DB 601 Aa - Unterschiede zum DB 601 A-1?

Diskutiere DB 601 Aa - Unterschiede zum DB 601 A-1? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Moin! Der DB 601Aa ist ein Motor, der mich vor Rätsel stellt. Oft wird er als "Export-Version" des DB 601 A-1 beschrieben. Der DB 601 A-1...
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Der DB 601Aa ist ein Motor, der mich vor Rätsel stellt.

Oft wird er als "Export-Version" des DB 601 A-1 beschrieben.

Der DB 601 A-1 selbst hatte zwei verschiedene Lader-Versionen.

Bei Mike Williams findet man eine Motorleistungskurve für den DB 601 A-1 mit "neuem" Lader, der über eine Volldruckhöhe von 4,5 km verfügt:


Zum Vergleich hier die entsprechende Kurve für den "alten" Lader:


Hier ein Datenblatt des DB 601 Aa:


Der DB 601 Aa verfügte über eine Mehrleistung gegenüber dem DB 601 A-1 von ca. 80 PS.

Der Vergleich charakteristischer Punkte auf der Motorleistungskurve:

DB 601 Aa...: 1100 PS auf 3700 m bei 1,35 ata/2400 min^-1

DB 601 A-1: 1020 PS auf 4000 m bei 1,30 ata/2400 min^-1 (alter Lader)

Auf dieser Höhe hatte der

DB 601 Aa...: 1020 PS auf 4000 m bei ca. 1,29 ata/2400 min^-1

Man könnte also vermuten, dass der DB 601 Aa im Unterschied zum DB 601 A-1 einen geringfügig höheren Ladedruck vertrug und daher eine geringfügig größere Leistung zumindest unterhalb der Volldruckhöhe abgab.

Jetzt gibt es im Internet aber eine andere Erklärung, die mich verwirrt: Der DB 601 Aa soll einen geringeren Durchmesser seines Lader-Rades gehabt haben, so daß er den gleichen Ladedruck wie der DB 601 A-1 mit geringerem Leistungsaufwand erzeugen konnte, aber nur in geringeren Höhen. Der DB 601 Aa soll demnach seine dem A-1 vergleichbare Volldruckhöhe nur durch eine Drehzahlsteigerung (auf 2500 min^-1, denke ich) erzielt haben.

Habt Ihr davon schon mal gehört und habt vielleicht sogar eine Quelle dafür? Die Datenblätter, die ich kenne, geben leider den Laderraddurchmesser nicht an, so daß ich keine Ahnung habe, ob das stimmen kann oder nicht.

Vielen Dank im voraus! :-)

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
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Hatten wir uns nicht schon mal über das Thema unterhalten? Jedenfalls war der DB 601 Aa in den Prototyp der 109-Exportzelle eingebaut.

Und zur Einordnung: Die in #2 eingestellten Datenblätter sind keine zeitgenössischen Dokumente, sondern entstanden bei DB irgendwann nach dem Krieg. Die bis 1945 erstellten Daten- und Leistungsblätter sahen anders aus.
 
HoHun

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Hi Henning,
vielleicht hilft Dir das weiter.

VG, Nils
Vielen Dank! Diese Datenblätter habe ich bei meiner Analyse auch schon berücksichtigt. Wie Peter schon geschrieben hat, stammen die wohl aus Nachkriegszusammenfassungen, aber ich denke, daß sie einigermaßen getreue Wiedergaben von zeitgenössischen Datenblättern sind, wie sie auch im oben verlinkten Thread "deutsche Flugmotoren" wiedergegeben sind.

Leider sind die Angaben auf diesen Datenblättern nicht vollständig - vielleicht, weil sie für die Veröffentlichung gedacht waren und man seine technischen Fähigkeiten möglichen Gegnern nicht offenlegen wollte.

Die Datenblätter führen aber immerhin ein paar wichtige Eckpunkte auf, wie z. B. das Verdichtungsverhältnis, die die große Ähnlichkeit des DB 601 Aa zum A-1 zeigen.

