Flugzeugabsturz im Wettersteingebirge

Diskutiere Flugzeugabsturz im Wettersteingebirge im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Heute Nachmittag ist wohl im Wettersteingebirge ein Flugzeug abgestürzt. Laut Presse und Bilder von der Absturzstelle gibt es wohl wenig Chancen...

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Wenn man mit 175 anstatt den sonst bei Kleinflugzeugen eher üblichen 100 Knoten durch die Alpentäler fliegt, wird alles plötzlich ziemlich eng.
 

Tyno

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Fehlt der Flieger denn niemandem, weil die Identitäten noch immer nicht gut geklärt sind?
Wenn man wo hin fliegt, erzählt man das doch meist jemandem (Ehefrau, Sekretärin, Freunden...).
 
Cardinal Jockey

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Hat jemand mal nach dem Wetter zum Unfallzeitpunkt gesucht?

Die Unfallstelle ist merkwürdig. Der Flieger liegt mehr oder weniger in einem Nordhang. Das Gelände sieht wie eine Art Kessel aus an deren Nordflanke die Meilerhütte.

Mag sein, er wollte noch einen Abstecher zur Zugspitze machen. Flog via N2 aus der CTR Innsbruck aus. Das Gelände auf direktem Weg (anstatt dem Tal zu folgen) Richtung Garmisch unterschätzt. Im „Kessel“ bei der Meilerhütte versucht umzudrehen und in das ansteigende Gelände geknallt. Etwas Lee von der vorherrschenden Westströhmung und das wars.

Sieht nach klassischem Berg-Pilotenfehler aus.
 
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jensibua

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Hat jemand mal nach dem Wetter zum Unfallzeitpunkt gesucht?
Hier mal das Webcambild von der Meilerhütte ungefähr zur Unglückszeit. Die Meilerhütte ist etwa 1 km von der Unglücksstelle entfernt und ungefähr gleich hoch gelegen. War also in der Höhe gute Sicht, auch in den Bildern davor und danach keine Wolken in der Höhe. Auf der Westkamera der Meilerhütte zur Unglückszeit erkennt man das gerade so der Zugspitzgipfel, 2963m, in Wolken war.
 
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innwolf

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Hat jemand mal nach dem Wetter zum Unfallzeitpunkt gesucht?

Die Unfallstelle ist merkwürdig. Der Flieger liegt mehr oder weniger in einem Nordhang. Das Gelände sieht wie eine Art Kessel aus an deren Nordflanke die Meilerhütte.

Mag sein, er wollte noch einen Abstecher zur Zugspitze machen. Flog via N2 aus der CTR Innsbruck aus. Das Gelände auf direktem Weg (anstatt dem Tal zu folgen) Richtung Garmisch unterschätzt. Im „Kessel“ bei der Meilerhütte versucht umzudrehen und in das ansteigende Gelände geknallt. Etwas Lee von der vorherrschenden Westströhmung und das wars.

Sieht nach klassischem Berg-Pilotenfehler aus.

Wieso "Kessel"? von der Meilerhütte auch im Lee nördlich der Grate kann man abwärts dem Reintal folgen und bei Garmisch über der Partnachklamm ausfliegen oder auch mit nur rund 1000m Höhe dort via Elmau, Klais und Kochelsee die Alpen verlassen. Und in 2300m Höhe sind dort alle Täler weit genug für Fflugzeuge wie Cirrus. Mit 200m Überhöhung kannst du auch das Elmauer Tor im Wilden Kaiser durchfliegen ODER vorher umdrehen.
 

innwolf

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Hat jemand mal nach dem Wetter zum Unfallzeitpunkt gesucht?

Die Unfallstelle ist merkwürdig. Der Flieger liegt mehr oder weniger in einem Nordhang. Das Gelände sieht wie eine Art Kessel aus an deren Nordflanke die Meilerhütte.

Mag sein, er wollte noch einen Abstecher zur Zugspitze machen. Flog via N2 aus der CTR Innsbruck aus. Das Gelände auf direktem Weg (anstatt dem Tal zu folgen) Richtung Garmisch unterschätzt. Im „Kessel“ bei der Meilerhütte versucht umzudrehen und in das ansteigende Gelände geknallt. Etwas Lee von der vorherrschenden Westströhmung und das wars.

Sieht nach klassischem Berg-Pilotenfehler aus.

