ADAC und DRF haben ein Nachwuchsproblem

Diskutiere ADAC und DRF haben ein Nachwuchsproblem im Ausbildung und Jobs Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Wäre alles für jeden und überall auf dem Plan würden alle Rettungshubschrauber 24h pro Tag und statt EC135 überall doppelt teure H145 fliegen. Es...

edge

Berufspilot
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Hm, sollte das bedeuten, daß wir die Rettungsfliegerei auf Kosten der menschlichen Gesundheit wieder einstellen und nur noch bodengestützten Transport wie anno dunnemals durchführen? Oder sollte der Patient gefragt werden, wie er denn transportiert werden wolle, und ob er das ggf, auch bezahlen könne?
Wäre alles für jeden und überall auf dem Plan würden alle Rettungshubschrauber 24h pro Tag und statt EC135 überall doppelt teure H145 fliegen. Es hat aber etwas mit dem Kosten-Nutzen Verhältnis zu tun, daß das nicht der Fall ist und das wird auch explizit von den Kostenträgern so vorgegeben. Natürlich wird es dann immer Einzelbeispiele geben, wo der Patient Nachteile erleidet, weil der einzige 24h Hubschrauber des Bundeslandes gerade nicht verfügbar ist.

Würden Kosten keine Rolle spielen, wäre auch jedes kleine Krankenhaus medizinisch wie eine Uni aufgerüstet.

Trotz allgemein üblicher Gutmenschenbeteuerungen sind wir eben noch nicht bei Wünsch Dir Was angekommen Es stellt sich sogar massiv die Frage ob das aktuelle Gesundheitssystem den Herausforderungen der Zukunft finanziell gewachsen sein kann. Ich persönlich bezweifele, daß das aktuelle bereits sehr teure System Luftrettung Zukunft hat, geschweige denn noch große Kostensteigerungen verkraftet.
 
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edge

Berufspilot
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Ich denke, wenn der Topf für Bundeswehr-Hubschrauber aufgefüllt würde, hätte man eine Win-Win-Situation: die Bundeswehr könnte eine größere Anzahl von Hubschraubern betreiben und in der Folge hätten die HEMS wieder genug Nachwuchs.
Nein, so wie es mal war wird es nie wieder. Die Bw wird nie wieder in solcher Stückzahl Schlüsselpersonal ausbilden und dann in die Reserve schicken. Das System der Vergangenheit war ja maßgeblich auf die Ausbildung riesiger Reserveverbände des kalten Krieges ausgerichtet. Heute gibt es keine schnellgebauten Wegwerf-Luftfahrzeuge wie die UH-1 oder G91 mehr. Es kommt auch keine Galaxy oder ein Frachter aus USA mehr und lädt 50 oder 100 Hubschrauber aus, die nach ein paar Stunden ins Gefecht ziehen. Deshalb wird man auch nie wieder hunderte Piloten ausbilden und auf Tasche für eine Mobilmachung halten. Die Zeiten des Massenheeres sind vorbei.
 
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lutz_manne

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Watt willste auch noch in dem Land mobil machen... ohne Wehrplicht ist alles im *rsch. Da kannste eh in der Bevölkerung bald Begrüßungstafeln in Russisch und Chinesisch verteilen und die Leute zum Beten wieder in die Kirche schicken und um Gnade beten lassen.
 
innwolf

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Viel Spass bei der Definition „selbstverschuldet“. Da können gleich ein paar Hundert neue Stellen für Richter geschaffen werden.
Fazit: Sorry, aber das ist Quatsch.
Nein, nicht nötig, generell Zahlungspflicht vollsändig. Aber die Träger der Rettungsdienste so ausstatten daß sie 75% der Flüge unbezahlt ausführen können, aber OHNE Rechtsanspruch und Klagemöglichkeit.
Der Pilot der bei GAFO "rot" oder ohne Sprit in Bäumen hängen bleibt bekommt eine Rechung, nach einer verpatzen Querwindlandung keine.

Im Gebirge ohne Wetterschutzkleidung in Sandalen im Hagelsturm unterkühlt, es wird teuer, am Wanderweg Fuß verknackt, 30m abgerutscht, Bein gebrochen, keine Rechnung. Mit dem PKW bei 130km/h Abflug in die Botanik am Walldrand...

Nicht bestellt, trotzdem zahlen, ja, nennt sich "Geschäftsführung ohne Auftrag" bei Dringlichkeit.
 
innwolf

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Zum PIlotenmangel:
Zurück zum Modell Lufthansa der 60er-Jahre, der Arbeitgeber wählt aus, zahlt alles per Company-Kredit der mit festen Arbeitspaltz gekoppelt ist für Jahrzehnte. Wer sich abwerben lässt muß den Kredit zurückzahlen. Die Company macht intern bilanziell eine loss-license-Versicherung. Wer gesundheitsbedingt aufhören muß bleibt schuldenfrei.
 
