GPS Störungen im Ostsee-Raum

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SeaTiger

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Hallo

das ADS-B System bewertet(?) wohl das empfangene GPS-Signal und verbreitet diese Information über das ADS-B System.

Die folgende Seite hat daraus eine Karte erstellt, anhand man diese GPS/Glonass-Störungen erkennen kann:

 
Intrepid

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Das ist ein riesen Thema ... was mich insofern wundert als dass es lange bekannt ist, wie einfach man GNSS-Navigation beeinflussen kann.

Jetzt werden große Konferenzen einberufen, um den Umgang mit dem Problem zu besprechen.
 

alois

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Müssen Piloten wieder üben konventionell zu navigieren?
 
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Die bodengedundenen Navigationsanlagen müss(t)en weiter betrieben werden. Und der Luftraum bliebe kapazitätsmäßig begrenzt.

Jetzt wird viel nachgedacht und konzipiert. RNAV-Ideen der 1960er- und 1970er-Jahre ploppen in neuem Gewand wieder auf.
 
Intrepid

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In den letzten Tagen geisterten moderne Versionen längst vergessener Systeme durch Meetings, wurden e-Loran und e-Decca genannt. DME-DME ist sowieso als System gesetzt. Und für den VLL-Airspace (very low level) sind G5 und Nachfolger als Navigationsmöglichkeiten angedacht.
 

rufumbula

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Mehr als 1.600 Flugzeuge wurden in weniger als zwei Tagen von GPS-Interferenzen getroffen, und es ist Russland, das hinter der Störung steckt.

Flugzeuge, die in Nordeuropa über und um die Ostsee fliegen, leiden seit Sonntag unter technischen Problemen, die durch Stören verursacht wurden, wobei 1614 Flugzeuge, meist zivile, seither Probleme melden.
Eine solche Störung wirft ernste Probleme für die Piloten auf, da sie sie dazu zwingen kann, mit gefälschten Signalen zu kämpfen, die falsche Informationen über die Position des Flugzeugs am Himmel geben.
Eine Karte, die auf X von einem Open-Source-Geheimdienstkonto veröffentlicht wurde, zeigt Vorfälle, die in Polen und Südschweden weit verbreitet sind.
Die meisten Vorfälle scheinen im polnischen Luftraum zu finden, OSINT-Blogs haben berichtet, dass Flugzeuge, die im deutschen, dänischen, schwedischen, lettischen und litauischen Luftraum fliegen, unter Störungen leiden.
Bemerkenswert ist, dass in Belarus, einem standhaft russischen Verbündeten, oder Kaliningrad, der russischen Provinz, die vom Festland getrennt ist, wenig bis gar keine Einmischung zu finden scheint.
Ein litauischer Verteidigungsbeamter sagte gegenüber Newsweek: "Russische Streitkräfte haben ein breites Spektrum an militärischer Ausrüstung, die für GNSS-Interferenzen, einschließlich Stören und Spoofing, mit unterschiedlichen Entfernungen, Dauer und Intensität gewidmet ist.
"Diese Fähigkeiten werden verwendet, um eine Bedrohung und ein Gefühl der Hilflosigkeit in der Gesellschaft zu schaffen", sagte ein Beamter des polnischen Verteidigungsministeriums.
Eine litauische Verteidigungsquelle sagte dem Outlet: "Russische Streitkräfte haben ein breites Spektrum an militärischer Ausrüstung, die für GNSS (Global Navigation Satellite Systems) Störungen, einschließlich Verklemmen und Spoofing, in unterschiedlichen Entfernungen, Dauer und Intensität gewidmet ist."
Ein führender Militärexperte sagte, dass Russlands Dominanz im Elektronikkrieg ein "Weckruf" für das britische Militär sein sollte.
Dr. Melanie Garson, außerordentliche Professorin für Internationale Sicherheit am University College London, sagte Forces.net: "Russland hatte vor allem zuvor einen Vorteil darin und sie haben es notwendig.
"Die Mutter der Erfindungen in den letzten zwei Jahren während des Krieges hat ihre Fähigkeiten in dieser Hinsicht aktiv gefestigt.
"Sie hatten die Chance, es konkreter zu verwenden, und es gibt eine echte Sorge, dass, insbesondere die Nato, derzeit nicht mit dieser Fähigkeit übereinstimmt."


More than 1,600 European planes hit by mystery GPS jamming with Russia feared responsible
 
dhc-4

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In den letzten Tagen geisterten moderne Versionen längst vergessener Systeme durch Meetings, wurden e-Loran und e-Decca genannt. DME-DME ist sowieso als System gesetzt. Und für den VLL-Airspace (very low level) sind G5 und Nachfolger als Navigationsmöglichkeiten angedacht.
Na super , und ich habe letztens erst ein altes LORAN weg geworfen :014:
 
Intrepid

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"Diese Fähigkeiten werden verwendet, um eine Bedrohung und ein Gefühl der Hilflosigkeit in der Gesellschaft zu schaffen"
Wenn mir jemand dauernd die Reifen zersticht, bin ich auch hilflos ... bis zu dem Zeitpunkt, wo der Reifenstecher in seine Schranken verwiesen wird. Ich weiß nicht, warum man der Ansicht sein kann, ein GNSS-Signal zu stören wäre keine barbarische Tat. Russland ist schon sehr weit von zivilisiertem Verhalten entfernt.
 
