Neutralität

Diskutiere Neutralität im Bundesheer Forum im Bereich Einsatz bei; Wie kommt es eigentlich das Österreich als eines der wenigen neutralen Länder auf grössere Aufrüstungen verzichtet hat? Die Schweiz und Schweden...

Moderatoren: TF-104G
  1. #1 Erdferkel, 09.05.2004
    Erdferkel

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    Wie kommt es eigentlich das Österreich als eines der wenigen neutralen Länder auf grössere Aufrüstungen verzichtet hat? Die Schweiz und Schweden haben trotz ihrer Neutralität aufgerüstet bis zum geht nicht mehr. Das wurde aber in Österreich nicht getan, worin liegt das begründet? Ist dies etwa auf den Verträgen begründet, die Österreich nach dem 2 Weltkrieg unterzeichnet hat die besagen das Österreich auf jede Offensivfähigkeit verzichten muss? Wenn ja, warum hat Österreich solche Verträge "aufgebrummt" bekommen, Deutschland aber nicht(Ost-West-Kondlikt?)
     
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  3. #2 Schweinchen, 09.05.2004
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    Deutschland war nie als neutrales Land geplannt, sondern Deutschland wollten keine eigenen Streitkräfte mehr aufstellen um zu beweisen nie wieder einen Krieg anfangen zu wollen, was aber schnell verworfen wurde, da sich im Osten ein neues Bedrohungsszenario entwickelt hatte.

    Ich bin kein Politik und Völkerrechtsexperte aber das einzige richtige Neutrale Land ist doch nur die Schweiz oder? Die sind in keiner Organisation oder Pakt vertreten.
     
  4. #3 LimaIndia, 09.05.2004
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    Diese Aussage ist nicht ganz richtig. Denn seit rund einem Jahr sind wir ebenfalls in der UNO. Zudem sind wir an verschiedenen Partnership For Peace Projekten beteiligt. Gerade solche Organisationen und Projekte lösen hier immer wieder grosse Diskussionen aus. Was ist nun Neutralität und was nicht?
     
  5. #4 Schweinchen, 09.05.2004
    Schweinchen

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    Da gebe ich dir Recht, das hat mich auch gewundert das ihr Schweizer so liberal geworden seit.

    Durch frühere Kontakte in der Schweiz, weiss ich aber das Österreich mit seiner Neutraliätauffassung bei den Schweizern verpönnt war/ist. Was ich aber auch verstehen kann.

    Schweden wurde aber damals von vielen Ländern in der Stunde der Not,quasi verraten, daher haben die auch so eine starke unabhängige Rüstungsindustrie und agieren viel auf sich allein gestellt.
     
  6. #5 Lothringer, 09.05.2004
    Lothringer

    Lothringer Guest

    Der Staatsvertrag vom 15. Mai 1955...

    Einige haben das Status eines neutralen Staates freiwillig gewählt, wie die Schweiz oder das Schweden, andere nicht... Die Neutralität des österreichischen Staates leitet sich natürlich von der Niederlage von 1945 ab.

    Der Staatsvertrag vom 15. Mai 1955....
     
  7. #6 Schweinchen, 09.05.2004
    Schweinchen

    Schweinchen Flieger-Ass

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    Warum ist dann Österreich in der EU? Nato-Friedens-Kreis oder wie das heisst? Ist da nicht ein Konflikt mit der Verfassung?
     
  8. #7 Lothringer, 09.05.2004
    Lothringer

    Lothringer Guest

    Frag mal dazu die hochgelehrten Juristen der österreichischen Regierung in Wien nach! Es wäre drollig, wenn Du beweisen könntest, dass die Eintritt Österreichs in der EU Verfassungswidrig war. :D
     
  9. #8 Tigerfan, 09.05.2004
    Tigerfan

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    Österreich ist doch gar nicht mehr Neutral ?. Sie sind ja in der EU.
     
  10. #9 Thunderbolt, 09.05.2004
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    ELITE ist keine NATO Übung. Deshalb sind auch Schweiz und Österreich daran beteiligt.
     
  11. #10 Erdferkel, 09.05.2004
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.2004
    Erdferkel

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    hmm.. also war die "Neutralität" Österreichs freiwillig gewählt und nicht von den Siegermächten oktroyiert?Dazu dann noch auf Aufrüstung im grossen Stilverzichten, das ist für mich eine merkwürdige Entscheidung.Allein der vollkommene Verzicht auf Raketen und ähnlichem ruft bei mir unverständnis hervor. Vorallem in der Zeit (1950er Jahre) wo alle von der "Überlegenheit" der rakete geschwärmt haben
     
  12. #11 Lothringer, 09.05.2004
    Lothringer

    Lothringer Guest

    :D :D :D :D :D
     
  13. #12 Lothringer, 10.05.2004
    Lothringer

    Lothringer Guest

    In September 1970 empfiehlt die Bundesheerreformkommission, unter der Leitung des damaligen Bundeskranzler Bruno Kreisky, den Ausbau der Luftstreitkräfte auf einen "der Schweiz vergleichbaren Standard".