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
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Hatten wir uns nicht schon mal über das Thema unterhalten? Jedenfalls war der DB 601 Aa in den Prototyp der 109-Exportzelle eingebaut.
Wir hatten vor kurzem über die frühen DB 601-Motoren in der Me 109 V15a gesprochen, aber da ist die Technik etwas anders.

Leider ist die Forumssuche für Motorenkennungen nicht so richtig gut geeignet, auch wenn ich bei meiner Suche schon ein paar relevante ältere Themen gefunden habe, wie z. B. das oben verlinkten "deutsche Flugmotore".

Tschüs!

Henning (HoHun)
 

78587?

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Und zur Einordnung: Die in #2 eingestellten Datenblätter sind keine zeitgenössischen Dokumente, sondern entstanden bei DB irgendwann nach dem Krieg. Die bis 1945 erstellten Daten- und Leistungsblätter sahen anders aus.

Richtig,
Über diese "Datenblätter" hab ich mich auch schon aufgeregt. Tragen weder ein Erstell-Datum, noch einen Hinweis auf den Ersteller/Herausgeber, sind teils Fehlerhaft und widersprüchlich zu den Handbüchern, und weisen wie hier Sätze in "Vergangenheitsform" auf.
.
Werden aber immer gerne als "Quelle" genutzt, sind es aber nicht wirklich.
Daher muss man sich nicht "wundern" dass dort die Bezeichnung "Me" häufig auftaucht, die nach dem Kriege ja geläufig war.
.
 
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Über diese "Datenblätter" hab ich mich auch schon aufgeregt. Tragen weder ein Erstell-Datum, noch einen Hinweis auf den Ersteller/Herausgeber, sind teils Fehlerhaft und widersprüchlich zu den Handbüchern, und weisen wie hier Sätze in "Vergangenheitsform" auf.
Hast Du auch in den beiden Datenblättern für den DB 601 Aa und den A-1 solche Fehler gefunden? Die könnten mich ja schon aufs falsche Gleis führen, daher würde mich das interessieren :-)

Das Datenblatt für den Aa ist bis auf einen kleinen Unterschied bei den Gewichtsangaben und der Erwähnung von 2500 min^-1 für Starleistung (in der "modernen" Fassung) praktisch identisch mit diesem hier:


Das ist wahrscheinlich aus einem der Vorkriegs-"Kataloge" und daher zeitgenössisch. Mein Verdacht ist, dass diese oder sehr ähnliche Datenblätter einfach abgetippt wurden, um die "modernen" Fassungen zu erzeugen ... möglicherweise nicht fehlerfrei, wie Du schon festgestellt hast! :-)

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
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78587?

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Hast Du auch in den beiden Datenblättern für den DB 601 Aa und den A-1 solche Fehler gefunden? Die könnten mich ja schon aufs falsche Gleis führen, daher würde mich das interessieren :-)
Gerade für die frühen "601" ab ich nicht viel Quellmaterial von Daimler, meist auch nur Sekundärliteratur, kann deine Frage so jetzt nicht beantworten. Was jetzt nachfolgende Baumuster angeht, so kann man doch anhand von Motorenkarten, Handbüchern oder E-Listen die "Abweichungen" heraus filtern. Meist passen die Wärmewerte für Zündkerzen, oder Bezeichnungen (Förderleistungen) der Kraftstoffförderpumpen nicht, oder ein paar andere kleine Details.
Denke auch, dass die "Vorkriegsliteratur" durchaus als Basis für diese "Nachkriegs" Datenblätter dienten, wahrscheinlich sind die auch im Hause Daimler erstellt worden, mir sind die in einem Akt dort im Hause auch schon übern "Weg gelaufen".

.
 
HoHun

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Aus Betriebs und Wartungsvorschrift DB601 A u. B, Ausgabe C 1940.

