23.2.2024: Absturz einer russischen A-50

Diskutiere 23.2.2024: Absturz einer russischen A-50 im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Das hat mit Dilettantismus nichts zu tun. Die NATO hat es auch auf die harte Tour auf dem Balkan gelernt, obwohl Serbien nicht mit westlichen...

Sens

Alien
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Am Tag 1 vom Krieg hätte ich diese Entschuldigung gelten lassen. Nach 2 Jahren Krieg nenne ich das dilettantisch, sollte es tatsächlich der Grund sein (was ich nicht glaube). Und Friendly Fire ist es auch im weitesten Sinne nicht.
Das hat mit Dilettantismus nichts zu tun. Die NATO hat es auch auf die harte Tour auf dem Balkan gelernt, obwohl Serbien nicht mit westlichen Systemen gekämpft hat. Diese Art von Überraschung lässt sich nicht gänzlich ausschließen. Es hat schon seinen Grund, dass von russischer Seite der Verdacht aufkam, die A-50 sei von der eigenen Luftabwehr abgeschossen worden.
"Am 14. Januar 2024 berichteten ukrainische Medien, dass eine Il-22 im Asowschen Meer abgeschossen wurde. Das Flugzeug landete erfolgreich auf dem Flughafen Anapa. Es wurde behauptet, es sei irreparabel beschädigt worden." Seit dem Vorfall kann Russland verifizieren, was tatsächlich abgelaufen ist. Die Verlegung des Orbits der A-50 in einem größeren Abstand zur Kontaktlinie hat offensichtlich nicht gereicht, was der letzte Vorfall belegt.
Deshalb gibt es hier ja die Diskussion, wieweit ein Sicherheitsabstand noch sein kann, bis die A-50 an Einsatzwert verliert?!
 

Sens

Alien
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Im Gegensatz zur NATO sind die russischen Luftstreitkräfte nur eine Unterstützung für die Bodentruppen, die innerhalb von Tagen eine Entscheidung in einem Vormarsch erzwingen. Diese Lehre aus den Endphase des großen Vaterländischen Krieges lies sich in der Ukraine nicht umsetzen.
 

Gast001

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Hätten die Serben "Partner" gehabt, die ihrer Luftverteidigung die notwendigen Informationen über NATO Flugbewegungen gegeben hätten, wäre ihre alte Luftabwehr mit geringer Reichweite sicherlich deutlich effektiver gewesen. Wirklich ausgeschaltet wurde sie ja nie, weil sie selten eingeschaltet :wink2: hat. Angenommen, ein Partner hätte ihr genau den richtigen Moment zum Einschalten auf die richtige Entfernung gegeben, wären die NATO Verluste sicher höher gewesen.

Das Szenario was in der Ukraine läuft, gab es in einem Luftkrieg doch überhaupt noch nicht. Es gibt eine unglaublich hohe Zahl an Luftabwehrwaffen vom manpad bis zur Patriot, oft hochmobil, es gibt eine 1000km Frontlinie, 2 Massenarmeen mit je ca. 500.000 Mann, es gibt modernste Aufklärung und Datenlinks, Echtzeit Lagebilder auf dem Laptop.

Ich glaube man muss sich ein wenig von den bisherigen Gedanken und Erfahrungen verabschieden. B-52 wird dort niemand mehr hinschicken können, nur noch Abstandswaffen, sonst enormes Risiko, wobei Abstand bei modernen Luftabwehr auch immer relativer wird. Die Russen sind mit ihren Gleitbomben recht erfolgreich, allerdings immer nur so lange bis die Ukrainer mal wieder kurzzeitig und verdeckt ein passendes Luftabwehrmittel in Frontnähe verlegen, 1-2 Flugzeuge abschießen und schnell wieder verschwinden bevor das System platt gebombt wird. Das wird in diesem Krieg, bei diesen mobilen Systemen und dieser Aufklärung nicht mehr zu verhindern sein. Dort sind tausende Fahrzeuge entlang der langen Frontlinie unterwegs, so lange man kein Radar einschaltet sind die Chancen hoch unerkannt zu bleiben.
 
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doerrminator

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Mal eine andere Frage. Wie kann man sich einen solchen Abschuss vorstellen und welche Überlebenschancen hat die Besatzung? Das Flugzeug wird ja wahrscheinlich nicht in der Luft zerrissen und ich denke die Besatzung hat wohl Fallschirme an. Aber wie kann man denn in einer großen Höhe die Tür öffnen? Der Unterschied beim Luftdruck ist doch enorm. Und haben die dann auch noch Sauerstoffmasken wenn sie abspringen? Bei Absprunghöhen von über 8000 m hätten die dann sicher große Probleme zu überleben. Ausserdem dürfte es doch schwierig sein, bei einem z. B, trudelnden Flugzeug überhaupt zur Tür zu gelangen.
 

jackrabbit

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@doerrminator
Du hast die Randbedingungen und Einschränkungen (Druckkabine, große Höhe, deutliche Schäden an Struktur und Kabine) doch schon hinreichend zusammengefasst.
 

Zuschauer

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Als Absturzursache ein vorheriger Aufenthalt in Belarus - ist das die Theorie? Schräg ...

mfg
Schräg oder Klickbait, ich weiß es nicht...
Aber man kann wohl sagen Korrelation ja, Kausalität nein.
Eine weitere Gemeinsamkeit wäre beispielsweise auch die Lackierung :whistling:
Ursächlicher für den Verlust von bereits drei Maschinen ist es wohl eher, dass eine A-50 ein 'high value asset' darstellt und dementsprechend sehr weit oben auf der Wunschliste der gegnerischen Luftabwehr steht.
 
