He 219A-0: Vom Bild zum Modell

Diskutiere He 219A-0: Vom Bild zum Modell im Props bis 1/48 Forum im Bereich Bauberichte online; Seit langem geisterte in meinem Kopf ein Projekt umher, dass mich faszinierte und auch herausforderte. Bisher habe ich solch große Modelle in 1/48...

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    Seit langem geisterte in meinem Kopf ein Projekt umher, dass mich faszinierte und auch herausforderte. Bisher habe ich solch große Modelle in 1/48 noch nicht gebaut, die Dimension dieser Hitec-Mühle von Heinkel und deren Entwicklungsgeschichte ist mehr als nur interessant und so mancher Artikel in Büchern und Zeitschriften die Fahrt in der S-Bahn und zurück angenehm verkürzt.

    Ausgangsbausatz ist der von Tamiya He 219-A7, die um einiges zurückgebaut/ geändert werden mußte. Ausgangsfoto waren einige bekannte und weniger bekannte PK-Aufnahme von ca. Anfang 1944 sowie in der Flugzeug Classik erst kürzlich veröffentlicht vollkommen neuen Fotos aus einem Album eines Nachtjägers (3) von dieser maschine G9+FK von Hauptmann Ernst-wilhelm Modrow von der 2./ NJG1.
     

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    Das sind die neuen Fotos aus der Flugzeug-Classic 8, Seite 76 ff::HOT:
    Danke für diese tollen Fotos, die viele meiner Annahmen und Recherchen voll unterstütz haben:
     

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  4. BOBO

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    Unter anderem habe ich mir u.a. folgende Quellen rausgesucht bzw. beschafft:

    + Flugzeug Profil #10: He 219,
    + Waffenarsenal S-78: Heinkel He 219 "Uhu" M. Griehl
    + Monografie Lotnice #99: Heikel he 219, AJpress (Polen)
    + Kagero 3041 Heinkel He 219 "Uhu", (Polen)
    + FAOW #119, Hei 219 "Uhu" Japan
    + Aero Heft 117
    + Samoloty Swiata #1: Heinkel He 219, Kr. Brandt (Cz)
    + AirShow 1/1993 (Polen)
    + Ullmann "Oberflächenschutzverfahren und Anstrichstoffe der ... Luftwaffe 1935-1945"

    Im Buch von Herrn Ullmann bin ich im Teil "Nachtsichtschutzanstrich" (S.104 ff) und "Nachtjäger" (S.110 -113) hängengeblieben in der Hoffnung, etwas genaueres zum Thema He 219A, Ju 88C/G, Me 110G, Me 410 zu finden. Die Anzahl der Seiten hat mich schon stutzen lassen. Beim genaueren Lesen fiel mir auf, es fehlen wesentliche Angaben zu diesem Thema, zumal Nachtjäger und Nachtsichtschutzanstriche zwei paar Schuhe sind, was im Text auch zu merken ist. :mad:

    Im Text "Nachtjäger" findet man dann Angaben, dass 1942/ Anfang 1943 RLM76 über alles mit Flecken RML 75 verwendet worden sei. Als Beweis wird eine Farbgrafik herangezogen und kommentiert, aber keine Bilder, keine Beispiele ... eigentlich enttäuschend. :p Es gilt also zu klären, was wurde werksseitig wie ausgeliefert (speziell He 219) und was wurde wie an der Front durch die Werkstätten entsprechend der Gegebenheiten umgespritzt.

    Ergo ... werde ich mal Nachhaken und versuchen eine eigene Abhandlung zusammenzutragen ... hier bahnt sich einiges an Vorarbeiten an, die ich dachte schnell abhandeln zu können. Es würde mich aber später ärgern, diesbezüglich nicht (für mich) Klarheit geschafft zu haben.

    Als Abziehbildvorlage habe ich mir folgenden Bogen (CZ) beschafft:
     

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  5. BOBO

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    Ich habe eine Reihe vom Bilder mal zusammengetragen und digital ein wenig bearbeitet, die ein wenig die möglichen und unmöglichen Tarnbemalungen bei mehrmotorigen Nachtjägern aufzeigen.

    Und ich will mich nicht über einen Farbton an und für sich streiten, sondern benutze die gängigen Bezeichnungen!

