GNSS Stoerung in Nord Europa

Diskutiere GNSS Stoerung in Nord Europa im Navigation, Flugfunk u. Verfahren Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Seit September 2017 gibt es wiederholt zeitweise Stoerung von GNSS Navigationsystemen die von Militar und Zivilflieger genutzt werden. Der letzter...
Jeroen

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Seit September 2017 gibt es wiederholt zeitweise Stoerung von GNSS Navigationsystemen die von Militar und Zivilflieger genutzt werden.
Der letzter Stoerungen wurden gemeldet von 16 Oktober bis 7 November in nordliches Norwegen und Finnland. Die beide Laender haben die Stoerungen untersucht, moeglich wurden die Diamond DA62 G-DVOR von Flight Calibration Services und der Bromma Beech B200C SE-LKY dabei eingesetzt.
Finnland und Norwegen haben nun erlautert ihre Untersuchungen haben ergeben die Stoerungen kamen von Kola Halbinsel in Rusland. Finnland hat morgen der Russische Botschaftler Pawel Kusnetsow dazu bestellt bei der Staatsekretar Matti Anttonen.
Russian ambassador to Finland summoned over GPS disruption | Reuters
Warning on possible GPS jamming for Northern Finland
GPS jamming came from Kola, Defense Ministry in Norway confirms
Finland accuses Russia for disruption of GPS signals
 
Jeroen

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Nachdem das Russische Militar laut eine Untersuchung der Norweger voriges Jahr verantwortlich waren fur die Stoerung der GPS Signalen uber Nordnorwegen, wurde nun am 9 und 10 Januar erneut in Nordnorwegen das GPS Signalen gestoert.
Der Norwegische Aussenministerium nennt die Stoerungen der GPS, Signalen, wichtig fur Luft und Schifffahrt und Rettungsdiensten, sehr ernsthaft. Rusland bestreitet die Anschuldigungen.
Norway tired of Russia's electronic warfare troubling civilian navigation: “Unacceptable and risky”
 
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wo die Sonne aufgeht
Ungenehm für zivile Nutzer des GNSS.
Interessant sind für mich eher zwei Umstände. Die Möglichkeit der großflächigen Störung des GPS zeigt auf, wie anfällig heute moderne Streitkräfte sind, die sich hauptsächlich auf modernste, vernetzte Technik stützen.
Der zweite bemerkenswerte Umstand ist, daß es Rußland ist, die aus ihren begrenzten Mitteln heraus in der Lage sind, solche Technik zu entwickeln und einzusetzen. Der Einsatz in Syrien hatte auf diesem Gebiet auch schon einige Überraschungen parat. Auch Bären erwachen aus ihrer Starre bzw. aus dem Winterschlaf. Selbst wenn man ihnen mit Genuß über Jahre in beide Knie geschossen, sie entmündigt und gedemütigt hat.

Norwegen & Finnland reduzieren ihren Protest auf die zivilen Nutzer des Systems GNSS.
Ursache der gleichzeitig stattfindenden Übungen / Tests auf russischem Hoheitsgebiet sind wohl eher die umfangreichen NATO Aktivitäten in Nordeuropa.

Es ist so ähnlich wie mit den ständig ansteigenden Aufklärungsaktivitäten durch die USA/NATO über der Ukraine Richtung Rußland.
Man muß diese Aktivitäten nicht mögen und kann doch wenig dagegen machen.
 
Jeroen

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Interessanter Bericht einer Untersuchung von C4ADS zusammen mit der Texas Universitaet nach Stoerung oder irrefuhren von Glonass systemen. Insgesamt 9883 Faelle von Stoerung und Spoofing wurden registriert und untersucht, 1311 ziviler Schiffsnavigationsystem waren betroffen. Aus das ISS Raumfahrtlab wurden solche Signalen vermessen und geortet etwa nahe Khmeimim, oder Gelendschik.Ob zivile Flugzeugen betroffen waren meldet nbs news nicht, aber das Stoeren soll etwa Drohnenfluge unterbinden entweder fortwaehrend oder auf bestimmte Platzen und Zeiten. Schiffen auf dem Schwarzen Meer etwa fuhren plotz viele Meilen weiter im Russische Federatsion auf Flughafen, wenigstens zu haben die GPS Navsystemen das angedeutet.
Russia ‘spoofing’ GPS to keep drones away from Putin, report says
 
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... aber das Stoeren soll etwa Drohnenfluge unterbinden entwedet fortwaehrend oder auf bestimmte Platzen und Zeiten.
Das machen aber nicht nur die Russen, das macht der Westblock genau so um seine Regierenden zu schützen. Nur solche Aktionen sind bedarfsgesteuert und wegen geringer Sendeleistung auf kleinste Gebiete beschränkt. Wenn man ein Auto klauen will, kann man sich vorher entsprechende Gerätschaft besorgen, um das GPS-Signal für eine Verfolgung unbrauchbar zu machen.

