Welche persönliche Ausrüstung hatten NVA-Piloten?

Diskutiere Welche persönliche Ausrüstung hatten NVA-Piloten? im NVA-LSK Forum im Bereich Einsatz bei; Hallo allerseits, mich interessiert, welche persönliche Ausrüstung es bei der NVA für Piloten gab und wie überhaupt diese Ausrüstung aussah...

Rhönlerche

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Hallo allerseits,

mich interessiert, welche persönliche Ausrüstung es bei der NVA für Piloten gab und wie überhaupt diese Ausrüstung aussah.
Gab es persönliche Fliegeruhren, persönliche Pilotenmesser (oder normale Kappmesser) , persönliches Planschett, Pilotentaschen und Helmtaschen, Evakuierungslandkarten aus "Feindesland" etc.

Fliegerunterwäsche, Pilotenstiefel, Fliegerjacke und -hose sind mir bereits bekannt.

Welche Navigationsausrüstung und welche Karten benutzten die Piloten zum Fliegen. DDR oder sowjetische Fabrikate? Gab es sowas wie "Approach plates" im Westen, also Blöcke mit aktuellen Flugplatzkarten?

Vielen Dank, Lerche
 
DM2DPM

DM2DPM

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Ausrüstung NVA 1960

Hallo Rhönlerche
Die Ausrüstung war zu dieser Zeit doch etwas spartanisch, verglichen mit den heutigen Verhältnissen.
Die Uhr war eine normale Rodina Armbanduhr, allerdings mit automatischen Aufzug-mechanisch.
Das Kappenmesser, russischer Fertigung, war ein normales Fallschirmkappmesser am rechten Stiefel zu tragen.
Evakuierungskarten gab es damals auch nicht, warum auch. Diese Karten hätten nur zur Republikflucht gedient Hi
Alles Kartenmaterial war sowjetischer Herkunft.
Flugplatz und Anflugkarten waren damal Luxus, es gab ja noch kein ILS usw, nur den Jägerleitstand mit Radarführung und Anflug FF am Platz, ansonsten noch den Radiokompass -Typ ARK 5-mit Anzeigeinstrument und UKW Funkanlage, Typ RSIU 3M, mit 4 Festkanälen ( später Typ R-800 Funkanlage ).
Das Planschett gab es jeweils bei der Befehlsausgabe bzw. bei der Flugberatung mit Unterschrift, nicht mal der Sitzfallschirm war ständig der gleiche, den haste Dir immer beim Fallschirmwart holen müssen (war immer ein anderer) wenn er beim Absprung nicht aufging, konntest Du ihn aber anstandslos umtauschen.
Hoffe Dir damit gedient zu haben,
 

Rhönlerche

Alien
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Danke für die Antwort!
Rodina? Ist das nicht eine Westuhr? Warum keine Ruhla Uhr. Die hatten doch damals sehr gute mechanische.
Hat noch jemand solche Flugkarten. (eventuell gescannt) Kenne bei Freundt ein paar Abbildungen größerer Bereiche, aber keine Flugplätze. Wann wurden eigentlich die Piloten-Lederjacken abgeschafft?
 
Cirrus

Cirrus

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NVA-Ausrüstung 70er/80er Jahre

Uhr: russische Fliegerarmbanduhr der Marke Poljot (Schweizer Lizenzwerk)
Das Kartenmaterial war deutsch, aber teilweise mit deutsch/russischem Aufdruck (irgendwo im Keller müßte ich noch Karten haben).
Die persönliche Ausrüstung mußte nicht mehr bei einer Befehlsausgabe empfangen werden.
Hier die Fliegertasche:
 
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Cirrus

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Hier die Rückseite der Tasche mit einer 1:2 000 000 Navigationstrainingskarte
 
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In dieser wundersamen Tasche waren z.B. Maßstabslineal und Navigationsrechenschieber:
 
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Cirrus

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Für umweltbewußte Piloten auch in "grün" erhältlich;) :
 
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Cirrus

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In den 70er Jahren gab es noch russische Kniebretter. Die Aufschrift NPL bedeutet: Navigazionnij Planchet Ljotschikow - Flieger Navigationsplanchett:
 
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Cirrus

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In das Kniebrett konnte man Informationen für Flugstrecken und Ausweichflugplätze schreiben. Außerdem befand sich dort noch eine Rechenscheibe für die Berechnung der Windkorrektur.
 