    Ich beginne mal mit einem Test:
    In meinem Grafikprogramm habe ich mir mal die Strichführung einiger Bemalungen an Ju-88C/Gs und He-219 nachempfunden und bin auf folgende Ergebnisse gekommem:

    RML76 auf RLM74/75 bzw RLM74/75/22
     

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  6. #5 BOBO, 15.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 16.09.2010
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    Nachfolgende Fotobeispiele sollen meine Annahme über den Farbanstrich auf Heinkel 219A erhärten. Wenn man sich die Fotos anschaut, soll man dass mit der Fragestellung verbinden, welche Farbe kam hier zuletzt drauf.:!:
     

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  7. BOBO

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    Und das letzte Nachkriegsfoto zeigt die He 219A7 (D5+CL) mit einer ebenfalls schon hier bekanntgewordenen Tarnmusterstruktur am Cockpitrand, Motorbereich. :!:

    Und in jeglicher deutscher, englischer und amerikanischer Literatur mit dem Thema Tarnung und Kennung der Deutschen Luftwaffe hat sich noch niemand der Autoren die Bilder richtig angeschaut. Wie gesagt, probiert es selber aus, Eure Augen und Euer Kopf werden schneller die Antwort finden, als Ihr glaubt. Immer die Frage stellen, Welche Farbe kam zu letzt drauf, wie wurde die Farbe aufgetragen (Quaste/ Pinsel/Spritzpistole). Der Rest ist dann reine Gefühlssache. Und ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber es scheint, dass die Rumpfseiten und Motorseiten dunkler sind, als die Farbe RLM76 ... eine Täuschung oder doch nicht
     

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  10. BOBO

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    Kageros Grafiker hat richtig hingeschaut und gute Bildquellen gehabt!

    Bildquellen gibt es genügend, nur man muß dabei auch große Bilder finden und mal die Kopflupe zur Hand nehmen und zeimlich genau hinschauen mit der Frage im Kopf, welche Farbe kam zuletzt drauf.

    Ich möchte mal persönlich kühn behaupten, dass die C5+DL sogar einen schwarze Rumpfseite und *unterseite hatte, da die Seiten dunkler sind als das "reine" RLM76.
     

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  11. #10 BOBO, 15.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 16.09.2010
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    In der Zusammenfassung entsteht für mich folgendes Bild für die He 219 Nachtjagdtarnung:

    Die He 219 kam als Nachtjäger ca. Sommer 1943 an die Front zum scharfen Einsatz beim NJG 1.

    Die Quelle Michael Ullmann's Buch "Oberflächensichtschutzverfahren ...." spricht auf S.110 von einem "standdardmäßigem Nachtjagdanstrich über alles" in RLM22. Dazu wurde Anfang 1943 RLM76 über alles als Flecken aufgetragen und blieb, nach Schilderung des Autors, bis Mai 1945 der Standardanstrich der Nachtjäger, wovon es eine Menge an Variationen gegeben haben soll. Ab Ende 1944 sollen dann auch RLM81/82/83 für die Oberseiten verwendet worden sein - einzeln - zusammen oder auch mit RML 76.

    Bilder und entsprechende Dokumente/ Faksimile blelbt uns der Autor schuldig!

    Jetzt meine Interpretation:
    mehrmotorige Nachtjäger wurden aus den einzelnen Werken kommend mit RLM22 sowie RLM74/75 ausgeliefert. Die Standardschemen setze ich als bekannt voraus! Im Frühjahr/Sommer 1943 wurde die einmotorige Nachtjagd aufgegeben (JG300, 301 und 302). Die mehrmotorige Nachtjagd wurde verstärkt durch die NJGs übernommen und mit neuen Flugzeugtypen He 219 und Ju 88G ausgerüstet. Die beschriebenen Tarnfarben wurden dann mit RLM76 an der Front überspritzt/ übermalt. Somit tauchen sowohl ältere He 219A-0 Modelle - umgerüstete in den Heinkelwerken zu A-5 oder A-7 - mit den älteren Nachtsichtschutz an der Front auf, als auch neu gelieferte Maschinen, die dann nach Ermessen der Gruppen mit RLM76 versehen wurden
    Und wenn ich mir nun einige Fotos von "gleichaltrigen" Modellen Ju 88G und He 219A ansehe, komme ich zu dem Schluß und auch wegen deutscher Gründlichkeit und Genauigkeit, dass diese Maschinen ab Werk in RLM74/75/RlM22 bzw RLM74/75/76 ausgeliefert wurden und an der Front nach eigenem Ermessen umgespritzt wurden.

