Motoröl in grossen Höhen (Verdampfung?)

Diskutiere Motoröl in grossen Höhen (Verdampfung?) im Props Forum im Bereich Luftfahrzeuge; zu 1: wie ich zuvor mehr als einmal geschrieben habe, der Überdruck ist vernachlässigbar (wenige Millibar Strömungswiederstand im Ölabscheider)...
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zu 1: wie ich zuvor mehr als einmal geschrieben habe, der Überdruck ist vernachlässigbar (wenige Millibar Strömungswiederstand im Ölabscheider). Ich verstehe nicht warum Du dich daran aufhängst.

zu 2: Die Physik hat sich seit Posting 39 immer noch nicht geändert, alle Flüssigkeiten fangen irgendwann an zu sieden wenn der Druck ausreichend gering ist. Bei ca. 0,15 bar und 100° C gilt dies mit Sicherheit auch für Komponenten von Motorenölen.

zu 3: Es gibt außer Redair keinen mir derzeit bekannten Kolbenmotorenhersteller (sofern man da jetzt schon bei Redair davon reden kann) der Motoren für eine Flughöhe von 18.000 m anbietet. Mir ist nicht bekannt ob diese ein konventionelles Öl einsetzen, aber ich bin mir sicher, dass sie kein konventionelles Öl in Verbindung mit einem Kurbelgehäusedruck auf annähernd Umgebungsniveau einsetzen werden.
 
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Wenn eine Flüssigkeit bei einem bestimmten erniedrigten bzw. noch niedrigerem Druck destilliert wurde und dieses Destillat dann bei den definierten oder höheren Druckbedingungen und gleichen bzw. niedrigeren Temperaturen verwendet wird, kann da auch nichts mehr anfangen zu sieden. Das ist dann physikalisch unmöglich.
es gibt hier aber keine Angaben über den Druck bei dem destiliert wurde und ich bezweifele, dass dies bei annähernd so niedrigen Drücken durchgeführt worden ist. Bei rund 100° C Öltemperatur (+/- 10°) und irgendwas um die 0,1 bar wird so ziemlich jeder dünnflüssige Kohlenwasserstoff anfangen zu sieden. der Partialdruck ist darüberhinaus noch geringer als der Druck im gehäuse, so dass selbst wenn der Siedepunkt nicht erreicht wird, eine starke Verdunstung einsetzen wird.
 
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Hier geht es nicht um Deine Zweifel an irgendwas, sondern um physikalische Realitäten unter den angegebenen Umständen.
Daher nochmal gründlich lesen, was ich geschrieben habe. Unter diesen Umständen (so, wie es da steht) kann bei entsprechender Nutzung nichts mehr sieden.
Da brauchst Du auch nicht mit irgendwelchen Annahmen und Toleranzen versuchen von den realen Tatsache abzulenken.
Hier geht es um Grundsatzfragen der Physik, ohne konkrete Werte für Prozessparameter bzw. -führung (Druck, Temperatur, Zeit ...) sowie irgendwelche spezifischen Kohlenwasserstoffe, welcher Art, egal ob aliphatisch, zyklisch, oder was auch immer.
 
Doppelnik

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Anbei ein Link zu einer interessanten Seite mit der sich die Siedetemperatur in Abhängigkeit vom Druck mittels der Clausius-Clapeyron-Gleichung bestimmen läßt:


demnach fangen bei 18.000 m Flughöhe Flüssigkeiten bei 100° C an zu sieden welche bei Athmospherendruck bei rund 200 °C sieden würden. Ich denke, man könnte das Problem beherschbar machen, indem man das Blow By stark herunterkühlt (so dass da verdampfte Öl auskondensiert) und erst dann durch den Ölabscheider schickt. Das Problem hierbei ist die mögliche Eisbildung aufgrund der hohen Feuchtigkeit, daher muss man die Temperatur innerhalb gewisser Grenzen halten.
 
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Dann mal Nägel mit Köpfen obendrauf.

Habe mir die kleine Mühe gemacht und in meine Schulbücher gekuckt: Kolbenmotoröl; Unterdruckverfahren, 300 - 330 °C bei 0,2 bar. Stand 1988.
 
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Anbei ein Link zu einer interessanten Seite mit der sich die Siedetemperatur in Abhängigkeit vom Druck mittels der Clausius-Clapeyron-Gleichung bestimmen läßt:

demnach fangen bei 18.000 m Flughöhe Flüssigkeiten bei 100° C an zu sieden welche bei Athmospherendruck bei rund 200 °C sieden würden. Ich denke, man könnte das Problem beherschbar machen, indem man das Blow By stark herunterkühlt (so dass da verdampfte Öl auskondensiert) und erst dann durch den Ölabscheider schickt. Das Problem hierbei ist die mögliche Eisbildung aufgrund der hohen Feuchtigkeit, daher muss man die Temperatur innerhalb gewisser Grenzen halten.
Welches Problem?
Wenn man zugrunde legt, dass Motorenöle bei den von @Whisky Foxtrott angegebenen 300-330°C@0,2bar bzw. alternativ >>350°C atmosphärisch destilliert werden, dann entspräche das nach Deinem Link in 18km Höhe einer Siedetemperatur von ca. 260°C. Das ist doch ein ganz ordentlicher Wert, insbesondere wenn man sich dann noch die Temperatur in der Höhe und die daraus resultierende Kühlwirkung vor Augen führt. Wimre sind wir dann da bei den -56°C der Tropopause.
Da hätte ich auf lange Sicht mehr Angst vor dem thermischen Cracken des Öls unter hoher lokaler Beanspruchung durch örtliche Temperaturspitzen in den Lagern, an den Kolbenringen usw., Stichwort: Blok'sche Blitztemperatur.
 
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Ergänzung zu # 45: Aktuelle HC Öle werden bei 0,15 bar und 400 °C gewonnen.
Stand 2019.​
 
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endlich mal konkrete Zahlen, sehr gut! Damit kann man dann in der Tat hoch fliegen, ich freu mich immer wenn ich mit einer pessimistischen Einschätzung unrecht hatte...
 
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