Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

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  1. #1 akatombo, 25.12.2013
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    Frohe Weihnachten Euch Allen !

    Ich hoffe, Eure jeweiligen Gabentische brachen schier unter der Last der neuen Modellbausätze :FFTeufel:

    Habe heute mal eine dringende Frage zur Kabinenhaube der Spitfire Mk.VII/VIII. Vorgestern traf nämlich aus Japan ein neuer Bausatz bei mir ein : "Hasegawa Spitfire Mk.VII/VIII" in 1/48. Nach näherer Inaugenscheinnahme entdeckte ich am hinteren Kanzelrand der Mittelhaube ein relativ mittiges Loch bzw. eine lochähnliche Aussparung. Da ich schon oft mit Hasegawa-Klarsichtteilen Probleme hatte, packte mich zunächst wieder die Wut - aber dann begann ich zu recherchieren und entdeckte, daß bei allen gebauten (Hasegawa)-Modellen im Netz der gleichen Spitfire-Baureihe (nämlich Mk. VII und VIII) diese Aussparung vorhanden war, womit für mich erwiesen schien, daß es sich hierbei also um eine Gewollte handelte.

    In einem Buch fand ich sogar tatsächlich das Foto einer "LoBelle" - Haube einer Spitfire Mk.VI (mit jener Aussparung) und die Bildunterschrift, daß es sich hierbei um eine (aufschiebbare) Versuchshaube handelte, die bei allen späteren Versionen mit Druckkabine - also allen Mk. VII und einigen wenigen Mk.VIII - serienmäßig wären. Trotzdem bin ich etwas skeptisch, weil alle anderen Canopies aller Spitfires mit Malcolm - Hauben ohne diese Aussparung sind.

    Untendran ein Foto meiner Bausatzhaube und die Frage/Bitte an alle Spitfire-Fachleute : Was hat es damit wirklich auf sich ?

    Frohe Weihnachten nochmals und auch noch weiterhin und herzlichen Dank für eine oder gar mehrere Antworten,

    Euer akatombo :)

    PS : Beim ICM-Bausatz der Spitfire Mk.VII (1/48) gibt es dieses "Loch" nicht . . .
     

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  3. #2 akatombo, 25.12.2013
    akatombo

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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    Ja, auf diese Spur mit der zurückgeschobenen Haube und dem passgenauen Anschlag an den Antennenmast bin ich auch schon gekommen. Bei vielen gebauten Modellen ist das so auch zu sehen. Und richtig ist auch, daß da (wenn es serienmäßig wirklich so in Ordnung ist) bei Hasegawa jemand mit einer Kombizange am Fließband steht und die Aussparung herausbricht.

    Natürlich könnte man das durch "Kunstfeilen" etwas eleganter aussehen lassen - bleibt aber immer noch die Frage, warum nur bei Mk.VII und VIII ?

    Danke für Deine Einlassung und noch einen schönen Weihnachtsabend, Gruß akatombo
     
  4. Wilbur

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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    Hallo,

    eine kleine Aussparung im hinteren Rahmen der Schiebehaube hatten alle Spitfires (mit Ausnahme der späteren "Bubbletops" selbstverständlich), nachdem im Laufe der Mk.I-Produktion der Antennenmast eine stromlinienförmige Verkleidung bekommen hatte. Diese Kerbe ist aber so klein, daß sie eigentlich nur senkrecht von oben zu sehen ist. Schon aus mittlerer Entfernung ist sie nicht mehr zu sehen. Sie geht auch nur in den Haubenrahmen, keinesfalls in die Verglasung.
    Die frühen Mk.VI und Mk.VII hatten eine Haube, die nicht aufschiebbar, sondern nur abwerfbar war. Diese Varianten hatten daher auch keine Schienen für die Cockpithaube. Die "Lobelle Hood" war eine Sondervariante der "Malcolm Hood" für Druckkabinen. Sie war doppelwandig und lief auf L-Profil-artigen Schienen, die außen auf den Rumpf aufgesetzt waren. Es scheint so, daß insbesondere der hintere Rahmen der "Lobelle Hood" breiter als der Rahmen der "Malcolm Hood" war. Er mußte ja auch eine zusätzliche Dichtung aufnehmen. Daher wäre eine größere Aussparung im Rahmen plausibel (aber nicht so ein Krater). Mir sind leider keine Originalfotos bekannt, die dieses belegen. Dazu hätte man damals ein unter Geheimhaltung in Kleinserie gefertigtes Flugzeug im Detail fotografieren müssen, da gab es wohl andere Sorgen.
    Die Mk.VIII hatte keine Druckkabine, also wieder die normale Cockpithaube und auch die seitliche Cockpittür, die bei den Druckkabinentypen entfallen war.

