[OT] U-Boot-Jäger gegen "Völkerfreundschaft"

Diskutiere [OT] U-Boot-Jäger gegen "Völkerfreundschaft" im Andere Konflikte Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Im NVA-Forum wird gerade über eine Kollission berichtet: #Am 14.04.1968 rammte der U-Boot-Jäger der Bundesmarine "Najade" (P6054)in Höhe des...
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Veith

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Im NVA-Forum wird gerade über eine Kollission berichtet:

#Am 14.04.1968 rammte der U-Boot-Jäger der Bundesmarine "Najade" (P6054)in Höhe des Feuerschiffes Fehnmarn das MS "Völkerfreundschaft" ("Feriendampfer").

Das internationale Seegericht (Göteborg?) bewertete diesen Zwischenfall und kam zu der Ansicht, dass der U-Boot-Jäger (bzw. sein Kommandant) zu 90% der Verursacher des Unfalls war. Dem DDR-Schiff wurden 10% Schuld zugesprochen (kurioserweise war die DDR dennoch Nettoschuldner).#

UND dann kommt die übliche Hetze ;) "Diese Aktion,die zum Untergang des Schiffes mit etwa 700 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord hätte führen können,war eine mit Vorbedacht ausgeführte Provokation."

.
.
.

Hat jemand schon einmal von diesem Vorfall gehört? Kann weiterhelfen?
 
Veith

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Ich habe von "Najade" einen EIntrag in mein Gästebuch erhalten
Grund der Kollision war die Tatsache, dass eine "Person" von Bord der Völkerfreunschaft sprang und auf die Najade zuschwam, welche mit ihrem Bug etwas rabiat verhinderte, dass die Völkerfreundschaft eben diese Person (absichtlich oder nicht) über den Haufen kutschierte.
Klingt nach "Fluchthilfe" ... merkwürdigerweise gibt google oder diverse BRD-Publikationen zum Thema nix her :?!
 
dochiq

dochiq

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Moin,

hab nach einer schnellen Google-Suche folgenden Link gefunden:

http://www.mare.de/mare/english/pdf/mare55/mare55_captain.pdf

Den Wahrheitsgehalt kann ich allerdings nicht beurteilen. Hört sich schon ein wenig nach Seemannsgarn an. War denn der Autor tatsächlich Offizier auf der Najade? Lässt sich ja vielleicht nachprüfen.

Gruß
dochiq
 

Horst R.

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Der Vorfall soll im Buch "Kastrophen auf See - Seeunfälle der zivilen DDR-Schiffahrt" beschrieben sein. Ws handelt sich wohl um einen erfolgreichen Fluchtversuch. Der U-Boot-Jäger TRITON war ebenfalls vor Ort.

Gruß

Horst
 
Veith

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Im Marine-Forum lese ich gerade (im Cach) "Hintergrund war die geplante (und auch erfolgte Flucht) eines Passagiers der MS VÖLKERFREUNDSCHAFT. U-Jäger TRITON war ebenfalls vor Ort."

Das klingt so, als wenn die DDR-Version des Vorfalls dahin ging, daß die Flucht von langer Hand vorbereit war und die beiden U-Boote nicht zufällig anwesend waren .... :?!
 
dochiq

dochiq

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... daß die Flucht von langer Hand vorbereit war und die beiden U-Boote nicht zufällig anwesend waren .... :?!
Nun ja, den Eindruck erweckt der Inhalt des oben verlinkten .pdf ja auch:

On our first night, the
commander gave the order to practice
man-over-board manoeuvres. We had to
throw a dummy into the water, veer away
and keep a searchlight trained on the
dummy at all times. We completed the
entire drill more than twenty times. But
who were we really supposed to rescue
from the water?
[...]
On the third day at sea the commander
called us to the officers’ mess.
“Gentlemen”, he said, “we are going to
pick up a person who is intending to jump
off the Völkerfreundschaft.”
Gruß
dochiq
 
Veith

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“we are going to pick up a person who is intending to jump off the Völkerfreundschaft.”
Das ist nun wirklich deutlich. Es verwirrt auch, daß dieser spektakuläre Vorfall wohl recht unbekannt ist. Selbst der "Najade" aus meinen Gästebuch verbleibt bei Andeutungen. Vielleicht paßt die Story nicht wirklich in den Mainstream :FFTeufel:
 
Veith

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Ja, war geplant. Das ergibt sich aus diesem interessanten Artikel:
Begegnungen von Bundesmarine und Volksmarine auf See

