P-51D Mustang "Miss KatBrat", 1:33, Kartonmodell

Diskutiere P-51D Mustang "Miss KatBrat", 1:33, Kartonmodell im Props ab 1/32 Forum im Bereich Bauberichte online; Ich hatte im Forum "Modellbau allgemein" gefragt, ob denn mal Interesse an einem Baubericht für ein Kartonmodell bestünde, zumal dieser Bereich...
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Ich hatte im Forum "Modellbau allgemein" gefragt, ob denn mal Interesse an einem Baubericht für ein Kartonmodell bestünde, zumal dieser Bereich hier kaum repräsentiert wird.
Die Resonanz war eindeutig positiv.
Ich habe als Schüler ungefähr zur selben Zeit mit Plastik und Karton angefangen, bis mit dem Studium eine lange Pause auf beiden Gebieten folgte. Seit etwa 20 Jahren baue ich praktisch nur noch in Karton, weil mir diese Art des Modellbaus mit Ausschneiden, Zuformen und Verkleben einfach mehr zusagt. Zugleich ist sie deutlich preiswerter und mit Ausnahme von UHU Flinke Flasche und eher selten CA-Kleber nicht nennenswert mit Chemie samt den zugehörigen Gerüchen verbunden.
Es ist jedem Betrachter klar, dass Kartonmodelle nicht die täuschende Originaltreue aufweisen können wie Plastikmodelle. Sphärische Formen sind materialbedingt nie zu 100% zu erreichen, sondern bestenfalls näherungsweise. Das Gleiche gilt für Beplankungsstöße etc. Die Herausforderung besteht meines Erlebens darin, das alles durch trickreiche Konstruktion und Grafik möglichst zu kompensieren. Ein gewisser Grat an Abstraktion bleibt immer, macht aber auch den Reiz dieser Bauweise aus.
In der grafischen Darstellung gibt es 2 Schulen: Die eine strebt nach extremer Vorbildtreue mit Alterungsspuren etc., die andere zielt einen Effekt an, den ich als eine Dreidimensionalisierung technischer Zeichnungen erlebe, also eher "trocken". Ich neige zur zweiten.
Kartonmodelle gibt es fertig ausgedruckt auf Messen, in Onlineshops oder als Druckvorlagen zum teilweise kostenlosen, teilweise zahlungspflichtigen Download. Seit einigen Jahrzehnten hat mit der computerunterstützten Konstruktion und dem Internet der Kartonmodellbau einen spürbaren Sprung nach vorne in Sachen Detaillierung, Passform und Verbreitung gemacht, quer über den Globus: Neben Europa hat z.B. Japan eine florierende Szene.
Mein Modell soll die P-51D "Miss KatBrat" sein, die es als Teil einer Bündelpackung auf www.cadbest.com zum kostenpflichtigen Download gibt. Einige Informationen zum Vorbild gibt es hier.
Ich habe aus der Serie schon 2 Maschinen gebaut, daher sollte ich hier keine allzuschlimmen Schnitzer hinlegen. Der Bausatz ist mit CAD-Unterstützung konstruiert, die Passform dank sorgfältiger Konstruktion ausgesprochen gut. Die Detaillierung ist vor allem im Cockpitbereich eher niedrig, aber es reicht m.E. aus und es hindert einen keiner, nach Vorbildphotos nachzusupern.
Nächster Tage erste Bilder vom Bauvorgang.

Viele Grüße, Martin
 
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So, jetzt die ersten Bilder vom Bau.

