Fährunglück im Mittelmeer - Hubschraubereinsatz

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Moderatoren: gothic75
  1. Thone

    Thone Astronaut

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    Guten Abend.

    Ich habe seit heute morgen die Rettungsaktion im Mittelmeer verfolgt, bei der mehrere hundert Passagiere von der Fähre "Norman Atlantic" evakuiert werden mussten.
    Die letzten Infos aus dem Deutschlandfunk von eben besagten, dass das Schiff inzwischen 33 km von der italienischen Küste entfernt und etwa 12 km von der albanischen Küste treibt.

    Aufgrund des Seegangs und der Windverhältnisse können keine Rettungsboote längsseits gehen, es bleibt also nur der Weg über den Hubschrauber.

    Was mich dabei wunderte und warum ich den Thread aufmache:

    Mehrfach habe ich gehört, dass pro Flug nur 4 (manchmal werden auch 2 genannt) Passagiere geflogen werden können.

    Das verwundert.

    Zum einen würde ich den Merlin im Einsatz vermuten, zum anderen sollten doch auch schon NH-90 im Einsatz sein? Zumindest könnte man doch Kräfte nachgeführt haben? Den italienischen H-3 hat man ja schon ausgemustert.

    Thomas
     
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  3. #2 K.B., 29.12.2014
    Zuletzt bearbeitet: 29.12.2014
    K.B.

    K.B. Flieger-Ass

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    Das mit den zwei oder vier Personen könnte Sinn haben, wenn man die einfach nur in den Rettungskorb einsteigen lässt und direkt auf dem Nachbarschiff absetzt. Müssten dann nicht aber schon deutlich mehr in Sicherheit sein?

    Was die Hubschrauber angeht, habe ich folgende Bilder gefunden:

    http://images.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-12/norman-atlantic/norman-atlantic-540x304.jpg
    Das könnte ein griechischer Super Puma sein.

    http://polpix.sueddeutsche.com/polo...e/image.jpg_gen/derivatives/860x860/image.jpg
    Das ist ein italienischer AW 139.

    http://www.bild.de/news/ausland/schiffsunglueck/adria-brand-faehre-live-ticker-39124584.bild.html#
    Beim Video sieht man bei 1:08, dass es ein AW101 sein müsste. Zwar habe ich keine Bilder von italienischen AW101 mit Dispenser auf dem Sponson gefunden, aber vom Rest her (Tür, Winde,...) scheint das zu passen.

    Ergänzungen:

    http://en.protothema.gr/the-evacuat...-156-passengers-already-been-moved-to-safety/
    Etliche Bilder, u.a. von einem AW101, und die Videos der italienischen Marine.

    https://www.youtube.com/watch?v=64ZLYtB-yQA
    Hier sieht man noch ein Standbild einer CL-415 beim Löscheinsatz.
     
  4. #3 Grimmi, 29.12.2014
    Zuletzt bearbeitet: 29.12.2014
    Grimmi

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    Moderator

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    gemäss Helis.com (fb-Seite) sind folgende Typen im Einsatz:

     
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  5. Sens

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    Die Entfernungsangaben können nicht stimmen, da die kürzeste Distanz zwischen Italien und Albanien knapp 80 km beträgt.
    Das Feuer im Fahrzeugdeck erlaubte keinen Zugang über die Bordwand.
    Der Brand ist inzwischen gelöscht und es besteht keine Notwendigkeit mehr alle Personen per Hubschrauber zu evakuieren.
    In den Nachrichten wird leider immer nur über die schlimmste Option spekuliert.
    Seit Sonntagabend gab es eine Leine zu einem Schlepper.
     
  6. #5 Chopper80, 29.12.2014
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    Chopper80 Astronaut

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    Ich glaube, das ist nur der fachlichen Qualifikation der Journalisten geschuldet. Die haben in meinen Augen Flug mit Winchvorgang verwechselt.

    C80
     
  7. TRIGS

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  8. Thone

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    @all: Danke.

    @Chopper80: Das hätte ich auch so gedacht. Konnte gestern Nacht nur nicht mehr die Infos zusammen tragen, welche Typen dort im Einsatz sind.