    Gruß,
    Sönke
     
  5. #4 akatombo, 27.12.2013
    akatombo

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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    Hallo Sönke !

    Hab´ vielen Dank für Deine Informationen ! Du scheinst ja ein echter Kenner und wohl auch Liebhaber der Spitfire zu sein. Mich hat seit geraumer Zeit auch eine regelrechte "Spitfiremania" erfasst :)

    Erstens, weil es ein - in meinen Augen - extrem ästhetisches Flugzeug ist und dann zweitens - durch die vielen Versionen - auch wieder technisch Hochinteressantes birgt.

    Das alle Versionen eine kleine Ausbuchtung im Kabinenmittelteil hatten, wußte ich nicht. Aber durch viel Überlegen in letzter Zeit bin ich genau zu dem gleichen Schluß gekommen wie Du : Durch die Druckkabine der Mk.VI mußten andere und stärkere Dichtungen an den Kanzelrahmen installiert werden. Die ursprüngliche - nur durch Schrauben von außen zu öffnende - Haube der Mk.VI war ja für den Piloten ein beängstigendes Greuel, weswegen dann mit der schiebbaren "Lobelle"-Haube (erfolgreich) experimentiert wurde. Und genau diese "Lobelle-Haube" hatte - eben auf Grund von drucktechnisch notwendigen Dichtungen - einen weitaus breiteren Abschlußrahmen der Mittelhaube als die bislang verwendeten Malcolms und "kollidierte" dann beim Aufschieben eben mit dem Antennenmast. Dazu kann ich nun auch einen Bildbeweis antreten : "The Spitfire Story" von Alfred Price (Revised Second Edition) 2002, Seite 148, Bild links unten. Hier sieht man sehr deutlich jene Aussparung und auch den breiteren Rand. Das Foto zeigt eine Mk.VI, die versuchsweise eben mit dieser schiebbaren "Lobelle-Haube" ausgestattet ist. Der Text dazu, Zitat : "Close ups of the "Lobelle" sliding canopy, tested on Mark VI AB 528 late in 1942 and fitted to later pressurised versions of the Spitfire." Zitat Ende. Würde ja gerne ein Foto davon hier einstellen, aber auf Grund der herrschenden Copyright-Gesetzgebung laufe ich dann Gefahr, mein Haus zu verlieren :FFTeufel:

    Wenn es Dich aber interessiert, kannst Du mir per PN Deine Mailadresse mitteilen, dann schicke ich Dir dieses und noch andere Fotos, die im Übrigen ebenfalls sehr interessant sind, geht es doch da um den abgebildeten Vorgang des Spannens jener Feder, die dann im Notfall ein Anheben der Haube im Fluge gewährleistet, damit Selbige dann vom Luftstrom quasi abgerissen werden kann und dem Piloten das Aussteigen ermöglicht. Also gewissermaßen die "Volksfassung" einer absprengbaren Kabinenhaube.

    Also nochmals ganz herzlichen Dank, ich werde dann die Aussparung entsprechend bearbeiten/verschönern :)

    Beste Grüße, akatombo
     
  6. #5 fliegerantonow, 01.01.2014
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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    Alles was acatombo zu den zwei Haubentypen der Mk. VII gesagt hat ist richtig. Hier noch zwei Zeichnungen aus einem Vacuhauben-Set von Falcon, die weiter helfen könnten.

