A-10 Warzenschwein

Diskutiere A-10 Warzenschwein im Bordwaffen Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Für asymmetrische Konflikte bzw. den Golfkrieg von 1991 gebe ich Dir Recht. Aber für asymmetrische Konflikte würde es eben auch besagte P-47 tun...
Schorsch

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Alien
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Sorry Schorsch, ich bin ganz und gar nicht Deiner Meinung. Deine Argumente zugunsten der F-35 wurden im Prinzip schon Ende der 80er Jahre durch das scheitern des F/A-16 Programms widerlegt und durch Desert Storm praktisch bewiesen.
Und was kann die F-35 in der CAS -Rolle im Vergleich zur F-16 oder A-10 besser? Klar, es ist ein Hi-tech Flieger, der super vernetzt ist. Aber Stealth-Eigenschaften mit den ganzen Außenlasten sind nicht gegeben.
In fast jedem Post von Dir fällt das Stichwort Überlebensfähigkeit. Auch das sehe ich für ein Flugzeug zur Luftnahunterstützung anders, speziell in asymetrischen Konflikten. Die zwei Triebwerke und die Titanwanne des Cockpits sind weitere Pro's für die A-10, ebenso wie die 1350 Schuß 30mm im Gegensatz zu 180 Schuß 25mm der F-35.
Welche Flugkörper und Abwurfwaffen kann die F-35 tragen, die nicht auch die A-10 tragen kann? Um wieviel länger kann die F-35 auf dem Schlachtfeld verweilen bis sie betankt / aufmunitioniert werden muß?
Mit der Multirole Fähigkeit ist es so wie mit den Ganzjahresreifen - wenn es alles können soll, kann es nichts richtig gut.
Zum Thema Geschwindigkeit: Es war eines der negativen Punkte der F/A-16, daß sie zu schnell war und somit im Tiefflug / Bodenkampf die Zielerfassung enorm erschwert wurden.
Meiner Meinung nach wäre der beste Ersatz für die A-10, neugebaute, modernisierte A-10.
Für asymmetrische Konflikte bzw. den Golfkrieg von 1991 gebe ich Dir Recht.
Aber für asymmetrische Konflikte würde es eben auch besagte P-47 tun. Die hat mit den 8 .50 MGs sogar noch die bessere Bewaffnung, weil mit der 30mm schießt man mit Kanonen auf Spatzen.
1991 hat man natürlich in einer perfekten Umgebung operiert:
- es war "Target Rich"
- die Masse der Panzer waren Schützenpanzer, T-55 und erste Versionen des T-72, nicht unbedingt das Maß der Dinge
- die Iraker hatten kaum MANPADS
- es gab bestes Wetter, und die Ziele wurden brav dahin gestellt
- man hatte die uneingeschränkte Luftüberlegenheit
- "richtige" Luftabwehr haben die Iraker an wichtigen Zielen konzentriert, bei der Truppe im Feld hielt es sich doch in Grenzen
Schon 1999 in Yugoslawien fehlte es nur am Wetter, und die großartige A10 hat eigentlich nicht mehr viel gerissen.
Wenn der A10-Pilot versucht visuell Ziele aufzufassen (und ja: es gibt Regionen, in denen scheint nicht 12h am Tag die Sonne), dann war es das eigentlich schon. Die A10 ist immer als erste sichtbar, und wird andersherum sehr vieles am Boden nicht sehen. Die CF34 mögen Ende der 70er Jahre ne harte Nuss für MANPADS gewesen sein, heute kriegt jedes System frontal einen Lock. Die A10 kann das Gefechtsfeld nicht beobachten wie etwa ein Hubschrauber, sie muss ja rüberfliegen. Und trotz robuster Bauweise und Titanwanne: mit 500km/h übers Feld dieseln wird sich die A10 bei fast jeder Mission ne MANPADS-Schuss einsammeln. Dann ist auch für die A10 Feierabend, vielleicht schafft sie es noch zur Basis heim.

