Eigentumsrechte an Flugzeugteilen

Diskutiere Eigentumsrechte an Flugzeugteilen im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; In Zusammenhang mit der Diskussion um die Eigentumsrechte an Teilen abgestürzter deutscher Kriegsflugzeuge hörte ich, dass durchaus nicht immer...

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
In Zusammenhang mit der Diskussion um die Eigentumsrechte an Teilen abgestürzter deutscher Kriegsflugzeuge hörte ich, dass durchaus nicht immer das Reich oder sein Nachfolger Eigentümer war und wurde. In einigen Fällen wären die Maschinen bis zum Kriegsende noch nicht bezahlt gewesen und damit noch Eigentum der Herstellerfirmen. Gibt es hierzu konkrete Informationen?
Gruß Jubernd
 
Jetcrazy

Jetcrazy

Space Cadet
Dabei seit
15.07.2004
Beiträge
1.923
Zustimmungen
2.775
Ort
OWL, D
so eine Frage kann man wohl nur in dieser Bananenrepublik stellen...
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
so eine Frage kann ma.n wohl nur in dieser Bananenrepublik stellen...
Eine Bananenrepublik hat natürlich auch eine Oberfinanzdirektion. In unserer sitzt sie in Koblenz. Und sie entscheidet kraft ihrer Wassersuppe allein, welches Museum einen geborgenen Flugmotor ausstellen darf.
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
Vielleicht trifft das auch noch auf manchen Blingänger zu. Dann könnte man die ja auch zurück schicken :biggrin:
Hier in D. gefundene Blindgänger wurden zumeist im Ausland produziert. Die noch scharfe deutsche Munition nimmt der Kampfmittelräumdienst gottseidank noch kostenlos mit. Da ist die OFD außen vor.
 
AGO Scheer

AGO Scheer

Space Cadet
Dabei seit
12.01.2014
Beiträge
1.082
Zustimmungen
2.114
Hallo Jubernd,
hat eine werksfrische Maschine Einfliegerei und die BAL-Abnahme durchlaufen, ist sie im Eigentum des Reiches. Somit ist die Nachfolge des Besitzers klar. Finanzierung lief über die BdL (Bank der deutschen Luftfahrt) und deren Konsortiumspartnern. Wenn also eine Vorfinanzierung von Produktion erfolgte- wie kann ein Flugzeug einem Werk gehören, wenn die Bank eine Investitionsbank des Reiches war? Ausnahme: Es wurde ohne Auftrag RLM mit werkseigenen Mitteln gebaut- und selbst diese Maschinen wurden vom RLM übernommen. Kriegsschrott ist daher wenig wahrscheinlich als "Werkseigentum" zu bewerten.
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
Hallo Jubernd,
hat eine werksfrische Maschine Einfliegerei und die BAL-Abnahme durchlaufen, ist sie im Eigentum des Reiches. Somit ist die Nachfolge des Besitzers klar. Finanzierung lief über die BdL (Bank der deutschen Luftfahrt) und deren Konsortiumspartnern. Wenn also eine Vorfinanzierung von Produktion erfolgte- wie kann ein Flugzeug einem Werk gehören, wenn die Bank eine Investitionsbank des Reiches war? Ausnahme: Es wurde ohne Auftrag RLM mit werkseigenen Mitteln gebaut- und selbst diese Maschinen wurden vom RLM übernommen. Kriegsschrott ist daher wenig wahrscheinlich als "Werkseigentum" zu bewerten.
Wie ich hörte, muss es Aufträge ohne Vorfinanzierung gegeben haben.
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
Wenn Blindgänger auf privatem Grund gefunden werden, ist es nicht so einfach.
Bombenentschärfung im Garten: Wer zahlt?
Dafür habe ich Verständnis. Wer bauen will, muss Suche und Freilegung finanzieren. Genau so, wie er archäologische Grabungen finanzieren muss. Liegt das Objekt an sichtbar frei, zahlt der Staat.
Im Gegensatz zu teuren Flugmotoren stellen Sprengkörper einen negativen Wert dar. Deshalb mischt sich die OFD nicht ein.
 

Dirk Bende

Berufspilot
Dabei seit
26.08.2004
Beiträge
72
Zustimmungen
61
Ort
Königswinter
Das gilt aber nur für in der BRD aufgefundes Reichseigentum. Wenn du Hendon eine Me110 oder einen Stuka kaufst und kannst es belegen dann darfst du ihn behalten.......
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
Hallo Jubernd,
hat eine werksfrische Maschine Einfliegerei und die BAL-Abnahme durchlaufen, ist sie im Eigentum des Reiches. Somit ist die Nachfolge des Besitzers klar. Finanzierung lief über die BdL (Bank der deutschen Luftfahrt) und deren Konsortiumspartnern. Wenn also eine Vorfinanzierung von Produktion erfolgte- wie kann ein Flugzeug einem Werk gehören, wenn die Bank eine Investitionsbank des Reiches war? Ausnahme: Es wurde ohne Auftrag RLM mit werkseigenen Mitteln gebaut- und selbst diese Maschinen wurden vom RLM übernommen. Kriegsschrott ist daher wenig wahrscheinlich als "Werkseigentum" zu bewerten.
Mit dem Kriegsschrott ist das so eine Sache. Aus dem negativen Wert, bedingt durch kostenpflichtige Entsorgungsmaßnahmen, wurde vor einiger Zeit ein positiver Wert beim privaten Verkauf geborgener Flugmotoren. Als dort plötzlich zigtausend DM bzw. Euro genannt wurden, bekam die OFD lange Ohren.
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
Das gilt aber nur für in der BRD aufgefundes Reichseigentum. Wenn du Hendon eine Me110 oder einen Stuka kaufst und kannst es belegen dann darfst du ihn behalten.......
An Reichseigentum, welches sich nach dem Krieg in ehemals alliierten Händen befindet, wagt man sich nicht heran.
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

Space Cadet
Dabei seit
23.06.2006
Beiträge
1.789
Zustimmungen
2.474
Die gesamte Luftfahrtindustrie hing am Tropf des RLM. Ich behaupte mal, dass es ab 1933 kein Flugzeug gab, dass ohne Wissen und Geld des RLM finanziert worden ist. Es wurde zwar immer mal wieder etwas anderes geschrieben, so von Heinkel in seinen Memoiren: Er habe gewisse Flugzeuge heimlich und ohne Geld des RLM entwickelt. Ich denke, da ist eine Portion Selbstheroisierung von Heinkel dabei. Ich halte sowas für schlicht unmöglich.