_Michael

_Michael

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Schräg oder Klickbait, ich weiß es nicht...
Ja, es wird sehr sehr viel spekuliert. Gesichtert ist doch bisher nur, dass das Flugzeug Flares abgesetzt hat, kurz darauf von einer Rakete getroffen wurde und anschliessend abgestürzt ist. Und zwar höchstwahrscheinlich nicht aus einer Höhe von 800 Meter, sondern deutlich höher. Zusätzlich kennen wir noch den Ort des Ereignises und wissen, dass die Russen von einem "Absturz" sprechen, während die Ukrainer für sich einen Abschuss beanspruchen. Abschliessend kann man noch feststellen, dass sich das ganze deutlich ausserhalb des normalen Einflussbereichs der ukrainischen Luftabwehr zugetragen hat und ein Abschuss entweder am Rande der Reichweite von Langstrecken-SAMs oder aber durch eine Operation hinter den feindlichen Linien erfolgt wäre.

Mehr ist doch eigentlich nicht bekannt?
 
atlantic

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Mal eine andere Frage. ............................... und welche Überlebenschancen hat die Besatzung?
ehr keine. wenn der Pilot sie nicht noch irgendwie halbwegs heil in die Pampa setzen kann
Ob die Schirme haben ? aber man muss auch erst mal rauskommen und genau das dürfte schwierig sein.
 

mg218

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Fallschirme ?
Ist dies hier ein Bild der A-50 im Inneren ?
 
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Der Rumpfdurchmesser lässt eine A5o vermuten. Auf Fallschirme finde ich keinen Hinweis. Auf dem Bord oberhalb der Bildschirme befinden sich aber mehrere Transporttaschen für Sauerstoffmasken und ich meine auch Anschlüsse und Bedienhähne für jeden Arbeitsplatz zu erkennen. Vermutlich zur Notversorgung bei Abfall des Kabinendrucks. Bei dem Operatorplatz an der rechten Bildseite ist die Sauersoffausrüstung an der Sitzrückseite zu erkennen.
 
FastEagle107

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[..] welche Überlebenschancen hat die Besatzung? [..]
Kommt auf die Rakete an und wo sie trifft. Bei allem was vom Boden kommt mit Ausnahme Manpads ist der Gefechtskopf oder die Einschlagsgeschwindigkeit so groß, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit eher gegen 0% geht.
Bei Manpads, die auf die Triebwerke gehen (wärmesuchend) denke ich 50%.
Alles was von einem Jäger abgefeuert wird könnte mehr oder weniger Schaden anrichten aber der Jäger wird entsprechend nachsetzen bis der Absturz sicher ist.

Daher gilt, AWACS fliegen nie so, dass sie bedroht werden können. Wenn sich eine Bedrohung anbahnt hauen die ab! RETROGRADE
 

rufumbula

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Kommt auf die Rakete an und wo sie trifft. Bei allem was vom Boden kommt mit Ausnahme Manpads ist der Gefechtskopf oder die Einschlagsgeschwindigkeit so groß, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit eher gegen 0% geht.
Die Stelle von der behauptet wird das dort die A-50U "getroffen" wurde liegt etwa 25 km vom Absturzort entfernt. Sollte das stimmen dann hat die Besatzung noch einen Kampf um die Kontrolle des Flugzeugs geführt.
Aktuell liegt übrigens die Anzahl der Nachrufe weiterhin bei 1. Erste solche Informationen erteilen Aufschluss über das Schicksal betreffender Besatzungen.
 
FastEagle107

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Danke an @Balu der Bär, der dieses sehr informative Video bei Kampfjets an die Ukraine eingestellt hat.

Auch für diesen Thread sehr interessant.
 
TRIGS

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Friendly Fire kann ich mir nicht vorstellen. Da muss ja schon einiges schief laufen, dass man so doof ist dass eigene Flugzeug über dem eigenen Gebiet abzuschiessen.
Wenn ich dich zitieren darf bzw deine Wortwahl übernehmen darf, müsste man auch bei dem u.g. Vorfall 'doof' oder gar 'doofer' sagen. :-107: Diesmal waren es aber die Amis. Deine sogennte 'dilettantische' Arbeitsweise gibt und gab es schon auf allen Seiten.
1994 schoßen zwei F-15 aus Bitburg zwei U.S. UH-60 ab mit der Folge das 26 U.S. Soldaten zu Tode kamen. Alles nach readback mit AWACS u.v.m. Da hat nichts in der Informationskette funktioniert.

The sad story of the Blue on Blue incident which resulted in the destruction of two U.S. Army UH-60 Black Hawk helicopters by two USAF F-15s

A subsequent USAF investigation blamed the accident on several factors. The F-15 pilots were faulted for misidentifying the helicopters as hostile. Also, the crew members of the AWACS aircraft were blamed for their inaction in failing to exercise appropriate control and for not intervening in the situation. In addition, the identification friend or foe (IFF) systems had not functioned to identify the helicopters to the F-15 pilots. Furthermore, USAF leaders had failed to adequately integrate U.S. Army helicopter operations into overall OPC air operations.
1994 Black Hawk shootdown incident
 

Gast001

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Die Amerikaner haben 2003 über dem Irak einen britischen Tornado vom Himmel geholt. 2 Briten starben.

Auch Beschuss von 2 F-18 der USS CV-63 Kitty Hawk bei Kerbela durch amerikanische Patriot. Eine F-18 wurde abgeschossen, der Pilot starb. Umgekehrt gehts auch, ein amerikanisches Kampfflugzeug beschoss die eigene Patriotstellung, als die ihr Radar einschaltete.

Und die Nummer mit unserer Fregatte und der amerikanischen MQ-9 geht ja auch gerade steil. Zwar unbemannt, aber das Preisgeld wäre immerhin 40 Mio gewesen.
 
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