Russland - Auswirkungen der Sanktionen auf die Luftfahrt

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Bleiente

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Nachdem ja, vor allem im Aeroflot-Thema auch recht allgemein über die Auswirkungen der Sanktionen auf die Luftfahrt in Russland und wohl auch in Belarus diskutiert wurde, gibt es aktuell mal erste allgemeine Zahlen zu den Auswirkungen auf die Flugzeugflotte in Russland:

".... Russland hat wegen der Sanktionen des Westens im Zuge des Krieges gegen die Ukraine nach eigenen Angaben 78 Flugzeuge eingebüßt. Die Maschinen seien im Ausland beschlagnahmt worden und könnten nun nicht mehr zurückfliegen, sagte Verkehrsminister Witali Saweljew der Staatsagentur Tass zufolge. ... Saweljew zufolge wurden bereits 800 Flugzeuge in Russlands Luftverkehrsregister eingetragen. "Wir versichern sie bei einer russischen Versicherungsgesellschaft", sagte er. Russland habe zum Zeitpunkt der Sanktionen über 1367 Flugzeuge verfügt. Mit der Androhung neuer und weltweit greifender Sanktionen hatte die US-Regierung vergangene Woche angekündigt, Dutzende weitere russische Flugzeuge "effektiv stilllegen" zu wollen. ..."
Putin ändert Regeln für Airlines: Russland verliert 78 Flugzeuge wegen Sanktionen - n-tv.de

78 Flugzeuge im Ausland ist schon deutlich mehr als ich gedacht habe. Und das "Ausschlachten" zum Erhalt der Restflotte beginnt nach der Weigerung China über diese Ersatzteile zu beziehen, also wohl auch demnächst.
 
lutz_manne

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Und das "Ausschlachten" zum Erhalt der Restflotte beginnt nach der Weigerung China über diese Ersatzteile zu beziehen, also wohl auch demnächst.
Es wird interessant sein, zu erleben was politisch gesagt, aber unter der Hand oder über alternative Wege gemacht werden wird.
 

Gast001

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Mit Sicherheit wird man weiter Ersatzteile beziehen können, nur der Preis wird deutlich steigen. Denn für alles auf dieser Welt gibt es funktionierende Schwarzmärkte und wenn sich damit viel Geld verdienen lässt wird auch jemand das Geschäft machen.

Die Welt hat immer Mittel und Wege gesehen wie Embargos unterlaufen wurden.
 
Augsburg Eagle

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In der SZ stand in einem Artikel über die russische Luftfahrtindustrie, dass Airbus und Boeing nicht mal Fragen von Aeroflot-Technikern zu technischen Problemen beantworten dürfen.
 
lutz_manne

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Werden eigentlich elektronische Bauteile, wie bei KFZ, vom Hersteller nach Tausch freigeschaltet? Genauso Zugänge zu elektronischen Unterlagen. Wird das noch gemacht? Da sieht man nämlich mal die enorme Abhängigkeit in der vernetzten Welt. "Dumme" Bauteile waren da eine Wohltat.
 

Gast001

Guest
Wenn die Hersteller wirklich den Ersatzteilmarkt kontrollieren könnten, hätte es nie illegalen Handel mit gefälschten Ersatzteilen Bogus parts/Suspected Unapproved Parts (SUP) gegeben.

Was trotz Sanktionen und Embargos bei Kauf und Verkauf alles geht, demonstriert ja beispielsweise Nordkorea seit Jahrzehnten.

In der SZ stand in einem Artikel über die russische Luftfahrtindustrie, dass Airbus und Boeing nicht mal Fragen von Aeroflot-Technikern zu technischen Problemen beantworten dürfen.
Dann stellt die Fragen halt ein gut bezahlter Mittelsmann. Bekanntlich gab es in der Vergangenheit ja auch in der deutschen Luftfahrtindustrie den einen oder anderen Mitarbeiter der unerlaubt für Geld tätig wurde.
 
Bleiente

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"... Leasinggeber hätten bisher die Rückgabe von mehr als 500 Maschinen gefordert, sagte Verkehrsminister Witali Saweljew der Agentur Interfax zufolge im Föderationsrat. Es würde 20 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 18,2 Milliarden Euro, kosten, die Flugzeuge zu kaufen. "Das ist ein sehr hoher Betrag", sagte Saweljew. ..."
Russische Airlines in der Klemme: Moskau: Westen will 500 geleaste Flugzeuge zurück - n-tv.de

Naja, ein Kauf der Flugzeuge ist ja wohl eher nicht vorgesehen beziehungsweise vorgesehen gewesen. Wer stellt sich schon 20Mrd auf den Hof die er mittelfristig nicht nutzen kann. Technisch gesehen und auch wohin fliegen damit ?
 

Gast001

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Genau so gut kann man fragen was die Leasinggeber und ihre Versicherer mit 500 quasi "toten" Flugzeugen nun anfangen wollen und wie sie ohne Leasingzahlungen der Kunden die laufende Finanzierung dieser Maschinen stemmen?

Die Ratingagentur Moody’s hat gerade berechnet, daß westliche Versicherungen und Rückversicherungen der Leasinggeber nun um 11 Milliarden Dollar Versicherungssumme zittern müssen. Von den deutschen Versicherern sollen nach Moody's die Allianz, Axa und AIG mit drin stecken und es könnte der größte Versicherungsverlust in der Luftfahrt seit nine eleven werden.