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Stinkmorchel

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Da hat Corona aber ein gewaltiges Fallbei fallen gelassen.....

Vielleicht gut für manche Luftstreitkräfte...werden wohl weniger Piloten in die Privatwirtschaft wechseln wollen bzw können , da keine Jobs angeboten werden.
Zumindest bei den Flächenfliegern. Der Hubschraubermarkt mag wohl anders sussehen.
 
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Doppelnik

Doppelnik

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Die meisten Linienpiloten gehen irgendwann in Rente ohne jemals eine brenzlige Situation erlebt zu heben, was nicht heißt, dass sie damit nicht umgehen könnten (dafür gibt es genug Beispiele). Als Pilot eines Rettungshubschraubers (oder als Cropduster in den USA) fliegt man häufig unter Bedingungen die man normalerweise unbedingt vermeiden würde, wer parkt eine Hubi z.B. freiwillig rückwärtz unter eine Hochspannungsleitung (schon gesehen)? Ich denke, da muss man sein Gerät schon extrem gut beherrschen und bereit sein ein höheres Risiko einzugehen. Natürlich würde jemand der das Risiko sucht, so einen Job wohl häufig nicht überleben, aber ob eine totalen Risikoaversion wirklich die beste Voraussetzung ist? Die totale Ökonomisierung führt hier volkswirtschaftlich zu einem Minus, es wäre viel sinnvoller wenn die Bundeswehr wieder regelmäßig für einen Haufe gezähmter Draufgänger sorgen würde, dann hätte diese ausreichend Piloten im optimalen Alter und es gäbe genügend Piloten für Rettungshubschrauber mit großer Erfahrung welche ihr Handwerk beherrschen.
 
Chopper80

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... und bereit sein ein höheres Risiko einzugehen. ... aber ob eine totale Risikoaversion wirklich die beste Voraussetzung ist? Die totale Ökonomisierung führt hier volkswirtschaftlich zu einem Minus, es wäre viel sinnvoller wenn die Bundeswehr wieder regelmäßig für einen Haufe gezähmter Draufgänger sorgen würde, dann hätte diese ausreichend Piloten im optimalen Alter und es gäbe genügend Piloten für Rettungshubschrauber mit großer Erfahrung welche ihr Handwerk beherrschen.
Das würde ich so nicht unterschreiben. Auch bei der Bundeswehr wird die Risikoabwägung heutzutage, genauso wie bei den Rettungspiloten, nicht mehr so gehandhabt wie früher. Gezähmte Draufgänger werden in beiden Sparten nicht gesucht. Der grosse Unterschied der Rettungspiloten zu Linienpiloten liegt wohl in der Fähigkeit flexibel und ungeplant Flüge absolvieren zu können. Zu Starten ohne das Flugziel ( Landeort ) und den weiteren Verlauf des Fluges zu kennen führt bei letzteren wohl zu Schnappatmung :wink2:

C80
 
Intrepid

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... es wäre viel sinnvoller wenn die Bundeswehr wieder regelmäßig für einen Haufe gezähmter Draufgänger sorgen würde ...
Ich finde es gut, dass sie genau das nicht mehr tut: für gezähmte Draufgänger zu sorgen.

Das wäre mal eine interessante Diskussion. Aber vermutlich besser in einem eigenen Thread.
 
innwolf

innwolf

Space Cadet
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Hm, sollte das bedeuten, daß wir die Rettungsfliegerei auf Kosten der menschlichen Gesundheit wieder einstellen und nur noch bodengestützten Transport wie anno dunnemals durchführen? Oder sollte der Patient gefragt werden, wie er denn transportiert werden wolle, und ob er das ggf, auch bezahlen könne?
Alles kein Problem, wünsch dir die beste Medizin, tolle Rettungsfliegerei usw. Ganz einfach, Krankenkassenbeiträge verdoppeln. Oder suche mal Mehrheiten für Opernhäuserrenovieurng und -betrieb schliessen, aktuell kein Geld für Berufssport-Corona-Hilfen, suche eine Mehrheit für keine Migranteneaufnahme usw.
Oder weniger Strassenbau, dann staut es sich eben mal und es fahren weniger Leute weil es lästig wird.
 
innwolf

innwolf

Space Cadet
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Der grosse Unterschied der Rettungspiloten zu Linienpiloten liegt wohl in der Fähigkeit flexibel und ungeplant Flüge absolvieren zu können. Zu Starten ohne das Flugziel ( Landeort ) und den weiteren Verlauf des Fluges zu kennen führt bei letzteren wohl zu Schnappatmung :wink2: C80
Der Effekt ist auch bei Segelflugschülern zu sehen die vom Motorflug her kommen, bei Streckflugeinweisungen flexibel mit Thermik, Wetterentwcklung, Abschirmungen, Schauer umfliegend, Wolkenstrassen, Luftraumgrenzen respektierend, dynamische Streckenwahl, ganz anders als ein ausbildungskonformer Flugdurchführungsplan nach Motorflugtheorie.
 
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