Flugzeug-Verluste in Afghanistan

Diskutiere Flugzeug-Verluste in Afghanistan im Russische / Sowjetische LSK Forum im Bereich Einsatz bei; Hier mal eine Tabelle aus Mir Aviazij 2/2007 über die Flugzeugverluste auf sowjetischer Seite. Laut dem Artikel werden die offiziellen Verluste...

Moderatoren: TF-104G
  1. #1 Monitor, 20.04.2009
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    Hier mal eine Tabelle aus Mir Aviazij 2/2007 über die Flugzeugverluste auf sowjetischer Seite.

    Laut dem Artikel werden die offiziellen Verluste während des Krieges mit 107 Flugzeugen und 333 Helikoptern angegeben. Die Zahlen in der Tabelle weichen etwas davon ab, begründet wird diese Differenz mit Verlusten, die nicht direkt im Kampf entstanden sind.

    Die erste Maschine, die in diesem Krieg verloren ging, war eine Il-76 am 25.12.1979 (also am ersten Tag des Einmarsches). Die Maschine prallte auf Grund eines Pilotenfehlers zusammen mit 37 Mann gegen einen Berg.
     

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  3. #2 Reinhard, 23.04.2009
    Reinhard

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    Etwas seltsam,daß da Su-24 und Su-25 "in einen Topf gehauen" werden.
    Und Mi-10? Wurden die wirklich dort eingesetzt ?
     
  4. radist

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    In ihrer Geschichte nahm die Mi-10 auch an realen Kampfhandlungen teil, genau waren das die Maschinen des 181. OWP. Im Januar 1980 verlegte dieser Truppenteil von Dshambul nach Afghanistan, wo Kundus die Hauptbasis wurde. Nach dem Material, das uns von W.D Pajewskij übergeben wurde, blieben die Mi-10 in der Sowjetunion und nur im Frühjahr vervollständigte eine Maschine den Bestand der kämpfenden Truppe. Die Besatzung stand unter dem Kommando von Hptm. Kuznezow. Der Hubschrauber wurde in erster Linie zum Transport großvolumiger Lasten benutzt. Leider dauerte sein Dienst nicht lange. Im Sommer des gleichen Jahres ereilte den Hubschrauber beim Flug von Kundus nach Majmane eine Katastrophe. Bei diesem Flug wurde auf der Plattform ein LKW MAZ-500TZ transportiert, der von seinem Fahrer in der Frachtkabine der Mi-10 begleitet wurde. Der Hubschrauber war gerade erst 20 km von Kundus entfernt, als ein Triebwerk ausfiel. Die Besatzung warf die Plattform mit dem LKW ab und versuchte eine Notlandung auf einer zufällig auftauchenden freien Fläche „nach Flugzeugart“. Es erwies sich, dass das Feld mit Steinen bedeckt und von Gruben und Hügeln durchzogen war, was für die langbeinige Mi-10 zu einem tödlichen Umstand wurde. Mit einem dieser Hügel zusammenstoßend brachen die vorderen Fahrwerke, der Hubschrauber überschlug sich und brannte aus. Schon beim Aufschlag auf die Erde sprangen der Navigator und der Soldat aus dem Hubschrauber, aber auch sie, wie der Rest der Besatzung verstarben noch am Ort der Katastrophe. Der genaue Grund für den Triebwerksausfall konnte nicht ermittelt werden, als wahrscheinlich gilt aber die Version, nach der Geschosse von Handfeuerwaffen zur Zerstörung führten.
    Als Ersatz kam ein andere „10“ aus Dshambul. Nach den Erinnerungen des Ingenieurs für Zelle/Triebwerk der 73. Luftarmee Oberst Ju.M. Gilizkij blieb diese Mi-10 länger in Afghanistan als ihr Vorgänger und kehrte nach einem tragischen Zwischenfall in die Sowjetunion zurück. Nicht später als 1984 wurde die Maschine von Scharfschützen beschossen. Durch einen direkten Treffer starb der Bordmechaniker, wichtige Ausrüstungsteile wurden beschädigt. Der Hubschrauber wurde zurück nach Dshambul verlegt, wo er komplett wieder hergestellt werden konnte.

