12.05.2021 MidAir-Kollision zwischen Metroliner und Cirrus in Denver

Diskutiere 12.05.2021 MidAir-Kollision zwischen Metroliner und Cirrus in Denver im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Im Endanflug auf Piste 17 sind am Denver-Centennial Airport ein Swearingen Metroliner III (Cargo-Jet, N280KL) und eine Cirrus SR22 (N416DJ)...
macfly

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Im Endanflug auf Piste 17 sind am Denver-Centennial Airport ein Swearingen Metroliner III (Cargo-Jet, N280KL) und eine Cirrus SR22 (N416DJ) kollidiert und schwer beschädigt (vermutlich zerstört) worden. Die Cirrus konnte mit dem Fallschirm des Rettungssystems landen - beide Insassen der Cirrus überlebten un- (oder leicht-)verletzt. Am Metroliner wurde ein großes Stück des Kabinendachs abgerissen. Die Fotos sehen aus, als hätte da jemand mit einem Dosenöffner mehrere Streifen herausgeschnitten. Der Pilot konnte die Maschine aber noch landen - und überlebte ebenfalls unverletzt.

Wenn man den Metroliner nach der Landung sieht: schon fast ein Wunder, dass niemand bei dieser Kollision zu Schaden kam.


Bei LiveATC/YT ist auch der Funkverkehr der Maschinen im Endanflug verfügbar. Auch von Blancolirio gibt es schon eine erste Analyse der verfügbaren Informationen.

Funkverkehr und ADS-B Daten zeigen, dass der Metroliner einen langen Endanflug geflogen war und auf Piste 17 Links landen sollte. Die Cirrus war im rechten Queranflug und sollte auf 17 Rechts landen. Die Cirrus hat aber nicht eingedreht sondern hatte den Endanflug überschossen und den Metroliner fast im 90° Winkel geschnitten (vermutlich leicht überflogen und die Kabine des Jets mit dem Fahrwerk aufgerissen).

 
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Wolfsmond

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Krasse Bilder... ein Wunder dass das Heck nicht abgerissen ist. Der dürfte bis zur Landung ordentlich Puls gehabt haben.
 
macfly

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Der dürfte bis zur Landung ordentlich Puls gehabt haben.
Nein, das ist das nächste unglaubliche. Der Pilot des Metroliner hat zunächst gar nicht gemerkt, was passiert war. Er meldete ganz cool "ich habe vermutlich ein Problem mit einem Triebwerk, setze Landung fort" - und landete. Die Fetzen des Kabinendachs zogen die Maschine wohl nach links. Im Funk melden sich dann andere Piloten, die die Cirrus am Fallschirm sehen - dass es eine Midair gab, wird aber erst kurz später klar. Der Pilot des Metroliners bat nach der Landung sogar noch darum, zurück zum Parking rollen zu können. Fragen, ob mit ihm alles ok sei, beantwortet er ganz selbstverständlich.

Seine Überraschung dürfte nach der Landung recht groß gewesen sein, als der das Cockpit verließ - und die Sonne in der offenen Kabine sah...
 
macfly

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Noch etwas unglaubliches: der Pilot im Funk, der die Kollision beobachtet und als erster gemeldet hatte, schließlich auch die genaue Position der Cirrus am Fallschirm durchgab, war ein Flugschüler auf seinem allerersten Solo-Flug. Zum Zeitpunkt der Kollision war er mit einer Cessna 172 im Gegenanflug - also hinter der Cirrus. Sein Fluglehrer hat ihm nach der Landung nicht nur ein Zertifikat für den ersten Soloflug überreicht - sondern ihm mit einem Stift auch die spezielle Situtation auf das T-Shirt gemalt ("Traffic to follow" - und eine Cirrus am Fallschirm)... ;-)

Da sind schon echt viele Zufälle zusammengekommen...

 
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Gilmore

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Allzu große Steuerbewegungen hätte der Metro-Pilot wohl nicht machen dürfen, sonst wäre das Heck möglicherweise doch noch abgerissen. Verlaufen die Steuerseile der Metro unten im Rumpf?
 
Intrepid

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Verlaufen die Steuerseile der Metro unten im Rumpf?
Ich überlege gerade, ob sie das nicht bei den meisten Flugzeugen tun? Steuersäulen, Steuerhörner und Pedale werden gewöhnlich unter dem Cockpitboden zusammengefasst. Dann ist es für den Konstrukteur einfacher, die Steuerseile unter dem Kabinenboden durchzuführen und von dort auf Tragflächen und Leitwerk zu verteilen. Das mag bei einem Hochdecker/Schulterdecker anders sein.
 
