Technische Fragen und Antworten zum F-104 Starfighter

Diskutiere Technische Fragen und Antworten zum F-104 Starfighter im Luftfahrzeugtechnik u. Ausrüstung Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Hallo zusammen! Da ich mich momentan aus diversen Gründe (Allgemeines Interesse, Modellbau und Teilsammlung) ziemlich viel mit der F-104...
AARDVARK

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Hallo zusammen!

Da ich mich momentan aus diversen Gründe (Allgemeines Interesse, Modellbau und Teilsammlung) ziemlich viel mit der F-104 beschäftige treten immer wieder Fragen auf. Da ich nicht für jede Frage ein eigenes Thema aufmachen möchte und auch nicht so manchen Thread der vielleicht eher von Bildern und Erinnerungen lebt "vollmüllen" möchte, dachte ich das es eine Idee wäre dieses Thema zu eröffnen.

Vielleicht kann ein Mod ja meinen Thread zum Radarsystem hier hereinschieben, bzw. beide unter diesem Titel zusammenführen.

Was mich heute umtreibt (ich plane eine Modell-F-104 mit LED Positionslampen) ist das Kollisionswarnlicht. Es besteht bekannter Weise aus einer blinkenden roten Lampe oben auf dem Rumpf und einer blinkenden roten Lampe unter dem Rumpf. Auf der sehr schönen Seite von Rolf Ferch ist das ansich schön beschrieben. Er schreibt: "Der Taktgenerator steuerte die beiden Blitzleuchten so, dass sie abwechselnd insgesamt 90 +/- 10mal in der Minute aufblitzten."

Wenn ich jetzt einfach mal von 100 mal in der Minute ausgehe blinkt eine Leuchte 0,6 Sekunden, dann die andere für 0,6 Sekunden und dann wieder die erste 0,6 Sekunden, oder sind da noch Pausen zwischen oder habe ich gerade einen Knoten im Kopf und bin komplett auf dem Holzweg...

Danke euch!
 
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Kann mir jemand sagen, bis wann etwa das ARC-34C im Starfighter eingebaut war? Die F-104F dürften doch kein neues Funkgerät mehr bekommen haben?!

Frohe Pfingsten!

Roman
 

schlund

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Hallo Roman,

m.W.n. war das ARC-34 in der 104 nur in der A 10 LO bis LAC Serial 183-1036 (USAF Serial 56-748) verbaut.
Aufwärts und in der F-104F, F-104 G und TF-104 G war das ARC-66 und ab 1964 das ARC-552 verbaut.
Die Bedienteile des -34 und -66 sehen äußerlich gleich aus, denn das 66 wurde aus dem 34 weiterentwickelt.

Beste Grüße,

Michael
 
AARDVARK

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Vielen Dank für die Antwort. Ich weiß nicht woher ich es hatte, habe F-104 und ARC-34 irgendwie miteinander verbunden. Da war wohl mein Denkfehler. Weist du oder jemand anderes zufällig in welchen Bundeswehr Maschinen das ARC-34 verbaut war?

Ich habe nur F-86 Mk.5/6/K auf meiner Liste...
 

rechlin-lärz

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Zitat von Zippermech:

"Der M2-Bombenrechner mit Bedienteil war bei "uns" (GAF) mal geplant, kam aber nie zur Einführung. Dafür gab`s dann den Dual-Timer.
Die Bedienteile T-249, DCU-9A und DCU-117A waren schon für "Sonderwaffen"-Abwurftraining (SUU-21A). Das 117A noch zusätzlich mit Einstellmöglichkeit für den Zahlencode..."


3 verschiedene Panels zum Trainieren? Welches hat man denn wann verwendet? Ich dachte, das 117A sei die "scharfe" Variante für den Fall, der bitte nicht eintritt?

Gruß

rechlin-lärz
 
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Zippermech

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3 verschiedene Panels zum Trainieren? Welches hat man denn wann verwendet? Ich dachte, das 117A sei die "scharfe" Variante für den Fall, der bitte nicht eintritt?