    Thomas
     
  9. #8 gk juergen, 29.12.2014
    gk juergen

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    mir stellt sich weger der aktuellen Hubschraubersituation der BW die Frage, in wie weit die BRD bei einem solchen Unglück vor der Haustüre selbst noch handlungsfähig wäre. BPol? Ziv?BW:headscratch:
     
  10. K.B.

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  11. #10 Chopper80, 29.12.2014
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    Nunja, es gibt ja neben der BPol auch noch diverse zivile S76/ AW 139 an der Nordseeküste

    C80
     
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  12. Lämmi

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    Wobei die meines Wissens nach keine 365/24 Stunden SAR-Bereitschaft vertraglich stellen müssen...

    Uwe
     
  13. #12 Robotic, 29.12.2014
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    Weiterhin darf die Marine/BW bei deutlich schlechteren Wetter-Verhältnissen fliegen wie die zivilen Kollegen.
     
  14. #13 Chopper80, 29.12.2014
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    Wiking stellt doch die Maschine fürs Havariekommando, oder? Außerdem rede ich nicht von der Standard-SAR-Bereitschaft. Im Katastrophenfall würde es sicherlich neben der BW genug geeignete Maschinen geben.

    C80
     
  15. Lämmi

    Lämmi Flieger-Ass

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    Wobei ich mir vorstelle, dass die mit entsprechendem Vorlauf ausrücken muss. Ad hoc, Tag und Nacht, bei jedem Wetter und dann kalendermäßig vorbereitet, halte ich für ein ziemliches Vabanquespiel darauf zu vertrauen, dass man jederzeit auf ausreichend zivile Kräfte zurückgreifen kann. Im Notfall helfen aber vermutlich die Niederländer, Belgier, Dänen und Polen aus.

    Vgl. auch diesen Bericht der DGzRS vom 25.12.2014.

    Uwe
     
  16. #15 Chopper80, 29.12.2014
    Chopper80

    Chopper80 Astronaut

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    Dass die primären SAR-Mittel, auch die der Nachbarländer, den "Erstangriff" vornehmen, ist doch klar. Wenn aber, wie in diesem Fall in der Adria , das ganze über lange Zeit läuft, dann wären sicherlich auch die von mir angesprochen Kräfte verfügbar. Das war ja auch die eigentliche Frage von GK JUERGEN.

    C80
     
  17. Lämmi

    Lämmi Flieger-Ass

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    Wie sind denn da die Erfahrungen mit dem Heli-Alert-Konsortium des DHV? Gibt es kalndermäßig ausgearbeitete Alarmierungspläne? Wissen die RCC welche Betriebe (NHC mit AS365N2, DHL mit BK 117B2, Wiking S-76, AW139 und AW 109S, Heli-Service-International mit AW139, HTM mit EC135, zeitweise BK117/EC145, (ADAC mit BK117/zukünftig mit EC145T2), DRF mit BK117, NHV mit EC175, AS365, AS332L2, CHC mit AS332, AW139 (?), Bristow mit S61N (?), AS332/EC225...) sie anrufen können, um derartige Einsätze vergeben zu können? Gibt es da entsprechende Verträge oder Abkommen? Einsätze müssen ja auch bezahlt werden, also verbindliche Alarmierungen vorgenommen werden können.... BPOL ist mit Sicherheit auch einigermaßen zuverlässig bei der Nachalarmierung und kann einige hochseetaugliche Super Puma und EC155B1 der Staffel Fuhlendorf hinzusteuern. Die Landespolizeien sind bei richtigen Off-Shore-Einsätzen nicht vorbereitet.


    Uwe
     
  18. #17 mike november, 29.12.2014
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    Ich gehe davon aus, das wir bei einem ähnlichen Ereigniss in unserer SRR durchaus in der Lage wären binnen relativ kurzer Zeit (Zeitansatz <6 Stunden)

    2-3x SeaKing (GNY)
    1-2x Eh-101 (RDAF)
    2x As-332 / Ec-155 (BPol)

    +, je nach Einsatzort noch NL, PL oder SWE Helicopter in den Einsatz bekämen. Selbst im Optimalfall kann kein Nordsee- / Ostseeanreiner Kräfte für solch eine Situation vorhalten und ich denke wir stehen im "Worst Case" nicht so schlecht da.

