EU fördert ferngesteuerte Passagier-Flugzeuge

Diskutiere EU fördert ferngesteuerte Passagier-Flugzeuge im Luftfahrzeugtechnik u. Ausrüstung Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Keine Chance mehr für Flugzeugentführer: Die EU unterstützt die Entwicklung ferngesteuerter Flugzeuge, die nach einer Überwältigung des Kapitäns...

Moderatoren: Skysurfer
  1. #1 Bleiente, 16.05.2006
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    Keine Chance mehr für Flugzeugentführer: Die EU unterstützt die Entwicklung ferngesteuerter Flugzeuge, die nach einer Überwältigung des Kapitäns vom Boden aus manövriert werden können. Das Projekt wird bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin präsentiert, die gestern, Mittwoch, eröffnet wurde. Der deutsche EU-Abgeordnete und Luftfahrtsexperte Ulrich Stockmann (SPD) preist das Projekt im Gespräch mit der "Presse" als Ausweg aus der wachsenden Bedrohung des Luftverkehrs an. Durch diese Entwicklung müssten gekaperte Flugzeuge, die durch geplante Abstürze Leben bedrohen, nicht mehr abgeschossen werden.

    Das neue System soll über das Forschungsprogramm "SAFEE" entwickelt werden, das von der EU mit 19 Millionen Euro mitfinanziert wird. Im Rahmen dieses Projekts werden zahlreiche technische Neuentwicklungen gefördert, die den Luftverkehr sicherer machen sollen - darunter eine Waffenkontrolle an Bord, abgesicherte Kommunikationseinrichtungen und auch das ferngesteuerte Passagierflugzeug. Ende 2007 wird laut Stockmann mit den ersten Resultaten gerechnet.

    Die Flugzeug-Fernsteuerung ist ein Folgeprojekt von "Galileo", dem europäischen Navigationssystem, das Daten für eine technisch unterstützte Steuerung von entführten Maschinen liefern soll. Allerdings wird Galileo erst 2010 einsatzbereit sein. Bis dahin muss das amerikanische Navigationssystem GPS für Testzwecke genutzt werden. Stockmann tritt auch danach für eine Kombination beider Systeme ein: "Würde man ab 2010 beide Signale im Cockpit eines jeden Verkehrs- und Frachtfliegers kombinieren und in ein Bodenleitsystem integrieren, kann man jede Bedrohung aus der Luft viel schneller aus Gefahrenzonen fliegen statt die Flugzeuge abzuschießen - und damit Leben retten."
    ....
    17.05.2006
    http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=p&ressort=eu&id=559256

    Hhm, was heutzutage so alles als "Ausweg" verkauft wird.
    Wenn, das System irgendwann mal funktionieren soll, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit das die Rufe nach einem pilotenlosen Flugzeug immer lauter werden. Letzlich ist diese dann auch die Endkonsequenz dieser Denkweise, unabhängig von möglichen wirtschaftlichen Betrachtungen.
    Aber auch nur wenn das System funktioniert, und daran glaube ich nicht. Ganz im Gegenteil, ich halte es sogar für unwahrscheinlich das dieses System als Modell der Terrorabwehr eine Lösung wäre.

    Ausserdem wer will schon mit vielleicht 500 anderen Leuten in einem A 380-Derivat sitzen das kein Cockpit hat / benötigt ?
     
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  3. #2 Schorsch, 17.05.2006
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    Ich denke, solch ein System wäre sinnvoll. Vor allem wäre es gut, dessen Machbarkeit zu demonstrieren. Ob es jemals eingebaut wird ist fraglich, eben wegen widerstand der Piloten und der Gefahr, dass sich ein Entführer ins System hackt und sich der Fernsteurung bedient.
    Pilotenlose Flugzeuge sind in mittlerer Zukunft unwahrscheinlich. Zum einen spielt der Pilot nur eine begrenzten Beitrag zu den Kosten, zum anderen wäre die Flexibilität des Systems begrenzt. Was allerdings denkbar ist wäre ein Flugzeug mit "elektronischem" Copilot. Sprich: in bestimmten Flugphasen kann sich einer der Piloten aufs Ohr hauen und Freund Computer assistiert dem verbliebenden. Das wäre zum Beispiel auf Atlantik- und Pazifikstrecken von Vorteil, würde eventuell einen Ersatzmann sparen oder die physische Belastung der Crew verringern. Warum sollen die hochbezahlten Jungs über dem Nordpazifik dem Airbus beim Geradeausfliegen zuschauen? Effektiv können auf solchen Abschnitten beide Piloten pennen gehen ohne reale Sicherheitseinbuße. Teilweise macht einer der Piloten auch mal ein kleines Nickerchen, was aber offiziell nicht erlaubt ist.
     