Gruß

rechlin-lärz
Meine bisherigen Erkenntnisse:
Das T-249 und das DCU-9A waren wohl baugleich, wobei das T-249 in der Weapons Delivery-T.O. von Anfang der 1980er schon nicht mehr auftaucht. DCU-9A und DCU-117A konnten für beide Zwecke - scharf und Training - eingesetzt werden. Im Zusammenhang mit dem DCU-9A werden auch Begriffe wie B57 und B61 genannt...
 

schlund

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Hallo Kai, Thomas,

das Panel T249 wurde schon 1972 nicht mehr verbaut, dafür kam das DCU-9/A, das eine Kontaktgruppe zusätzlich hat und über ein Halterelais verfügt.
Ausserdem wurde der "Power on-off" Schalter in den Wahlschalter integriert.
Das Panel wurde für Trainings/Übungswürfe verwendet, hätte auch bestimmte scharfe Lasten abwerfen können.
Für "normale" Bomben war das Panel ohnehin nicht notwendig.
Das Panel DCU-117/A bzw. DCU-121/A wurde ausschließlich für den Einsatz mit Sonderwaffen genutzt.
Der Aufbau und die Funktion war wie das DCU-9/A, zusätzlich sind da die 4 Ziffernräder, der "enable" Schalter und die
Statusleuchte.
Diese Zusatzfunktionen dienten dazu, die "Sonderlast" zu aktivieren (4 fach Kombination) und zu schärfen.
Das stand aber unter der Zuständigkeit der USA.
Damit waren es doch nur 2 Panels, eins zum Üben und eins zum...

Sind wir einfach froh, dass es nicht genutzt wurde.

Beste Grüße,
Michael
 
Zippermech

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Sind wir einfach froh, dass es nicht genutzt wurde.

Beste Grüße,
Michael
Volle Zustimmung !

Ein erstes Resümee soweit mal:

Alle diese "Control Monitors" (T-249, DCU9/A, DCU-117/A oder T-1524 lt. Flight Manual, DCU-121/A) hatten einzig und allein den Zweck/Purpose, den "Special Stores" (Sonderwaffe) im scharfen Einsatz die Detonationsart/Abwurfart - SAFE-GROUND-AIR zuzuweisen oder im Übungs-/Trainingsfall in Verbindung mit dem SUU-21/A (MN-1A)-Dispenser die Klappenöffnungsfunktion desselben anzusteuern (laut T.O. Weapon Delivery).
Alles weitere erfolgte dann auch über das "Special Weapons"-Bedienteil.
 
Zippermech

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Hier noch der Direktvergleich T-249, hergestellt 1962, und ein gut gebrauchtes DCU-9/A, Drawing No. 59...., was bedeutet, daß die Konstruktion von 1959 ist.

 
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AARDVARK

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Sehr interessante Posts :-) Nur wie kommen die ohne Frage hier hin? Wurden die von einem Mod hierhin verschoben? Eventuell aus dem Erinnerungssthread? Es gibt nämlich von mir schonmal einen Thread in dem es um die DCU-9/A geht. Vielleicht kann man die dann auch noch zusammenführen.
 
AARDVARK

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Morgen zusammen!

Ich benötige Infos zur V/UHF Funkanlage der späten deutschen Starfighter. Wie heißt das Ding ganz genau und aus welchen Einzelkomponenten bestand sie?
Ich habe hier einen Remote Frequency Indicator liegen und würde den gerne so anschließen das er irgendeine Frequenz anzeigt aber ich habe das Gefühl das das nicht so einfach wird.
Hat da jemand Infos zu? Eine CMM oder eine Pinbelegung?

Guten Start in die Woche!
 

schlund

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Hallo Aardvark,

wenn ich nächste Woche wieder im Land bin, kann ich mal schauen.
In der Zwischenzeit kannst Du ja schonmal ein Foto und die Teilenummer der Anzeige posten.

Beste Grüße,
Michael
 
AARDVARK

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Hallo Aardvark,

wenn ich nächste Woche wieder im Land bin, kann ich mal schauen.
In der Zwischenzeit kannst Du ja schonmal ein Foto und die Teilenummer der Anzeige posten.

Beste Grüße,
Michael
Vielen Dank, kommt die Tage!
 
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Und endlich in Händen....

