Malta - Geschichte und Luftfahrt

Diskutiere Malta - Geschichte und Luftfahrt im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Angeregt durch das Thema "Gibraltar" von @Modelldoc ist in mir die Idee gereift es mit einem anderen Meilenstein der Luffahrtgeschichte...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 Bleiente, 08.03.2009
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    Angeregt durch das Thema "Gibraltar" von @Modelldoc ist in mir die Idee gereift es mit einem anderen Meilenstein der Luffahrtgeschichte gleichzutun.

    Malta - diese kleine Fleckchen Erde inmitten des Mittelmeers hat bei genauer Betrachtung viele luftfahrthistorische Begebenheiten erlebt in Friedens- wie in Kriegszeiten. Auf einige von diesen möchte hier eingehen und etwas näher beschreiben.

    Es ist eher als Langzeitprojekt angelegt und auch wegen meiner sonstigen Verpflichtungen geht es manchmal etwas langsamer voran als bei @modelldoc. Aber nur Geduld es wird schon werden. ;)
     
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  3. #2 Bleiente, 08.03.2009
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  4. #3 Bleiente, 08.03.2009
    Zuletzt bearbeitet: 11.03.2009
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    Wie alles begann

    Bereits vor dem 1. Weltkrieg gab es auf Malta einige Überlegungen die Anbindung an Europa und das Empire mit Hilfe von Luftpost zu verbessern und eine Flugzeugverbindung nach Sizilien einzurichten.
    Dann kam aber der 1. Weltkrieg und die Sache zerschlug sich ersteinmal wieder.

    Aber dann lief am 12. Februar 1915 die HMS Ark Royal in den Hafen von La Valletta ein. Die Ark Royal (das Vorgängerschiff all der noch folgenden Ark Royal) war auf dem Weg zu den Dardanellen. Dieses Flugzeugmutterschiff war durch Umbau eines ehemaligen Frachtschiffes entstanden.
    Die Ark Royal verfügte auf den Vorderdeck über ein kleines Startdeck um die Radflugzeuge von Bord starten lassen zu können, landen mussten diese dann an Land. Weiterhin konnten die Schwimmerflugzeug mit den Ladekräne zu Wasser gelassen und später wieder an Bord gehievt werden.
    Als sie am 01.Februar die britischen Inseln verliess war das Schiff mit 10 Flugzeugen an Bord richtig vollgestopft (üblich waren eher sieben Flugzeuge).
    Wie dem auch sei, so kamen an diesem Tage nicht nur die ersten Flugzeuge nach Malta sondern gleich zehn Stück (sechs davon Schimmerflugzeuge).
    Es waren an Bord:
    2 Stück Wight Type A.1 Improved Navy plane mit den Bordnummern 172 und 173
    3 Stück Sopwith Admiralty Type 807
    1 Stück Short Admiralty Type 135 mit der Bordnummer 136
    ausserdem die vier einsitzigen Sopwith S.S.2 Tabloid Scout mit Radfahrwerk.

    Es waren Flugzeuge der Ark Royal die als die ersten den Himmel über Malta erobern sollten. Schon einen Tag nach der Ankunft wurde die Short Type 135 in Grand Habour für einen Testflug zu Wasser gelassen. Flt.Cdr Kilner und Lt. Park, RNVR, kam die Ehre zu teil mit einem etwa 15 minütigen Flug über dem Hafengebiet maltesische Luftfahrtgeschichte geschrieben zu haben.
    Am 14. Februar wurde ein Schwimmerflugzeug von Sopwith zu Wasser gelassen um des den ersten gleich zu tun. Der Pilot Lt. Garnett hatte den Plt.Off. Marchand an Bord, als auf der Suche nach einer günstigen Startpostition eine startke Welle einen Schwimmer traf und das Flugzeug sich noch beim Rollen überschlug. Beide Insassen wurden von einem in der Nähe fahreren Boot unversehrt aufgenommen.
    So hatte Malta in nur zwei Tagen seinen ersten Flug und seinen ersten Flugunfall erlebt.