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Cirrus

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Bei diesen Kniebrettern konnte am unteren Rand noch ein Beleuchtungssatz eingeklickt werden:
 
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Rhönlerche

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Spitzenmäßig! Danke Cirrus.
Noch nie was von den deutschen Brettern gehört -mit Licht auch noch.
Die Tasche ist ja auch grandios. Heb die bloß gut auf!
Die Karte ist auch nicht uninteressant. Berliner Kontrollzone (sogar über SXF dargestellt) und Korridore.
Stimmt es, dass die NVA-Piloten offiziell praktisch keine Informationen über russische Plätze hatten und die nicht auf deren Karten drauf waren?
 
Cirrus

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@Rhönlerche: Nö, stimmt nicht. Bin selbst auf Plätzen wie Altenburg, Falkenberg, Merseburg, Welzow usw. geflogen.
 

Rhönlerche

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Mir hatte mal jemand erzählt, der Flugbetrieb und die Logistik wären komplett getrennt gewesen. Anscheinend nicht der Fall. Danke.
 
Gabi

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Original geschrieben von Cirrus
@Rhönlerche: Nö, stimmt nicht. Bin selbst auf Plätzen wie Altenburg, Falkenberg, Merseburg, Welzow usw. geflogen.
das ist dann aber schon ´ne ganze Weile her.
In den 80ern war es erstens gar nicht so normal auf irgendwelchen Russenplätzen zu landen, bei einem Truppenbesuch (zu "Fuß") in Großenhain wollte man sich mit uns überhaupt nicht über Flugzeuge unterhalten. Wir waren dann mal mit unseren eigenen Kisten in Jüterbog, haben aber an Bodentechnik alles mitgenommen.
Außerdem waren alle Angaben über Flugplätze NVA und Rote Armee immer VS und damit nur über Köfferchen erhältlich, d.h. alles VS Dokumente wurden in einem großen Koffer zur Flugvorbereitung aus der VS-Stelle geholt. (einschließlich aller Vorschriften zum Betrieb des Flugzeuges). Beim Kofferträger waren die Arme immer 10 cm länger, wenn er angebuckelt kam :D
Zur persönliche Ausrüstung gehörte natürlich noch die "Makarow" 9 mm zur Selbstverteidigung (9 Schuss + 1 gezielter Wurf :D ),
die Anti-G-Hose, der Druckanzug und für Nachtflüge eine Taschenlampe (meist Modell "Eisenbahner" mit roter, blauer und grüner Farbscheibe, natürlich auch weißem Licht, am langen Konsumstrick) Geflogen wurde nach Flugkarten 1:500.000 oder auch 1:1.000.000, die aber nicht ICAO-tauglich waren. Flugplätze waren dort z.B. nicht eingezeichnet, genauso wenig wie militärische Flugsicherungsanlagen. Das wichtigste persönliche Utensil war aber die Code-Karte, auch mehr als geheim, auf der z.B. Rufnamen von Flugplätzen, Kennwörter usw. standen. Diese wurde vor dem Flugdienst gegen Unterschrift empfangen und musste nachher wieder abgegeben werden. Vergaß man das, hatte man den Schlips echt hinten, ich weiß noch, dass 2 erwachsene Offiziere (Leutnants :D ) die versehentlich mit nach Hause geschleppt haben - Ergebnis: 4 Tage Kasernenarrest über Ostern.
Übrigens die deutschen Kniebretter haben sich nie so richtig durchgesetzt, die waren zu groß und zu sperrig.
 

Rhönlerche

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Meine Quelle war ein An-26-Pilot 1990.
Wenn die "Flugkarten" keine Luftfahrtaufdrucke hatten, mußte man sie selbst per Hand einzeichnen? Dann hatte man irgendwann seine persönliche Karte? Was stand dann da so drauf? Wie dicht konnte man eigentlich an die Grenze von Osten ranfliegen (Ost-"ADIZ") und durfte man als Pilot auch freie Strecken fliegen oder war alles vorgeplant und auf Zonen beschränkt?
 
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Wit

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Original geschrieben von Gabi



Vergaß man das, hatte man den Schlips echt hinten, ich weiß noch, dass 2 erwachsene Offiziere (Leutnants :D ) die versehentlich mit nach Hause geschleppt haben - Ergebnis: 4 Tage Kasernenarrest über Ostern.
das ist noch ganz mild und menschlich!
... die erste Schnupperflüge mit Yak-52, Flugschuler mach mit erlaubnis vom Tower unterwegs die Kanzel auf (über 40°), die Karte fliegt weg!=> Folgen, die ganze Schule hate die Wälder 3 Tage nach der Karte durchkämt, erfogslos. Der Knabe flog aus der Schule raus. Die strenggeheime Karte kostet hier 8€ an jeder Tankstelle.;)
 
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