"Auf der HiTaTa 2005 kam ein Referent zu der Einschätzung, dass Einsätze der BM zur Rettung von Flüchtlingen eher selten waren. Erwähnung fand ein Einsatz im April 1968, der wiederum ausschließlich diesem Zweck diente. Als bekannt wurde, dass ein Passagier auf dem FDGB-Urlauberschiff VÖLKERFREUNDSCHAFT während der Fehmarnbelt-Passage von Bord springen wollte, hielten sich zwei Torpedofangboote (BM) zum Auffischen des Flüchtlings bereit. Die Bergung des Mannes aus dem 4,8° kalten Wasser gelang in einiger Entfernung vor der Ankerposition des MLR-Vorposten, sodass es zu keinem Konflikt mit der KRAKE kam." Die Krake" war ein Vorpostenschiff der Volksmarine.

Als Quelle wird angegeben: Lutz Steinbach, »Der Kalte Krieg in der Ostsee aus Sicht der Bundesmarine«, Vortrag

Den Vortrag findne wir wiederum hier :TD:
http://www.dmkn-beta.de/downloads/94/De/FILE1094/Der Kalte Krieg in der Ostsee aus der Sicht der Bundesmarine.pdf
Daraus geht hervor, daß der Autor Oltn. zur See auf einem U-Boot ist / war.

Dieser Vortrag wurde vor der Admiralität gehalten und führt aus, daß das Flottenkommando der Bundesmarine bereits 2 Monate vorher von den "Fluchtabsichten" erfahren hatte und die Operation unter strikter Geheimhaltung durchführte. Bei der Bergung des "Flüchtlings" kam es dann zur Kollission.

Was ich noch nicht überblicke ist der "Befehl Nr. 5". Der erlaubte der Bundesmarine zeitweise (9/1966 - 12/1967) das Aufbringen von (zivilen) DDR-Schiffen nicht nur in internationalen Gewässer, sondern auch "in der Anschlußzone vor dem SBZ-Küstenmeer" und damit bereits ab 6 sm (statt 12 sm) vor der Küste. Ich kenne weder die völkerrechtliche Bedeutung der "Anschlußzone", noch den Zusammenhang zum Ereignis in 4/1968. :?!

Lt. Wikipedia gehört die Anschlußzone zwar nicht zu den Hoheitsgewässern, jedoch stehen dem Staat (hier: DDR) in dieser eingeschränkte Hoheitsrechte zu, zum Beispiel polizeiliche Befugnisse bezüglich der Einreise und Zollkontrolle.
 
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EDCG

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im Norden
Was ich noch nicht überblicke ist der "Befehl Nr. 5". Der erlaubte der
Bundesmarine zeitweise (9/1966 - 12/1967) das Aufbringen von (zivilen)
DDR-Schiffen nicht nur in internationalen Gewässer, sondern auch "in der
Anschlußzone vor dem SBZ-Küstenmeer" und damit bereits ab 6 sm (statt
12 sm) vor der Küste.
Hast du den Text gelesen? Da steht eigentlich alles drin.
"Befehl Nr. 5" erlaubte der Bundesmarine 'Schiffe unter deutscher
und internationaler Flagge notfalls mit Waffengewalt vor dem
Aufbringen durch Fahrzeuge der DDR zu schützen'.
Und nicht irgendwie umgekehrt. :D

Vor dem Seerechtsübereinkommen der UN von 1982 galt die
3-Meilen-Zone als Hoheitsgewässer.
3 Meilen Hoheitsgewässer + 3 Meilen 'Sicherheitsabstand' = 6 Meilen.

Anschlußzone: http://de.wikipedia.org/wiki/Seerecht
 

Reinhard

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@Veith,
ich empfehle Dir ,die in der DDR zwar weit verbreitete,aber nur Auserwählten zugänglichen VS-Ausgaben des "Militärwesen" zu besorgen.
Da gab es zu solchen Zwischenfällen ganz andere Informationen als in der "normalen"DDR-Presse,die waren nicht für den normalen DDR-Bürger bestimmt.
(Ich entsinne mich da noch dunkel an den Beschuß eines DDR-Handelsschiffs durch ein mauretanisches Küstenwachschiff mittels 20-mm-Kanone und dadurch entstandene Löcher am DDR-Schiff-Schuld war der DDR-Kapitän).

P.S.:Ich war nicht "auserwählt".
 

schrammi

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Mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, was dieses Thema im FF zu suchen hat. Auch ein OT davor macht es nicht verständlicher...
 
Veith

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Sorry, das Thema enstand aus den laufenden Provokationen von Flugzeugen der Bundesmarine über der Ostsee ... irgendwie kam es zur Najade vs. Völkerfreundschaft und zu meiner Nachfrage hier ...

