Absturz einer U-2 im Sauerland ?

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Voyager

Guest
Ich bezweifele nicht, dass eine strukturell integere U-2 antriebslos vom Luftraum der DDR bis ins Sauerland segeln kann. Aber einen Abschuss im normalen Flughöhenbereich der U-2 halte ich nur mit einer Rakete für möglich. Und das sollte das Flugzeug so beschädigen, dass es mit mit der strukturellen Integrität nicht mehr weit her ist. Das Bild der Absturzstelle zeigt auch keine Beschädigungen, die auf Beschuss oder Splitterwirkung hindeuten, sowie keinen Brand.
Vielleicht haben die Schützen sie selbst abgeschossen? :FFTeufel:
(Zwei österreichische Jäger sehen einen Drachenflieger. Sagt der eine "Schau mal ein bunter Adler! Schiess ihn ab!" Daraufhin schiesst er und sagt "Mist! Daneben. Aber seine Beute hat er fallen lassen!")
 
Tiger53

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Ich weiss ja nicht mehr wo ich das gelesen habe, aber ich bin der Meinung die USAF hat alle U-2 die damals noch in solche Spionage mit Direktüberflügen verwickelt waren, sämtlicher Kennzeichen und Indentifiezierungsmöglichkeiten beraubt. Auch seien die Piloten größtenteils von der CIA gestellt worden. Bei der U-2 auf dem Bild ist ja alles in großen Lettern zu lesen, inklusive der tak. Kennung.
 
Schorsch

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Veith schrieb:
Welchen Sinn sollte es machen, die "sämtliche Kennzeichen" zu entfernen? So viele Staaten mit U-2 gabe es doch nicht .... o.k., ein verwirrspielchen mit taktischer Nummer bietet sich natürlich an.

siehe auch
http://www.jamesshuggins.com/h/u-2a/u-2_xx_cwm_powers_and_u-2.htm
Es könnte rein völkerrechtlich eventuell Unterschiede geben, ob nun das Flugzeug von der Luftwaffe kommt oder ob es sich um eine Aktion des Geheimdienstes handelt. Hinzu kommen eventuell verfassungsrechtliche Bestimmungen aus den USA selber, da ja der Einflug in fremdes Gebiet ein beinahe kriegerischer Akt ist, den man selbst in den USA nicht einfach so aus Lust und Laune machen kann.
 
AE

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Die USA haben sich mit der U-2 schon einiges geleistet.
Diese wurden ohne Kennzeichnung in Taiwan stationiert und kundschafteten die chinesischen Atomwaffenentwicklungen, -tests aus. Dabei wurden mehrere (8?) U-2 abgeschossen; dazu der Abschuß über Swerdlowsk und einer über Kuba. Ohne Kennzeichnung ist eine beweisbare Zuordnung, ob es sich um taiwanesische oder USAmerikanische Maschinen handelt, nicht möglich.
 
muermel

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sorry das ich jetzt erst anworte, aber ich hatte die letzen tage keinen möglichkeiten die seite zu besuchen da sie wohl offline war oder ähnliche. frage mich schon wie ich das überlebt habe :TD:
ich komme aus gerlingen bei olpe/biggesee. bei mir vor der haustür fängt quasi die A 4 von olpe nach aachen an.

lg
 
Luftpirat

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Der Absturz

Am Vormittag des 29. Mai 1975, dem Fronleichnamstag, sahen Augenzeugen um kurz vor 8 Uhr, wie eine im Gleitflug befindliche U-2 am Himmel über dem Hochsauerland in ca. 1000 m Flughöhe Treibstoff abließ. Schließlich begann sie zu wackeln und verlor ihre Höhenleitwerke. Der 30jährige Pilot, USAF-Captain Robert T. Rendleman, schoss sich auf seinem Lockheed-Schleudersitz heraus und seine U-2C (Article 367, Serial No. 56-6700) stürzte zwischen den Ortschaften Altastenberg, Silbach und Winterberg in den fichtenbestandenen Wald. Capt. Rendleman landete mit dem Fallschirm unverletzt auf dem alten Silbacher Fußballplatz, und auch das Flugzeugwrack richtete an der Absturzstelle lediglich einen kleineren Forstschaden an. Verschiedene Zeitungsmeldungen mit Fotos und eine Karte der Absturzstelle findet man hier.

Der Pilot

Robert Terrence ‚Terry’ Rendleman absolvierte 1963 die High School und studierte an der Auburn University in Auburn/Alabama Luftfahrttechnik. 1968 schloss er dort mit dem Bachelor of Science ab und ein Jahr später erwarb er seine Pilotenschwingen bei der U. S. Air Force. Danach war er u. a. im Tactical Air Command als Fluglehrer tätig, flog auf der OV-10A Bronco 310 Kampfeinsätze als ‚Forward Air Controller’ in Südostasien und war am 22. Oktober 1974 der 307. Pilot, der auf eine U-2 umschulte. Anschließend flog er bei der 349th Strategic Reconnaissance Squadron (SRS), die als Teil des 100th SRW auf der Davis-Monthan AFB in Arizona/USA stationiert war, und verlegte mit der U-2C Anfang Mai 1975 zur ALSS-Erprobung nach RAF Wethersfield, wo ihn am 29. Mai über dem Sauerland der hier thematisierte Absturz ereilte.

