Do 17 als Zerstörer (ohne Waffenbug) - wie sinnvoll?

Diskutiere Do 17 als Zerstörer (ohne Waffenbug) - wie sinnvoll? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Ein freundliches Hallo! Peter Habicht, dessen Biografie ich erforsche, ist von 1940 bis 1943 Zerstörer im ZG 26 geflogen. Meist waren es Me 110...
PeterHabicht

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Ein freundliches Hallo!

Peter Habicht, dessen Biografie ich erforsche, ist von 1940 bis 1943 Zerstörer im ZG 26 geflogen. Meist waren es Me 110 oder Ju 88. Beide hatten einen Waffenbug. Etwa ein halbes Jahr lang flog er aber die Do 17 mit der Glaskanzel. Das war im Sommer 1942 in Afrika. Damals hatte er die neu aufgestellte 10. Staffel als Kapitän übernommen. Für mich erhebt sich die Frage, was der Grund für die Ausrüstung mit diesem Flugzeug war? Die III. Gruppe war ab Mai 1942 als Schlachtflieger für Rommel in Libyen unterwegs. Drei Staffeln flogen weiterhin Me 110, die 10. Staffel aber nicht. Warum? Die Ausstattung der Do 17 mit frontseitigen Bordwaffen war doch eher dürftig. Was also könnte der Grund dafür gewesen sein? Mangel an Me 110? Man nahm die Do 17, weil sie gerade verfügbar war? Anbei ein Bild meines Schwiegervaters bei der Besichtigung seines Flugzeugs in Afrika. Mit dem Foto will ich illustrieren, was ich meine.

Beste Grüße

Wolf
 
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Hagewi

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Es ist etwas schwiegrig, wenn Du zum einen ständig einen neuen Thread eröffnest und auch nicht angibst, welchen Kenntnisstand du schon hast.

Hast du hier schon mal nachgesehen?: Lexikon der Wehrmacht - Zerstörer-Geschwader Da ist keine Ausstattung mit Do-17 genannt.

Die Do-17 wurden z. B. auch gerne noch als Verbindungsflugzeuge oder auch zur Erkundung benutzt und insoweit aufgebraucht. Das Stukageschwader 3 hatte z. B. sogar He-111
 
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PeterHabicht

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Hallo Hagewi,

ich möchte ganz sicher nicht unangenehm auffallen. Die Begründung für die verschiedenen Threads ist die, dass sie völlig unterschiedliche Themen behandeln. Die Frage nach dem exakten Modell eines Segelflugzeugs ist doch etwas ganz anderes als die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines militärischen Erdkampfflugzeugs ohne Waffenbug oder der Suche nach einem ganz bestimmten Piloten. Ich lerne aber gern dazu und passe mich anderslautenden Regularien gern an. Zum Kenntnisstand: Das Allgemeinwissen zu Thema ist ganz gut. Ich habe drei Meter Bücher über Rommel, Zerstörer, Luftkrieg über Deutschland etc. etc. neben mir stehen. Es bestehen aber Kenntnislücken in ganz bestimmten Detailbereichen. Daher werfe ich hier zielgerichtet ganz spezielle Fragen auf in der Hoffnung, dass es da einen Spezialisten gibt. Das Lexikon der Wehrmacht, das Forum der Wehrmacht und die Internetseiten zum ZG 26 sind mir bekannt. Wenn dort keine Do 17 aufgeführt wird, dann ist die Website leider unvollständig. Sorry! Ich habe Dutzende Bilder mit Do 17 und meinem Schwiegervater in der libyschen Wüste, die genau das beweisen. Das oben angehängte Foto wurde definitiv in Libyen aufgenommen. In diesem Thread würde ich also gern mit jemandem diskutieren, der eine nachvollziehbare Idee zu von mir aufgeworfenen speziellen Fragen hat.

Beste Grüße

Wolf
 
Hagewi

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Flugzeuge als Verbindungs- und Kurierflugzeuge sind allermeisten nicht in solchen Darstellungen gelistet. Auch, da sie häufig wechselten. Die Liste würde dann auch wohl einfach zu lang.

