Zulassung eines Sensors

Diskutiere Zulassung eines Sensors im Luftfahrtgrundlagen Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Hallo Leute, ich bräuchte wieder mal eure Hilfe. Bin dabei meine Bachelorarbeit zu schreiben. Das Thema hierbei ist die Konstruktion und Zulassung...

Moderatoren: Learjet
  1. #1 Robert93, 31.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 31.05.2018
    Robert93

    Robert93 Flugschüler

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    Hallo Leute,
    ich bräuchte wieder mal eure Hilfe. Bin dabei meine Bachelorarbeit zu schreiben. Das Thema hierbei ist die Konstruktion und Zulassung eines Sensors zur Messung von Ruderausschlägen an Segelflugzeugen. Der Sensor selbst ist relativ Simpel aufgebaut:

    w_ww.bilder-upload.eu/show.php?file=1c4f95-1527748515.jpg

    (da ich noch keine Links posten darf, einfach den unterstrich bei www wegmachen)

    Nun meine Frage: Wie läuft nun der Zulassungsprozess für solch einen Sensor ab? Der Sensor soll an eine DG-500 von der Uni angebracht werden. Nicht permament, sondern mobil; also nach jedem Flug wieder abnehmbar. Ich habe mich bisschen durch die Foren gelesen, fühle mich aber durch die Masse an Dokumenten ein bisschen verloren. Mein Betreuer hat mir gesagt, dass prinzipiell drei Dokumente für einen vollständigen Antrag gebraucht werden:

    - Minor Change (oder Permit-to-Fly) Antrag
    - Compliance Record Sheet
    - Sicherheitseinschätzung

    alle drei Dokumente müssen scheinbar beim LBA eingereicht werden.

    Nun weiß ich aus den Vorlesungen, dass für eine klassiche Systemintegration mehrere Schritte duchzuführen sind. Sowas wie FHA, PSSA, SSA, CCA etc. Im Grunde sind das Dokumentation für große Entwicklungsbetriebe, was in meinem Fall nun garnicht zutrifft. Wie handhabt man sowas?
    Könnte man für meinen Sensor eventuell auch die CS-Stan in betracht ziehen?

    Danke für eure Hilfe.
     
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  3. Flint

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    Einfach mal beim LBA nachfragen...?
     
  4. #3 Acanthurus, 31.05.2018
    Acanthurus

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    Hi..

    CS-STAN ist da meiner Meinung nach nicht der passende Ansatz, denn das betrifft eher "übliche" Reparaturen (z.B. Blech-Arbeiten) und Änderungen, aber keine so spezifischen.
    Zunächst wäre es mal wichtig zu wissen, wofür das Ding da ist - geht es um eine Mess-Instrumentierung für (eine bregrenzte Anzahl von) Flugversuche(n), oder geht es um eine Einführung dieses Systems in (Serien)Luftfahrzeuge?

    Bei Ersterem wäre wohl gar kein major/Minor change o.Ä. sinnvoll, sondern lediglich eine Sicherheitsanalyse mit anschließender Permit-To-Fly Beantragung. Da ist es dann wiederum wichtig, wer im Boot ist und mit dem auf PtF dann überhaupt fliegen darf (Privilegien für Flugversuche..)

    Sollte das dann aber tatsächlich eine zulässige Modifikation eines Serienstandes werden, so wäre der übliche Weg folgender:

    - Ermittlung der zuständigen Behörde (dass muss nicht notwendigerweise die EASA und damit die CS-Vorschriften sein)
    - Ermittlung der anwendbaren Bauvorschriften (das sind ggf. die des Basis-Luftfahrzeugs oder eines neueren Amendments derselben, oder ein ETSO, sofern es ein passendes gibt)

    Sollte es dann tatsächlich in der EASA-Zuständigkeit sein, so brauchst du
    - eine Zulassung als Entwicklungsbetrieb (DOA) oder Entwicklungsbetrieb nach Alternativen Verfahren (ADOA). Das kann eine Partnerfirma mit geeigneten Privilegien sein oder sogar der Halter der Luftfahrzeug-Basiszulassung, falls er da kooperationsbereit ist. Einzelpersonen können i.d.R. nicht direkt eine Zulassung für eine Musteränderung erwirken, da ein QM-System für den Entwicklungsprozess gefordert und auditiert wird)
    - Nächster Schritt ist dann die Einstufung als minor oder major change gemäß den Regeln von Part21J.
    - Dann entsteht ein Compliance Program zur Nachweisführung, dem der Entwicklungsbetrieb (bei minor change) oder die EASA (bei major change) zustimmen muss. Der Umfang ist Verhandlungssache! Dort ist dann auch klargestellt OB es einen Flugversuch geben wird. So ein Programm kann sehr schlank ausfallen, oder sehr umfangreich, je nach Änderung.
    - Es folgt die Nachweisführung gemäß Compliance Program (z.b. Sicherheitsanalyse, FMEA Festigkeitsberechnung, Belastungstests usw...) gegenüber der EASA (major change) oder des DOA-Holders (minor change)
    - Flugversuch dann ggf. über PtF-Privileg bzw. Antrag des Entwicklungsbetriebes
    - Finalisierung der Bauunterlagen sowie der Instructions for Continued Airworthiness und eines Flughandbuch-Anhangs (falls erforderlich, mit EASA-Mitwirkung)

    Eine Kontaktaufnahme zur der für das Muster zuständigen nationalen Behörde (hier: LBA) schadet auf jeden Fall nicht; für Einzelfälle gibt es da durchaus einen schlankeren Dienstweg.

    gruß
    a.p.
     
    Schorsch, cool, Intrepid und 2 anderen gefällt das.
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