Am Ende bekämpft eine A10 so oder so heutzutage nur durch andere Teilnehmer identifizierte Ziele. Würde sie selbstständig angreifen ... oh je, da würde recht schnell die eigene Truppe einen abkriegen. Klar, habe ich sie, nutze ich sie. Aber unbedingt einen Nachfolger anzuschaffen, ne. Dann könnte ich auch einen Turboprop nehmen.
 
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Gepard

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Im Irak haben A-10 durchaus Treffer von Strelas überstanden. Da hat es dann ein Triebwerk aufgerissen aber das Flugzeug hat überlebt und ist sicher nach Hause gekommen.

Quelle US Air Force Staff Sgt. Shane A. Cuomo

Auch Dein Argument, dass 8 x 12,7 MGs besser sind als ein 30mm Gatling möchte ich bezweifeln. Verwendet man Sprengmunition bei der Gatling, dann sind direkte Treffer bei weichen Zielen nicht mehr nötig. Die Splitter machen ganz häßliche Löcher in jeden, der in der Nähe herumsteht.
Für einen Konflikt wie Afghanistan sind die A-10 sicher die bessere Wahl als die F-35. Ob eine F-35 unter feldmäßigen Bedingungen funktioniert muß sie erst noch beweisen.
 
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SWA

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Wenn die P-47 zwei Triebwerke hätte und 7000kg an 11 Außenlaststationen mitnehmen könnte, würde ich Dir voll zustimmen. Das was man mit der F-35 machen möchte, ist eher so, als wenn man die Me 262 als Jagdbomber einsetzen würde. Hat ja bekanntlich super geklappt. Modernisieren müßte man die A-10 auf alle Fälle, was die Sensorik angeht wenn man sie in einem konventionellen Konflikt einsetzen möchte.
Ich denke nicht, daß sich in den nächsten 100 Jahren die Einsatzgebiete klimatisch stark ändern werden, eventuell eskaliert es doch noch mit Nordkorea. Wobei sich dann die Frage stellt, ob das mit konventionellen Mitteln stattfindet. Für die Panzer der Nordkoreaner, deren technischer Stand auf dem Level der 70er Jahre sind, ist die A-10 gemacht worden.
Iran? Vielleicht? Neuester Panzer ist momentan noch der T-72. Sollte mit der GAU-8 machbar sein.
Für die vielen asymetrischen Konflikte ist sie mit der Kanone overpowered und die Uranmunition ist unnötig, stimmt. Aber wenn ich sie nicht in urbanem Gebiet einsetze und Kollateralschäden ausschließen kann, schieße ich auch mit einer Haubitze auf Spatzen. Es geht darum, meine Truppen zu unterstützen und zu schützen.
Ich werde einfach das Gefühl nicht los, daß man mit der Ausmusterung der A-10 die Bodentruppen im Stich lässt. Ob es so ist, wird sich leider irgendwann zeigen.
 

Sens

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JTAC: Der Flugzeug-Dirigent
Seit es die A-10 gibt kommt sie nur mit solchen Offizieren am Boden zum Einsatz. Siehe Afghanistan, wenn es um die zukünftige Rolle bei ähnlichen Konflikten geht. Die A-10 sind inzwischen Nachtsicht fähig und stellen schon das Maximum da, was man in der Luft für diese Rolle braucht. Im Unterhalt ist sie sogar günstiger als die AH-64 der Heeresflieger. Solange die A-10 nicht vollständig "abgeflogen ist" (Flugstunden für die Zelle) sollte sie weiter betrieben werden. An ihr entzündet sich jedoch der Konflikt zwischen Luftwaffe und Bodentruppen. Eigentlich gehört sie zu den Heeresfliegern, um sie sinnvoll zu nutzen. Das gilt auch für die Embraer A-29 Super Tucano - Kampfflugzeuge und Militärhelikopter | FLUG REVUE
die sich für die typischen Missionen einer Luftwaffe kaum gebrauchen lassen, es sei denn man nutzt sie dort für das Training.
 