    (Aus Awiazija i Wremja)
     
  5. #4 Reinhard, 24.04.2009
    Reinhard

    Reinhard Guest

    Danke,@radist!
    Das ist schon recht ungewöhnlich,daß so ein seltener Hubschrauber,bloß 2 mal dort eingesetzt,auch gleich 2 Mal "ins Klo greift" !
     
  6. radist

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    Wahrscheinlich war der Vogel so auffällig, das gleich alle drauf geballert haben.
     
  7. #6 Reinhard, 24.04.2009
    Reinhard

    Reinhard Guest

    Ich vermute mal eher,das war ein Ergebnis der sowjetischen "Kriegskunst".
    Daß so ein seltener Vogel überhaupt in Schußweite von feindlichen Schützenwaffen oder Scharfschützen kommt,sollte eigentlich garnicht möglich sein.
     
  8. MikeKo

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    Unterschaetzt mal nicht die Reichweite und Durchschlagskraft von sowjetischen Schuetzenwaffen.
    Ein Geschoss des SSG Dragonow fliegt bis zu 3500 Meter weit bei einer Energieleistung von bis zu 4500 J, da bietet normales Dural keinen Schutz.
    Also kann der Schuetze auch einfach draufgehalten haben.
    Selbst die Panzerung des Mi-24 Cockpits wurde vom Kaliber 5,45 mm durchschlagen.
    Gruss Mike
     
  9. #8 Reinhard, 24.04.2009
    Reinhard

    Reinhard Guest

    "Selbst die Panzerung des Mi-24 Cockpits wurde vom Kaliber 5,45 mm durchschlagen."
    Das überrascht mich jetzt doch gewaltig.Kann man das irgendwie belegen?

    Aber eigentlich geht es um den Mi-10. Der war ja eigentlich ein ziviler Hubschrauber und bestimmt nicht irgendwie gepanzert.Mich verwundert,daß er überhaupt in die Reichweite gegnerischer Schützenwaffen geriet.
     
  10. #9 Tschaika, 24.04.2009
    Zuletzt bearbeitet: 24.04.2009
    Tschaika

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    mal so zwischendurch: zur Spalte An-12/26/Il-76

    Il-76 - 25.12.1979

    An-12 - 07.01.1980

    An-12 - 15.02.1983
    An-12 - 16.09.1983

    Il-76 - 27.10.1984

    An-26 - 22.01.1985
    An-30 - 11.03.1985
    An-12 - 11.07.1985

    An-12 - 29.11.1986
    An-26 RT - 26.12.1986

    An-12 - 21.10.1987
    An-26 - 22.10.1987

    ... wird fortgesetzt ;)

    Ach ja, die Sache mit den Mi-10 waren am 25.05. und 20.07.1980 (das mit 1984 habe ich nicht (gefunden))
     
  11. radist

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    Mit nichten war die Mi-10 ein "ziviler" Hubschrauber, auch wenn die Militärs (aus unterschiedlichen Gründen) irgend wann mal ihr Interesse an der Maschine verloren haben. Du solltest vieleicht mal den ganzen Artikel zur Mi-10 lesen (ich hänge auch mal ein Bild an, da kann man was erahnen- es ist copyright AiW).
    Dass so ein Hubschrauber unter den Kriegsbedingungen von Afghanistan in den Berich von Schützenwaffen kommt ist für mich nicht so verwunderlich.
     

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  12. #11 Reinhard, 25.04.2009
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    @radist,
    Du hast schon recht.
    Ich hab das irgendwie unglücklich formuliert.
    Der Hubschrauber war eben nicht für den Beschuß durch Schützenwaffen konstruiert.

    P.S.:Was hängt denn da komisches unter den Mi-10 in Deinen Bildern ? Das macht mich richtig wuschelig!
     
  13. #12 boxkite, 25.04.2009
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    Die Mi-10RWK wurde entwickelt, um den Komplex 9K74 (bestehend aus der Starteinrichtung 9P116 und der Rakete 4K95 (= S-5W) über eine Distanz von 200 km zu transportieren. Während der Entwicklung dieses sog. Hubschrauber-Raketen-Komplexes wurde entschieden, das o. g. Raketenmuster außer Dienst zu stellen - was zum Abbruch aller weiteren Arbeiten führte.
    Ich habe die Angaben nach/mit dem GRAU-Index nicht verglichen und hoffe, daß sie so stimmen.
     
