1/72 Learjet 35/C-21A – RarePlane

Diskutiere 1/72 Learjet 35/C-21A – RarePlane im Jets bis 1/72 Forum im Bereich Bausätze vorgestellt; Heute möchte ich Euch mal einen Kit der Sparte "mal-was anderes" vorstellen. Vacus sind hier ja nicht so oft vertreten und auch ich habe damit...

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  1. #1 Markus_P, 23.04.2003
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    Heute möchte ich Euch mal einen Kit der Sparte "mal-was anderes" vorstellen.
    Vacus sind hier ja nicht so oft vertreten und auch ich habe damit noch nicht die allermeiste Erfahrung. Was Euch aber beim Öffnen dieses Kastens erwartet, gehört wohl mit zu dem Besten, was ich bisher als reinen Vacu-Bausatz gesehen habe. Zur Verfügbarkeit des Bausatzes kann ich nichts sagen, ich selbst habe ihn vor ca. 7 Jahren beim Modellbaustudio Rhein-Ruhr gekauft, Preis damals, meine ich, DM 19,95.

    Inhalt:
    • 1 Vacusheet mit allen benötigten Bauteilen, ca. A4 groß
    • 2 Vacucockpitfenster
    • 1 Dreiseitenriß in 1/72
    • 1 Bauanleitung
    Keine Decals!

    Auch wenn ich ihn selbst noch nicht gebaut habe, sage ich auf den ersten Blick: "Das ist genau das Richtige, um sich einmal an einen Vacu heranzuwagen!"
    Oberflächendetails sind durch die Verwendung einer Negativform reichlich vorhanden, teils erhaben, teils aber auch als relativ feine Gravuren. :TOP: Natürlich müssen die zahlreichen Pickel die durch die Sauglöcher entstehen, entfernt werden, aber wer mit alten Monogramm und Airfix Kisten klar kommt, kommt auch hiermit zurecht! Der Kunststoff ist dick genug, eigene Gravuren stellen somit kein Risiko dar!.
    Die "Verglasung" ist einzeln verpackt (dickes+), eine 2. Vacukanzel ist auch dabei, so etwas ist immer willkommen, man weiß ja nie!! :rolleyes:
    Wer dieses Modell bauen will braucht allerdings entweder einen ALPS Drucker, einen guten Fundus an übriggebliebenen Decals, oder ein sehr ruhiges Händchen beim Lackieren von Markierungen... oder am besten alles zusammen :FFTeufel:
    Von Revell/Hasegawa gibt es ja das Pendant in 1/48... vielleicht werde ich mir den demnächst mal zulegen und diesen Kit dann hier noch nachträglich auf seine Maßhaltigkeit hin bewerten.
    Trotzdem schonmal als
    FAZIT: für fortgeschrittene Modellbauer durchaus empfehlenswert!

    Nachfolgend werde ich mich noch zu ein paar Details auslassen.
     

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  3. #2 Markus_P, 23.04.2003
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    Die Bauanleitung seht Ihr hier. Nicht viele Schritte, aber es wird alles gezeigt, worauf es ankommt. Zusätzlich, allerdings nur auf Englisch, wird in Worten beschrieben, wie man allgemein mit Vacus verfährt :TOP: Auf einem weiteren Blatt ist ein s/w-Dreiseitenriß der C-21A USAF mit Hinweisen zur Farbgebung und einem kurzen Hinweis zur Einsatzgeschichte.
     

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  4. #3 Markus_P, 23.04.2003
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    Noch ein nettes Detail: obwohl es ganz klar ist, daß man derart kleine Fahrwerke nicht mit Vacu-Technik herstellen kann, hat man sich die Mühe gemacht, alle Fahrwerksteile mit abzuformen, dadurch hat man eine Vorlage zum Eigenbau eines brauchbaren Gestells, ohne gleich wieder wild recherchieren zu müssen :TOP:
    Richtig pfiffig finde ich die Idee, auf dem Vacusheet noch einen "Stempel" für die Cockpitverglasung unterzubringen (siehe Gesamtansicht, oben mitte zwischen den Rumpfhälften). Es ist zwar leider nirgendwo erwähnt, aber so lassen sich die klaren Teile schneiden, ohne sie zu stark einzudrücken... nochmal :TOP:

    Wenn der Dreiseitenriß auch noch gewünscht wird, kann ich ihn auch noch scannen, wenn Ihr Fragen habt, fragt!
     

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  5. Strike

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    Dann stelle ich hier mal die "ich-kenn-mich-absolut-nicht-mit-vaku-aus" Frage: Wie kriegt man die Teile aus der Plastikplatte raus??
    Wie läuft das überhaupt mit den Vaku-Bausätzen? :?!
     