Michael aus G.

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Für die lokale Panzerabwehr des IS wäre der M4 Sherman noch ausreichend.
Nicht dein Ernst. Das waren damals schon rollende Krematorien...
Wenn der A10-Pilot versucht visuell Ziele aufzufassen (und ja: es gibt Regionen, in denen scheint nicht 12h am Tag die Sonne), dann war es das eigentlich schon.
Seit 2005 müssen sie das nicht mehr, dank Sniper ATP Zielerfassungs- und LITENING Zielbeleuchtungspods. :thumbup:
 
Schorsch

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Alien
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Im Irak haben A-10 durchaus Treffer von Strelas überstanden. Da hat es dann ein Triebwerk aufgerissen aber das Flugzeug hat überlebt und ist sicher nach Hause gekommen.
Schrieb ich doch.
Weiterhin hinkt Dein Argument etwas. Du zeigst ein beeindruckendes Bild, aber verschweigst die Verluste. Klar, die kann man nicht so schön fotografieren.
Denn:
Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II - Wikipedia
Four A-10s were shot down during the war, all by surface-to-air missiles.


Wenn die P-47 zwei Triebwerke hätte und 7000kg an 11 Außenlaststationen mitnehmen könnte, würde ich Dir voll zustimmen.
Früher hat man halt 7 P-47 genommen, die haben dann unter'm Strich sogar noch den Vorteil, dass die Luftabwehr saturiert ist ("so viele Ziele") und man statt 1x30mm nun 56x.5inch auf den Feind zeigt. Das "Geschossgewicht" auf dem Feind ist gegen das einer normalen Grenadierkompanie mit SPz und PzH-Unterstützung trotzdem eher lächerlich.
 
Speedy#32

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Meine Meinung zu der ganzen Diskussion hier...

Für eine Luftnahunterstützung brauche ich in einem Kriegsgebiet einen Flieger, der sich möglichst lange und unentdeckt im Luftraum auf Abruf bereithalten kann. Bewaffnet mit verschiedenen Größen an Bomben und eingewiesen vom Boden aus.
In der Praxis sieht es doch so aus, dass die Bodentruppen auf Wiederstand treffen, sich zurückziehen, Unterstützung anfordern, das Ziel markieren und dann warten bis es 2 oder 4 mal kracht. Was dann noch steht und noch nicht weggelaufen ist, stellt auch kein Problem mehr dar für die Jungs am Boden.

Wenn man wirklich etwas braucht für die direkte Front, dann reicht doch auch eine SuperTucano oder ein beliebiger Heli mit Kanone.

Die A-10 hat mehr moralische Wirkung, gerade mit der Kanone. Aber in der Nähe von eigenen Truppen wird die eh nicht eingesetzt.
Die Überlebensfähigkeit gegen Manpads und direkten Kanonenbeschuss ist auch kein wirkliches Argument, weil man dem mit der F-35 (zum Bsp.) erst garnicht in deren Reichweite muss.

Ich persönliche habe genug Familie, die im Irak oder Afghanisten waren und dort war man über die F-16, F-15E und Apaches glücklicher als über die A-10.

Ich mag den Vogel auch, aber lasst ihn doch in Ehre in den Ruhestand treten.
 

Sens

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List of combat losses of United States military aircraft since the Vietnam War - Wikipedia
Dort gibt es die Details und die Verluste gab es über einem Gefechtsfeld mit einer klassischen Bodenabwehr von Seiten der republikanischen Garde.
Nur die Harrier II des USMC flogen in einer ähnlichen Rolle und hatten vergleichbare Verluste. Es war der erste größere Kampfeinsatz der A-10 über einem offenen Gelände. Nur bis etwa 700 km/h ist ein rein optische Bekämpfung von Zielen am Boden möglich, wenn es um die Verifizierung geht. Siehe auch die Su-25 dazu.
"The A-10 had a mission capable rate of 95.7 percent, flew 8,100 sorties, and launched 90 percent of the AGM-65 Maverick missiles fired in the conflict.[93] Shortly after the Gulf War, the Air Force abandoned the idea of replacing the A-10 with a close air support version of the F-16 "
2003 ging nur eine von 30 A-10 verloren.
 