    Die Offshore RTH, Lotsenversetzer etc, würde ich, vor allem aus Gründen der Flugsicherheit, nicht unmittelbar am Havaristen einsetzen wollen, sondern eher zum Weitertransport. Hier fehlt häufig einfach die Kentniss der Verfahren und wenn man mit 4-5 Maschinen vom ACO in ein Pattern am Havaristen, evtl. noch bei Mistwetter gestacked werden, sollten wirklich alle Beteiligten wissen was sie da tun und das sie können was sie da tun. Das ist viel Alu in relativ wenig Luftraum.
     
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  19. Thone

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    Die Gedanken habe ich mir in den letzten Tagen auch gemacht.

    Und nicht nur ich:

    http://www.finanznachrichten.de/nac...gen-dass-sich-dieses-unglueck-nicht-h-007.htm


    Sonst: Die Federführung hätte das Havariekommando.
    Die Marine würde sicherlich schicken wen sie hat.
    Zwischen den Feiertagen, bei dem in den letzten Monaten ja genügend diskutierten Klarstand und der Tatsache, dass ich ja auch immer Crews brauche, die das zum einen können und zum anderen auch vor Ort sein müssen (Pendeln, Urlaub, Weihnachtsmarkt), könnten wohl andere eher was reißen.

    Natürlich müssten die Nachbarnationen helfen. Und auch Viking, ADAC, HTM und wer sonst noch hier rumkaspert würden sicherlich gerne mitmachen.
    Aber wie @MikeNovember schon schrieb: Es muss zumindest annähernd sicher gestellt werden, dass man miteinander spricht, dass die Verfahren kompatibel sind, dass das Personal weiß was es tut (in der Nordsee sind ja genügend ex - MFG5er unterwegs) und dass jemand vor Ort die Leitung über die Hubschrauber hat, der das auch gelernt hat. Denn wenn gleichzeitig 10 Hubschrauber um das Schiff kreisen, ist niemandem geholfen und alle verbrennen nur sinnlos Sprit.

    Aber zu tief möchte ich in die Materie gar nicht einsteigen, ist ja alles so gewollt wie es momentan läuft.

    Thomas
     
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  21. #19 Tiger-Fan, 29.12.2014
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    Die beteiligten Hubschrauberbesatzungen haben sicherlich einen TOP-Job gemacht. Bei den dortigen Bedingungen ( Wind / Seegang der Fähre/ Rauch/ Emotionale Anspannung / Dauer des Einsatzes über die Nacht hinaus) . Die bislang genannten Hubschraubertypen habe ich auch so im Einsatz auf diversen Infoquellen gesehen. AW139 , AW 101 waren dabei die größeren Muster. Wobei sicherlich der AW101 aufgrund seiner Performence und Dauerdurchhaltefähigkeit den Großteil der zu rettenden Personen evakuiert hat . Gerade deswegen wäre es unabdingbar eine solche Katastrophe in unseren Planungs- und Einsatzstäben auszuwerten. Ob man mit dem NH90 da die richtige Wahl getroffen hat bezweifele ich erheblich. Ein Nachfolgemuster für den bewährten SeaKing sollte mehr Leistungsdaten speziell im Langzeiteinsatz haben als ein NH90. Ob man in Verbindung mit einem Nachfolgemuster bei der Bundespolizei einen EH101 in Überlegungen einbeziehen sollte halte ich für zwingend. Allein der Kostengrund sollte hier nur eine sekundäre Rolle spielen. Insbesondere das Deutschland in Richtung Norden und baltische Staaten erhebliche Fährverbindungen unterhält. Kleines Fazit : Ein größeres Muster wie der NH90 wäre für die Organisationen der SAR-Befähigung notwendig.
     
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  22. #20 mike november, 30.12.2014
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    TF, ich bin da Grundsätzlich voll bei Dir, auch wenn ich das Wort Bundespolizei durch Bundeswehr ersetzen würde. ;)
     
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