiksamkeit der Löscheinsätze aus der Luft wird auch überschätzt. Es ist erstaunlicherweise nicht so einfach das Waasser zielgenau an die richtige Stelle zu bringen. Wind, Flughöhe und sogar thermische Einflüsse durch das Feuer führen häufig dazu, daß das Wasser nur in homöopathischen Dosen zum Feuer gelangt.
Als wirksamstes Mittel hat sich seinerzeit das Anlegen von breiten Brandschneisen mit Bergepanzern erwiesen. Aber auch die gibt es heute nur noch in geringer Zahl. Bergepanzer und manpower haben es damals gebracht.
Wahr ist aber auch, daß Bergepanzer in bergigem Gelände kaum einsetzbar sind.
 
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chopper

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Preisfrage: War das eine Absichtserklärung oder wurde die CH tatsächlich eingesetzt.
Das Foto de CH mit dem Löschbehälter dürfte ein Archivbild sein, denn der Behälter auf dem folgenden Foto sieht ganz anders aus.
 

ColdWar

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Warum soll eigentliche die Bundeswehr dafuer verantwortlich sein? Kommt doch auch immer darauf an was brennt - Forst im Besitz des Bundes, der Laender oder Privat. Eigentlich haben wir ja auch die 'FEUERWehr'. Hatten die nicht auch schon in den 60er Jahren Hubschrauber (Bristol) in Braunschweig (?)
Was wir wirklich benoetigen ist sicher eine europaeische Resource! Das hat derzeit auch die Situation in Schweden gezeigt.
 
lutz_manne

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Die Bilder sind scheinbar aktuell.
Bundeswehr

Aber DAS sollte in dem Fall was bringen?
(Sicherheitshöhe 500m, wegen Munitionsgefahr)

 
Marniko

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Preisfrage: War das eine Absichtserklärung oder wurde die CH tatsächlich eingesetzt.
Das Foto de CH mit dem Löschbehälter dürfte ein Archivbild sein, denn der Behälter auf dem folgenden Foto sieht ganz anders aus.
Weiß zwar nicht was es für einen Preis für deine Preisfrage gibt, aber die Antwort steht hier drin:
Streitkräftebasis: Juli
 
Chopper80

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Eigentlich haben wir ja auch die 'FEUERWehr'. Hatten die nicht auch schon in den 60er Jahren Hubschrauber (Bristol) in Braunschweig (?)
Es wurden damals 4 Bristol Sycamore von der Luftwaffe übernommen. Stationiert war je eine in Hannover an der Feuerwache4? Und eine in Mellinghusen. Die beiden anderen dienten als Reserve.

C80
 
Augsburg Eagle

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Die BuPol kann doch mit ihren Puma auch Löschbehälter einsetzen, oder? Zumindest haben sie das in EDNX mal vorgeführt.
 
chopper

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Den Löschbehälter in 500m GND auszulösen ist zwar wegen der Sicherheit wohl erforderlich, ein Feuer zu löschen oder auch nur eine Schneise feucht zu halten ist damit nicht möglich. Aus dieser Höhe kommt am Boden bestenfalls etwas Nebelnässen an. Wo es ankommt ist noch eine ganz andere Frage. Rotordownwash und Wind treiben diesen Sprühnebel sonstwohin..
Diese Aktion sieht mir eher nach einem Placebo aus. Teuer und wirkungslos.
Während des Heidebrandes wurde das Wasser aus 50–80m abgeworfen und hat trotzdem nur geringe Wi4kung gehabt.
 
FREDO

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Ist ja nicht nur das Können, sondern auch der unheimliche Klarstand der zur Verfügung stehenden Einheiten... Darüber lacht ganz Deutschland.