El Nebuloso

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Schon 1999 in Yugoslawien fehlte es nur am Wetter, und die großartige A10 hat eigentlich nicht mehr viel gerissen.
Wenn der A10-Pilot versucht visuell Ziele aufzufassen (und ja: es gibt Regionen, in denen scheint nicht 12h am Tag die Sonne), dann war es das eigentlich schon. Die A10 ist immer als erste sichtbar, und wird andersherum sehr vieles am Boden nicht sehen. Die CF34 mögen Ende der 70er Jahre ne harte Nuss für MANPADS gewesen sein, heute kriegt jedes System frontal einen Lock. Die A10 kann das Gefechtsfeld nicht beobachten wie etwa ein Hubschrauber, sie muss ja rüberfliegen. Und trotz robuster Bauweise und Titanwanne: mit 500km/h übers Feld dieseln wird sich die A10 bei fast jeder Mission ne MANPADS-Schuss einsammeln. Dann ist auch für die A10 Feierabend, vielleicht schafft sie es noch zur Basis heim.

Am Ende bekämpft eine A10 so oder so heutzutage nur durch andere Teilnehmer identifizierte Ziele. Würde sie selbstständig angreifen ... oh je, da würde recht schnell die eigene Truppe einen abkriegen. Klar, habe ich sie, nutze ich sie. Aber unbedingt einen Nachfolger anzuschaffen, ne. Dann könnte ich auch einen Turboprop nehmen.
(Gekürzt)
In Jugoslawien war insbesondere eine weitaus kompetentere Luftverteidigung am Werk. Syrer (1982) und Iraker (1991) konnten gerade deshalb so schnell niedergekämpft werden, weil sie grundlegende Aspekte der sowjetischen Luftverteidigungsdoktrin nicht beachteten bzw. dazu mangels kompetentem Personal nicht in der Lage waren. Die Luftverteidigung der Serben nutzte hingegen ihre vergleichsweise geringen Mittel viel effizienter und zwang die NATO, in größeren Flughöhen zu operieren. Das ist nichts, was die A-10 besonders gut kann.
 
Schorsch

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(Gekürzt)
In Jugoslawien war insbesondere eine weitaus kompetentere Luftverteidigung am Werk. Syrer (1982) und Iraker (1991) konnten gerade deshalb so schnell niedergekämpft werden, weil sie grundlegende Aspekte der sowjetischen Luftverteidigungsdoktrin nicht beachteten bzw. dazu mangels kompetentem Personal nicht in der Lage waren. Die Luftverteidigung der Serben nutzte hingegen ihre vergleichsweise geringen Mittel viel effizienter und zwang die NATO, in größeren Flughöhen zu operieren. Das ist nichts, was die A-10 besonders gut kann.
Das unterstützt ja meine These, dass bei ernsthafter Gegenwehr das A10-Konzept recht schnell zusammen klappt bzw. erhebliche Verluste einkalkuliert werden müssen, da die Mission eben zwingend erfordert, dass man auf FlaK/MANPADS Distanz ran muss.
Natürlich, sollte ich versuchen mit F-35 Panzer mit dummen Bomben und Bordkananone anzugreifen wäre das Ergebnis noch katastrophaler. Die Erkenntnis ist eben, dass Flugzeuge für solche Aufgaben kaum geeignet sind. Mit den heutigen Konflikten, und den Flugzeugen & Besatzungen sowieso im Bestand (und aufgrund der Tatsache, dass die A10 kein kompliziertes Flugzeug ist), würde ich das Ding auch behalten. Einen Nachfolger würde ich mir allerdings schenken. Der "Nachfolger" wäre die Kombination aus einer Drohne (oder vieler Drohnen, die im Zweifelsfalle billiger in der Beschaffung sind als Abwehrraketen) und einer Stand-Off Plattform. Das kann eine F-35 sein, aber eben auch jedes andere Flugzeug, auch eine sibsonische Plattform wäre da vollkommen ausreichend.

