Herstellung eines Kunststoff Modellbausatzes

Diskutiere Herstellung eines Kunststoff Modellbausatzes im Modellbau allgemein Forum im Bereich Modellbau; Hallo, ich wollte mal fragen, wie ein Kunststoff - Modellbausatz (z.B. von Revell, Hasegawa, Tamiya, etc.) hergestellt wird. Von der Planung /...
Christian Schütz

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Hallo,

ich wollte mal fragen, wie ein Kunststoff - Modellbausatz (z.B. von Revell, Hasegawa, Tamiya, etc.) hergestellt wird. Von der Planung / Abmessung über die Herstellung der Formen (Fräsen?). Weiss da jemand Bescheid? Das hat mich seit jeher interessiert.

Wie kommen zum Beispiel komplette Rumpfhälften eines Flugzeuges zustande?


Gruss Christian
 
Augsburg Eagle

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Vom Prinizp her eigentlich ganz einfach.
Die Formen bestehen aus zwei Teilen, die mit etwas Abstand in einer Spritzgussmaschine eingespannt sind. In die "Luft" zwischen den beiden Teilen wird der mehr oder wenig flüssige Kunststoff (Polystyrol=PS) eingespritzt. Das, was dann am Bausatz den Rahmen mit den Teilen bildet, sind die Kanäle, durch die das PS eingespritzt wird.
http://www.spritzgiessen.com/spritzgussverfahren.html
Bei den Formen denke ich, dass da CNC-Fräsen, bzw. Funkenerodieren angewendet wird.

In einem Modell-Fan Jahrbuch war vor ein paar Jahren mal ein Artikel darüber. Den müsste ich noch irgendwo haben.
 
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Swordfish

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Auf Revell.de wird es gezeigt.....:whistling: Nein, Fehlanzeige, wo habe ich das kürzlich gesehen....??:unsure::S_gruebel:
 
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Also wenn man so sieht, wie dieses Modellentwicklungs-Kollektiv an die Arbeit geht, braucht man sich nicht zu wundern, wieso so viele Bausätze daneben gehen.
Immerhin hat man sich schon auf Fotos und Zeichnungen aus Zeitschriften gestützt. Man hätte ja auch vor Ort mal so eine Corsair vermessen können.

Und wenn man sich betrachtet, wie schnell der CAD-Entwickler da auf dem Monitor rumklickert, das kann eigentlich nichts werden. Normalerweise müsste er STÄNDIG seine eigene Arbeit selbst kontrollieren, ob da auch wirklich an den Formen alles stimmt.
Anscheinend besteht seine Aufgabe vorrangig darin, die äußeren Maße der Spritzform nicht zu überschreiten.
 
Han Solo

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Da kennt sich ja einer aus :-29:
 
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Also wenn man so sieht, wie dieses Modellentwicklungs-Kollektiv an die Arbeit geht, braucht man sich nicht zu wundern, wieso so viele Bausätze daneben gehen.
Immerhin hat man sich schon auf Fotos und Zeichnungen aus Zeitschriften gestützt. Man hätte ja auch vor Ort mal so eine Corsair vermessen können.
Na klar doch! Ein Außkenner!:crying:

Und wenn man sich betrachtet, wie schnell der CAD-Entwickler da auf dem Monitor rumklickert, das kann eigentlich nichts werden. Normalerweise müsste er STÄNDIG seine eigene Arbeit selbst kontrollieren, ob da auch wirklich an den Formen alles stimmt.
Super! Wie viel Konstruktionen hast du schon am 3D gemacht?

Anscheinend besteht seine Aufgabe vorrangig darin, die äußeren Maße der Spritzform nicht zu überschreiten.
Unsinn! Er muss Geld verdienen!

Der Fisch stinkt immer vom Kopf her! Es ist immer nur einen Frage der bereitgestellten Ressourcen.
Wenn man nur wenig Geld in so ein Projekt rein steckt, kommt halt meist nur eine billige/ schlechte Konstruktion raus!
 
Monitor

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Ich versuch noch mal, meine Ansicht darzulegen.

Nach meiner Meinung gibt es heute KEINEN Grund mehr, ein Flugzeug, so wie es original auf dem Boden steht, formengetreu in einen beliebigen Maßstab zu verkleinern.

Wenn das nicht gelingt, dann liegt es eindeutig an den Personen, die das umgesetzt haben.

Das fängt an bei ungeprüften Zeichnungen. Warum kann man das Flugzeug nicht (aufwändig) vermessen und eigene Zeichnungen machen ?

Das geht eben weiter beim CAD-Entwickler. Es reicht eben nicht, zwei Punkte sauber zu verbinden, wenn es Tausende Möglichkeiten einer (gebogenen) Linie zwischen den beiden Punkten gibt.