Wieso "Kessel"? von der Meilerhütte auch im Lee nördlich der Grate kann man abwärts dem Reintal folgen und bei Garmisch über der Partnachklamm ausfliegen oder auch mit nur rund 1000m Höhe dort via Elmau, Klais und Kochelsee die Alpen verlassen. Und in 2300m Höhe sind dort alle Täler weit genug für Fflugzeuge wie Cirrus. Mit 200m Überhöhung kannst du auch das Elmauer Tor im Wilden Kaiser durchfliegen ODER vorher umdrehen.
 
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Die Meilerhütte steht aber wohl ähnlich hoch wie die Absturzstelle und GANZ OFFENSICHTLICH hat er ja gedreht - vermutlich in einer Linkskurve. Und zwar OHNE Überhöhung. Sonst wäre er wohl nicht in einer ungefähr nach Norden ausgerichteten Wand geendet.

Schau Dir doch mal an WO die Kiste in der Wand liegt.

Unten ungefähr Meilerhütte, oben die Absturzstelle. Nachdem die Grate im Norden und Westen höher liegen als die Absturzstelle selbst, hat er diese offensichtlich nicht überfliegen können.

Mit 200 m Gipfel-Überhöhung wäre er wohl nicht in die Wand gekracht.

Aber gerne: Was denkst Du wie/ warum er von Süden kommend in eine Nordwand geflogen ist. Wie kommst Du denn darauf, dass er in 2300 m geflogen ist? Und wäre er im Tal geflogen anstatt von N2 aus ganz offensichtlich ohne Gipfepfelüberhöhung direkt nach Garmisch fliegen zu wollen, dann wäre er nicht an die Absturzstelle gekommen.
Erstmal muss man ja über die Gräte der Dreitorspitze kommen - um ins Reintal zu gelangen. Ohne ausreichende Überhöhung würde man als Bergpilot ja das Massiv einfach östlich mit weit tiefer liegendem Gelände umfliegen. Er wollte aber offensichtlich direkt nach Norden queren und kommt nur in die Nordwand gegenüber der Meilerhütte, wenn er dieses Unterfangen abbricht und versucht wieder nach Süden- Südosten raus zu drehen. Mit anstehendem Gelände und Lee ist ihm das augenscheinlich nicht gelungen.
 
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Rhönlerche

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Weiß jemand, wie einem das Gelände dort auf dem Display in einer Cirrus dargestellt wird? Wie genau zeigt es die Berge und das Geländerelief und wie wirkt die Passage, die er nehmen wollte auf der Kartendarstellung?
 
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Ich würde sagen, das hängt sehr vom Ausrüstungsgegenstand der Cirrus ab. Die SR22 die ich geflogen hab hatte zwei GNS430 und ein ziemlich wenig hilfreiches großes Moving Map. Allerdings werden selbst auf dem GNS430 die Geländehöhen in der TAWS Page entsprechend eingefärbt.

Ne moderne Cirrus mir synthetic Vision sollte ein recht präzises Geländebild/ Relief liefern. Allerdings ist Bergfliegen imho keine Sache der Avionik sondern rausschauen, Performance des Flugzeugs im Griff haben und Einschätzen des Wetters, speziell des Windes.
 

Rhönlerche

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Wenn man weite Strecken fliegt könnte man verleitet sein, irgendwelche Umwege oder Abkürzungen zu fliegen, weil man ja immer die elektronische Karte "dabei" und die Lage im Blick hat. Auf so ner längeren Strecke ist das aber ziemlich anspruchsvoll, wenn man das Gebiet nicht genau kennt. Dann noch Wetter und Sicht und so weiter.
Ich habe über (anderen) Bergen fliegen gelernt, aber mir wurde viel Respekt davor und viel Sicherheitsabstand beigebracht. Hatte aber immer nur Papierkarten und eine vorher genau geplante Route mit Wegpunkten.
 