    Aber bekanntlich macht eine Schwalbe noch keinen Sommer! :rolleyes:
     
  14. #13 thomas1968, 11.05.2004
    thomas1968

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    Hallo Erdi,

    Ich denke mal, daß der entscheidende Grund warum Österreich nicht so stark aufgerüstet hat wie Schweden oder eben die Schweiz ist , daß dies in Österreich politisch noch viel schwerer durchsetzbar war/ist als z.B. bei uns, und die Gründe dafür liegen vermutlich an den beiden verlorenen Kriegen und einer Presse die dem Thema Rüstung äußerts kritisch gegnübersteht.
    Ganz deutlich sieht man das z.B. an der sehr späten Beschaffung eines Jagdflugzeugs (die Draken wurde ja erst Anfang der 80´ger Jahre angeschafft) oder beim Typhoon - Es soll ja sogar Leute geben die glauben das wenn die "Roten" falls sie bei der nächsten Wahl an die Regierung kommen - den Eurofighter gleich wieder verkaufen wollen.

    Es scheint so als würde ein Teil der Presse (und Bevölkerung ??) die Luftwaffe ganz generell in Frage stellen. (Solche Leute gibts natürlich auch bei uns...)

    Bei uns konnte man die Aufrüstung nach dem Krieg durch den Ost/West Konflikt natürlich leichter begründen, zumal eine Aufrüstung allein schon durch den Beitritt in die NATO zwingendermaßen notwendig war.

    Falls Du es nicht schon gemacht hast, würde ich empfehlen deswegen vielleicht mal im Forum von airpower.at nachzufragen, da sitzen die Österreich Experten.

    MfG
    thomas
     
  15. AMIR

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    Da hast Du wahrscheinlich recht. Und wer überfällt schon seinen eigenen Tresor ... ? :rolleyes:
     
  16. Jaguar

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    Hehe genau
    Nazi-Deutschland brauchte ja ein Land, das als Finanzplatz diente. Der Preis dafür war jedoch eine vorsichte Anlehnung an das Deutsche Reich.
     
  17. AMIR

    AMIR Astronaut

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    Anlehnung betrachte ich als etwas das falsche Wort. Bekannterweise war die Kompromissbereitschaft gegenüber dem damaligen Deutschland sehr hoch, aber es blieb der Schweiz ja auch nicht viel anderes übrig. Trotzdem "verteidigte" man das Land auch gegen deutsche Flieger - sofern man denn rechtzeitig vor Ort war. Darum finde ich das Wort "Anlehnung" nicht ganz passend ... :rolleyes:
     
  18. Jaguar

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    Sofern man "Anlehnung" als Synonym von "Vorbild" nimmt, ist es sicherlich das falsche Wort. Wie du schon sagtest Amir, um das eigene Land zu schützen, musste man eben den Nationalsozialismus in einigen Sachen tolerieren.
     
  19. #18 Veith, 12.05.2004
    Zuletzt bearbeitet: 12.05.2004
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    Die immerwährende Neutralität Österreichs war Bedingung für den endgültigen Abzug der sowjetischen Truppen und Vorraussetzung für die Zustimmung der SU zum Staatsvertrag 1955.

    Für unsere jungen Leser: Die SU war einzige Besatzungsmacht in Ö, Wien war analog Berlin in Verwaltungssektoren geteilt. Die USA waren gegen die Neutralität.

    Solange die SU existierte, mußte sich faktisch daran gehalten werden. Das wurde mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion obsolet (sprich: "nicht mehr zeitgemäß"), mithin wurde die Neutralität sukzessive ausgehöhlt (sprich: "weiterentwickelt"). Erster Schritt war bereits 1994 die "Partnerschaft für den Frieden".

    Im Mai 1999 ist Artikel 23f der österreichischen Bundesverfassung in Kraft getreten. Dieser Artikel 23f besagt nichts geringeres, als dass Österreich sich wieder an Kriegen beteiligen kann, wenn diese von der EU geführt werden - weltweit, auch wenn kein Mandat der UNO vorliegt. Bei der schnelle EU-Eingreiftruppe ist Österreich mit ca. 2.000 Mann dabei (Planung 2001).

    Manchmal währt "immer" auch 50 Jahre. :rolleyes:
     
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    Hallo

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  21. #19 Erdferkel, 12.05.2004
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    manchmal auch nur 12 oder 40 Jahre :FFTeufel:


    Da lernt man mal was, den das Wien auch eine "geteilte"Stadt war wusste ich garnicht.
     
  22. Veith

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