Bleiente

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"... "Die Störungen sind häufiger geworden und ihr Ausmaß hat zugenommen", sagte der Leiter der Flugsicherung des baltischen EU- und NATO-Landes (anm.: Estland) , Ivar Värk, im estnischen Fernsehen.
"Jeden Tag erhalten wir 10 bis 20 Berichte von Piloten, dass es in einigen Gebieten, in denen sie Estland durchqueren, GPS-Störungen gibt." Zurückzuführen ist dies nach Einschätzung von Värk wahrscheinlich auf das Ziel Russlands, die Aktivität und den Einsatz von ukrainischen Angriffsdrohnen zu stören. ...."
Immer größerer Bereich betroffen: Estland registriert verstärkte GPS-Störungen durch Russland - n-tv.de
 

Gast001

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Wenn mir jemand dauernd die Reifen zersticht, bin ich auch hilflos ... bis zu dem Zeitpunkt, wo der Reifenstecher in seine Schranken verwiesen wird. Ich weiß nicht, warum man der Ansicht sein kann, ein GNSS-Signal zu stören wäre keine barbarische Tat. Russland ist schon sehr weit von zivilisiertem Verhalten entfernt.
Israel stört das GPS großflächig. Da geht seit Tagen zwischen Libanon und Ägypten gar nichts. Könnte das vielleicht damit zusammenhängen, daß in beiden Regionen feindliche Drohnen fliegen? Feindliche Drohnen über Sankt Petersburg sind halt nicht weit von Estland entfernt und Sankt Petersburg liegt an der Ostsee. Das da die Russen am GPS rumfummeln, dürfte naheliegen.

 
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Ukrainische Drohnen navigieren eher nicht mit GPS. Das haben sie vielleicht in den ersten Kriegstagen gemacht, hat sich aber schnell als unzuverlässig herausgestellt. ich erinnere mich noch an entsprechende Berichte aus Mariupol.
 

Gast001

Guest
Willst du das erst bei einem Angriff rausfinden, oder stellst du dich vorher auf alle Möglichkeiten ein?

Wer NOTAMS liest weiss, daß auch in Deutschland immer wieder mal "for safety reasons" das GPS gestört wird. 150NM um Berlin sind überhaupt kein Problem und bei besonderen Anlässen völlig üblich. Auch beim G20 Gipfel in Hamburg 2017 wurde das GPS von deutschen Behörden gestört.

GPS Störungen sind auf diesem Globus mittlerweile alltäglich. Alle können es und alle machen es, wenn sie sich einen Nutzen davon erhoffen. Gespielte Aufregung hilft da nicht weiter.
 
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The Duke

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Also ich habe das in knapp 20 Jahren Fliegerei in Deutschland noch in keinem NOTAM gelesen… hast du dafür zufällig eine Quelle?
 

Flint

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Das reine Stören (jamming) von GPS, ist von jedem halbwegs begabten Hobbyelektroniker zu schaffen.
Einfach einen Sender mit einer schlechten Güte, hohem Raschen und hoher Ausgangsleistung zusammen löten.
Dann geht in einem sehr großen Umkreis nichts mehr.
Während das Täuschen (spoofing) schon sehr detaillierte Hw und Sw Kenntnisse plus die Infrastruktur dahinter benötig. Also eher ein Betätigungsfeld für Geheimdienste und Regierungen.
 
Intrepid

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Die ersten Störaktionen der Polizei waren grob mit viel Sendeleistung und unabgesprochen. Aber schon seit Jahren wird die Flugsicherung informiert, wenn Störtechnik aufgebaut wird, die Sendeleistung ist moderat und deckt nicht mehr halb Deutschland ab, und es besteht die Chance für die Flugsicherung entsprechende NOTAMs zu veröffentlichen. Ich finde gerade keines aus der Vergangenheit, habe aber schon viele davon gesehen.

Auch gibt es NOTAMs, wenn auf Grund der Konstellation der Satelliten (dem sogenannten Allmanach) keine ausreichende Abdeckung für Positionsbestimmung, Plausibilitätsprüfung und sofortigen Ersatz eines korrupten Signals durch das Signal eines weiteren Satelliten besteht. Diese Information hat aber auch jeder GPS-Empfänger, wenn er ca. 30 Minuten Zeit hatte, aktuelle Allmanachdaten von den Satelliten zu sammeln. Also nicht sofort nach dem Einschalten, aber nach kurzer Zeit.

Mit dem amerikanischen NAVSTAR-System (im Volksmund GPS genannt) habe ich mich sehr intensiv beschäftigt. Zu Galileo kann ich (noch) nicht viel sagen.

Aber wie schon an anderer Stelle geschrieben, über GNSS (Oberbegriff für Satellitennavigation) wird sich gerade intensiv Gedanken gemacht. Denn die kinderleichte preiswerte störungsfreie zivile Nutzung ist leider derzeit nicht gegeben. Verwundert bin ich über die Verwunderung, denn die Verletzlichkeit des Systems war allseits bekannt. Aber das ist eine andere Geschichte. Scheiß Kriege!

PS.: ich kenne vier Orte in Deutschland, wo sogenannte Pseudosatelliten des Galileo-Systems stehen, die von regulären Empfängern nicht gesehen werden, aber den Empfängern der jeweiligen Forschungsprojekte. Und damit wird seit Jahren geforscht, wie man stören kann und wie man Störungen umgehen kann.
 
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Gast001

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Also ich habe das in knapp 20 Jahren Fliegerei in Deutschland noch in keinem NOTAM gelesen… hast du dafür zufällig eine Quelle?
20 Jahre Fliegerei und nie so ein NOTAM gelesen? :wacko:

Praktischer Weise wird gleich nächste Woche wieder um Berlin gestört. In diesem Fall offenbar ein länger bekannter Termin. Noch eine Quelle für NOTAMS anzugeben ist mir aber echt zu peinlich.

 
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