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    Leider sind die Bilder von der Dateigröße etwas klein.
    Wenn Du die Spitfire-Familie baust, kann ich Dir bestimmt hier und da weiter helfen. ich habe bisher ca. 75-Versionen gebaut (alle 1/72) und stehe im Kontakt mit einem Modellbaufreund in der Slowakei, der jetzt schon bei ca. 200 Varianten angekommen ist. Du siehst die Spitfire ist ein weites Feld.
     
  7. #6 akatombo, 02.01.2014
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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    Hallo fliegerantonow !

    Vielen Dank für Deine Einlassung und Dein Angebot zur "Beratung" ! Letzteres nehme ich sehr gern an und würde Dir morgen mal eine PN schicken. Ferner scheinst Du mir ein Kandidat für´s "Guinness Buch der Rekorde" zu sein : 75 gebaute Versionen klingt unfassbar !!!
    Die 200 Varianten Deines slowakischen Kollegen klingen noch unfassbarer !!!! Ich bin von den Socken . . .

    Kann es aber gut verstehen, denn das Thema "Spitfire" ist - umsomehr man sich damit beschäftigt - eines der Reizvollsten im Reigen der WWII - Flieger. Also ich melde mich schonmal zu einem "Lehrgang" via Mail bei Dir an. Mit 75 gebauten unterschiedlichen Versionen dürfte nahezu keine meiner Fragen unbeantwortet bleiben. Aber keine Sorge, werde Dich nicht überfallen und Dir Zeit rauben, denn Vieles weiß ich nun mittlerweile auch schon. Es geht dann nur um ein paar sehr spezielle Dinge, die mir als "Relativem Detail-Fanatiker" am Herzen liegen.

    Also vielen Dank nochmals für Deine Bereitschaft vorab und Dir - wie auch allen anderen FF-Usern - ein gesundes und modellbauerisch schaffensreiches neues Jahr - und viele Neuheiten am Markt :)

    Beste Grüße, akatombo


    PS : Hier noch für alle Spitfire-Fans ein Youtube - Link zu einer alten BBC-Doku von 1976, Thema : "Spitfire"!
    Hier kommen u.a. die noch körperlich und geistig mehr als frischen ehemaligen "Haudegen" und Fliegerasse zu Wort, wie Douglas Bader oder Stanford Tuck sowie der ehemalige Spitfire-Testpilot Jeffrey Quill. Lohnt sich ´reinzuschauen :
    http://www.youtube.com/watch?v=vDzZnCkbxgs
     
  8. JP-7

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  9. #8 akatombo, 08.01.2014
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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    Hallo Frank !

    Super-Bilder = ganz herzlichen Dank !!!

    So etwas bekommt man in dieser Detailschärfe auf keinem Originalfoto zu sehen !

    Hier noch ein Tip für alle "Spit-Fans" :
    http://vdmedien.com/build-tamiyas-s...en-buch_modellbau-vdm-heinz-nickel-11552.html

    Habe meins gerade bekommen (via ebay) und muß sagen : "Sensationell"! Es geht zwar in erster Linie um Tamiyas Meisterwerk in 1/32, ist aber auch für die 1/48er und 1/72er Gemeinde hochinteressant und lehrreich. Behandelt werden der Bau der Mk.IXc und der Mk.VIII - aber auch (und das ist für mich im Moment interessant) - der Bau einer HF.VII ! Also alles in allem ist dieses (großformatige) Heft eine sehr gute Investition und von mir eine glatte Empfehlung !

    Dir Frank nochmals herzlichen Dank und beste Grüße an alle, akatombo :)
     
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    Hallo

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  11. #9 H.-J.Fischer, 08.01.2014
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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    mit das beste was es für unter 20.-Euro über die Spitfire gibt:

    http://www.monfortonpress.com/

    Gruß
    Hans-Jürgen
     
  12. #10 akatombo, 08.01.2014
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    AW: Dringende Frage zur Spitfire Mk.VII

    Eben gerade ´runtergeladen = für 13,99 EUR ein absolutes Schnäppchen mit einer bombastischen Detailfülle !!!

    Vielen Dank für den konkreten Tip !

    Gruß, akatombo
     
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