Ich baue meine Modelle wenn möglich von der Mitte her, d.h. dem Bereich des Cockpits und des Tragflächenanschlusses. Damit habe ich beim Ansetzen der vorderen und hinteren Segmente eine gute Referenz, um zu verhindern, dass sie sich gegeneinander verdrehen und ich am Ende einen "Korkenzieher" bastele, vor allem was die Ausrichtung der Heckleitwerke zur Tragfläche angeht. Die Gefahr besteht leider beim Kartonmodellbau und sie kann einen sehr unzufrieden machen, auch wenn der Rest stimmt. Ihr seht, dass das Cockpit wirklich einfach ausgestaltet ist, aber für ein Zwischendurchprojekt reicht es. Bei Bausätzen für Detailfreaks ist noch viel mehr möglich, schaut Euch dazu in den mir bekannten deutschen Foren www.kartonbau.de sowie www.die-kartonmodellbauer.de um, außerdem auf www.papermodelers.com. Auf der Seite des Herstellers Halinski, der allgemein als der Maßstab im Kartonmodellbau gilt, gibt es in der Galerie einige sehr schöne Beispiele. Gebt in der Suchmaschine Eurer Wahl modele kartonowe halinski ein und geht dann in die Galerie. Ich verlinke die Seite wegen der dort sichtbaren Seitenleitwerksmarkierungen der deutschen Flugzeuge nicht, um unseren Forumsbetreibern rechtlichen Ärger zu ersparen.

Wichtig, um ein Modell gut dastehen zu lassen:
  • Schnittkanten in der Farbe des Drucks einfärben, sonst gibt es weiße "Blitzer", die den Eindruck des Modells stören. Wasserfarbe oder wasservermalbare Buntstifte bringen die besten Ergebnisse.
  • Dem gleichen Zweck dient das Einfärben der Klebelaschen, falls der Anschluss eines Bauteils an das nächsten nicht 100% saugend erfolgt. Viele Hersteller machen das ab Werk. Wer will, kann dergleichen auch am Rechner selbst erledigen.
  • Die Bauteile vorrunden und wenn möglich schließen, dann die ausgeschnittenen Spanten erst einsetzen, wenn sie ohne Zwängen passen. Das kann viel Probepassen und behutsame Schleiferei erfordern, vermeidet aber aufgezwängte Klebenähte und Ringwülste um den Rumpf, wo die Spanten sitzen. Hier lohnt sich eine Dremel o.ä. auf jeden Fall.
Als Klebstoff verwende ich je nach Art der Klebung UHU flinke Flasche (schwarz, nicht grün: Der grüne ist auf Wasserbasis und wellt den Karton!) oder Sekundenkleber. Außerdem seht Ihr auf dem Bild zwei von einem guten Dutzend Kreuzpinzetten aller Größen und Formen, die ich zur Fixierung von Verklebungen verwende.
Es sind einige Klebstoffäden zu erkennen, die verstehen lassen, weshalb Blitz und Makro die Lieblingsfeinde oder gefürchtetsten Freunde jedes Kartonmodellbauers sind: Gnadenloser als ein Staatsanwalt!

Auf dem 3. und 4. Bild, auf dem das Cockpit schon mit einer Hülle umgeben ist, seht Ihr, dass ich die ringförmigen Klebelaschen nicht, wie auf dem Aufdruck erkennbar, zackenförmig geschnitten habe, sondern lieber mit Hilfe eines Fingernagels wellig eingedrückt. Das hält den Ring stabiler, erlaubt ein problemloses Aufschieben des nächsten Segments und ist eine Technik, die früher (und heute?) auf manchen Baubögen des Schreiber-Verlags direkt angegeben wurde. Die Löcher in den Spanten dienen nicht der Erleichterung, sondern der besseren Handhabung.
Wer in der Bauweise Gemeinsamkeiten mit Balsaholzrümpfen im Flugmodellbau erkennt, dem stimme ich zu: Man kann mit etwas Beharrlichkeit wunderbar Vorlagen aus beiden Sparten für die jeweils andere verwenden.
Auf dem Instrumentenbrett ist oben eine Markierung für ein Visier zu erkennen. Ich baue die Maschine bewusst als heutigen Warbird ohne Zieleinrichtung, zumal ich keine Bilder aus der aktiven Einsatzzeit der P-51D mit diesem Anstrich gefunden habe.
Die nächsten Tage werden hoffentlich den Baufortschritt des Motors und des Hinterrumpfes sehen.