Grüße
 
Fabi

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Das Verfahren mit der CH 53 während des Einsatzes in de 70ger Jahren in der Lüneburger Heide war abenteuerlich in jeder Hinsicht und wird sich so mit Sicherheit nicht wiederholen.
Flexible 5000 Liter Behälter aus ABC Abwehr Beständen wurden im Laderaum ausgelegt und in Celle mit Wasser gefüllt.
Über der Brandstelle öffnete man den Auslassstutzen und das Wasser tröpfelte heraus. Brachte überhaupt nichts. Dann ging man in der Not zu einem ganz raffinierten, brachialen Verfahren über:
Während der 10 Minuten Anflug zum Brandherd öffnete man den Behälter bei geschlossener Heckklappe und flutete den Laderaum. Über dem Brandherd wurde die Heckklappe geöffnet, leicht am Stick gezogen und das Wasser ergoß sich nun mehr oder weniger schwallartig aus der Maschine.
Ich denke, jeder kann sich vorstellen, daß die Maschinen nach kurzer Zeit erhebliche Schäden erlitten haben und für enorme Summen instandgesetzt werden mussten. Unter dem Bodenbelag befindet sich nämlich erstaunlicherweise nicht nur blankes Blech!!
Als Konsequenz wurden dann für Transall, Bell UH 1D und CH 53 Löschwasserbehälter entwickelt und erprobt. Für Bell und CH die bekannten „Bambi Buckets“ als Aussenlast, 1000 und 5000 Ltr denn die Bell konnte damals noch 1000 kg tragen. Das änderte sich später.
Ob diese Behälter noch vorhanden, zugelassen und einsatzfähig sind entzieht sich meiner Kenntnis.
Zumindest die Behälter für die Transall sind wohl schon vor langer Zeit verschrottet worden soweit ich mich richtig erinnere.
Aber wir haben schon seinerzeit Frankreich um Hilfe gebeten und diese haben sich auch mit Löschflugzeugen beteiligt.
Der Luftraum über der Brandstelle war so eisenhaltig und auch unkoordiniert, daß ich mich heute noch wundere keinen Medaillen gehabt zu haben.
PS: Die Bundespolzei war in den vergangenen Jahren auch einige Male zu Löscheinsätzen in Portugal und Griechenland.
Mir ist aber nicht bekannt, welche Möglichkeiten da noch aktuell bestehen.
Also dass die BW "Bambi Buckets" (i.d.R. faltbar, um sie im LFz mitzuführen - Einsatz bei Polizei und BPOL) einsetzt, wäre mir neu.
Falls sie mit Löschwasseraußenlastbehältern fliegen, sind das der 900 Liter-Smokey oder Semat (UH-1D) bzw. 5.000 Liter-Smokey (CH-53).
Und damit wir noch mehr oder weniger regelmäßig geübt. Und vom NH-90 ganz zu schweigen...

Gruß
 
lutz_manne

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Ich wäre ja mal für klotzen statt kleckern. Wenn sich Europa mal 3 bis 5 von diesen Maschinen leisten würde...
Berijew Be-200 – Wikipedia
12.000 Liter Wasser in einer Aufnahmezeit von 18 Sekunden... mit dem Flieger könnte man was erreichen.

Aber dann müsste man die ja vom neuen Feind kaufen. Und wenn die EADS sowas entwickeln müsste, wäre das Waldsterben schneller als der Flieger fertig wäre. :-(
 
Marniko

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Mir stellt sich nur noch die Frage, von wievielen Gewässern ein solches Löschflugzeug effektiv zum Einsatz kommen könnte. Und wenn es zum Befüllen ans Meer muss um dann einen Einsatz z.B. in Hessen erledigen muss, ist meiner Meinung nach der Einsatz von Hubschraubern von lokalen Gewässern aus schneller und flexibler.

Neben den von Fabi genannten Systemen der Bundeswehr stehen der Bundespolizei für die SuperPuma Bumbi Buckets mit 2000l und für die EC155 Bumbi Buckets mit 680l sowie 900l Smokey zu Verfügung. Auch die Hubschrauber der Polizei der Länder (ob alle, kann ich nicht sagen) haben entsprechende Systeme. Die rheinland -pfälzische PHuSt in EDRK übt oft und intensiv, wie hier am 29.05.18.




Somit steht Deutschland alleine mit den staatlichen Mitteln im Brandfall nicht mit leeren Händen da, aber mit der Aussage, dass Deutschland kein einziges Löschflugzeug hat, kann man in der Presse natürlich schnell einen Aufreißer erzeugen.
 
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Deutschland hat "kein einziges Löschflugzeug"

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