Die Verluste in CAS Missionen waren ja immer üppig.
 

El Nebuloso

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Und die P-47 hat da in der Erdkampfrolle auch ordentlich einstecken müssen. Je weiter oben man ist, umso besser. :thumbup:
Kommt drauf an. Die CAS-Rolle beinhaltet ja, mitten in den Feuerbereich der TLA zu fliegen. Angreifenden sowjetischen Panzern sollten in einem gewissen Abstand Schilkas und 9K31 oder 9K35 Strela folgen, es würden Manpads zum Einsatz kommen und selbst ein BMP-2 oder ein BTR hat die theoretische Möglichkeit, einen Erdkämpfer zu beschießen. Von daher überzeugt mich die angedachte Rolle der A-10 nicht so richtig. Egal wie gut gepanzert, nach spätestens zwei Überflügen ist mit einem gewissen Schaden zu rechnen.
Wenn dann nicht einmal bei jedem Anflug mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einen Panzer, dazu noch einen altehrwürdigen Oldtimer wie den T-62, ausschalten kann ( https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&ved=0ahUKEwjtvcjvzePYAhVKshQKHaQACGwQFghBMAM&url=https://calhoun.nps.edu/bitstream/handle/10945/29216/combatdamageasse00stol.pdf?sequence=1&usg=AOvVaw3bC-vhsFDW85eqiAL2S6jr ) stellt sich mir die Sinnfrage.

In Vietnam war es aber so, dass die Gegenmaßnahmen gegen radargelenkte Fla-Raketen noch nicht sehr weit entwickelt waren, sodass die Amerikaner in geringere Höhen auswichen.
 
Schorsch

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Ich denke für die Umgebung der späten 60er Jahre passte die Spezifikation:
- es gab keine MANPADS, und wenn, dann brauchten diese einen gezündeten Nachbrenner
- es gab keine entsprechenden Hubschrauber (auch mangels der geeigneten Waffensysteme > siehe TOW)
- im Kriegsszenario wären alle Luftstreitkräfte enormen Verlustquoten ausgesetzt gewesen
- es wäre wohl angedacht gewesen, dass sowjetische Panzerkräfte durch "Wegzoll" unterschiedlicher Akteure nur zu 50% an der HKL erscheinen
So ein bisserl ist die A-10 wie die StuKa in WK2: effektiv, irgendwo, aber es bedarf der richtigen Umgebung. Heute würde man weniger besser geschützte Panzer einsetzen. Einen KPz mit einer FlaRak auszustatten wäre auch nicht undenkbar.
 