NSN: 5821-12-258-7037
PN: 766-8699-000
MBB PN: E90123-101

Im Rahmen welcher Ändeung bzw. welchem Update wurde das Ding verbaut? Nur Luftwaffe oder auch Marine? Ich gehe davon aus das man es nur in den Gustavs, nicht in den TF-104G fand, oder?

Fragen über Fragen :FFTeufel:
 
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schlund

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Hallo Aardvark,

ja, die Anzeige war nur in der F.
Wann und mit welcher TA muss ich mal nachschauen.
Die Beschaltung versuche ich zu scannen, schick mir doch bitte nochmal Deine mail-Adresse.

Beste Grüße,
Michael
 

schlund

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Hallo Aardvark,

die T.A. war die 1212;A von 73 bzw. 74.

Die Auszüge aus der TO habe ich Dir gemailt.

Beste Grüße,
Michael
 
AARDVARK

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Habe die Dokumente inzwischen erhalten. Vielen Dank auch nochmal auf diesem Weg!

Wer auch so ein Ding hat und es in Betrieb nehmen will hat keine unlösbare Aufgabe vor sich, aber definitiv ein paar Kabel mehr als für die übliche Instrumentenbeleuchtung.
Der Indicator braucht 28V, 5V und zweimal Masse. Bei mir habe ich für den Testaufbau eine gemeinsame Masse genommen, das war in der Regel im LFZ auch nicht anders ;-)
Wer das anschließt sieht aber nur den Dezimalpunkt leuchten sowie die vordere 3 und die hintere 5. Dazu leuchten alle Balken wenn man den Testknopf drückt.

Die 28V DC sind zur Versorgung des Gerätes, die 5V für die Datenübertragung im TTL Pegel.

Die leuchtende 3 kann nur zu einer zwei werden (da Frequenzbereich von 200-3XX Mhz) und die hintere 5 nur zu einer 0, da die Anlage nur 0,05Mhz Schritte kann. Für diese beiden Digits reicht je ein Signal von LOW oder HIGH.
Ein wenig kniffelig ist der Anschluss der Zehner, Einer und 0,1 Mhz Schritte (die drei Digits in der Mitte). Sie bestehen je aus vier Anschlüssen die einen BCD Code brauchen, sonst zeigen sie garnichts an.

Ich habe in meinem Testaufbau nur die Einerstelle mit einer Datenkombination versorgt und siehe da, eine 1. Ich werde das demnächst nochmal in auch für nicht Elektroniker verständlich zusammenfassen. Wer die Anzeige auch beleuchten will und bei wem es brennt der kann mich ja anschreiben.

Frohes Anschließen!
 
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So, vorläufiges Ziel erreicht...

Die Anzeige zeigt 382,5Mhz. Die ehemalige UHF Frequenz vom Memmingen aus Starfighterzeiten.

Um das Ziel zu erreichen braucht man 14 Kontakte (Pins) die halbwegs sicher auf dem Stecker der Anzeige halten. Ich habe meine Kontakte mit Schrumpfschlauch isoliert nachdem ich sie an Kabel gelötet hatte. Wie ich bereits schrieb brauch die Anzeige theoretisch 18 Anschlüsse. Es funktioniert aber in meinem Fall auch mit 14, da die 28V als auch die Steuerleitungen für die Hunderter als auch die 0,05 Mhz Schritte nicht benötigt werden.

Die Memminger Frequenz ist dankbar darzustellen, da die Anzeige bei offenen Kontakten der erwähnten Hunderter und 0,05Mhz Schritte jeweils den höheren Wert anzeigt. Das aber ist, da es mir bisher nicht gelungen ist eine Frequenz im Bereich von 200-299Mhz bzw. eine 0 hinter dem Komma darzustellen, nur die halbe Miete. Wie ich diese beiden Werte verändert bekomme muss ich nochmal genau "forschen". Sie verändern sich nämlich leider nicht, egal ob ich ein Low oder High, sprich 0 oder 5V an ihre Kontakte gebe. Die Logik dafür muss sich dahinter verstecken, dass die verschiedenen Bauteile der UHF Anlage mit unterschiedlichen Datentypen arbeiten. Das soll aber für jetzt egal sein.