  6. #5 Markus_P, 23.04.2003
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    Ich versuche es kurz zu machen:

    1. Mit einem Folienstift (permanent) einmal um die Umrisse fahren, also genau in die Kante zwischen Bauteil und Platte...
    2. Mit einem spitzen, scharfen (wichtig!!) Skalpell vorsichtig das gleiche tun. Das Skalpell dabei in einem Winkel von etwa 30°-45° zur senkrechten halten, Spitze zeigt auf das Bauteil...wenig Druck ausüben!!! bis das Bauteil ausgeschnitten ist.
    3.Auf eine ebene Fläche (am besten eine Glasplatte) einen Bogen Nassschleifpapier (ich nehme meist 240er) kleben (z.B. mit Sprühkleber). Dann die z.B. Rumpfhälfte mit der Schnittfläche auf die Schleiffläche legen und unter kreisenden Bewegungen bei mäßigem Druck langsam das überschüssige Material abschleifen (Wasser dazu - ich lege mir die Platte immer ins Waschbecken ;)), bis man an der Unterkante der vorher gezeichneten Linie ankommt .

    Das funktioniert so für alle Teile, die eine ebene Trennfläche haben. Besonders die Traglächen machen sehr viel Arbeit, bis die Hinterkannte dünn genug zusammengefügt werden kann, häufige Trockenanpassung nie vergessen!!

    Für alle übrigen Teile ist halt vorsichtiges Ausschneiden und Entfernen des Überschüssigen Materials mittels Messern, Feilen, Schleifpapier angesagt!
    Beim Zusammenfügen von größeren Teilen kleine Plastiksheetstücke von innen in die eine Hälfte kleben, die über die Naht ragen, so vermeidet man Höhenunterschiede.
     
  7. Guest

    Guest Guest

    Was ist denn der Vorteil von Vacu-Bausaetzen? So wie ich das hier gelesen habe ist es doch bedeutend mehr Arbeit als ein normaler Plastikbausatz.

    Gibt es dort Modelle die es sonst nicht gibt, weil die Vacuherstellung fuer den Hersteller sehr guenstig und einfach ist?

    Oder reizt euch etwa die Herrausforderung noch eine Schwierigkeit mehr zu meistern und aus einem Vacusatz ein gutes Modell zu bauen?
     
  8. #7 Markus_P, 23.04.2003
    Zuletzt bearbeitet: 23.04.2003
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    Genau das!! Für die Herstellung von Vacu oder Resin Bausätzen braucht es außer pfiffigen Urmodellbauern nur wenig Equipment, wohingegen Spritzguß in Großserie nur Industriell machbar ist. Manche der Vacu "Hersteller" betreiben das nebenberuflich bzw. neben dem Handel mit normalen Kits, die Ausrüstung passt in den Bastelkeller... nur so kann es Modelle von Dingen geben, für die es nur einen kleinen Kundenkreis gibt.

    Ich durfte selbst mal ein Praktikum im Spritzgußformenbau bei einem Automobilzulieferer machen (das Prinzip ist das gleiche, wie bei Modellen, die Toleranzen auch ;)), nach meinen Informationen können die Kosten für eine derartige Form, leicht im höheren 5-stelligen €-Bereich oder sogar noch höher liegen!!! Von Kosten und Wartungsaufwand für eine Spritzgußmaschine mal ganz zu schweigen...


    Vergleich dazu - Kleinserie, das andere Extrem, rein hypotetisch: nehmen wir an, ein Modellbauer will einen Vacu-Kit oder auch einen aus Resin herstellen (etwa gleiche Größe wie die C-21 hier).
    Herstellen des Urmodells kostet ihnerstmal nur seine Arbeitszeit und die eigene Motivation. Ist es dann gelungen, wird eine Form gegossen... Materialkosten: je nachdem, 100-200€
    Dazu kommt als einmalige Investition der Kauf bzw. der Selbstbau einer entsprechend Leistungsfähigen Vacu-Maschine , max 1000€, evtl. ein wenig mehr!
    Zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich dann die diversen Hersteller von Kleinserienbausätzen bzw. Zurüstteilen, seien es Vacu-, Resin, oder Ätzteile bzw. ein Mix aus allem... Die Herstellung der Formen (bzw. bei Ätzteilen der Filme) ist halt um einiges billiger, die Kunden sind oft bereit, etwas mehr zu zahlen, ergo schon kleine Stückzahlen lohnen sich!

    "Freaks", wie man hier einige findet, sind natürlich gerne bereit, die Herausforderung anzunehmen, um einen ganz bestimmten Typ bauen zu können, wobei ich aber bei den meisten davon ausgehe, daß sie, wie ich selbst auch, den Großserienbausatz bevorzugen würden, so es ihn denn gibt! Das Preis-Leistungsverhältnis ist natürlich auch manchmal nicht soo gut, aber dafür hat man etwas, was nicht jeder hat :D
    Kein Mensch würde einen Vacubausatz einer F-4F in 1/72 kaufen, nur weil es eher "echter Modellbau" ist... Oder, Flugi etwa???:?! neeeeee :FFTeufel:
     
  9. Guest

    Guest Guest

    Ist ja interessant das man mit sowenig Finanzen selber Modellbausaetze herstellen kann. Allerdings muss man da wohl schon einiges an Wissen und Koennen in sich vereinen bevor da wirklich nen gutes Vacukit bei rauskommt.

