Suche Informationen JU-88 A-5 Abstürzen

Diskutiere Suche Informationen JU-88 A-5 Abstürzen im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo, ich suche Informationen zu den Abstürzen der folgenden beiden JU-88: WNr. 8250 (II./LG1, Start in Eleusis) crashed 1km NNW of Elaia/GR...

TimOllmann

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Hallo,

ich suche Informationen zu den Abstürzen der folgenden beiden JU-88:

WNr. 8250 (II./LG1, Start in Eleusis)
  • crashed 1km NNW of Elaia/GR, aber welches Elaia genau? In GR gibt es 4 Ortschaften mit diesem Namen. Eine Gebietseingrenzung wäre super.
WNr. 2262 (3. LG1, Start in Eleusis)
  • Shot down by Flak
  • Über die Positiongibt es verschiedene Berichte
    • Mediterranean Sea, northwest of Crete Island (Quelle "Deutsche Luftwaffe Losses & Claims: Part 6 April - May 1941" v. Michael Balss
    • ... ditched in the sea just off Monemvasia (Quelle: h t t p s : / / w w w . f o r u m - m a r i n e a r c h i v . d e / s m f / i n d e x . p h p ? t o p i c = 1 4 9 3 4 . 0)
  • Eine genauere Positionsangabe wäre ein Traum (z.B. of auf offenem Meer oder in Landnähe)
Da es sich bei beiden Abstürzen um dasselbe Datum handelt (22. Mai 1941), würden mich die Anflugrouten interessieren.
Bzgl der Position: Es gibt ein Elaia in der Gegend von Molai, einem Luftfeld, welches von den deutschen zu der Zeit für Angriffe auf Kreta genutzt wurde. Ebenso gibt es ein Elaia in der Gegend von Heraklion und ein weiteres in Nordwest-Griechenland. Dem Bericht aus dem Marinearchiv zu folge Griffen Ju88s vom I und II/LG 1 die Schiffe Naiad und Carlisle an. Daher gehe ich davon aus das beide Maschinen zusammen unterwegs waren und beide auch in etwa dieselbe Rückflugroute geflogen sind. Wenn dem so ist, käme das Elaia in der Gegend von Molai als Absturzgegend für 8250 gut hin, jedoch wäre die Maschine dann etwa 1km vor der Küste ins Meer gestürzt und dennoch hat niemand überlebt. Die 2262 soll ja dem Bericht zufolge nah vor der Küste aufgeditscht sein und die Crew konnte sich retten. Das deutet auf keine allzugroße Entfernung hin und wäre ggf noch in erreichbarer Tiefe.

Falls mir jemand Infos zu den beiden Abstürzen geben kann, wäre ich sehr dankbar.

MfG Tim Ollmann
 
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HoHun

HoHun

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Moin!

Über die Positiongibt es verschiedene Berichte
  • Mediterranean Sea, northwest of Crete Island (Quelle "Deutsche Luftwaffe Losses & Claims: Part 6 April - May 1941" v. Michael Balss
  • ... ditched in the sea just off Monemvasia (Quelle: h t t p s : / / w w w . f o r u m - m a r i n e a r c h i v . d e / s m f / i n d e x . p h p ? t o p i c = 1 4 9 3 4 . 0)

  • Eine genauere Positionsangabe wäre ein Traum (z.B. of auf offenem Meer oder in Landnähe)
Inhaltlich bin ich ahnungslos, aber ein sprachlicher Hinweis "ditched just off ..." heißt "wasserte direkt vor ...".

Hier ein Bild von Monemvasia: File:Monemvasia Citadel On Top.jpg - Wikimedia Commons

Da die Crew nach der Beschreibung im Marinearchiv-Forum auch gerettet wurde, klingt das für mich so, als hätte der Pilot bewußt eine kontrollierte Notwasserung in Küstennähe durchgeführt. Die Geographie schloß eine Landung auf festem Boden wohl aus, und ich vermute, ein Weiterflug bis zu einer besseren Landemöglichkeit wird nicht mehr möglich gewesen sein.

Technisch gesehen ist Monemvasia tatsächlich im Mittelmeer nordwestlich von Kreta, aber die Angabe ist sehr, sehr viel ungenauer! :smilet-digitalpoint

Die im Marinearchiv-Forum für die Begegnung mit der Sagittario angegebene Position der Force C, zu der Naiad gehörte, war ja hier:


Wenn das auch der Ort war, wo die Naiad von den beiden Ju 88 angegriffen wurde, dann wären die ja wahrscheinlich ziemlich genau Westkurs geflogen.

In dieser Richtung gibt es einen Ort namens Eliá, der nach Openstreetmap den "old name" Elaía trägt: Node: ‪Ελιά‬ (‪347276925‬) | OpenStreetMap

Falls das der richtige Ort ist, wäre W.Nr. 8250 also etwa die gleiche Strecke abgeflogen wie die W.Nr. 2262, aber über Monemvasia noch ein Stück hinausgekommen, um dann nach Überqueren der westlich liegenden Halbinsel abzustürzen.

Nach Google Earth gibt's da in Küstennähe flaches Terrain, das für eine Notlandung geeignet sein könnte, aber was wirklich passiert ist, können wahrscheinlich höchstens die Akten sagen.

Tschüs!