    Am 15. Februar verliess die HMS Ark Royal Malta um sich den Truppen am Dardanellen-Feldzug anzuschliessen um auch dort wieder (militärische) Luftfahrtgesichte zu schreiben (aber das ist ja wieder eine andere Geschichte :TD:).

    Hier Bild der HMS Ark Royal im Bauzustand von etwa 1914.
    Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ark_Royal_(1914).jpg&filetimestamp=20070203230019
    PD-USGOV-MILITARY-NAVY.
     

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  5. #4 Bleiente, 11.03.2009
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    Mittlerweile habe ich auch eine vollständige Aufstellung der Bordnummern der Flugzeuge an Bord der HMS Ark Royal machen können:

    1 Stück Short Admiralty Type 135 (c/n 87) mit der Bordnummer 136, angetrieben von einem Canton Unne Type 2M7 mit 200 PS (w/o 09.06.1916)

    2 Stück Wight Type A.1 Improved Navy plane mit den Bordnummern 172 und 173, jeweils angetrieben von einem Canton Unne mit ebenfalls 200 PS

    3 Stück Sopwith Admiralty Type 807 Type Folder Tractor mit den Bordnummern 807, 808 (w/o 05.03.1915) und 922 jeweils angetrieben von einem 100PS starken Gnome Monosoupage

    4 Stück Sopwith S.S.2 Tabloid Scout mit Radfahrwerk mit den Bordnummern 1201, 1202, 1203 und 1204 jeweils mit einem 80PS Gnome Triebwerk noch unbekannter Typenbezeichnung
     
  6. #5 grinch, 12.03.2009
    Zuletzt bearbeitet: 12.03.2009
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    wahrscheinlich irgendein Flugplatz
    Wie auch in den ähnlichen Freds üblich versuchen Störer den Erzähler in seinem Faden zu stören :)

    Malta, Super-Idee!!! Ich bin sicher, dass sich dieser Thread ähnlich wie der Gibraltar-Fred entwickeln wird. Material gibt es genug.

    Als Vorgeschmack: Bombenangriff auf Luqa
    Der damalige Fluplatz befindet sich unten links am Bildrand. Die im Winkel angeordneten Hallen sind gut zu erkennen. Ich weiss nicht wann dieses Bild aufgenommen wurde. Ich gehe von einer relativ frühen Phase der Angriffe im WK2 aus.

    Das kreisförmige Ziel vor der Flugzeugnase ist übrigens der Golfcourse Marsa, der auch als Behelfsflugplatz vereinzelt genutzt wurde. Mit 6 relativ gut ausgebauten Flugplätzen war Malta der Flugzeugträger im WK2 schlechthin. (Ta Quali, Luqa, Halfar, Safi, Qrendi, Gozo) Behelfsflugplätze wie Marsa oder Wasserflugplätze wie Xewkija gab es auch noch.

    Rechts oben im Bild der Hafen von Valetta.
     

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  8. #6 Air Power, 12.03.2009
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    Die Insel hat ja auch nicht umsonst den Namen "der unsinkbare Flugzeugträger" bekommen! Dafür hat die Insel auch genug Bomben abbekommen (auf die Fläche bezogen fielen am meisten Bomben des WW II auf Malta).
     
  9. #7 Bleiente, 12.03.2009
    Zuletzt bearbeitet: 12.03.2009
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    Wyndham Levy Grech - Ein Fliegerleben