Quelle: versicherungswirtschaft-heute.de
 
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"... Die russische Billigairline Pobeda muss aufgrund der westlichen Sanktionen einen Teil ihrer Flotte stilllegen. Pobeda verkleinere seine Flotte von 41 auf 25 Maschinen, berichtet Journalist Kevin Rothrock Kevin Rothrock auf Twitter: "Due to a lack of spare parts, Pobeda airlines is cutting its fleet from 41 down to 25, hoping supplies will last until the end of the year. https://t.co/QgpyiHZUeO" / Twitter vom russischen Exilmedium Medusa unter Berufung auf ein Schreiben der Airline. "Sie hoffen, dass ihre Ersatzteile bis zum Jahresende reichen." ...."
Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 12:13 Regierung weiß von 259.980 Ukraine-Flüchtlingen +++ - n-tv.de
 

Spessartgeier

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Welche Teile können denn in Russland nicht produziert werden? Mal von Treibwerksteilen abgesehen.

Ist das alles heute hochkomplziert über Datenbusse vernetzt, so dass z:B eine Hochspannugnszündbox der Mig29 wegen fehlender Datenrückmeldugnen nicht an einem A350 verwendbar wäre?
 
bodo

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Welche Teile können denn in Russland nicht produziert werden? Mal von Treibwerksteilen abgesehen.

Ist das alles heute hochkomplziert über Datenbusse vernetzt, so dass z:B eine Hochspannugnszündbox der Mig29 wegen fehlender Datenrückmeldugnen nicht an einem A350 verwendbar wäre?
[Ironie]Ohne Form One geht da gar nichts, das weiß man selbst in Russland und halt sich natürlich auch dran![/ironie]
 
macfly

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Ist das alles heute hochkomplziert über Datenbusse vernetzt, so dass z:B eine Hochspannugnszündbox der Mig29 wegen fehlender Datenrückmeldugnen nicht an einem A350 verwendbar wäre?
Innwölfische Forenanimation. Nach dem Motto "mal sehen, mit welchem Kommentar ich die meisten Reaktionen triggern kann"...

(Natürlich passt die Zündbox der Mig29 in den A350. Die haben dieselben Stecker. Auch die Vergaser sind bei beiden Typen identisch.)
 
Simon Maier

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Hallo,

@mcnoch Dazu hätte ich eine Frage, bedeutet das lediglich dass diese Muster nicht mehr von in der EU bzw. in Staaten der EASA registrierten Betreibern genutzt werden dürfen, oder bedeutet dies auch ein Start/Lande bzw Durchflugverbot dieser Muster (der Luftraum ist derzeit für Russ. Maschinen eh gesperrt, aber es gibt ja noch andere Betreiberländer) ?
 
macfly

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oder bedeutet dies auch ein Start/Lande bzw Durchflugverbot dieser Muster
Die Typzulassung betrifft erstmal nur die Möglichkeit diese Maschinen in einem EASA Land zu registrieren, sowie diese durch eine EASA-lizensierte Organisation (Airline etc) zu betreiben. Beides geht jetzt nicht mehr für Flugzeuge mit russischer Typzulassung. Für den Durchflug/Start/Landung muss ein Flugzeug nicht extra eine Typzulassung im jeweiligen Land haben - so lange es dort zugelassen ist, wo es registriert ist. Ein Einflugverbot für bestimmte Flugzeugtypen ist auch möglich - aber etwas anderes. Das hat man zuletzt bei der 737MAX gesehen, als z.B. der deutsche Verkehrsminister ein Einflugverbot für alle Flugzeuge des Typs 737MAX erlassen hat. Das kam aber nicht von der EASA.

Ansonsten muss es für jedes Typzertifikat einen Verantwortlichen geben - andernfalls dürfen Flugzeuge dieses Typs ohnehin nicht mehr kommerziell betrieben werden. Der Eigentümer des Typzertifikats muss sich darum kümmern, dass der Flugzeugtyp weiterhin sicher betrieben werden kann - z.B. wenn Sicherheitsprobleme auffallen. Die ehemaligen sowjetischen Typzertifikate gehören heute russischen Firmen - andere vielleicht auch Firmen in der Ukraine. Entsprechend sind diese Zertifikate nun genauso betroffen (falls Russland).
 
mcnoch

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Das wirkt sich zudem auch auf zertifizierungspflichtige Ersatzteile aus.

Für die Betreiber von russischen Transport-Hubschraubern, wie man sie z.B. in der Schweiz recht häufig im Einsatz in den Bergen sieht, ist dies auch problematisch.
 
Kenneth

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Potentiell sind dann auch Privatbesitzer von z.B. Yak-50, -52, -18, -12, -3 und -9 und Sukhoi Su-29, -31 betroffen?

Das Bürokratie-Monster EASA trifft mal wieder kleine Unternehmen und Einzelpersonen, wenn dem so ist, und irgendwelche Auswirkungen auf der russischen Regime bleiben vollkommen aus.

Wie viele Flugzeuge aus russischer Herstellung fliegen überhaupt mit EASA-Zulassung herum?
 
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macfly

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Potentiell sind dann auch Privatbesitzer von z.B. Yak-50, -52, -18, -12, -3 und -9 und Sukhoi Su-29, -31 betroffen?
Nein. In der News oben war der Link zum EASA Dokument enthalten. Da sieht man, dass es derzeit um genau 6 russische Typzertifikate geht, die die EASA widerrufen hat. Neben den 5 schon im Artikel namentlich erwähnten Flugzeugen/Hubschraubern wie Tu204 und SSJ100 auch noch für den Typ "AL30" von "AUGUR" (sagt mir nichts...). Zusätzlich die EASA Zertifikate von russischen Wartungsbetrieben, Trainingsorganisationen etc.

Ansonsten scheint die Situation bei russischen GA Flugzeugen wie Yak & Co schon immer etwas "kompliziert" gewesen zu sein. Bei der EASA gibt es dazu eine FAQ, die beschreibt wie sie mit der Zulassung russischer GA Flugzeuge umgeht (unabhängig vom aktuellen Geschehen).
 
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