Und die Korrektheit deiner diesbezüglichen Angaben bezweifle ich bestimmt nicht. Ich versuche ja gerade dazu eine Hintergrundinformation zu geben.
 

Ledeba

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Die Bewegungsmeldungen der 10./ ZG 26 weisen durchaus Do 17Z als Bestand aus... in der Zeit von 03/ 42 - 09/ 42 sogar ausschließlich (03/42 - 05/42: 8 Maschinen, 06/42 - 08/42: 9 Maschinen, 09/42: 5 Maschinen). Ab 10/42 kamen dann erste Ju 88C - 6 hinzu, im Dezember 1942 waren die Do 17 verschwunden. Da die 10./ ZG 26 erst in Afrika aufgestellt worden ist, wird sie die Do 17 vermutlich von einem anderen Verband übernommen haben --- ZG's sind aber nicht mein Metier, daher würde ich meine Aussagen mit Vorsicht genießen. :wink2:
 
Hagewi

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Das hilft schon mal weiter.

Was für Kennzeichen am Rumpf sind denn ggf. auf den Fotos zu sehen?
 
PeterHabicht

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Passt schon alles zu den schriftlichen Berichten von Peter Habicht. Die 10. Staffel/ZG 26 ist im Sommer 1942 mit ihren Do 17 Erdkampfunterstützung für Rommel geflogen, sie hat Begleitschutz-Aufgaben für den Nachschub übernommen, U-Boote und feindliche Luftstreitkräfte (Beaufighter) bekämpft. Die Übernahme der Ju 88 erfolgte auf Kreta. Eine Frage: Was sind das für "Bewegungsmeldungen"? Ich war im Militärarchiv in Freiburg, kann mich aber nicht an derartige "Bewegungsmel-dungen" erinnern. Die Kennzeichen sind die des ZG 26: Sie beginnen mit "3 U".
 
Hagewi

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Spricht dann für eine behelfsmässige Erstausstattung.
Für Erdeinsätze durchaus geeignet, für Luftkämpfe bestimmt nicht.
 

Ledeba

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Das sind Meldungen über Zugänge (aus Neufertigung, Reparatur, von anderen Verbänden) und Abgänge (ohne und mit Feindeinwirkung, Überholung) von Flugzeugen bei den jeweiligen Verbänden ... die müsste man eigentlich auch in Freiburg finden ... in welchem RL-Bestand kann ich aber leider nicht sagen (weil für mich bis dato uninteressant).
 
PeterHabicht

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Danke sehr, Ledeba! Wenn ich mal wieder in Freiburg bin...

Ja, Hagewi, du triffst es genau auf den Punkt mit der Bezeichnung "behelfsmäßig". Warum nur stattet man eine ganze Staffel "behelfsmäßig" aus, statt sie mit besser geeignetem Gerät zu versehen? Maschinenmangel? Das war und ist immer noch meine Frage.
 
Hagewi

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Mangel an Alternative ist bestimmt eine Erklärung. Sommer 1942 gab es ja andere Schwerpunkte die auch nicht "bedarfsdeckend" versorgt wurden.

Wenn noch andere Kennzeichen oder die Stammkennzeichen erkennbar wären könnte man ggf. ableiten wo die Maschinen vorher gewesen waren.
 
HoHun

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Moin!

Danke sehr, Ledeba! Wenn ich mal wieder in Freiburg bin...
Es hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht hat, die alle abzutippen ... jedenfalls ab 03/1942, warum es erst dann losgeht, ist mir nicht so ganz klar. Die Meldungen ab 01/1945 sind nicht erhalten.


Falls die Seite mal verschwindet, hier die Quelleninfo ... zwar Englisch, aber es geht ja nur um Archivreferenzen:

Flugzeugbestand und Bewegungsmeldungen, 3.42 - 12.44

Introduction

The original documents can be found at the Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg:



RL 2 III/874 - 875 covering 3.42 - 12.42​
RL 2 III/876 - 879 covering 1.43 - 12.43​
RL 2 III/880 - 882 covering 1.44 - 12.44​

The originals are mostly handwritten, and can be hard to read at times. The records after 12.44 has been lost.

The documents can be ordered on microfiche copy through SELKE.
Tschüs!

Henning (HoHun)
 
PeterHabicht

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Merci, Henning!
 