innwolf

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Aber gerne: Was denkst Du wie/ warum er von Süden kommend in eine Nordwand geflogen ist. Wie kommst Du denn darauf, dass er in 2300 m geflogen ist? Und wäre er im Tal geflogen anstatt von N2 aus ganz offensichtlich ohne Gipfepfelüberhöhung direkt nach Garmisch fliegen zu wollen, dann wäre er nicht an die Absturzstelle gekommen.
Erstmal muss man ja über die Gräte der Dreitorspitze kommen - um ins Reintal zu gelangen. Ohne ausreichende Überhöhung würde man als Bergpilot ja das Massiv einfach östlich mit weit tiefer liegendem Gelände umfliegen. Er wollte aber offensichtlich direkt nach Norden queren und kommt nur in die Nordwand gegenüber der Meilerhütte, wenn er dieses Unterfangen abbricht und versucht wieder nach Süden- Südosten raus zu drehen. Mit anstehendem Gelände und Lee ist ihm das augenscheinlich nicht gelungen.
Leider, aber von der Meilerhütte bis Kreuzeck sind es ca. 6km, genügenf Platz um auch in einem Lee einen Kurs ca. 5° zur Partnachklamm oder ca. 45° nach Elmau/Klais zu fliegen, auch mit einer Cirrus. vom Grat an der Meilerhütte mit ca. 2300m bis Krün geht es 1400m abwärts und nur 14km, ohne Gegenwind sogar mit Motor aus....

Und Lee?, was solls, Knüppel nach vorn, schneller talwärts, schnell aus dem Sinken raus mit geringem Höhenverlust. Soviel Luft geht nicht in die Mauselöcher oder Karsthöhlen. Wasser fliest immer talwärts. Und bei Wetterlagen die den Talschluß mit Wolken verschliessen, das sind Tage nicht für VFR in den Bergen, nicht mit SEP! Im Lee NIE steigen wollen, anderswo steigt die Luft auch auf....

( sowohl mit Remorquer, SF25, Dimona, zu Fuß und per Moutainbike war ich dort im und über dem Reintal und am Schachenhaus )
 

innwolf

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innwolf

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Allerdings ist Bergfliegen imho keine Sache der Avionik sondern rausschauen, Performance des Flugzeugs im Griff haben und Einschätzen des Wetters, speziell des Windes.
Leistung ist zweitrangig, mit einer Cirrus und ähnlich Piaggio149, Bonanza, Mooney sind nur die größeren Kurvenradien deutlich für die Flugwegplanung zu beachten.
Aber auch mit einer 90PS-Piper-PA18 oder SF25 kann man dort gut herumfliegen. Wind ist dein Helfer, nicht dein Feind!
 
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Leistung ist zweitrangig, mit einer Cirrus und ähnlich Piaggio149, Bonanza, Mooney sind nur die größeren Kurvenradien deutlich für die Flugwegplanung zu beachten.
Ist schon ein paar Jahre her und ich habe kein Handbuch mehr zur Hand, aber aus meiner Erinnerung heraus gibt es zwischen Cirrus und Bonanza erhebliche Unterschiede. Da, wo die Cirrus noch mit 1000 ft pro Minute stieg, lag die Bonanza vielleicht bei der halben Steigrate.

Ich hatte auch Bilder vom MFD-Bildschirm des G1000 gemacht, welcher fast nur rot war und deutlich die Täler zeigte, durch die man fliegen konnte. Außerdem plärrte für 30 Minuten die Warnung "Terrain Terrain", bis wir endlich von Süd nach Nord durch die Alpen durch waren (ich fliege bei bestem Wetter der Übung halber gerne so tief, wie man es laut den GAFOR-Strecken minimum bei schlechtem Wetter machen kann). Leider finde ich die Bilder nicht mehr.
 

innwolf

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Weiß jemand, wie einem das Gelände dort auf dem Display in einer Cirrus dargestellt wird?
Braucht man da eine Karte bei den Wetterbedingungen? Sollte man da eine nutzen, nein ? Luftraumbeobachtung, genug Geschwindigkeit und mit Kompass oder Sonne links den allgemeinen Nordkurs fliegen, Instrumente nutzen? Ja, aber nur den Fahrtmesser! Luftraumbeobachtung. Es ist doch erstmal völlig egl ob man die Alpen bei Eschenlohe oder Kochel verlässt. 8500 Untergrenze von München kommt erst ca. 30k nördlich von Kochel...
Und ehe man über einen Grat hüpft schauen ob dahinter der Flugweg frei ist, 500m Überhöhung oder mit max 30° zum Grat anfliegen.
Nach den WEB-CAM-Bildern war das aber alles frei, nach den die Pressebildern eine Untergrenze über 2000m, damit genügend Auswege. Im Kessel auf den Hang zufliegen, Achtung Seilbahnen! Nicht grundlos gibt es für Segelflug die Achter am Hang.
 
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