  14. #13 radist, 25.04.2009
    Zuletzt bearbeitet: 26.04.2009
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    Das deckt sich so mit meinem Artikel, die 4K95 wird da als "Flügelrakete" (Marschflugkörper) bezeichnet, Reichweite der Rakete 200km:?!

    @ Reinhardt
    Dann verstehen wir uns ja wieder:TD:
    Zur Belohnung noch die Mi-10PP mit Störcontainer ST-9000 "Steppe" (Inhalt: 3 x "Buket" zur kompletten Aufhellung des Bildschirms und 8 x "Fasol" für die Generierung von Scheinzielen)
     

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  15. #14 boxkite, 25.04.2009
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    Wenn ich davon ausgehe, daß sich dahinter die P-5 verbirgt (ursprünglich eine auf U-Booten stationierte Anti-Schiff-Rakete), dann gibt Wikipedia - je nach Version - eine Reichweite von 450 bis 750 km an. Die 200 km dürften sich vielleicht doch auf die Reichweite des Hubschraubers mit eben jener Nutzlast beziehen.
     
  16. #15 Reinhard, 26.04.2009
    Reinhard

    Reinhard Guest

    Jetzt werd ich aber total huschelwuschlig.
    Was haben die Russen denn in Afghanistan mit einem eigentlich Anti-Schiffs-Flugkörper angestellt???
     
  17. #16 boxkite, 26.04.2009
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    @ Reinhard
    Konzipiert wurde diese Rakete für die Stationierung auf U-Booten. Es gab allerdings auch Versionen, die für andere Teilstreitkräfte entworfen wurden. Die vielen unterschiedlichen Bezeichnungssysteme sorgen (seinerzeit gewiß gewollt) für ausreichend Verwirrung - und mich haben eigentlich immer nur Flugzeuge und Hubschrauber interessiert :D. Daß ausgerechnet eine solche (Transport-)Kombination von Helikopter und ballistischer Rakete herausgekommen ist ...

    @ radist
    Im Originaltext der Awiazija i Wremja (Heft 3/2002) werden diese 200 km tatsächlich als Schußweite genannt. Demnach bezieht sich das doch auf die Rakete. Ich bin da wohl einer Angabe im Internet auf den Leim gegangen, die von der Hubschrauber-Reichweite bei eben jener Nutzlast ausging (wahrscheinlich ein dortiger Übersetzungsfehler). Hätte gleich nach dem Originaltext suchen sollen ... ;)
     
  18. radist

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    Um das auch noch zu klären:
    Die Mi-10 ist natürlich nie mit dieser Nutzlast in Afghanistan geflogen!
    Wie boxkite weiter vorne schon völllig richtig bemerkte, ist das Projekt frühzeitig eingestellt worden. Auch die Mi-10PP ist wohl eher nicht in Afghanistan geflogen - ich wollte mit den Bildern nur die militärische Ausrichtung (neben der als Transporthubschrauber für ausßergewöhnliche Lasten) der Mi-10 zeigen.
     
  19. #18 Reinhard, 26.04.2009
    Reinhard

    Reinhard Guest

    @radist,
    Danke für die Aufklärung! Ich dachte schon,die wären da in Afghanistan so rumgeflogen!
    Meingott, wo sind bloß meine Herztropfen?

    P.S.:Hast Du vielleicht genauere Angaben zu der Störmühle?
    Vor allem,was die eigentlich stören sollte,interessiert mich.
     
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  21. #19 Monitor, 26.04.2009
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    Das mit dem Mi-10PP stand auch bei Lutz Freundt, Band 1 drin.
     

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  22. #20 Monitor, 26.04.2009
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    Ähnliche Information in AVIO. Die Einheit hatte 1977 nach Oranienburg verlegt, da dürften die PP aber nicht mehr beigewesen sein, da sie schon 1972 zurückgezogen wurden.
     

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