Hier wird ein alter und neuer Lader erwähnt4...
Aber ich bin da nur Laie.
Vielen Dank! Ich habe hier auch noch eine Ausgabe von 1942 gefunden:


Inhaltlich sehr ähnlich. Interessant sind die Höhenangaben bei der Dauerleistung ... ich würde fast vermuten, dass die 1940er-Version da einen Druckfehler hat, der in der 1942er-Version korrigiert wurde!

Hier gibt's noch viel mehr Scans ...


... allerdings nur relativ wenig zu den DB 60x-Motoren, für die Jumos ist da mehr zu finden.

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
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Wie lange sind eigentlich die Aa bzw. A1 Version gebaut worden?

Ich nehme an, die unterschiedliche Auslegung der Dauerleistung bei unterschiedlichen Höhen bzw.unterschiedlicher Leistung bei gleicher Flughöhe hängt u.a. mit der Verwendung der Motoren ab (Bomber, Jagdmaschinen).
Aber hier ist bestimmt jemand Wissender im Forum der da besser drüber Bescheid weiß.

VG, Nils
 
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Wie lange sind eigentlich die Aa bzw. A1 Version gebaut worden?

Ich nehme an, die unterschiedliche Auslegung der Dauerleistung bei unterschiedlichen Höhen bzw.unterschiedlicher Leistung bei gleicher Flughöhe hängt u.a. mit der Verwendung der Motoren ab (Bomber, Jagdmaschinen).
Die Situation ist da etwas unklar. Der DB 601 A-1 ist in der Me 109 durch den DB 601 N mit erhöhter Verdichtung abgelöst worden, der höheroktanigen Treibstoff (C3 statt B4) verwendete. Das ging ab Mitte 1940 los, als das JG 26 eine Gruppe zum Umrüstung vom Ärmelkanal nach Krefeld zurückverlegt hat (wenn ich mich an Prillers "JG 26" korrekt erinnere). Zuvor war der DB 601 N schon für Me-110-Jagdbomber verwendet worden (laut Mankau/Petricks Zerstörerbuch), aber zugunsten der Jäger wurde dann umdisponiert.

Der DB 601 A-1 ist aber auch nach Mitte 1940 noch (in großen Zahlen, glaube ich) produziert worden. Über DB 601 Aa war früher meist zu lesen, daß es sich um einen reinen Export-Motor handelte, aber unter den Funden, die in den 2000ern auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion gemacht wurden, war auch eine Me 109 E-7 mit DB 601 Aa (wurde damals in der Flugzeug Classic berichtet.)

Gleichzeitig haben wohl Archiv-Rechercheure wie Olivier Lefevbre Dokumente gefunden, die zeigen, dass der DB 601 Aa auch für die Luftwaffe gebaut wurde - wenn ich mich richtig erinnere, ging Olivier davon aus, daß aus Werkstoffverfügbarkeitsgrunden 1 DB 601 Aa auf 2 oder 3 A-1 gebaut wurde.

Dass der DB 601 Aa in einer in der Sowjetunion wahrscheinlich als Jagdbomber eingesetzten Me 109 E-7 zu finden war, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Motoren tatsächlich bevorzugt für Machinen, die vor allem in niedrigen Flughöhen unterwegs waren, eingesetzt wurde, aber natürlich kann man aus einem Einzelfund nur schwer verallgemeinern.

Wenn die Hypothese, daß der DB 601 Aa im Prinzip der gleiche Motor wie der A-1 war, aber etwas bessere Werkstoffe hatte, dann wäre es nicht abwegig, anzunehmen, daß der Aa eine höhere Temperaturfestigkeit hatte und daher vielleicht etwas mehr Ladedruck abkonnte, z. B. 1.35 ata statt 1.30 ata für 5 min. Aber das ist eben auch nur geraten ... es wäre schön, wenn man da etwas mehr drüber wüßte :-)

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
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