Europa will nicht mehr nur per Anhalter ins All

Diskutiere Europa will nicht mehr nur per Anhalter ins All im Raumfahrt Forum im Bereich Luftfahrzeuge; berichtet die WELT: Europa plant eigene bemannte Raumfahrt - WELT

Sczepanski

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berichtet die WELT:
Europa plant eigene bemannte Raumfahrt - WELT
... bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gibt es nach Informationen von WELT AM SONNTAG Überlegungen zur Vorbereitung einer eigenen bemannten Raumfahrt mit neuen Raketen. Sie will nicht den Anschluss verlieren in einer Branche, die gerade stark in Bewegung ist. ....
 
sixmilesout

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Ach wieder mal? Oder nur ABM für die Industrie?
 
Bremspropeller

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Oder nur ABM für die Industrie?
Vermutlich Letzteres. Es feht die Vision.
Nur um weiter auf der ISS mitspielen zu dürfen, wird man sicherlich nicht ein eigenes bemanntes System entwickeln.

Auch muss man sich fragen, ob Ariane mit ihren Wegwerfboostern nicht Technologie von gestern entwickeln.
 
PaddyPatrone

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Nur um weiter auf der ISS mitspielen zu dürfen, wird man sicherlich nicht ein eigenes bemanntes System entwickeln.
Das wäre allein zeitlich wahrscheinlich schon garnicht mehr umsetzbar. Die ISS wird sicherlich nicht ewig betrieben und wenn man sich anschaut wie lange es dauert bemannte Systeme zu entwickeln... naja.
 
WaS

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Alles, womit die Raumfahrt nützlich ist, läuft seit Jahren unbemannt ab. Auch auf der Erde geht die Tendenz zu autonomen Fahrzeugen und Flugzeugen. Und da sollen wir ausgerechnet jetzt, wo das Geld knapp ist, in die bemannte Raumfahrt einsteigen? Wozu? Nur um "den Anschluss nicht zu verlieren"? Das ist nichts als die größenwahnsinnige Variante eines Schwanzlängenvergleichs. (Sorry für meine Wortwahl…)
 
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Das wäre allein zeitlich wahrscheinlich schon garnicht mehr umsetzbar. Die ISS wird sicherlich nicht ewig betrieben und wenn man sich anschaut wie lange es dauert bemannte Systeme zu entwickeln... naja.
Gibt es denn bei der ISS einen harten Limiter - abgesehen vom finanziellen Stöpsel, den ein Hauptvertragspartner ziehen könnte?

Alles, womit die Raumfahrt nützlich ist, läuft seit Jahren unbemannt ab. Auch auf der Erde geht die Tendenz zu autonomen Fahrzeugen und Flugzeugen. Und da sollen wir ausgerechnet jetzt, wo das Geld knapp ist, in die bemannte Raumfahrt einsteigen?
Die ISS ist ziemlich nützlich und seit 20 Jahren nicht unbemannt gewesen, sondern hat - im Gegenteil - ordentlich Kräfte und Kapital gebunden.

Warum sollten wir nicht einsteigen? Das All ist praktisch grenzenlos, also ergeben sich auch annähernd grenzenlose Möglichkeiten.
Warum sich auf einem belibigen Planeten in einer Seitengasse der Milchstraße einigeln? Wozu?

Das Geld ist nie knapp, sondern im Zweifelsfall "wo anders".
SpaceX und auch die NASA verfolgen momentan eher wieder bemannte Ziele.

Wozu? Nur um "den Anschluss nicht zu verlieren"? Das ist nichts als die größenwahnsinnige Variante eines Schwanzlängenvergleichs. (Sorry für meine Wortwahl…)
Wegen des technologischen Fortschritts, der nunmal nötig ist, um langfristig ein wirtschaftliches Wachstum zu generieren. Man kann auch Klobrillen aus Holz oder feingerippte Hipster-Cordhosen herstellen. Nur werfen die weder die selbe Wertschöpfung, noch einen signifikanten Erkenntnisgewinn ab. Das sind aber fundamentale Voraussetzungen für eine gesunde Volkswirtschaft.

Was sollten "wir" deiner Meinung nach stattdessen tun? Den Anderen diese Schlüsseltechnologie komplett überlassen?
In den nächsten Jahren wird durch Digitalisierung und Strukturwandel (z.B. durch den herbeigeführten Abgesang des Verbrennungsmotors) ein großer Haufen an Humankapital "frei". Die brauchen eine sinnvolle Beschäftigung.
 
Ernst Dietikon

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Die ISS ist ziemlich nützlich und seit 20 Jahren nicht unbemannt gewesen, sondern hat - im Gegenteil - ordentlich Kräfte und Kapital gebunden.