    Da ich noch Anfaenger bin und wohl auch sehr lange bleiben werde kommen Vacus fuer mich eigentlich nicht in Frage - erstens wuerd ich damit net fertig und zweitens gibts es noch tausende von Industriekits die ich gerne bauen moechte. Bislang interessiere ich mich eigentlich auch nur fuer 2 relativ schwer zu beschaffende Fluggeraete - den Original OH/AH-6 Cayuse aus den 60ern und die E2-Hawkeye, sowie den M119 Howitzer in der Fahrzeugsparte. Aber auch wenn die netmehr im aktuellen Programm der Hersteller sind kann man die sicher noch bei Ebay bekommen :)

    Was mich allerdings schon ein wenig wundert ist der relativ niedrige Preis der Industrieformen. Ok fuer einen Privatmann ist nen 5stelliger Euro Betrag natuerlich nen Brocken - wenn man allerdings bedenkt wie lange solche Formen teilweise benutzt werden und das man einen weltweiten Absatzmarkt hat kann ich mir garnicht vorstellen warum die Hersteller so stark auf Modelle setzen die Massenmarkttauglich sind. Frueher oder spaeter wuerden sich doch auch Kits ausserhalb der Reihe rentieren oder nicht? Zumindest bei Firmen wie Revell oder Italeri koennte ich mir das gut vorstellen.
     
  10. #9 Markus_P, 23.04.2003
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    der 5-Stellige Eurobetrag ist war einmal für eine recht Kleine Form in den Raum geworfen, kann auch schnell ne halbe Millionen werden, wenn es größer wird. Die Laufenden Kosten der Maschinen sind auch nicht ohne, Marketing, Vertrieb, Händlerspanne, da hängt soviel davor und dahinter, was Kosten verursacht. Das Engineering im Vorfeld, also der Entwurf der Form ist da denke ich auch noch nicht berücksichtigt... Mal als Beispiel: Die Form für ein größeres Klarsichtteil einer Rückleuchte (dürfte in etwa einem 72er Kampfjet von der Formengröße her entsprechen) war damals (1996) mit etwa 250.000,-€ versichert, mir wurde gesagt, daß sei gut das doppelte der eigentlichen Herstellungskosten. Wieviel kann wohl ein Bausatz nach Abzug aller anderen Kosten von den 12€ Verkaufspreis noch zur Amortisierung der Form beitragen?? Da müssen bestimmt eine ganze Menge Bausätze verkauft werden, um alle Anfangskosten wieder hereinzuholen!!

    aber das Thema gab es bestimmt schon öfter hier, einfach mal die Suchfunktion benutzen!
     
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  12. #10 Markus_P, 23.04.2003
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    Man könnte, wie gesagt, das war ein Extrembeispiel, das untere Limit, dazu gehört ein ziemlicher Idealismus, denn man braucht ja auch schon einige Kunden, um nur seine Materialkosten wieder reinzubekommen, da hat man noch keinen cent für hunderte von Arbeitsstunden bekommen. Normalerweise sagt man sich da... pfft, da scratch ich mir lieber ein Modell nur für mich :D, das hat dann keiner ausser mir
    :p
     
  13. Luca

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    In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass die Firma Revell den weltweiten Markt schon kräftig abklopfen muss, bevor ein solches Modell wie die Bv-222 produziert wird.
    Dies ist dann nur möglich, wenn man seitens des Unternehmens weiß, dass auch eine große Stückzahl von diesem eher exotischen Typs z.B. in Japan verkauft wird.

    Sieht man sich Bilder von japanischen Modelbaushows an, kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass deutsche Flugzeuge und Militärfahrzeuge dort sehr beliebt sind. (Mir persönlich waren japanische Flugzeuge immer irgendwie fremd.)

    Eines finde ich auch irgendwie logisch; Wenn Revell z.B. in Deutschland nicht genügend absetzt, wird sich dass in der Produktion der nächsten jahre niederschlagen.
    Das sollte aber niemand in seiner Kaufentscheidung beeinflussen. Dies sind die Gesetze des Marktes. Es kann keine Solidaritätskäufe geben.

    Allerdings bin ich immer wieder verwundert über den Einfluss einer Währung. Anders kann ich mir die hohen Preise aus Fernost nicht erklären.
    Umso besser die derzeitigen 'Joint Ventures' zwischen deutschen und japanischen Herstellern.

    Aber so richtig steck ich da nicht drin. :eek:

    Luca
     
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Thema: 1/72 Learjet 35/C-21A – RarePlane
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