Weiß jemand etwas über eine geplante Bergung im Münsterland?

Diskutiere Weiß jemand etwas über eine geplante Bergung im Münsterland? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei;
ostseh

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jau, geht seit 1988, dem ersten Versuch. Ich schau mal, ob ich den Artikel dazu finde. Einer der Protagonisten ist Uwe Benkel.. Von der LAO war früher auch jemand mit dran, ist dann aber wegen der Auseinanderetzungen ausgestiegen. Eigentlich ein klassischer Fall in der Denkmalpflege, wie er auch in anderen Bundesländern (MV) anfällt. Die Bergungen einer Me108 Taifun von Gatow auf Rügen (gesucht FW190) und einer Ju88 (schlecht recherchiert und gesucht Ju87) wurde immer von dem Tenor begleitet...
Angebliche Verstöße gegen das Denkmalschutzgestzt und/oder Totenruhe. Dabei ist die Me108 in Gatow ein schöneres Ausstellungsstück - auch unrestauriert - als der Tauch-Hotspot.
Die vermeintliche Ju87 war allerdings ein Desaster... für Gatow. Habe mir im Nachhinein die Unterwasserfilmaufnahmen angeschaut und hätte immer von einer JU87 abgeraten..

Wenn ich den Artikel finde, hänge ich ihn noch ran..
 
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bommi

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Danke erstmal für die ganzen Infos, ihr seid Spitze
:thumbsup:
 
Monitor

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Nach meiner Meinung geht es hier um zwei unterschiedliche Sachen.
Das eine ist das Flugzeug - das andere die sterblichen Überreste des Funkers.

So richtig ist aus dem Thread aber nicht erkennbar, was das LWL denn nun genau argumentiert.
Auf was beziehen sich die Querelen mit dem LWL ? Bergung des Flugzeuges, Bergung des Funkers oder beides ?
 

jackrabbit

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Hallo

da es einen richtigen Gedenkstein gibt (siehe Bild) lehnen die Archäologen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine Grabung (zum Zwecke der Bergung) ab, dass das Wrack inzwischen (über 70 Jahrer nach Kiegsende) ein Bodendenkmal sei und nicht mehr zerstört werden dürfe.
Der Obergefreite Albrecht Risop habe damit (nach Ansicht des LWL) vor Ort sein Kriegergrab mit Gedenkstein.

Die Arbeitsgruppe Vermisstenforschung argumentiert in der Richtung, "dass ähnliche Bergungsprojekte in der Vergangenheit durch die Behörden stets befürwortet und unterstützt worden seien" und das nach Kontakt zu Hinterbliebenen diese eine Bergung und die anschließende Bestattung wünschen.

Für mich liest sich das wie "Rechthaberei" aller Beteiligten, nachvollziehen kann ich aber totzdem die Argumente beider Seiten.

Grüsse
 
ostseh

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hi Monitor.
Ich bin selbst ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und habe mich der LuftfahrtArchäologie verschrieben. Das ist als Grundlage wichtig, weil das Schulung und Dokumentation beinhaltet, die die Ämter anderen oft nicht zutrauen. Meine Anwesenheit kann also nur durch meinen Status hilfreich, eine Genehmigung eher möglich sein.

Grundkonflikt: nach herkömmlicher Betrachtung endet Archäologie vor dem oder spätestens mit dem WW2. Das ist sicher auch Pragmatismus in einem beispielsweise unserem Bundesland (MV), das als einziges bis heute kein Archäologisches Landesmuseum hat und bei dem teilweise Funde mangels ordentlicher Lagerkapazitäten verschimmelt sind.

Wenn hier jemand mitliest, bekomme ich dafür schon wieder Dresche..!

Unsere wichtigsten Funde (spektakulärsten) liegen derzeit im Museum Moesgard. Der Deal: Restaurierung gegen Ausstellung. Die Ausstellungen der LuftfahrtArchäologie sind fast immer privat. Abgesehen vom Deutschen Museum und Gatow.

Einerseits weiß man nun trotz mangelnder Kapazitäten von Frühzeit, den Germanen, den Ranen, Slawen und vielen anderen, dass man die sogenannte Neuzeit auch als Geschichte betrachten muss. Aber es ist eben so profan, so nahe.

Das löbliche Anliegen der Bergung von Gefallenen steht dann der verordneten Totenruhe entgegen. Das hat aber auch den Grund, dass immens viele SondengängerInnen suchen und finden - das ganze Netz ist voll davon- und ein Schutz anders nicht möglich scheint..

Ich selbst habe vergangenes Jahr jemand seine DogTag, ja ich weiß, jawoll!!!, das heißt Erkennungsmarke, an einen Baum gehängt im Friedwald. Die hing ganze acht Tage da. Dann war sie weg.. Soll heißen: für Trophäen schrecken manche vor nichts zurück..

Sorry, ich ufere aus. Gleich werde ich wieder wegen #offTopic gesperrt.. :-)

Ergo: Wenn ich hier mal nen festen Stand wie manche 12ender habe, dokumentiere ich in WW2 mal die im Oktober mit fast 30 Leuten erfolgte Bergung von großen Teilen einer Freya im Brandenburgischen. Das war die erste gemeinsame Aktion mit dem BLDAM (Landesamt) und endlich vertrauensbildend. Nach 22 Jahren nachwendisch gerechnet.