Chopper80

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Hier ein Video von der Landung der Cirrus am Fallschirm. Die scheint sich das ganze Fahrwerk am Metroliner abrasiert zu haben. Der Aufschlag war auch nicht ohne, trotz Fallschirm.


C80
 
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Die scheint sich das ganze Fahrwerk am Metroliner abkassiert zu haben.
Das Fahrwerk ist Teil der Knautschzone. Unter den Sitzen gibt es einen Aluminium-Waben-Puffer und halt das Fahrwerk, um Wirbelsäulenschäden zu vermeiden.
 
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Das Fahrwerk ist Teil der Knautschzone. Unter den Sitzen gibt es einen Aluminium-Waben-Puffer und halt das Fahrwerk, um Wirbelsäulenschäden zu vermeiden.
Bloss das Fahrwerk war bei der Fallschirmlandung nicht mehr da, daher Glück für die Insassen dass sie nicht mehr abbekommen haben.

C80
 
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Sieht so aus, als wäre der Fallschirm nahe der Mindesthöhe gezogen worden. War ne knappe Sache.
 
innwolf

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Interessant wäre auch ob bei DIESEM Unfall ( nicht gegen das Rettungssystem argumentiert ) die Cirruns noch fliegbar war für eine gesteuerte Bruchlandung.
 
Ralph

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Ein Propellerblatt scheint nach vorne gebogen zu sein : wird bei Auslösen des Rettungssystems gleichzeitig der Motor ausgestellt ?
 
Gilmore

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Vermutlich ist der Propeller bei der anderen Maschine in den Rumpf gehackt, bevor das Fahrwerk den Rest erledigt hat.
 
Chopper80

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Hallo,

Interessant wäre auch ob bei DIESEM Unfall ( nicht gegen das Rettungssystem argumentiert ) die Cirruns noch fliegbar war für eine gesteuerte Bruchlandung.
es wurde vermutet, dass der Rumpf schon bei der Kolision gebrochen war, also nicht erst bei der Landung.
=> also eher: NEIN

Grüsse
 
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Hallo,



es wurde vermutet, dass der Rumpf schon bei der Kolision gebrochen war, also nicht erst bei der Landung.
=> also eher: NEIN

Grüsse
In dem Video in Post #10 ist das Heckleitwerk noch dran. Es brach also erst beim Aufschlag ab. Ob der Rumpf gebrochen war oder in wie weit das Flugzeug noch flugfähig war weiß man natürlich (noch) nicht.
 
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Die Annahme, die Rumpfröhre sei beim Zusammenstoß beschädigt worden, fand' ich verfrüht.

Ob das Fahrwerk wirklich beim Zusammenstoß abgerissen wurde oder ob die Filmaufnahmen einfach nicht fein genug auflösen um ein Fahrwerk erkennen zu können bin ich mir nicht sicher. Wenn der Rumpf aber so am Fallschirm hing, dass das Heck zuerst aufschlug und dabei abbrach, würde es erklären, wohin die Aufprallenergie ging, die ein fehlendes Fahrwerk nicht mehr abfedern konnte.

Übrigens wurde mir berichtet, dass die Cirrus kein Einziehfahrwerk habe, weil das Fahrwerk Teil der Knautschzone wäre. Allerdings von einweisenden Fluglehrern und ich weiß nicht ob ich dieser Quelle glauben darf.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Untersuchungsbericht später dazu Stellung nimmt. Ich bin gespannt.

Und das die Wespentaille einer Composit-Rumpfröhre ein Schwachpunkt ist, habe ich schon bei unseren Katanas vor 15 Jahren erfahren können. Ein Flugschüler war mit der Tragflächenspitze gegen ein Hindernis gerollt. Der Schaden war dann an der Wespentaille hinten am Leitwerk, dort konnte man feine Haarrisse erkennen, wenn man einen stark starhlenden Scheinwerfer in den Rumpf führte. War ein Spezielist für Segelflugzeuge, der den Schaden aufdeckte, hervorgerufen durch die Torsionskräfte des schweren T-Leitwerks beim Aufprall.
 
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stratrevival

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Übrigens wurde mir berichtet, dass die Cirrus kein Einziehfahrwerk habe, weil das Fahrwerk Teil der Knautschzone wäre. Allerdings von einweisenden Fluglehrern und ich weiß nicht ob ich dieser Quelle glauben darf.
Nachdem die mir bekannten Bilder eine stromlinienförmige Verkleidung der Räder zeigen, werden diese Fluglehrer schon recht haben.
 
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12.05.2021 MidAir-Kollision zwischen Metroliner und Cirrus in Denver

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