Frage zum Radar von Stealth-Flugzeugen

Diskutiere Frage zum Radar von Stealth-Flugzeugen im Luftfahrzeugtechnik u. Ausrüstung Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Hallo Leute! Ich habe mal den den Spruch gelesen "Wenn ein Polizist mitten in der Nacht auf dunklem Feld einen bewaffneten Verbrecher mit der...

Moderatoren: Skysurfer
  1. #1 Diamond Cutter, 01.02.2010
    Diamond Cutter

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    Hallo Leute!

    Ich habe mal den den Spruch gelesen "Wenn ein Polizist mitten in der Nacht auf dunklem Feld einen bewaffneten Verbrecher mit der Taschenlampe sucht, braucht er sich nicht zu wundern, wenn jener als Erster das Feuer eröffnet."

    Klingt logisch, denn der Schein der Taschenlampe reicht ja nur wenige Meter weit, während sie schon aus viel größerer Entfernung zu sehen ist.

    Nachdem ich nun schon seit ein paar Tagen amüsiert die Diskussionen über das erste russische Stealth-Fluzeug verfolgt habe (frappierend, wieviel verhinderte Konstrukteure wir hier im FF haben :FFTeufel:), stelle ich mir nun folgende Frage: Ist das Radar von Stealthflugzeugen quasi Taschenlampe oder Nachtsichtgerät?
    Oder anders ausgedrückt: kann man Stealthflugzeuge anhand der Emissionen ihrer Radargeräte auspüren?

    Gruß
    André
     
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  3. L29

    L29 Testpilot

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    Radar kann im Idealfall beides sein:
    Passiv: es empfängt Signale und kann dadurch grob die Richtung aber keine Entfernung errechnen
    Aktiv: es sendet Signale (und empfängt natürlich) und kann somit den genauen Standort eines Objekts ermitteln, läuft dadurch aber Gefahr selber entdeckt zu werdne.
     
  4. #3 radist, 01.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 01.02.2010
    radist

    radist переводчик<br><img src="http://www.flugzeugforum.d

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    Die Frage bezieht sich nicht nur auf das Radar, jede Abstahlung (Licht, IR, HF) kann erkannt werden und führt dann zu einer Demaskierung (erkennen der Anwesenheit). Darum gehört zum Stealth Einsätzen auch meistens Funkstille bzw. Funktarnung.
    Ob es in jedem Fall zu einer exakten Ortung und damit Bekämpfung reicht hängt von vielen weiteren Faktoen ab.
     
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  5. #4 phantomas2f4, 01.02.2010
    phantomas2f4

    phantomas2f4 Astronaut

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    Stealth-Flugzeuge mit Radar

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    Hatte die F 117 als "Mutter aller Stealth-Flugzeuge" überhaupt ein Radar ???

    Klaus
     
  6. #5 Diamond Cutter, 01.02.2010
    Diamond Cutter

    Diamond Cutter Astronaut

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    Diese Frage kann ich nun wieder beantworten (da ich die 'Schabe' kürzlich erst als Modell verwirklicht habe und mich deshalb damit beschäftigt habe): Nein.
    Die F-117A besaß nur FLIR und DLIR, also Infrarot-Sensoren.

    Soll heißen, ein Stealthflugzeug wie z.B. die 'Raptor' operiert meist unter EmCon (Emission Control) und hofft, der Gegner lässt sein Radar an?

    Das schaffen konventionelle Fliescher doch auch, oder :?!?

    Gruß
    André
     
  7. radist

    radist переводчик<br><img src="http://www.flugzeugforum.d

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    Also solange der Stealthflieger unentdeckt bleiben möche (oder wenigstens die Chance auf Entdeckung minimal halten will) lässt er sein Radar aus. Zielinformationen kommen solange z. B. über Datenlink von 'nem AWACS - ob das auch für den gezieltenSchuß mit einer L-L Rakete reicht weiss ich nicht, oder er nutzt passive Sensoren. Im Zweifel muss er also mal sein Radar einschalten - jetzt passieren 2 Dinge:
    - er wird "sichtbar"
    - sein Gegenr registriert die Anstrahlung und merkt, dass Unheil droht

    Bei einem "konventionellen" Flugzeug kann das genau so laufen, nur ist es eben schon in der Phase ohne eigene Radarabstrahlung "sichtbar".
     
  8. #7 Schorsch, 01.02.2010
    Schorsch

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    Wobei: das Radarsignal muss ja erstmal reflektiert werden und dann empfangen. Folglich ist die Signalstärke am gegnerischen Flugzeug deutlich größer als beim Sender/Empfänger. Selbst mit konventionellen Flugzeugen ist das Einschalten des eigenen Radars riskant.
    Immer vorrausgesetzt, dass der Angepeilte einen RWR mit allen notwendigen technischen Finessen ausgerüstet ist. Diese AESA-Dinger sollen besonders schwer zu entdecken sein.

    Wenn zwei "Stealth"-Flugzeuge aufeinander treffen, kann das durchaus wieder zu wilden Kurvenkämpfen führen.
     
  9. Cupra

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    Is die F-22 bzw. die neue SU überhaupt ein Stealth-Flugzeug, oder einfach nur ein Flugzeug, das soweit optimiert wurde, um den Radarquerschnitt möglichst niedrig zu halten, und damit erst sehr spät entdeck zu werden?