Viele Grüße, Martin






 
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Danke für Eure Likes!
Den Himmelfahrtstag habe ich genutzt, um den Vorderrumpf zu bauen. Auch hier wieder viel Spantschleiferei und genaues Anpassen. Das aufwendige Farbschema und die Stoßlinien sind Segen und Fluch zugleich: Segen, weil sie helfen, die Segmente präzise zueinander auszurichten. Fluch, weil sie jeden Versatz sofort aufzeigen.
Das große Loch in der Mitte ist für eine Innenröhre etwa von der Größe einer Tintenpatrone, in der die Luftschraubenwelle laufen wird. Das hat den Vorteil, dass die Luftschraube und die Welle als gut handhabbare Einheit zu bauen sind.
Auf dem 3. Bild habe ich den Motor probeweise auf die Cockpitsektion aufgeschoben. Die Naht zwischen Beidem wird noch präziser, wenn ich beide Teile verklebe.
Ich schneide übrigens die Teile allermeistens mit einem kleinen Stanley-Cutter mit Abbrechklingen aus, wenn der Karton auf einer Schneidmatte liegt. Ist genauer und handlicher als mit der Schere. Für die mit 1mm Graukarton verstärkten Bauteile verwende ich eine Nagelschere, die nur dafür reserviert und entsprechend markiert ist.
Hin und wieder liest man von Weißleim im Kartonmodellbau. Ich verwende Ponal Express nur für kleinste Details, weil er auf Karton sehr schnell anzieht und matt sowie praktisch unsichtbar trocknet.
Rumpfspanten verrutschen sehr gerne. Hier hat es sich bewährt, wenn sie denn einmal an der exakt richtigen Stelle sind, mit Sekundenkleber "Punktschweißungen" zu machen. D.h. erst einmal 2 einander gegenüberliegende, dann 2 weitere um 90 Grad versetzt und, wenn diese Verklebungen angezogen haben, 4 weitere in die Zwischenräume zu setzen. Das kann praktisch berührungsfrei abgehen und die gute Kriechfähigkeit von CA Kleber ist hier extrem hilfreich.
Ich drucke meine Modelle gegen einen Obolus auf einem professionellen Laserdrucker, was dank der Beschichtung den Vorteil hat, dass die Farbe satt und seidenglänzend aufgetragen wird. Ergebnisse mit Tintenstrahldruckern haben mich nicht so begeistert. Ein im Makroobjektiv sichtbarer Nachteil sind die leicht aufgeworfenen Schnittkanten. Die gehen allerdings beim echten Modell visuell völlig unter.
So ein Makroobjektiv zeigt, wie hier sehr gut erkennbar, unter der Lupenleuchte alle kleinen Unsauberkeiten gnadenlos auf. Da haben es die Kartonmodellbauer kein bisschen besser als die Polystyroliker.
Mal sehen, was das lange Wochenende noch alles an Bauaktivität bringen wird...

Viele Grüße, Martin




 
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Vielen Dank für Deine Tipps.

Hast Du Dich eventuell bei dem unteren Kühllufteinlauf vertan? Die weiß-roten Kästchen stimmen dort nicht so genau überein (als ob er noch ein wenig höher gemußt hätte).
 
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Hallo @Rasenmäher,

habe ich mehrmals anhand der Klebemarkierungen geprüft. Hier liegt tatsächlich eine Ungenauigkeit desjenigen vor, der die Vorlage umgefärbt hat. Bei der originalen Miss KatBrat fehlt auch der durchgängig rote Streifen ganz vorne an der Einlauflippe. Dies ist vermutlich einer der Gründe, weshalb Dr. Zarkov als der ursprüngliche Konstrukteur des Modells ausdrücklich schreibt:
"ZarkovModels is responsible only for the geometry of the models. This is why they are at more than 90% discount.
ZarkovModels is not responsible and does not charge for the paint color accuracy and individual variant quality."

Als attraktiver Farbtupfer in meiner Sammlung tarnfarbiger Fighter ist mir das Modell trotzdem sehr willkommen.

Viele Grüße, Martin
 
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Nach längerer Zeit wieder einmal Bilder vom Bau. Der Rumpf ist soweit fertig und die Tragflächen haben ihr Innengerüst sowie die Fahrwerksschächte erhalten. Ich denke, dass ich nach dem Ende des durch Corona nochmals anstrengenderen Schuljahres in nächster Zeit etwas mehr zum Bauen kommen sollte.

Viele Grüße, Martin



 
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Thema:

P-51D Mustang "Miss KatBrat", 1:33, Kartonmodell

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