Nur mal ein Beispiel eines teuren 1/32 Modells: http://www.arcforums.com/forums/air/index.php?/topic/131280-trumpeter-132-f-100/


Der Computer kann nichts dafür, auch der Spritzautomat nicht.

Einfach menschengemachte Schluderei.
 
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Nur mal zur Einordnung, Modellbau und besonders Maßstabsmodellbau ist kein multimilliarden Euro Geschäft.
Also wird auch nicht sinnvoll viele Geld und Zeit in die Entwicklung / Entwickler gesteckt.

Denn bis auf wenige Ausnahme läuft das bei den großen Herstellern unter Spielzeug. Und das wird verkauft, egal ob der Lufteinlauf ein paar Zehntel daneben liegt.

Wie man es anders machen kann, sieht man z.B. bei Wingnuts Wings. Dort gibt es aber auch einen Sponsor.
Eventuell sollte man mal bei Red Bull nachfragen.:biggrin:
 
Augsburg Eagle

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Bavariae capitis
...Das fängt an bei ungeprüften Zeichnungen. Warum kann man das Flugzeug nicht (aufwändig) vermessen...
Vielleicht, weil das Model dann so teuer werden würde, dass zwar @Monitor und einige andere bereit wären, das Geld dafür aus zu geben, aber halt viele eben auch nicht. Wir dürfen nie vergessen, dass die meisten Hersteller nicht für die Hardcore-Modellbauer herstellen, sondern für den Massenmarkt. Und da entscheidet eben zuerst der Preis.
 
Monitor

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Ist ja auch egal.

Wie musste schon der kleine Muck in Hauffs Märchen erkennen: Das Glück des einen ist das Unglück des anderen.

Wozu also stimmige Bausätze ? Die Schleifpapier- und Spachtel-Hersteller wollen auch leben. :TD:
 
FREDO

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Zum einen: Es kostet gleichviel, einen guten oder schlechten Bausatz zu entwerfen und abzuformen... : ein Zentimeter Über- oder Untermaß kostet das Gleiche!

Zum anderen: in meiner Entwicklungszeit, sie lag immerhin in den Restjahren eines VEB, waren da so moderne Vermessungsmittel noch nicht der Standard... Da arbeitete man noch ganz profan nach Altvätersitte mit Zeichnungen, hergestellt gleichartig profan auf einem Zeichengerät der Marke REISS, mittels Blei und Tusche das Ganze zu Papier gebracht... Unzählige Stunden(?) intensiver Recherchearbeit in Archiven, nach Zeichnungen, Abbildungen und Fotos(!) wandelten sich in Fertigungsunterlagen, wohlbemaßt nach gängigen TGL-Vorschriften des Metallgewerbes...

Jetzt könnte ich weiter ausführen, aber da ist der Tag zu Ende... und auch ich würde da im Nebel stochern, denn die Kärnerarbeit im Formenbau war gleichfalls prähistorisch... grobmotorisch zuerst, später fein- und feinstmotorisch... Dementsprechend dann auch die Bausätze. Elektroerosive Verfahren waren schon ein Fortschritt... und auch dahin gehend waren Modellbauer gut beschäftigt...
 
Han Solo

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Das ist sicher richtig - ob man das Werkzeug falsch oder richtig baut ist meist vom Aufwand gleich.
Das eigentliche Problem ist die Recherche im Vorfeld und die Konstruktion. Wobei man fairerweise sagen muss, dass das auch nicht immer so einfach ist. Bei den wenigsten Vorbildern kann man so einfach mal rummessen. Oft gibt es sie nicht mehr oder man darf nicht rann. Außerdem kostet sowas auch mitunter nicht wenig. Da stellt sich dann die Frage der Produktionsmenge, die geplant ist. Muss ja alles auf den Bausatz umgelegt werden.
Da kann man dann als Endverbraucher, der meist nicht viel Ahnung von der Herstellung eines Bausatzes hat, leicht mal rummeckern :rolleyes1:.
Und ja, vor 30 und mehr Jahren war viel Handarbeit bei den Formen. War auch danach bei Kleinserienherstellern noch so. Mittlerweile hat sich technisch viel getan, von der Konstruktion bis zum fertigen Produkt. Damit ist die Herstellung auch günstiger geworden, bzw. kann man mit entsprechender Technik (z.B. 3D-Programme wie Catia, 5-Achs-Fräsmaschinen, Erodiermaschinen) viel leichter komplexe Werkzeuge bauen. Drum findet man auch immer mehr Bausätze die mit Werkzeugen mit Schiebern etc. ausgestattet sind hergestellt wurden, was noch vor 10 Jahren diese recht teuer machte.
 
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