Absturz Boeing B-17 am 22. September 1944 bei Seibersbach

Diskutiere Absturz Boeing B-17 am 22. September 1944 bei Seibersbach im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; SEIBERSBACH Drei Jahre war Rosalinde Göretz alt, als am 22. September 1944 eine amerikanische "Flying Fortress", eine fliegende Festung, brennend...

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  1. #1 Bleiente, 27.08.2005
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    SEIBERSBACH Drei Jahre war Rosalinde Göretz alt, als am 22. September 1944 eine amerikanische "Flying Fortress", eine fliegende Festung, brennend am Ortsrand niederging. Der Pilot kam dabei ums Leben, die übrigen acht Mann Besatzung konnte sich durch Fallschirmabsprung retten. An den Flugzeugabsturz kann sich Rosalinde Göretz nicht mehr erinnern. Desto mehr interessierte sie jetzt der Zeitungsbericht, der anlässlich des 60. Jahrestages des Absturzes in der AZ erschienen war.
    ...
    Den Absturz und Tod des Piloten könne er bis heute nicht verdrängen. In dem 2004 in den USA erschienenen 328 Seiten umfassenden Buch "The History of the 487th. Bomb Group (H)", (H bedeutet schwere Flugzeuge, wie die Flying Fortress) ist der letzte Flug des bei Seibersbach abgestürzten Bombers geschildert. Navigator Davis hat ihn ausführlich darin beschrieben. Der Bomber hatte neun Mann Besatzung. Pilot, Co-Pilot, Navigator und Bombenleger waren Offiziere, Funker, Maschinist sowie MG- und Bordkanonenbediener Unteroffiziere. Der Pilot war 23 Jahre alt und wurde von seinen Kameraden scherzhaft "alter Mann" genannt. Alle übrigen Besatzungsmitglieder waren zwischen 19 und 20 Jahre alt. Bei Wiesbaden gerieten sie in Sperrfeuer. Ihr Bomber erhielt acht Treffer, unter anderem in den rechten Motor und ins hintere Leitwerk. Der Pilot entschloss sich zur sofortigen Umkehr, entlud sich der Bombenlast und der Ersatztanks und versuchte bei einer Geschwindigkeit von 500 Kilomter in Richtung Belgien zu entkommen. Als aber der Bomber immer mehr an Höhe verlor, gab der Pilot bei 2500 Metern zuerst für die hintere, dann die übrige Besatzung das Kommando zum Absprung.
    Alle kamen sicher über einem Waldgelände auf dem Boden an. Der Pilot verließ als letzter die Maschine, nachdem er, wie der Navigator sich erinnerte, noch eine Schleife um Seibersbach gezogen hatte, damit der Ort vor einer nicht auszudenkenden Katastrophe bewahrt wurde. Der Bomber hatte allerdings sehr stark an Höhe verloren. Für das Öffnen des Fallschirms reichte sie nicht mehr aus. Mit dem nur zum Teil geöffneten Fallschirm stürzte der Pilot in der Nähe des Hochsteinchens in einen Fichtenschlag.
    Co-Pilot und Navigator fanden ihren toten Kameraden und deckten ihn ab. Dann machten sie sich mit einem inzwischen zu ihnen gestoßenen dritten Besatzungsmitglied auf den Weg nach Westen. Immer nur nachts und soweit als möglich nur durch Wald. Dieses Ereignis hat Leonard Davis nicht mehr losgelassen. "Heute sehe ich noch die Bäume vor mir, die fast astfrei waren", habe er mit zitternder Stimme gesagt, erzählt Rosalinde. An der Bullayer Brücke gerieten sie in Gefangenschaft und seien froh gewesen, warmes Essen und Kleidung zu erhalten. Die Behandlung sei gut gewesen.
    ...
    http://www.az-badkreuznach.de/region/objekt.php3?artikel_id=2016927
     
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  3. #2 christoph2, 27.08.2005
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    Die korrekte Bezeichnung für die Position des Mannes in der Nase einer B-17 lautet "bombardier" oder einfach 'Bombenschütze'.

    Ich finde aber gut das man in diesen Artikel ein paar mehr Details erfährt. Bleiente, schön das Du so interessante Meldungen immer ausgräbst :TOP:

    Bei der B-17 handelte es sich um die B-17G 43-38260 mit dem Namen "Fime Sientz" und flog, wie im Text erwähnt, bei der 487th BG. Die BG bestand wie üblich aus vier Squadrons (836th, 837th, 838th, 839th) - die besagte B-17 flog bei der 837th BS. Die 487th BG war in Lavenham, Suffolk (Station 137) stationiert. Das Kürzel (H) trugen alle Gruppen, welche B-24 und B-17 flogen (Anmerkung: Mit Einführung der B-29 Superfortress im pazifischen Einsatzraum wurde die Bezeichung von BGs um (VH)-Very Heavy erweitert).

    Am 22. September flog die Achte Luftflotte Mission 645, welche Rüstungsfabriken im Raum Kassel zum Ziel hatte. 661 schwere Bomber sowie 268 P-51 waren involviert.
     
  4. #3 Bleiente, 27.08.2005
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    Ich finde es schön das Du immer solche tollen Details und Hintergrundinfos beizusteuern weisst. :TOP: :TOP:

    Es ist immer gut die Geschichte hinter der Geschichte zu erfahren.
     
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