In MV sind solche Aktionen auch von Gatow als sozusagen teilstaatlicher Stelle oft von Eifersüchteleien begleitet.
Die LAO hat in Wriezen jedoch den Dezernenten dahingehend begeistert, dass der Bergungsleiter ein absoluter Experte und Pfennigfuchser in Sachen Dokumentation, Einmessen und den wichtigen Details der Recherche ist. Daher eine gute Grundlage, 80 Jahre nach manchen Vorfällen. Die Freya wurde 1945 gesprengt....

sorry, etwas länger geworden.. :-) dafür verzichte ich jetzt auch auf ein foto.. oder?
 
ostseh

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Ach ja, sorry, voll mein Thema.. Nachtrag.
Rein physikalisch ist der Funker vom Flugzeug nicht zu trennen. Das ist bedingt durch die Kräfte des Aufschlags. Er wird an der tiefsten Stelle an den Motor gequetscht mit allen Wrackteilen im Hintergrund zu finden sein.. Ziehharmonikaprinzip. Daher ist nur über die Abbergung großer Teile des Wracks mit schwerem Gerät anfänglich Zugang zu den Leichenteilen möglich. Dafür ist dann der VdK mit vor Ort und seinen Umbettungssärgen.
Wir denken grade über eine Vereisung in einem Moor nach, wo noch fünf Tote im Wrack liegen. In sechs bis zehn Metern Tiefe. Das ginge nur dann, wenn interessierte kanadische und australische Sponsoren fünfstellig beitragen. Geplant ca 14 Tage...
 
Intrepid

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... Er wird an der tiefsten Stelle an den Motor gequetscht mit allen Wrackteilen im Hintergrund zu finden sein ...
... bei einem 2-motorigen Flugzeug? An welchen Motor gequetscht, den linken oder den rechten?
 
ostseh

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hast Recht.. war in meinem kopf bei der Bergung aus einem einmotorigen Jäger.. Und der Beschreibung der Auffindsituation im Shelter3 in Finowfurth.

Du hast aber trotzdem verstanden, was ich mit Masse und Physik, Beschleunigung, meinte? Das war der Kern der Aussage, auch wenn dann Abstraktion notwendig ist.. Den Fall eines diagonalen Aufschlags könnte ich dann auch erwähnen :-) pinschiedriger Weise..

Wenn das die einzige Anmerkung war..
Auch ohne Motor. Da schiebt noch einiges von achtern...Keine Details bitte..
Aber danke für die Korrektur.

Intrepride ist übrigens ein beeindruckender Flugzeugträger, nachdem das FBI ihn nach 9/11 wieder verlassen hat.. :.-)


Da ich grade nochmals beim Thema bin.... Wer in der Nähe ist zum Prozesstermin und sich die Zeit nehmen möchte, sollte früh da sein. Es dürfte mit Sicherheit ein großer Medienrummel diverser Sender und Redaktionen geben.
Uwe Benkel meint, die AG Vermisstenforsxhung hätte noch einiges in Petto. So soll ein Bischof zum Thema Totenruhe und Tote in ungeweihter Erde aussagen.. Es sollen RTL, WDR, Bild am Sonntag und ggf. der STERN berichten.

Da wird sicherlich was Grundsätzliches draus. Da Uwe Benkel von der AG Vermischtenforschung die Kosten erstmal alleine trägt, habe ich grade in der LuftfahrtArchöologieOderland einen Spendentopf angeregt. Vielleicht gibt es ja auch hier UnterstützerInnen... :-) soll ich mal eine Kontonummer besorgen?

paypalspendenkonto
benkeluwe@gmail.com

stichwort prozess.
 
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AGO Scheer

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Im Prinzip hat der Kollege Recht.

In den 90ern war ich auch aktiv in einer legalen Bergungsmannschaft.
Da fand sich bei einer Bergung mal ein Schneidezahn eines gefallenen FF in den Kühlrippen eines Zylinders des BMW 801. Kein Knochenfragment war über 10cm groß. So kamen alle persönlichen Sachen auch in den kleinen Plaste-Sarg, den Erwin Kowalke dann mitnahm...

Gut, bei dem Beispiel war noch eine Schwester in Schleswig am Leben, die ihren vermissten Bruder endlich ordentlich bestatten konnte.

Bei Fliegergräbern, wo bekannt ist, wer dort liegt, sollte aber m.M. eine Platte o.ä. angebracht werden und ansonsten der Soldat dort weiter in Frieden ruhen.
 

jackrabbit

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als Brandenburger wärst du ja Aspirant für die Luftfahrt Archäologie Oderland. (L.A.O), Vereinssitz Finowfurth, Shelter drei.
 
ostseh

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Nicht vergessen: Anhand der Anmeldungen wird das Medienecho auf den Prozess der AG vermisstenforschung mit Uwe Benkel am 18. enorm sein. Wegen der Wahlen werden sie teilweise auch recht schnell berichten....

Ich bin gespannt. Und wer sich bei dieser grundlegenden Sache an den Prozesskosten beteiligen möchte.. : benkeluwe@gmail.com stichwort RISOP ist die paypal-adresse. macht es für FREUNDE. sonst fallen gebühren an...
 
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