Das unsere GNSS-Navigation so ungeschützt ist wie in den späten 1990er-Jahren das Internet gegen Viren und Hacker ist bekannt. Deshalb müssen auch alle VORs für die Navigation weiter in Betrieb bleiben, obwohl kaum einer mehr danach fliegt - zum Leidwesen der Windenergiebranche, die im Umkreis der Stationen keine Windräder aufstellen darf.

Problematisch wird es allmählich, weil das Handwerk der konventionellen Navigation immer mehr veloren geht. Es zuckt kein Radarlotse mehr, wenn ein Pilot einen VOR-Anflug erfragt, wo es gar keinen gibt. Schon mehrfach erlebt ... ich wundere mich schon länger nicht mehr darüber.
 

Sens

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Wenn es tatsächlich so ist, dann gibt es dafür eine NOTAM.
 
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Wenn es tatsächlich so ist, dann gibt es dafür eine NOTAM.
Nö!
Wenn Sicherheitsinteressen hochstehender amerikanischer Persönlichkeiten existieren, dann geht das sehr schnell und unkommentiert!
Kollegen berichteten vom G20-Gipfel in Hamburg, das, als Melania statt wie geplant mit dem Hubschrauber zu fliegen, mit einem Fahrzeug transportiert werden, verschiedene Crews von einem Downgrade des GPS-Signals berichteten. Das betraf sowohl die Polizeihubschrauber über Hamburg, als auch Flugzeuge im Anflug auf EDDH.
Ob da jetzt ein Zuammenhang bestand oder vielleicht doch ein plötzlicher Sonnensturm ursächlich war, ist aber nicht gesichert.
 
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Wenn Sicherheitsinteressen hochstehender amerikanischer Persönlichkeiten existieren, dann geht das sehr schnell und unkommentiert!
Die Amerikaner sitzen an der Quelle, die müssen nicht einmal jammen. Die ändern direkt das Signal, welches vom Satelliten ausgestrahlt wird.
 
Jeroen

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Nicht nur so leicht da gibt es auch noch das Russische GLONASS.
 
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Nicht nur so leicht da gibt es auch noch das Russische GLONASS.
Da geht es irgendwann einmal hin, dass die GNSS-Geräte verschiedene Systeme gleichzeitig empfangen. Das Navi in meinem Auto kann GLONASS und GPS. Smartphones können meistens auch alle gängigen Systeme empfangen. Aber die Satellitennavigation in einem 20 oder 30 Jahre alten Flugzeug basiert wohl noch lange Zeit ausschließlich auf GPS.
 

Sens

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Liest Du NOTAMs, die während Deines Fluges aufgegeben werden?
Die gehen ja an alle Betroffenen. Fast jedes Lfz hat eine Funkverbindung, falls es jemand doch nicht getan hat und es eine kurzfristige Veränderung ist. Ansonsten würden es die meisten Betroffenen noch nicht einmal bemerken.

Da wird kein Signal verändert sondern der Zugriff, hier der Zugangscode für die jeweiligen Frequenzen (= künstliche Verschlechterung) , die je nach Geschwindigkeit eine Abweichung bewirken kann. Die jeweilige Gegenseite stört das Frequenzband. (= Empfangsmöglichkeit) und muss mit den gleichen Einschränkungen leben.
Global Positioning System – Wikipedia
 
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Ich habe mir erklären lassen, wenn eine Drohne mit Sprengstoff vermutet wird, wird das Signal so gestört, dass die Drohne einen großen Vollkreis fliegt und niemals ihr vermeintliches Ziel erreicht. Wie man das macht, keine Ahnung. Das Signal ist dann aber auch für alle anderen Empfänger im Umkreis korrupt.

Und ich empfange keine NOTAMs im Fluge. Allgemein kann man froh sein, wenn wenigstens alle NOTAMs vor dem Flug gelesen werden. Und da ich gelegentlich die Flugdurchführung von Verkehrsflugzeugen einsehen darf, weiß ich, dass NOTAMs im wesentlichen nur "überflogen" werden. Mehr ist auch in der kürze der Zeit gar nicht möglich. NOTAMs sind eh ein eigenes Thema, werden oft zu Enthaftungszwecken missbraucht, was ihre Zahl so anschwellen lässt.
 
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Man könnte auch etwas nur behaupten bzw. selber die Störung verursachen um es anderen in die Schuhe schieben?
Es tut schwer Not, sich Gedanken um die Verletzlichkeit von GNSS zu machen. In sofern kann man nur jedem danken, der so ein System mal kurz unbrauchbar macht.
 
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