    Ergo ... ein richtigen nachweislich korrektes Nachtjagdschemata für mehrmotorige moderneren Nachtjäger Ju-88G und He 219 gibt es nicht! Fotos sind gefragt und Intuition.:TD:
     
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  12. #11 BOBO, 15.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 30.09.2010
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    Das obige Bild enthält trotz der schlechten Qualität einige interessante Details, die im Tamiyabausatz zu ändern sind, um auf die A-0-Version von Modrow zu kommen:


    Die He 219 G9 + FK wurde von Hauptmann Modrow geflogen, einem bekannten Nachtjäger-As. Es handelt sich dabei um eine modifizierte Version A-0, die mit einer neuen Kabinenhaube ausgestattet wurde. Die Maschine trägt als eine der wenigen zwei "Hirschgeweihe" am Bug.

    Streit gibt es immer wieder um diesen ominösen "Buchstaben", der nach meiner Meinung gar keiner ist, sondern eine Reflexion unter der Tragfläche, weil dort ein Blech ausgetauscht worden sein könnte. (Vergleicht mal eine Unterseitenrisszeichnung!) Das stark retuschierte Foto verstärkt eher den Eindruck eines "D"
    Ob diese Maschine eine Schrägbewaffnung besaß ist sehr fraglich, dazu muß man die Kabinenhaube von der Seite betrachten. Wenn an der Kabinendecke kein Visier auszumachen ist, fehlt die Schrägbewaffnung!

    Es ist auch sehr warscheinlich, dass diese He 219 DB603a anstatt des DB606E besaß, so dass die Spinnerhauben kürzer waren.

    Bildquellen für alle SW-Fotos in diesem Thread:
    Luftwaffe Camouflage & Markings Vol.3 Kookaburra Verlag, Australien;
    FAOW He 219 # 119 Japan;
    Jet&Prop 2/98 + Foto Archiv #6, Deutschland;
    Airfoil 2/86 USA;
    Flugzeug Classic #8/2010
    Remp: Heinkel He 219 Nachtjäger"

     

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  13. #12 BOBO, 15.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 16.09.2010
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    Hier ein weiteres Foto, Quelle Flugzeug Classic!
     

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  14. fam43

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    Hi Bobo,
    the "red cock " I presume?
    Da ich ihn an andere Stelle verpennt habe, :red: werd ich Deinen Bericht diesmal von Anfang an verfolgen. Danke für die vorzügliche Einführung in das Thema. :TOP:
     
  15. BOBO

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    Zurüstteile gab/gibt es ja einiges auf dem Markt. Ich habe einfach mal zugegriffen, auch aus Neugier, was diese Teile denn wirklich bringen(CMK und Verlinden):

    CMK 4001 interior set:
    Die nachfolgenden Teile habe ich nicht verwendet, weil schief und krumm und gegenüber den gespritzten Teilen keine Vorteile erkennbar sind.
     

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  16. BOBO

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    Dagegen sind die CMK-Seitenpanele für den "Funker" und Ätzteil-Seitenpanele des Piloten für's Cockpit, die für den vorderen Fahrwerksschacht und die komplett neuen Fahrwerkschächte gut zu verwenden. Letztere haben mich sofort überzeugt, denn die von Tamiya sind ein wenig zu leer!
     

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  17. #16 BOBO, 15.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 16.09.2010
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    Wie bereits angedeutet habe ich "NUR" CMK und Verlindenzurüstsätze in Verwendung, sowohl aus Kostengründen, als auch zur Vermeidung von Übertreibungen.
    Der Fahrwerksschacht vom CMK sieht sehr gut aus, muß aber ziemlich genau eingepasst werden. Dazu müssen die Stringer (Versteifungen im Flugzeugbau) an den verschiedensten Stellen der Tragfläche im Bereich des FW-Schachtes entfernt werden. [1]
    Desweiteren - wer den Motor von Verlinden benutzen will, muss den Steg am Fahrwerksschacht von CMK beseitigen, [2] sind ist üble Nacharbeit notwendig! :-<>
    Das ganze hält nur mit Klammern und Sekundenkleber, man muss hier ziemlich vorsichtig sein, ehe man alles einklebt, denn drinn ist drinn ...
     

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    Eine Macke ist mir noch an den Tragflächen wieder aufgefallen! Schaut Euch mal den großen Krater an, der an der Nase für die Luftzufuhr des Laders vom DB603 am Modell entstehen würde. Hier ist wohl auch Handlungsbedarf notwendig?
     

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    Der VerlindenMotor vor dem Einbau - hier in der Anapssung an das CMK-Teil!:TOP:
     

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  21. #19 BOBO, 15.09.2010
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    Die Bewaffnung muß etwas umgebaut werden, da die von mir gewählte Maschine 4 MG151 besitzt und demnach auch kleinere Scharten. (Vgl. Bild oben, Seite 4) Eine tolle Fummelarbeit :FFEEK:
     

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  22. BOBO

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