Hannes64

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Hallo

Es gibt ein Foto einer solchen Dornier Do 17 Z der 10./ZG 26, auf Seite 440 im Buch "Luftkampf zwischen Sand und Sonne". Die Dornier wurde in Castel Benito von der Luftwaffe zurückgelassen und von den Briten erbeutet, Kennzeichen 3U+FU, das F in Schwarz auf dem weißen Rumpfband. Hoffe es hilft weiter, Gruß Christian
 
A6Intruder

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Moin,
du meinst sicherlich dieses hier:


Da ich diesen Vogel auf meiner To Do Liste habe, wäre ich auch an genaueren Daten zu diesem Vogel interessiert.
Im Netz unterscheiden sich die Farbangaben deutlich. Oft wird die Maschine mit grün oder oliv gesprenkelt dargestellt. Das gibt, meiner Meinung nach, das Foto nicht her. Für mich ist die Maschine, so wie es der Decalsatz von OWL hergibt, einfarbig in RLM 79 oben und wahrscheinlich 78 unten.
Was mich interessieren würde: Sind die Seitenleitwerke evtl. gelb? Flügelspitzenunterseiten weiß? gelb? Oder nur 78? Motorunterseiten: kompl gelb? nur Frontring? oder weiß?
Beste Grüße
Stefan
 
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Sens

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Danke sehr, Ledeba! Wenn ich mal wieder in Freiburg bin...

Ja, Hagewi, du triffst es genau auf den Punkt mit der Bezeichnung "behelfsmäßig". Warum nur stattet man eine ganze Staffel "behelfsmäßig" aus, statt sie mit besser geeignetem Gerät zu versehen? Maschinenmangel? Das war und ist immer noch meine Frage.
Es kommt immer darauf an, was man damit machen will. In Nordafrika herrschten ja besondere Bedingungen, der Nachschub und die Bewegungen waren an wenige Routen gebunden und zogen sich über hunderte Kilometer hin. Da war es schon ein ziemliches Pech, wenn man dabei auf einen Jäger der Gegenseite traf.
Das galt übrigens auch für die Me 110, die dort zu neuen Ehren kam, weil sie das bot, was dort am wichtigsten war. Das waren Reichweite und Verweildauer. Da brauchte man auch mehr als ein Besatzungsmitglied, da die Navigation sehr hohe Anforderungen stellte.
Hier mal ein Beispiel für einen Einsatz und jeder kann selbst überlegen, was da eine Me 110 gebracht hätte. British Submarine vs Italian Torpedo Boat
Die Mehrheit der Einsatzflüge mit der Do-17 dürfte die bewaffnete Aufklärung gewesen sein, wo das Muster noch sinnvoll abgenutzt werden konnte und gleichzeitig die Kampf-kräftigeren Me 110 von Routine Einsätzen befreite. Die Briten machten es ja ähnlich. In der Heimat wären sie ansonsten als Schulflugzeuge aufgebraucht worden.
Auch 1942 musste eine Maschine bezahlt werden und eine Reichsmark hatte nur eine bedingte Kaufkraft. Es fehlte einfach an Geld sich die gewünschte Anzahl an Me 110 zu kaufen.
 
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FREDO

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Halle/S.
Farbgebung würd ich entsprechend MTO einordnen: 79, 78. Und Rumpfband, Tfspitzen unten weiß, nach Foto nur der Motorfrontring auch weiß. Mehr würd ich da nicht interpretieren wollen
 
PeterHabicht

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Hallo zusammen,

nochmals ganz herzlichen Dank an alle, die mir mit ihren Erkenntnissen und Einschätzungen eine wertvolle Hilfe sind. Ganz besonders gefreut habe ich mich über den Literaturhinweis von Sens. Das Buch war mir noch nicht bekannt. Ich habe es soeben bestellt. Damit habe ich wieder ein Puzzleteil für die Biografie beisammen. Ich bin sehr gespannt, ob ich den bei Greenbaum geschilderten Vorfall in der Feldpost meines Schwiegervaters erwähnt finde. Manchmal hat er nämlich darüber an Eltern oder Ehefrau berichtet.

Beste Grüße

Wolf
 
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