Kompensierscheibe auf Einatzhafen Heuberg, wozu wurde sie gebraucht?

Diskutiere Kompensierscheibe auf Einatzhafen Heuberg, wozu wurde sie gebraucht? im Alte Flugplätze Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo, liebe Gemeinde, auf dem ehemaligen Einsatzhafen Heuberg erkennt man aus der Luft eine sogenannte "Kompensierscheibe", ca. 16m...

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  1. #1 MikeBravo, 19.12.2011
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    Hallo, liebe Gemeinde,

    auf dem ehemaligen Einsatzhafen Heuberg erkennt man aus der Luft eine sogenannte "Kompensierscheibe", ca. 16m Durchmesser. Angeblich wurde sie dazu genutzt, um die Flugzeugkompasse einzustellen, zu kontrollieren, zu überprüfen oder zu eichen? Was stimmt denn nun? Wie kann ich mir das technisch vorstellen, wurden die Flugzeuge auf dieser Scheibe solange gedreht, bis die Kompasse nach Norden zeigten? Wahrscheinlich wurde dann die Mißweisung abgelesen und dann der Kompaß entsprechend nachjustiert.
    Ist das so korrekt, oder war das irgendwie anders?
     
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  3. wollex

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  4. #3 MikeBravo, 20.12.2011
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    Danke für eure Antworten!
    Dann war die Scheibe also drehbar? Die Flugzeuge als solche wurden nicht gedreht, sehe ich das richtig? Wird bzw. wurde der Kompaß des Flieger bei eingeschalteten Bordsystemem und laufenden Motoren (also unter Einsatzbedingungen) überprüft? Weil unter Stromfluß ja elektromagnetische Felder aufgebaut werden, die bei nicht aktivierten Bordsystemem nicht vorhanden sind und so den K.beeinflußen. Außerdem braucht ja der Mutterkompaß Strom, um seine Daten zum Tochterkompaß zu übertragen...
    Ist das so korrekt, Ventus?
     
  5. #4 Friedarrr, 20.12.2011
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2011
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    Es gab (und gibt) verschiedenen Kompensierscheiben/Platten (Navigationsdrehscheiben/Platten)
    Einmal die Drehscheibe bei denen das ganze LFZ platzfand und im gesamten gedreht wurde.
    Dann gab es Gestelle mit einem Drehpunkt in Mitte HFW bei denen nur der Sporn fixiert ggf. angehoben wurde und das Gestell mit eben fixiertem Sporn gedreht wurde. Dabei bleiben die HFW-Räder auf der Betonplatte und drehten sich gegenläufig.
    Und das Drehen auf einem kleinen Drehteller um eines der HFW-Beine.
    Weiter kann man das LFZ natürlich auch noch selbst auf einer ausreichend großen Platte drehen, allerdings unterliegt das einigen Beschränkungen und Aufwand....

    Kompensierscheiben/Platte unterliegen/lagen einer strikten Auswahl des Bauplatzes. Einige Vermessungen wurden/sind nötig....

    Bei der Platte in Heuberg wurde nicht das ganze LFZ auf eine Drehscheibe gestellt, sondern nur der Sporn fixiert und um den Gestelldrehpunkt gedreht.

    Hier im FF gibt es schon ein Thema zu den Navigationsdrehscheiben...

    Hier die Scheibe Heuberg/OettingenH
     

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  6. #5 Friedarrr, 21.12.2011
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    In der Regel drehten sich die Latten (Motor an)!
     
  7. #6 MikeBravo, 21.12.2011
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    OK. Dann stand also der fixierte/angehobene Sporn in der Mitte? Und die HFW-Beine standen auf einer drehbaren Holzscheibe? Gibt es vielleicht eine Abbildung/Fotos beim Betrieb mit einem LFZ aus damaliger Zeit?
    Wäre schön, wenn ihr hier etwas einstellen könntet.
    Aber wie können sich die Räder gegenläufig drehen? Standen die auf einem Rädergestell, so daß die Maschine seitwärts gedreht werden konnte?
    War auch wohl nicht ganz ungefährlich die Prozedur, bei laufenden Luftschrauben von 2- und mehr Mots!
    War die K.scheibe in Heuberg nur für bestimmte Flugzeugtypen geeignet oder fanden auch größere Maschinen wie Ju-52, FW-200 auf ihr Platz?
     
  8. #7 Friedarrr, 21.12.2011
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    Such einfach mal bei Google unter Kompensierscheibe oder Navigationsdrehscheibe...

    Dann findest du z.B. solche Bilder http://i6.photobucket.com/albums/y2... Captured Aircraft/Ju52onkompansierswagea.jpg
    Etwa so musst du dir die Scheibe in Heuberg vorstellen.. dort waren übrigens zwei Kompensierscheiben, aber nur noch eine ist teilweise erhalten.

    Es gibt im LW Fotoreport Motorbuchverlag ein ganz bekanntes Bild auf dem eine He 111 beim Kompensieren zu sehen ist, genau so musst du dir die Scheibe in Heubeg vorstellen.
     
  9. #8 MikeBravo, 22.12.2011
    MikeBravo

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    Danke Fridarr für Deine Antwort, das Bild und die Buchempfehlung.Endlich kann ich mir eine Vorstellung machen...:!:
     
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    Hallo

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  11. nerbe

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    Vielleicht noch eine ergänzende Antwort:

    Heutzutage werden die Magnetkompasse meist ohne Drehscheibe kompensiert.

    Man stellt dazu das Flugzeug auf eine ebene und waagerechte Landebahn, Apron o.ä. mit einer markierten Nordrichtung. Dann lässt man alle Systeme an, Prop bei erhöhten Drehzahl, um vollen Ladestrom zu haben, alle Verbraucher ON. Dann stellt man den Kurskreisel exakt auf Nord und beginnt das Flugzeug mit eigener Kraft zu drehen, stoppt alle 30° nach Kreisel zum vollen Halt, liest ab, notiert und dreht weiter. Man macht dann meist 3 volle 360 und mittelt die Fehler.

    Das war's dann schon.

    Wie die Flugzeuge ohne Kurskreisel kompensiert werden, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich werde demnächst nachfragen. Mein Fliegerchen ist im März wieder dran.

    Gruß...
     
  12. #10 Friedarrr, 22.12.2011
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    Auch früher konnte ohne Komensierscheibe kompensiert werden, was aber einiges an Mehraufwand und Zeit beanspruchte.
     
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