Luftfahrt in Böblingen

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Fliegertrio

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Das ist mein erster selbstverfaßter Beitrag in diesem Forum und hoffe mit folgendem Foto-Postkarte hier richtig zu sein.

Die Aufnahme wurde am 16.2.1918 (?) gemacht und von einem Lehrgangsteilnehmer der Daimler-Motorschule in Stuttgart-Wangen, Motorkurs vom 1.1918 bis 28.2.1918, am 2.3.1918 mit Aufschrift "Marinepost" verschickt. Das Foto kann nicht in Wangen entstanden sein, sonder höchstwahrscheinlich in Böblingen. Zu dieser Zeit war dort ein Militärflugplatz, wo Flieger und Personal ausgebildet wurden - auch von der Motorschule. Um welches Flugzeug handelt es sich, es könnte ein AEG, Gotha oder Friedrichshafen-Bomber sein.

P.S. Wer mehr über die Geschichte des Böblinger Flughafens wissen möchte https://flughafenbb.wordpress.com/
 
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JohnSilver

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Tolles Foto!

Das Flugzeug ist eine Friedrichshafen FF.41
 
Aquilius

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Die Aufnahme wurde am 16.2.1918 (?) gemacht und ... am 2.3.1918 mit Aufschrift "Marinepost" verschickt.
Großartige Aufnahme!

Ich muss mich Robert anschließen, auf deinem Foto ist ein FF 41 bzw. FF 41a zu sehen.

Das war ein Schwimmerflugzeug und demnach nie in Böblingen.

Neben dem Prototyp hat der Flugzeugbau Friedrichshafen von Mai bis Sommer 1917 acht dieser Torpedobomber an die Kaiserliche Marine geliefert. Die kamen vor allem über dem Riager Meerbusen zum Einsatz, von der Seefliegerstation Windau (Ventspils) und später von Angernsee aus.
Vor allem durch den Mangel an Torpedos musste die Marine aber Ende 1917 die Torpedofliegerei einstellen und hat die verbliebenen Flugzeuge Anfang 1918 zu Fernaufklärern umgerüstet.

Diese Umbauten fanden vor allem in Warnemünde, vielleicht auch in Kiel-Holtenau statt. (Die Ostfront war ja ohnehin inziwschen zusammengebrochen.)​

Womöglich kam dein Lehrgangsteilnehmer anschließend zu einer dieser Marinestationen, oder ist von der Daimler Motorschule dorthin versetzt worden? Dazu würde jedenfalls auch die "Marinepost" passen.



PS: Der FF 41 wurde von zwei 150 PS Benz Motoren angetrieben.
 
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Hal Oele

Hal Oele

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Tschuldigung! Ich schon wieder... :)

Da die drei Kollegen aus Böblingen um die Geschichte ihrer Heimat bemüht sind, und dementsprechend auch Material sammeln, hat man ihnen das Bild in die Finger gedrückt in der Annahme das es auch in der Heimat aufgenommen wurde. Steht ja schließlich was von Stuttgart drauf. Also haben wir schon mal eine Annahme.

Übrigens, wer sich den Link mit den Filmaufnahmen aus der TV-Sendung über Akrobaten aus dem Ländle angesehen hat, hat auch die Gesichter zum Fliegertrio.

Selbst ohne Fachkenntnisse in Typenkunde 14-18 (wie mich), fallen bei dem Bild drei Dinge auf:
1. Jede Menge Marinefuzzis
2. Die Flugzeugproportionen werden durch die Jungs verdeckt. Trotzdem sieht man sofort das das kein normales Flugzeug ist.
Und jetzt mal kombinieren: Marine, Wasser, Flugzeug auf "Stelzen", Schwimmerflugzeug.
3. Was seh ich denn da im Vordergrund? Ne Ablaufbahn... Und die führt bestimmt nicht in die Schwippe.

Und nun etwas zur organisatorischen Seite:
Achtet auf die Reihenfolge!
Nicht erst der Motorenkurs und dann Versetzung zur Einheit, genau umgekehrt. Ein Motorenschlosser der Marine wird für ein neues Motorenmuster auf einen der monatlichen Kurse kommandiert (falls ein Platz frei ist).
Das fand bei Daimler, Maybach, Oberursel, Bosch usw. statt.

Hier mal drei Beispiele aus den Marine-Tagesbefehlen 1916 (1.11. / 10.12. / 13.12.)

Was bleibt (in Bezug auf Böblingen), eine Postkarte mit einem Motiv aus Friedrichshafen, geschrieben von einem der zahllosen Teilnehmer eines Motorenkursus in Stuttgart.

Gruß
Hal
 
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JohnSilver

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Sehr schöne Fotos!

Das ist eine SE.5A in der Version als Himmelsschreiber, von der gab es mehrere in Deutschland.
Die Maschinen erhielten später eine deutsche Kennung und flogen für die „Gesellschaft Himmelschrift und Wolkenprojection GmbH“.

Unter Anderem in diesem Beitrag waren die SE.5A-Himmelsschreiber schon Mal ein Thema.
 
Hal Oele

Hal Oele

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Hübsch und scharf!

Ich habe über die heimischen Himmelsschreiber einen acht Seiten Beitrag im Klassiker der Luftfahrt 2016-01 gemacht.
Da steht alles drin was man über das Thema wissen sollte.
Könnte sogar sein das er als PDF-Download gegen kleines Geld abzurufen ist.

Auf Deinem Bild ist die G-EBDT zu sehen.
Werknummer 606, erhielt ab 1.6.1929 das Kennzeichen D-1636.
Daraus wurde für die holländische Saison die PH-ATA, nach Rückkehr die D-EATA.
Wer die Kiste zu diesem Zeitpunkt flog ist fraglich, da neben den beiden deutschen Piloten Rudolph und Feilitzsch in erster Linie britische Piloten beschäftigt wurden. Erst ab dem 1.6.1929 änderte sich das.

Deine Fotos müssen zwischen Mai 1927 und Mai 1929 aufgenommen worden sein.

Nachtrag für Robert:
Deine Bilder der Trumpf DLFW zeigen immer den Piloten Karl Gerster, der Jahrelang bei Trumpf angestellt war, bevor er zur Gesellschaft für Wolkenschrift und Himmelsprojektion in Düsseldorf wechselte. Gerster war Jagdflieger im ersten WK. Mitte der 30er ist er bei einem Blindflug (Luftwaffe) tödlich verunglückt. Vermutlich stammen alle Deine Bilder aus seinem Nachlass.
Und was die Druckflasche in der Trumpf-Kiste angeht - nein, Trumpf hat keine Himmelsschrift gemacht.
Hätte auch Ärger gegeben, da es ein Patent darauf gab das für viel Geld von einem Düsseldorfer Unternehmen gekauft wurde.

Gruß
Hal
 
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AGO Scheer

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Sowas hab ich noch nicht gesehen: Toller Schweinestall! :applause1:
 

rimme

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Hallo Fliegertrio,

das erste Bild oben kommt mir bekannt vor. Ich glaube, dazu gab es einen Artikel in einer Fliegerzeitschrift. Das Flugzeug soll, wenn ich mich richtig erinnere, in einem Garten gebaut worden sein. Der Erbauer und Pilot sitz übrigens im Flugzeug. Der Typ fällt mir gerade nicht ein. Es ist aber ein französisches Selbstbau-Flugzeug gewesen.

Gruß Rimme
 
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