Sens

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Die A-10 und Su-25 wurden für das Gefechtsfeld in Mitteleuropa oder Korea entwickelt. Dort sollten sie auf der eigenen Seite der Frontlinie als fliegende Feuerwehr operieren, wenn mobile Einheiten des Gegners einen Durchbruch erzielt hatten oder versuchten die eigenen Stellungen zu umgehen. Dafür hatten sie genügend Feuerkraft, Standzeit und waren keinerlei Beschränkungen durch das Gelände unterworfen. Sie flogen überraschende "hit and run" Einsätze zusammen mit Hubschraubern wie die Kiowa. als "Einweiser". Im Gegensatz zu Kampfhubschraubern war ihre Signatur (auch Geräusche) geringer. So waren sie durch das Sperrfeuer der feindlichen Artillerie viel weniger gefährdet, da sie dank ihrer Geschwindigkeit (~10 km/min) jederzeit auf Distanz gehen konnten. Sie flogen immer als Paar oder im Schwarm und jede Maschine griff ihr Ziel aus einer unterschiedlichen Richtungen an. Die Zeitspanne war immer so kurz, dass für die Gegenseite fast nie die Zeit bleiben würde eine Aufteilung der Ziele für eine erfolgreiche Bekämpfung aller Angreifer zu erreichen. Die Manpads in den 80iger und 90igern konnte nur abfliegende Ziele bekämpfen. Da war der Schaden schon eingetreten. Eine getroffene A-10 war da schon wieder auf der eigenen Seite der Front. Die A-10 Piloten fürchteten am meisten, das sie bei beschränkter Sicht im Tiefst-Flug, beim yawing oder skidding, um ein radar-lock zu vermeiden, Bodenkontakt haben könnten. Die A-10 Piloten waren die mit den meisten Flugstunden, da exzellente Ortskenntnisse eine Lebensversicherung waren. Im ehemaligen Jugoslawien oder im Irak flogen sie unter ganz anderen Bedingungen. Im Irak/Kuwait operierten sie auch jenseits der eigenen Front. Die A-10 brauchte kein eigene Luftüberlegenheit, um erfolgreich kämpfen zu können. Ihre Ziele waren primär die gegnerischen Bodentruppen.
Die Luftwaffe hat eine andere Prioritätenliste und die Selbstüberschätzung des Heeres erlaubt es sogar. Das fragt immer erst nach Luftunterstützung, wenn die Hütte schon brennt und der ideale Moment dafür längst verpasst ist. Nur das USMC hat eigene Lfz für eine permanente Unterstützung der eigenen Bodentruppen.
 
GorBO

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Lieber @Sens , das ist aber eine sehr idealisierte Sicht der Dinge! Allein der von @El Nebuloso verlinkte Bericht holt einen schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Kurzes Exzerpt: Bei Sieben Anflügen auf Kampfpanzer T-62 drei Kills, drei Immobilisierungen und einmal leichte Schäden. Dabei jeweils zwischen 150 und 200 Schuß abgegeben. Viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, erfolgversprechend sind eigentlich nur Anflüge von der Seite oder von Hinten. Das bedeutet, die A-10 muss sich, um sich in Stellung zu bringen, hinter der Front oder entlang dazu bewegen. Und auch wenn Manpads in den 80ern noch nicht so gut waren, hätten im Bereich der Front genügend Rohrwaffen auf die A-10 gehalten und mit hoher Kadenz Bleivorhänge erzeugt, die dann auch ein TF34 auspusten können.
 
Rock River

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Lieber @Sens , das ist aber eine sehr idealisierte Sicht der Dinge! Allein der von @El Nebuloso verlinkte Bericht holt einen schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Kurzes Exzerpt: Bei Sieben Anflügen auf Kampfpanzer T-62 drei Kills, drei Immobilisierungen und einmal leichte Schäden. Dabei jeweils zwischen 150 und 200 Schuß abgegeben. Viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, erfolgversprechend sind eigentlich nur Anflüge von der Seite oder von Hinten. Das bedeutet, die A-10 muss sich, um sich in Stellung zu bringen, hinter der Front oder entlang dazu bewegen. Und auch wenn Manpads in den 80ern noch nicht so gut waren, hätten im Bereich der Front genügend Rohrwaffen auf die A-10 gehalten und mit hoher Kadenz Bleivorhänge erzeugt, die dann auch ein TF34 auspusten können.
Ich denke, das mit den Rohrwaffen stellst du dir ein wenig zu einfach vor - hierfür müsste auch ein Flakpanzer erst einmal den mehr oder weniger extremen Tiefflieger sichten/erfassen, um ihn überhaupt bekämpfen zu können. Das heisst u. a., dass er auch günstig positioniert sein muss und das ist, ebenfalls mehr oder weniger, Zufall. Ganz zu schweigen davon, dass die mobile Luftabwehr ohnehin das allererste Ziel wäre - und nicht nur für die A-10.
Die Abwehrfähigkeit von BMP/BTR gegen Tiefflieger dürfte wohl vollkommen zu vernachlässigen sein. Die sehen den gar nicht erst.
Ich wüßte auch nicht, wieso eine A-10 oder auch eine Su-25 einen Panzer zwingend von hinten oder von der Seite her angreifen müsste. Selbst mit der GAU-8 lässt sich ein Panzer auch frontal außer Gefecht setzen. Weiterhin gibt es ja auch noch andere Waffen als die Bordkanone.
Klar dürfte aber sein, dass in einem solchen Höllenszenario (Panzerverbände/Tiefflieger/Hubschrauber, etc.) die Verluste auf allen Seiten hoch wären.
 