Der Stecker der auf dem Bild zu erkennenden UHF Frequenzanzeige RI-5502 hat 26 Kontakte, von denen 19 bzw. in unserem Fall 14 genutzt werden. Auf Kontakt V kommen 5V DC, auf S die dazugehörige Masse. Sind diese angeschlossen fangen vorne die 3 und hinten die 5 an zu leuchten. Außerdem der Dezimalpunkt und bei Betätigen der Testfunktion leuchten alle Elemente der Anzeige wie einen Beitrag höher gezeigt.

Um die anderen drei Digits zum Leuchten zu bringen muss ich einen kleinen Exkurs in die binäre Zahlenwelt starten. Ich versuche das einfach mal:

Zur Darstellung der Zehnerstelle (in diesem Fall 8), der Einserstelle (in diesem Fall 2) und der Zehntelstelle (in diesem Fall 9) muss man jeweils vier Leitungen anschließen. Jeder Digit (also jede Zahl der Anzeige) besteht also aus vier Datenleitungen. Dies kommt daher, dass digitale Anlagen nur 0er und 1er verarbeiten können. 0 sind in unserem Fall 0V und 1 sind 5V Gleichspannung. Jetzt reichen aber zwei Zustände (0 und 1, bzw. 0V und 5V) nicht aus um zehn mögliche Werte (0-9) die der Digit anzeigen kann, anzunehmen, sondern wir könnten höchstens die Zahlen 0 oder 1 anzeigen lassen. Deshalb hat jeder Digit vier Datenleitungen mit unterschiedlichen Wertigkeiten. Man spricht von einem 4 Bit breiten Signal.

Die dezimalren Wertigkeiten eines binären Codes beginnen hinten mit einer 1. Die zweite Zahl von hinten hat die dezimale Wertigkeit 2. Die dritte von hinten die dezimale Wertigkeit 4 und die vierte Zahl von hinten hat die dezimale Wertigkeit 8.

Wenn die Anzeige eine 1 anzeigen soll, reicht es wenn 5V Spannung auf der hintersten Datenleitung anliegen. Die anderen drei Werte brauchen dann 0V. Wenn ich auf die zweite Leitung von hinten zusätzlich 5V Spannung lege zeigt die Anzeige eine 3 an. Das kommt daher dass auf den Wertigkeiten 1 und 2 jeweils ein 5V High Pegel anliegt. Setze ich die hinterste Leitung auf 0V, wird die Anzeige zu einer 2, da die dezimale Wertigkeit 1 weggefallen ist. Gebe ich dann 5V auf die dritte Leitung von hinten wird der dezimale Anzeigewert zu einer 6. Das ganze klingt jetzt wahrscheinlich verwirrend sofern ihr sowas zum ersten Mal lest, aber jedes Datenverarbeitungsgerät funktioniert genau so.

Die Zehnerstelle der Anzeige hängt an den Datenleitungen B, C, D und E. Die Leitung B hat den dezimalen Wert 1, die Leitung C den Wert 2, die Leitung D den Wert 4 und die Leitung E den Wert 8. Da das Digit eine 8 anzeigen soll gebe ich nur 5V auf die Leitung E, die anderen 3 bekommen 0V bzw. Masse.

Die Einserstelle der Anzeige hängt an den Datenleitungen F, G, H und J. Die Leitung F hat den dezimalen Wert 1, die Leitung G den Wert 2, die Leitung H den Wert 4 und die Leitung J den Wert 8. Da das Digit eine 2 anzeigen soll gebe ich nur 5V auf die Leitung G, die anderen 3 bekommen 0V bzw. Masse.

Die Zehntelstelle der Anzeige hängt an den Datenleitungen K, L, M und N. Die Leitung K hat den dezimalen Wert 1, die Leitung L den Wert 2, die Leitung M den Wert 4 und die Leitung N den Wert 8. Da das Digit eine 9 anzeigen soll gebe ich 5V auf die Leitungen K und N (8+1), die anderen 2 bekommen 0V bzw. Masse.

Jetzt sollten 382,95Mhz in eurer Anzeige leuchten. Wer eine andere Frequenz wissen will, einfach nachfragen wenn ihr es nicht alleine schafft.

Fragen und Ergänzungen oder sogar Fehler in meinen Erklärungen? Nur raus damit! :blush2:

Schöne Woche

Roman
 
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