    Da sollte man denk ich schon noch unterscheiden, oder? Ich denke mal, die neuen Jäger sind eher letzteres.
     
  10. #9 MiG-Mech, 01.02.2010
    MiG-Mech

    MiG-Mech inaktiv

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    Und wie definierst Du dann ein Stealthflugzeug ?
    Die ganzen Maßnahmen umfassen auch z.B. Wärmeabstrahlung unnd Geräuschemissionen, nicht nur die Radarrückstrahlfläche.
     
  11. #10 phantomas2f4, 01.02.2010
    phantomas2f4

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    Hallo !

    Aber gibt es mittlerweile nicht auch andere Techniken als "nur" passive, radarabsorbierende Beschichtungen und "brechende Kanten" ??

    Ich denke da an "aktive Sensoren" in den Oberflächen....wie zum Beispiel "Schall und Gegenschall" = lautlos.....???

    Klaus
     
  12. #11 Schorsch, 01.02.2010
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    Ein Stealth Flugzeug kann durch ein geschicktes integriertes Radarsystem überlistet werden, aber das können sich nur wenige leisten.

    Die heutige Technologie erlaubt es Ziele auch ohne direkten Überflug effektiv anzugreifen (auch ohne Pu239 vorne drin). Ergo, ich würde als ein Land wie USA lieber auf schwer entdeckbare Marschflugkörper setzen, und wenn ich die Luftverteidigung ausreichend in Brocken geschossen habe, dann kann ein "Stealth"-Flugzeug erfolgreicher in einer degradierten Luftabwehr operieren. Ds kann aber auch eine F-35. Hossa, die bauen die ja auch in Zahlen.
     
  13. Lubeo

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  14. #13 Praetorian, 02.02.2010
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    "Passivradar" funktioniert nicht in Gegenden, in denen nicht (oder nicht mehr) massiv in den dafür nutzbaren EM-Bändern gesendet wird.
     
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    Hallo

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  16. #14 El Nebuloso, 03.02.2010
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    Das Radar der F-22 nutzt ja nun einen so genannten LPI-Modus (Low Probality of Intercept). Hier werden Impulse niedriger Energie mit sich häufig ändernder Signatur verwendet. Für herkömmliche Radarwarner bleibt das Radar somit unsichtbar. Allerdings bedeutet LPI nicht, wie manch F-22 Fan denkt, No Probality of Intercept. Wie Schorsch schon richtig sagte: Das Signal verliert stark an Energie, sodass die Reichweite dieses Betriebsmodus beschränkt bleibt und das Signal am angestrahlten Flugzeug immer noch stärker ist, als beim Angreifer.
    Nichtsdestotrotz kann eine verringerte Radarsignatur in Zusammenarbeit mit einem AEW&C, Bodenstationen oder aber auch anderen Flugzeugradargeräten (Etwa der Mig-31) dabei helfen, sich zunächst mal in eine günstige Angriffsposition zu bringen und den Verräter (Radar) erst kurz vor dem Abschuß der Lenkrakete einzuschalten.
    Alternativ wäre auch ein Angriff über den Infrarotsensor möglich, wobei dann aber die wichtige Entfernungsangabe fehlt. Denkbar wäre eine Entfernungsmessung über Laser, der dann aber auch wieder ein ortbares Signal darstellt, oder die Verwendung der weniger genauen Entfernungsangaben des Leitsystems (z.B. AWACS).
     
  17. #15 derBruchpilot, 03.02.2010
    derBruchpilot

    derBruchpilot Fluglehrer

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    Oder durch ein ganz altes, das diejenigen noch haben, die sich kein neues leisten können.
    Kurz gefasst: Stealth-Eigenschaften im Radarbereich beruhen a) auf der ungerichteten Reflektion der Radarwellen an der Flugzeugüberfläche (durch entsprechende Formgebung, nur ein geringer Teil der Radarwelle wird zum Empfänger reflektiert und kann empfangen werden), b) der Absorption der Radarwellen auf der Flugzeugoberfläche (besser gesagt: in, durch eine entsprechende Beschichtung der Oberfläche) oder c) durch eine Kombination beider Prinzipien.
    Bei beiden Prinzipien hängt die Wirksamkeit stark von der Wellenlänge des Radars ab. Im Prinzip gilt: je größer die Wellelänge, desto geringer der Stealth-Effekt, desto geringer aber auch die Genauigkeit der Ortung.
    Langwellige Radarstrahlen im dm- und m-Bereich können ein Stealth-Flugzeug durchaus schon auf große Etfernungen orten. Langwellige Radarstrahlen sind aber für die Lenkung von Lenkwaffen (oder das Richten von Flugabwehrgeschützen) viel zu ungenau. Man kann erkennen, dass da was in der Luft ist, und auch ungefähr wo, aber für eine Bekämpfung reicht das nicht aus.
    Es kommt also letztendlich darauf an, was man mit dem Radargerät eigentlich erreichen will. Im Zweifelsfall ist man mit einem Mix unterschiedlicher Sensoren am Besten bedient. Das kann man dann integriertes Radarsystem nennen und ist damit konzeptionell auf dem Stand des Systems 9S44 "Krab" (Ende der 1950er Jahre).
     
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