    Im Jahre 1890 begann für Wyndham Levy Grech in La Valleta ein bewegtes Leben, das Leben des ersten Piloten aus Malta. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er auf Malta, welches er erst 1913 nach der Erlangung der Doktorwürde der Rechtswissenschaften an der Universität von Malta, Richtung Großbritannien zur Vervollkommnung seiner Ausbildung verließ. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs trat er dort als Second Lieutenant in die britische Armee ein, um sich im März 1916 als Freiwilliger beim R.F.C. (Royal Flying Corps) zu melden. Damals musste man neben den medizinischen Vorraussetzungen und der Erfüllung militärischer Auflagen auch unbedingt ein Piloten-Zertifikat des Royal Aero Club vorweisen können.
    So kam es also das Grech am 08. April 1916 in die No.2 School of Aviation eintritt und bereits am 19. Juli 1916 sein Aviator´s certificate mit der Nr. 7293 in den Händen hielt.
    Angesichts der damaligen Bedingungen bei der Schulung und bei der Bauart der Schulflugzeuge ist dies schon bemerkenswert. Einen Monat später flog Grech bereits beim No.7 Reserve Squadron. Von dort wurde er dann in den aktiven Dienst und zu Kampfeinsätzen an der Westfront versetzt. Am 09. August 1917 traf er bei der No. 42 Squadron in Frankreich ein und begann mit Kampfeinsätzen. Bereits am 11. September gelang ihm im Luftkampf sein erster Luftsieg über einen deutschen Flieger. Bei einem der folgenden Einsatzflüge wurde Grech so schwer beschossen, das sein Schütze / Beobachter getötet und er selber schwer verwundet wurde. Trotzdem gelang es ihm sein Flugzeug noch über die eigenen Linien zu bringen und auf einem Flugfeld eine sichere Landung durchzuführen. Dies zu einer Zeit wo die durchschnittliche Lebenserwartung eines britischen Kampfpiloten bei etwa 2 Monaten lag.
    Nach den Lazarettaufenthalt wurde die No. 75 (Home Defence) Squadron seine neue Heimat und später gelangte er am 22.Februar 1918 als Testpilot zur 7th Brigade in Italien. Im Mai des gleichen Jahres wurde Grech zur No. 98 Squadron überstellt, von wo aus er seinen Weg zum HQ 14 Wg fand, als der Krieg in Italien zu Ende ging.
    Als Anerkennung für seine militärischen Verdienste auf diesem Kriegsschauplatz erhielt er von der italienischen Regierung am 01. April 1920 den Titel “Cavaliere Della Corona d´Italia” verliehen. Im Jahre 1921 trat er dann in den Kolonialdienst ein und verbrachte die nächsten zwei Jahre auf den Seychellen in dem dortigen Justizbereich. Später folgte ein Aufenthalt in Äqypten wo er ebenfalls, wie später auf Malta an verschiedenen Gerichten und auf verschiedenen Rechtsebenen tätig war.
    Im Jahre 1936 wurde das letzte “Andenken” (ein Schrapnell) aus dem 1. Weltkrieg in einem maltesischen Krankenhaus aus seinem Körper entfernt werden.
    Mit Beginn des 2. Weltkriegs trat er im Rang eines Squadron Leaders auf Malta der RAF bei und wurde stellvertretender Staatsanwalt beim Militärgericht. Eine Zeitlang diente er auch als Adjudant des Kommandanten der Luqa RAF Station.
    Im Jahre 1948 führte ihn seine Tätigkeit bei der Militärgerichtsbarkeit auch nach Deutschland und Wyndham Levy Grech wurde einer der Mitglieder des Militärtribunals der in Hamburg geführten Ravensbrück-Prozesse gegen das Wachpersonal des ehemaligen KZ Ravensbrück.
    Nach seinem Ausscheiden aus der RAF und der Rückkehr nach Malta widmete Grech sich dem lokalem öffentlichem Leben und verstarb dort im Jahre 1956.


    Der erste Malteser der die Schallmauer durchbrach, Mark Micallef Enyaud und flog damals eine “Lightning”, war gleichzeitig bei der Beendigung seines Militärdiensts 1988 als Sdr. Ldr. auch der letzte maltesische Pilot in der RAF (und schaffte es noch über die “Phantom“ zum “Tornado”) .
     
Moderatoren: mcnoch
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