Was sollten "wir" deiner Meinung nach stattdessen tun? Den Anderen diese Schlüsseltechnologie komplett überlassen?
In den nächsten Jahren wird durch Digitalisierung und Strukturwandel (z.B. durch den herbeigeführten Abgesang des Verbrennungsmotors) ein großer Haufen an Humankapital "frei". Die brauchen eine sinnvolle Beschäftigung.
Ich denke, die ISS war vor allem teuer. Besonders nützlich war sie nie. Eine Schlüsseltechnologie ist sie bestimmt nicht. Unbemannte Roboter sind dies viel mehr. In der bemannten Raumfahrt sehe ich in erster Linie ein Relikt aus dem kalten Krieg. Wie sagte der Astronaut Frank Bormann: "Es war eine Schlacht im kalten Krieg."

Hier ein Zitat von Kathrin Altwegg, emeritierte Professorin für Astrophysik an der Universität Bern. Ihr Institut war an der RoseTagesanzeigertta Mission beteiligt:
"Bemannte Raumfahrt und Wissenschaft vertragen sich nicht besonders gut. Der Mensch ist im Allgemeinen ein Störfaktor. Wenn wir die wissenschaftlichen Ergebnisse der ISS anschauen und das mit den Kosten vergleichen, dann kommt die ISS schlecht weg. Viele der Experimente auf der ISS kann man auch auf der Erde machen. Andere Experimente sind Selbstzweck. Sie befassen sich mit dem menschlichen Körper, mit Zellen und anderem in der Schwerelosigkeit. Das sind Experimente, die es für Astronauten braucht, ohne dass sie grossen Einfluss auf unser Leben auf der Erde hätten. Für mich liegt der Vorteil der bemannten Raumfahrt vor allem in der Tatsache, dass fast nirgends so gut international zusammengearbeitet wird wie auf diesem Gebiet. Wo sonst sind sich Russen und Amerikaner so nahe und hängen so vom anderen ab? Mit der Unabhängigkeit der Amerikaner dank Spacex wird dies leider etwas an Bedeutung verlieren."

Im Artikel gibt es selbstverständlich auch andere Meinungen. Siehe: Tagesanzeiger

Gruss
Ernst
 
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In der bemannten Raumfahrt sehe ich in erster Linie ein Relikt aus dem kalten Krieg. Wie sagte der Astronaut Frank Bormann: "Es war eine Schlacht im kalten Krieg."
Nun, der ist immerhin seit 30 Jahren vorbei.
In dieser Zeit gab es zwei große, internationale Kooperationen im All.
Shuttle/ Mir und die ISS.

Dass die Weltraumforschung nichts abwirft ist seit langem widerlegt - das zu verstehen erfordert aber die Fähigkeit in Zusammenhängen zu denken.
Sowohl kausal, als auch temporal. Hier erwartet man gerne zu viel und zu schnell.

Hier ein Zitat von Kathrin Altwegg, emeritierte Professorin für Astrophysik an der Universität Bern. [...]
Natürlich sagt sie das. Wissenschaftler sind immer angepisst, weil man ihnen aufgrund bemannter Programme das Etat für Sondenmissionen zusammenkürzt.
Das sieht Lawrence Krauss auch nicht anders - und liegt ebenso falsch.

Sie vergisst daran, dass im Wettlauf um Budgets der Steuerzahler ein Wörtchen mitzureden hat. Der kann sich durch Sympathieträger (wie z.B. Alexander Gerst) deutlich mehr mit der Raumfahrt identifizieren, als mit einer beliebigen Sondenmission, deren Signifikanz er eh nicht versteht.

Die Frage nach dem "was stattdessen" steht noch immer unbeantwortet im Raum.
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Die Frage nach dem "was stattdessen" steht noch immer unbeantwortet im Raum.
Kabel richtig rum anschließen
Atomuhren, die nicht gleich kautttgehen.
Galileo nicht erst am St. Nimmerleinstag fertigstellen.
Mehr europäische Erdbeobachtungs-Satelliten (zivil und militärisch), um weniger von Ausland abhängig zu sein.

Und vor allem (und das gilt für alle Nationen): Asteroidenabwehr
 
WaS

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Sie vergisst daran, dass im Wettlauf um Budgets der Steuerzahler ein Wörtchen mitzureden hat. Der kann sich durch Sympathieträger (wie z.B. Alexander Gerst) deutlich mehr mit der Raumfahrt identifizieren, als mit einer beliebigen Sondenmission, deren Signifikanz er eh nicht versteht.
Das ist leider wahr, aber es ist doch nicht der gewünschte Zustand !
 
Bremspropeller

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Ich sage dazu: Why not both?

Bemannt und unbemannt.
 
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Ernst Dietikon

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Ich bleibe dabei: Die bemannte Raumfahrt ist ein teures, wenig nützliches Relikt aus dem kalten Krieg.

Was man sonst machen sollte? Unbemannte Raumforschung mit Robotern. Dies bringt die Menschheit wirklich weiter.

Die Diskussion hatten wir übrigens schon mal. In meinen Augen bringt es nichts hier weiter zu diskutieren.

Gruss
Ernst
 
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