  4. #3 Schorsch, 19.05.2006
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    Komisch, genau das habe ich doch gesagt. Der Pilot ist nicht ersetzlich. Nur in bestimmten Situationen kann man darüber nachdenken, ob wirklich zwei voll dabei sein müssen. Wenn in 35.000ft etwas passiert, gibt es für Monsieur Pilot eh nicht viele Kniffe zu tun. Bei 0ft und V_R sieht das anders aus. Und da bräuchte man manchmal eher drei Piloten.
     
  5. #4 Lara Croft, 05.06.2006
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    Ferngesteuertes Passierflugzeug

    Ich möchte mal die Menschen sehen, die sich in ein vollautomatisiertes Passierflugzeug setzen.:?!
    Ich glaub einfach, dass der Mensch an sich, den Menschen braucht und sich nicht traut in so eine Maschine einzusteigen.

    Man wird weiterhin Sichheitssysteme bauen, dass Terroristen nicht ins Cockpit einer Maschine kommen, ausserdem gibt es doch noch die Skymarschalls, die ebenfalls noch an Bord seien könnten.
     
  6. #5 Dr. Seltsam, 05.06.2006
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    Der Zwischenschritt wird das OPOD Cockpit sein. One Pilot One Dog. Es besteht aus einem Piloten und einem scharfen Hund. Die Aufgabe des Piloten ist dazusein, damit die Passagiere nicht beunruhigt sind oder in ein pilotenloses Flugzeug (siehe U-Bahn-Züge) garnicht erst einsteigen würden. Die Aufgabe des Hundes ist es den Piloten sofort zu beissen, falls er auch nur einen Schalter anfasst ;)
     
  7. #6 Schorsch, 05.06.2006
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    Ich denke niemand trägt sich ernsthaft mit dem Gedanken, Passagierjets zu pilotenlosen Flugzeugen zu machen. Das rechnet sich auch nicht so richtig: Nur 5 bis 10% der direkten Betriebskosten geht auf das Konto der Piloten (im wahrsten Sinne des Wortes). Die Einsatzflexibilität eines automatischen Flugzeugs ist schon ziemlich mies. Wenn man sich anschaut, wie sehr aus dem Häuschen alle sind, wenn das UAV startet, ne Runde fliegt und wieder landet, dann sieht man, es ist noch ein weiter Weg.
    Die ganze Sache ist ja nur als Backup gedacht, quasi der finale Rettungsschuss gegen Terroristenbefall.
     
  8. #7 Lara Croft, 06.06.2006
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    Man forscht ja eh noch an der Technik, wie man das alles am besten hinbekommt und störungsfreien Betrieb garantieren könnte. Ich selbst finde diese Techniken interessant,jedoch wird man den Piloten warscheinlich auf dauer nicht ersetzen können, wäre ja auch sehr schade :mad:
    den Faktor Betriebskosten dürfte man ja eh nicht mit in die Fragestellung einbeziehen, da die Kosten Passierflugzeuge zu modifizieren höher wären, als es dabei zu belassen, ich dachte bisher auch eher, dass es darum geht, die Fehlerquelle Mensch zu verringern.
     
  9. #8 intelion, 06.06.2006
    Zuletzt bearbeitet: 06.06.2006
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    Es war ja zu erwarten ... dennoch finde ich es komisch, dass es zivile Luftfahrt betrifft."1 Pilot" Strategie wäre evtl. sinnvoller, vorallem in passagier Maschinen. Cargo könnte man auch autonom betreiben.