Das Thema steht 2 Jahre im Forum und jetzt, wo der Fall (fast) geklärt ist, willst Du löschen? :confused: Sollte das Ergebnis nicht gefallen? ;) :engel:
 
pok

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Space Cadet
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Ich springe Veith mal gerade bei !

Sorry, das Thema enstand aus den laufenden Provokationen von Flugzeugen der Bundesmarine über der Ostsee ... irgendwie kam es zur Najade vs. Völkerfreundschaft und zu meiner Nachfrage hier ...

Das Thema steht 2 Jahre im Forum und jetzt, wo der Fall (fast) geklärt ist, willst Du löschen? :confused: Sollte das Ergebnis nicht gefallen? ;) :engel:
Ich springe Veith mal gerade bei !
Loeschen sollte man es besser nicht, ist doch ganz interessant und ich finde seine Darstellung ist gar nicht so parteiisch zumal auch Veith gar nicht beklagt, dass die Marine quasi Nothilfe bei der Ausreise des Kraftfahreres geleistet hat.
Was sind ein paar verbogene Stahlteile schon gegen die Freiheit eines Mannes ?
Ich finde gut, das Veith und ich mal einer Meinung sind.
Gruss POK
 
Veith

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Astronaut
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... zumal auch Veith gar nicht beklagt, dass die Marine quasi Nothilfe bei der Ausreise des Kraftfahreres geleistet hat.
So war das jetzt eigentlich nicht gemeint :engel:

Ich habe mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen: Soviel Aufwand, so ein Risiko, soviel Geheimniskrämerei noch heute, wegen einen "Kraftfahrer aus Sachsen" :?! Vielleicht sollte ich auf den neuen James Bond verlinken? Ein Ausschleusen eines solchen würde schon wieder Sinn machen ;)
 
Schorsch

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mit Elbblick
Ergebnis hat ja gepasst. Man kann natürlich mit lustigen wertenden Adjektiven wie "rechtmäßig" oder "provokant" einen Sachverhalt komplett umdeuten.

Verdächtig genau finde ich die Angabe 4.8° Wassertemperatur. Da hat sicherlich jemand Phantasie gehabt, was auf den Wahrheitsgehalt der ganzen anderen Details schließen lässt.
 
Porter_Pilot

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Verdächtig genau finde ich die Angabe 4.8° Wassertemperatur. Da hat sicherlich jemand Phantasie gehabt, was auf den Wahrheitsgehalt der ganzen anderen Details schließen lässt.
Da hat "Horch und Guck" sicher ganz genau nachgemessen für den Report nach oben.. ;)

Naja, Veith, der ganze Vorfall belegt für mich auf jeden Fall, daß die DDR ein Unrechtsstaat war, wenn die Leute in Ihrer Verzweiflung schon auf so Gedanken kommen, um ihrem Land (aus was für Gründe auch immer) den Rücken kehren zu können, weil sie meistens nicht durften- Fälle ähnlicher Art gab es ja wohl genug, man denke nur an den "anti-imperialistischen Schutzwall"..

viele Grüße
Alex
 
Veith

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Da hat "Horch und Guck" sicher ganz genau nachgemessen für den Report nach oben.. ;)
*wow*
Nach dieser Erkenntnis wird Oltn zur See Lutz Steinbach von der Bundesmarine aber Schwierigkeiten bekommen, denn von ihm stammt die Angabe aus dem Vortrag vor der Admiralität, vgl.: Vortrag auf der 45. Historische Tagung der Flotte 2005 :FFTeufel:

Ich tippe mal, da hat der Oltn zur See schlicht die Durchschnittstemperatur der Ostsee im Frühjahr (?) genommen und der Dramatik wegen eingebaut. Und ich fands auch gut.

Negativ-Bewerter, outet Euch! - nur Mut; schreibt einfach mal den Usernamen dazu..
Dem möchte ich mich anschließen, MUT, Leute, MUT! :p
 
Veith

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Ergebnis hat ja gepasst. Man kann natürlich mit lustigen wertenden Adjektiven wie "rechtmäßig" oder "provokant" einen Sachverhalt komplett umdeuten.
Moralisierung liegt mir fern und juristisch war die Kollision ein Unfall, kommt vor ... Ich habe durchaus gezögert, die Vokabel "versehntlich" einzufügen, ist aber m.E. am wahrscheinlichsten. Daher wirst Du diese Adjektive in meinem Beitrag vergeblich suchen. :TD:
 
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