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Da lief auf N24 ( Heute Welt) eine komplette Doku drüber.
Keiner wollte die haben und trotzdem wurde die gebaut.
Es ist ein Bodenunterstützungsjäger. Panzerbrechend.
Deshalb Flügel ohne Pfeilung. Sehr Wendefähig und ausgezeichnete langsamflugeigenschaften.
Kurze Start und Landebahnen.
Diese Aufgabe kann keine anderes Flugzeug, auch die F35 nicht, so perfekt umsetzen.
Die Triebwerke laufen sehr erfolgreich leicht modifiziert im Canadier Jet z.B der Lufthansa CL.
Immer wieder kämft das Muster bis heute gegen eine Absetzung/ Verschrottung.
Mehrfach sollte sie schon in der Wüste stehen.
Inzwischen snd die Flugzeuge minnimum 31 Jahre alt
Und in naher Zukuft müssen die raus. End of Life.

Aufgrund meherer Reservesystem ( Steuerung ) kamen die immer wieder zurück zur Basis,
welhalb Sie unter den Piloten sehr beliebt ist und als sicher gilt
Grüße Frank



Auszug aus Wiki
Überlegungen, die A-10 durch eine auf Erdkampf spezialisierte Version der F-16 zu ersetzen,
wurden nach Einsatztests während der Operation Desert Storm aufgegeben.
Die F-16 erhielten externe Behälter (Pods) mit einer modifizierten fünfläufigen Maschinenkanone,
wie sie ähnlich auch in der A-10 verwendet wird. Beim Feuern wurde das ganze Flugzeug jedoch in starke Vibrationen versetzt,
sodass ein gezieltes Schießen unmöglich wurde und Schäden am Flugwerk der Maschine befürchtet wurden.

Am 24. Februar 2014 hielt US-Verteidigungsminister Chuck Hagel eine Rede, in dem er ein Kosteneinsparprogramm vorstellte,
darunter den Plan, die gesamte A-10-Kampfflugzeugflotte stillzulegen
Bilder Schäden Link anklicken
Fairchild-Republic A-10 – Wikipedia
Fairchild-Republic A-10 – Wikipedia
 
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El Nebuloso

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Ich denke für die Umgebung der späten 60er Jahre passte die Spezifikation:
- es gab keine MANPADS, und wenn, dann brauchten diese einen gezündeten Nachbrenner
Da unterschätzt du die Möglichkeiten der frühen Manpads. Gerade die 9K32 Strela-2, im Einsatz seit den späten 60ern, fand hauptsächlich Opfer ohne Nachbrenner. Für solche schnellen Ziele waren Reichweite und Geschwindigkeit der Strela meist gar nicht ausreichend. Dafür hat sie sehr viele Flugzeuge mit Kolbenmotor und Turboprop sowie Hubschrauber getroffen. Die Wärmesignatur einer abfliegenden A-10 sollte für eine erfolgreiche Zielerfassung ausreichen.
 
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