Rendleman flog danach weiter in seiner Staffel und war bei dem 1976 neu aufgestellten 9th SRW auf der Beale AFB in Kalifornien U-2-Fluglehrer. 1979 verließ er die USAF und flog für Braniff International Airways als Erster Offizier auf der Boeing 727. Als die Airline 1982 pleite ging, wechselte er als Manager in die Auffanggesellschaft Braniff-Dalfort, wo er die Aufsicht über die Flugzeugwartung führte. In diesem Aufgabenbereich machte Rendleman dann als Vizepräsident bei Northwest Airlines (1985-1993) und United Airlines (1993-1997) Karriere, anschließend als Betriebsschef der Frachtlinie ‚Atlas Air’ (1997-2001) sowie als Vorsitzender (2001-2004) von ‚Aeroxchange’, einem Versorgungsportal für Luftfahrtlogistik. Von 2004 bis 2006 war er zuständiger Vizepräsident für Flugzeugtechnik bei ‚Virgin America’.

Außenkommando Wethersfield ’75

Zwischen Mai und August 1975 verlegten fünf U-2C des 100th SRW der USAF im Rahmen der Operation „Constant Treat“ zum letzten Überseeeinsatz der alten U-2-Baureihe nach RAF Wethersfield in Ostengland. Eine sechste U-2C folgte nach dem Absturz von Capt. Rendleman als Ersatzflugzeug. Wegen allgemeiner Befürchtungen, dass in Großbritannien Spionageflugzeuge stationiert würden, verlangte die britische Regierung einen unauffälligeren als den üblichen, schwarzen Anstrich. Daher erhielten die Flugzeuge, die an dieser Operation teilnahmen, einen zweifarbigen blaugrauen Tarnanstrich im sog. ‚Sabre scheme’ (siehe nachstehendes Foto der No. 56-6692).

Ein schönes Modell der 56-6700 von Testors in 1:48 hat übrigens unser ‚Schrammi’ gebastelt. Und hier findet man eine Grafik der 56-6700 im Farbkleid der Operation „Constant Treat“. Diese Operation bestand in der praktischen Erprobung des ‚Advanced Location and Strike System’ (ALSS), einem Verfahren, bei dem drei in voneinander getrennten Lufträumen fliegende U-2 darauf warteten, dass eine feindliche Bodenstation (Radarstellung oder sonstige Einrichtung, die elektromagnetische Wellen ausstrahlt) aktiv wurde, um dann gleichzeitig dieses Bodenziel zu erfassen. Die erfassten Daten aus den drei relativen Positionen zum Ziel wurden in Beinahe-Echtzeit an ein ‚Tactical Air Control Center’ (TACC) übertragen, das aus den Daten per Triangulation die genaue geografische Lage des Ziels errechnete und dann diese Positionsberechnung ebenso schnell an eigene Angriffsflugzeuge weiterleitete.

Da es für die Messungen genügte, in drei getrennten Lufträumen an der Peripherie der Emittenten zu fliegen und nicht direkt über dem Territorium der DDR oder CSSR, und da die Positionen der drei Flugzeuge vom TACC genau nachverfolgt wurden, sind eine Grenzverletzung, ein Beschuss und resultierende Beschussschäden an einem der beteiligten Flugzeuge eher unwahrscheinlich. Der Triebwerksschaden der 66700 hatte daher höchstwahrscheinlich eine andere Ursache. Nähere Infos hierzu sind immer willkommen, herbie!

Die Erprobungsprogramme

Um die ALSS-Technik zu erproben, waren die sieben verbliebenen U-2C der USAF bereits 1972 mit der entsprechenden Ausrüstung versehen worden, die u. a. aus einem Satz von 18 Empfangsantennen im ausgebuchteten Q-Schacht bestand. Entwicklungsprobleme verzögerten die Erprobung aber bis 1975, und auch die Ergebnisse der Operation „Constant Treat“ waren nicht zufrieden stellend.

Hierauf aufbauend folgte 1977 das ‚Precision Location Strike System’ (PLSS) oder ‚Precision Emitter Location Strike System’ (PELSS), das bis 1987 mit der U-2R/TR-1 fortgesetzt wurde und letztlich zur Beschaffung der Boeing/Grumman E-8 JSTARS führte.

Über die Jahre hinweg erprobte die USAF dieses Prinzip in verschiedenen Programmen mit bemannten und unbemannten Plattformen. Sie trugen Projektnamen wie „Compass Bright“, „Compass Counter“, „Compass Cope“, „Pave Onyx“ und „Pave Nickel“.

Gruß
Luftpirat

(Foto: USAF)
 
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vogel1

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Dankeschoen!
Also hatte es doch nix in dem anderen Thread verloren:red:
 

pat.smith80

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Mein Opa und ein förster waren damals die ersten an der absturzstelle u haben als erste den Piloten endeckt allerdings hat er nicht mit ihnen gesprochen sondern nur eine Frage gestellt u die war auf englisch "east or west?" Mehr hat er nicht gesagt bzw. gefragt danach kam die Polizei, die Bundeswehr und dann die Amerikaner mit einem Sogenanntem Bananen Hubschrauber und haben alles umstellt mein Großvater wurden dann daraufhin zwei mal von den Amerikaner bei der Polizei in Winterberg verhört.
 
Intrepid

Intrepid

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Da ich 1961 in Winterberg geboren bin und als Jugendlicher an allem interessiert war, was mit Flugzeugen zu tun hat, kann ich mich natürlich auch an den Absturz erinnern. Wir wollten hin, aber das Gelände war sehr bald weiträumich "amerikanisch", da kam nicht mals mehr ein deutscher Polizist hin. Das mag aber zu der Zeit bei abgestürzten amerikanischen Militärflugzeugen generell so gewesen sein. Wegen der rigorosen Maßnahmen war schnell für jeden klar, der Flieger konnte nur über der Ostzone abgeschossen worden sein (ohne ein einziges Fakt zu kennen).
 
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