    Allerdings bei Militär ist es sogar notwendig und darf nicht vernachlässigt werden. Eine Sackgasse der Entwicklung ist es bestimmt nicht. Kompletter Ersatz wahrscheinlich auch nicht, aber eine super Ergänzung alle mal. Evtl folgen nach UCAVs bald auch U - Battle Tanks als Ergänzung für MBTs
     
  10. #9 Schorsch, 10.06.2006
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    Die Frage ist, warum strebt man nach UCAVs? Um das Leben der Piloten nicht zu riskieren? Unsinn!
    Es geht darum, dass ein Pilot 100kg wiegt, dazu kommen bestimmt 500kg für das Cockpit, Klimaanlage, Schleudersitz. Hinzu bestimmt ne Menge drag-Counts wegen des Cockpits. Bei einem Kampfflugzeug hoher Wendigkeit sind Vergrößerungsfaktoren von 4 und mehr möglich. Daher kann man ein Flugzeug der F-16-Klasse ohne Piloten wahrscheinlich 30% und mehr leichter bauen ohne Leistungseinbuße. Ganz wichtiger Punkt sind auch die Kosten: Ein Computer braucht nicht trainieren. Eine militärische Flugstunde kostet gerne mal 15.000 Euro, über ein Kampfflugzeugleben (20 Jahre à 150FH) macht das 45 Millionen Euro (ein Pilot kostet 1 bis 2 Millionen Euro). Die UCAVs kann ich in die Garage stellen und bei Bedarf rausholen, ich kann also im Prinzip eine viel sattere Streitmacht vorhalten, welche meinen "Feind" in einer einzigen Mission ausradiert.

    In Kampfpanzern ist dies nicht der Fall: Ob Mensch oder nicht, der macht den Bock nicht fett. Auch hier gilt, dass zwei oder drei verkohlte Panzerbesatzungen nicht das Mitleid der Beschaffungsabteilung auf sich ziehen. Die zu fällenden Entscheidungen sind im Panzer zum Teil komplexer als im Flugzeug (Ist dieser grüne Kerl meiner oder garböser Feind? Rolle ich durch das Haus dieser kleinen kosovarischen Familie wegen eines taktischen Vorteils? Handelt es sich bei diesem grünen Etwas eventuell um einen getarnten LKW?). Alle solchen Dinge bedürfen zweier Augen, Intuition und mitunter auch etwas Überlebenswille. Drei Sachen, die Computer so schnell (gottseidank) nicht bekommen werden.
     
  11. #10 Bleiente, 03.12.2006
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    In Großbritannien testet man unbemannte Verkehrsflugzeuge

    http://derstandard.at/?url=/?id=2681353

    Also die entsprechenden militärischen rückschlüsse am Ende verstehe ich jetzt nicht ganz. Hätten die etwa für den Test einen EF und einen Airbus nehmen sollen ?
     
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  13. #11 intelion, 04.12.2006
    Zuletzt bearbeitet: 04.12.2006
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    Schorsch da kann ich dir bzgl. Ucavs nur zustimmen, die Kosten, und Erhöhung der Leistungsfähigkeit. Da spricht alles für Ucavs ebenfalls für unbemannte zivile Transport Flieger.
    Was aber die Kampfpanzer angeht, so gilt auch hier. Platzsparen, und Ausbildungkosten. Schliessllich nehmen 3 Besatzungsmitglieder ganz schön viel Platz ein. Man hat ja vor die Besatzung auf 2 Kameraden zu reduzieren. Aber noch besser wäre es per Remote Control. Aus einer Mobilen HQ oder auf eine andere Art und Weise. Somit könnte man den Kampfpanzer deutlich kleiner gestalten. Wenn der Panzer kleiner wird, bleibt aber bei 50 ~ 60 T, so könnte man das eingesparte Raum für mehr Boroncomposite oder was in IMI834 Richtung benutzen. So ein UBT würde deutlich einem MBT überlegen sein, meiner Meinung nach. Es wäre sogar besser den UBT kleiner leichter und schneller zu gestalten, bei bleibender Feuerkraft.
    Den noch hast du recht. Ein Computer kann es nicht so schnell lernen. Von einem autonomen Kampfpanzer sind wir doch noch sehr weit entfernt.
    Vor allem was Taktik im Gelände angeht. Da kann kein Computer mithalten, auch wenn die Menschen Fehler machen.
    Und wie gut die Daten Link Systeme sind, das ist schon eine andere Frage. Was Satelittentechnik angeht, da habe ich immer meine Zweifel, ebenso wie bei Jdam.
    uhhh sry habe gar nicht auf Datum geschaut :red: *weglauf*
     
  14. #12 Bleiente, 14.12.2006
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    DLR führt Experiment zu vollautomatisiertem Luftverkehr durch

    http://www.chemieonline.de/bibliothek/details.php?id=2284
    und
    http://www.chemieonline.de/bibliothek/news_pdf/co_news_2284.pdf
     
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