Henning (HoHun)
 

TimOllmann

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Hi Henning,

genau auf dieses Elaia ziele ich ab. Meine Eltern haben ganz in der Nähe ein Ferienhaus und ich ein RIB mit Sidescansonar. Versuche derzeit auszuloten, inwiefern eine Suche in dem Gebiet lohnenswert sein könnte, daher sammle ich Informationen zu den Abstürzen.

Auch wenn jemand Informationen hat, wo zb noch Archive mit entsprechenden KTB etc existieren könnten (Flieger aus derselben Staffel zB), wäre auch dies sehr hilfreich.

Die OS-Position des Verbandes kommt auch gut hin. Sie waren unterwegs um zwischen Kythira und Antikythira zu passieren.

Gruß, Tim
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

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Der Tag wird in der Geschwaderchronik des LG 1 von Peter Taghon ausführlich beschrieben (Seiten 237-241 Bd. 1), handelt es sich doch laut Autor um "die erste große Luft-See-Schlacht der Geschichte".

Es ist sogar ein Erlebnisbericht von FF Ofw. Heinrich Boecker von der Ju 88/2262 darin. Die Besatzung konnte sich nach Flaktreffer und Wasserlandung wieder zu den eigenen Reihen durchschlagen. Ort des Aufschlages wohl in der Gegend von Nauplion, mit Hilfe von griechischen Fischern ging es dann nach Kyparissi und Leonidion. Ich habe den Bericht aber nur überflogen.

Ziel der Flugzeuge war der britische Flottenstützpunkt in der Suda-Bucht.

Die Besatzung von Fw. Richter der Ju 88/8250 versuchte eine Notlandung mit brennendem Motor in der Nähe des Flugplatzes Maloi. Die Maschine stürzte aber ab und die Besatzung kam ums Leben. Sie wurden 1km NW Eleia begraben.

Im BA/MA sind unter der Signatur RL 8/243 Einsatzübersichten für den 22.05.41 des LG 1/Abt. Ia vorhanden. Leider spinnt mein invenio gerade, so dass ich nichts über den Bestand sagen kann.
 
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Moin!

Es ist sogar ein Erlebnisbericht von FF Ofw. Heinrich Boecker von der Ju 88/2262 darin. Die Besatzung konnte sich nach Flaktreffer und Wasserlandung wieder zu den eigenen Reihen durchschlagen. Ort des Aufschlages wohl in der Gegend von Nauplion, mit Hilfe von griechischen Fischern ging es dann nach Kyparissi und Leonidion. Ich habe den Bericht aber nur überflogen.
Wenn ich das richtige Kyparissi gefunden habe, dann ist das etwas nördlich von Monemvasia, und Leonidion ist noch etwas nördlicher. Kann es sein, daß die Besatzung nach Nauplion wollte (das noch ein ganzes Stück nördlicher liegt) und der Aufschlag wirklich bei Monemvasia war?

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

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Das kann durchaus sein. Wo die Maschine genau aufs Wasser geditscht :TD: ist, schreibt Boecker nicht. Er wusste es damals sicher auch nicht.

Er schreibt, dass seine Kette auf britische Kriegsschiffe bei der Insel Kithera, nördlich der Nordwestspitze von Kreta, angesetzt war. Er hat die Schiffe dann auch letztendlich südlich von Kithera angegriffen. Dabei erhielt er den Flaktreffer und Motorausfall rechts.

Zur Wasserung schreibt er: "Ich versuchte nun im Einmotorenflug an der Ostküste des Peloponnes fliegend, die flache Gegend bei Nauplion zu erreichen, da ich an der hohen Steilküste keine Landemöglichkeit fand." Dann überhitzte der noch gesunde linke Motor und er musste Notwassern. Die Besatzung ruderte mit dem bordeigenen Schlauchboot an Land an eine Steilküste. Am nächsten Morgen ruderten sie mithilfe zweier Griechen in zwei Stunden nach Kyparissi.

Die 8250 war auf die Suda-Bucht angesetzt und flog zu einer anderen Zeit.
 
Heisenberg

Heisenberg

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Die Namentliche Verlustmeldung (zu finden unter B 563/100457) von der 8250 gibt als Ort des Absturzes an: Eleia/Peleponnes. Diesen Ort scheint es in der Schreibweise nicht zu geben.
Die Besatzung ist 1 km NNW Eleia begraben. Das dürfte in der Nähe des Absturzes sein.
Vielleicht hilft das ja, den Ort einzugrenzen.
 

TimOllmann

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Bzgl 2262:
Konnte den Absturzort auf das Gebiet um Limani Gerakas anhand eines griechichen Berichtes aus dem folgenden Buch eingrenzen:
h t t p s : / / m o l a o i a i r f i e l d . w o r d p r e s s . c o m
Werde die Übersetzung nachher hier posten.

Bzgl 8250:
Elaia gibt es in der Gegend und den Ortsnamen habe ich so auch in Berichten gefunden. 1km NNW davon liegt jedoch im Meer. Der Ort liegt am Meer an der Westseite des östlichen Fingers des Peloponnes.
Auch zu diesem Absturz konnte ich ein paar Infos aus dem genannten Buch ziehen, jedoch wird dort erwähnt, dass das Flugzeug eine Schlucht gestürzt ist. Ein Pilot soll wohl noch versucht haben herauszuspringen, ist aber mit dem Fallschirm am Flugzeug festgehangen. Blöd nur, dass es dort keine Schlucht gibt (kenne die Gegend). Ich übersetze das nachher auch mal und poste es ebenfalls hier.
 
Thema:

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