So gesehen, gehörten alle Flugzeuge (auch z.B. die der DLH, die auch auf Kosten des RLM entwickelt und beschafft worden sind) dem RLM, also dem Staat und somit in der Folge der Bundesrebublik. Es wird schwer werden, im Einzelfall das Gegenteil zu beweisen. Soweit meine Meinung.
 
AGO Scheer

AGO Scheer

Space Cadet
Dabei seit
12.01.2014
Beiträge
1.082
Zustimmungen
2.114
Soweit alles richtig, Peter:
ABER: Eine belegte Ausnahme: die Ao 192 V-Maschinen wurden tatsächlich auf eigene Rechnung der AGO entwickelt, erprobt und hergestellt, dann aber auch vom RLM abgekauft. (Siehe S. 85ff. in: "AGO-Flugzeugwerke"- beide "A" V-Maschinen für 207.200RM verkauft)
Aber dennoch: Ich bleibe auch dabei: Grundsätzlich kein "Werkseigentum" bei Kriegsschrott.

@Jubernd
Vergleiche auch "KLassiker der Luftfahrt", Heft 05/2017, S.47 unten: Grafik Kontrolle und Abnahme im Serienbau. Erklärt alles

Weiter zu Aufträgen ohne Vorfinanzierung: Laut Schreiben an den Ministerialdirektor Cejka vom Leiter der Wirtschaftsgruppe vom 01.07.1942 fielen An-und Abschlagszahlungen lt. Beschluss der Sitzung vom 29.06.1942 weg. Also ist es doch völlig normal, wenn Vorfinanzierungen ausblieben. Übrigens einer der Gründe für die drei großen Krisen der deutschen Luftfahrtindustrie. Das war Sozialismus (wenn auch Nationaler). Das RLM legte für die Industrie alles fest: Vom Lohn bis zum Verkaufspreis, Abschreibungen und Investitionen.

Ich weiß auch nicht, warum man sich an "Reichseigentum" in alliierter Hand "heranwagen" sollte. Das ist erbeutetes Kriegsmaterial, welches sich außerhalb Deutschlands befindet. Fertig. Bevor man sich über Beutematerial echauffiert, sollte man mal ein paar Euro locker machen und den osteuropäischen ehemaligen Zwangsarbeitern zustecken. Die wurden völlig vergessen....
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
Soweit alles richtig, Peter:
ABER: Eine belegte Ausnahme: die Ao 192 V-Maschinen wurden tatsächlich auf eigene Rechnung der AGO entwickelt, erprobt und hergestellt, dann aber auch vom RLM abgekauft. (Siehe S. 85ff. in: "AGO-Flugzeugwerke"- beide "A" V-Maschinen für 207.200RM verkauft)
Aber dennoch: Ich bleibe auch dabei: Grundsätzlich kein "Werkseigentum" bei Kriegsschrott.

@Jubernd
Vergleiche auch "KLassiker der Luftfahrt", Heft 05/2017, S.47 unten: Grafik Kontrolle und Abnahme im Serienbau. Erklärt alles

Weiter zu Aufträgen ohne Vorfinanzierung: Laut Schreiben an den Ministerialdirektor Cejka vom Leiter der Wirtschaftsgruppe vom 01.07.1942 fielen An-und Abschlagszahlungen lt. Beschluss der Sitzung vom 29.06.1942 weg. Also ist es doch völlig normal, wenn Vorfinanzierungen ausblieben. Übrigens einer der Gründe für die drei großen Krisen der deutschen Luftfahrtindustrie. Das war Sozialismus (wenn auch Nationaler). Das RLM legte für die Industrie alles fest: Vom Lohn bis zum Verkaufspreis, Abschreibungen und Investitionen.

Ich weiß auch nicht, warum man sich an "Reichseigentum" in alliierter Hand "heranwagen" sollte. Das ist erbeutetes Kriegsmaterial, welches sich außerhalb Deutschlands befindet. Fertig. Bevor man sich über Beutematerial echauffiert, sollte man mal ein paar Euro locker machen und den osteuropäischen ehemaligen Zwangsarbeitern zustecken. Die wurden völlig vergessen....
Soweit das Reichseigentum sich im Ausland befand,geschah nichts. Handelte es sich aber um beschlagnahmtes Material in Deutschland, gab es ein wahres Affentheater.
BGH, 21.04.1959 - VIII ZR 48/58
Hier ging es um Wehrmachts-LKWs
 
AGO Scheer

AGO Scheer

Space Cadet
Dabei seit
12.01.2014
Beiträge
1.082
Zustimmungen
2.114
Ich kann jetzt nicht einordnen, was der angeführte Prozess mit dem Thema zu tun hat. Äpfel und Birnen.
 

Jubernd

Testpilot
Dabei seit
23.02.2009
Beiträge
529
Zustimmungen
156
Ort
Dessau
Ich kann jetzt nicht einordnen, was der angeführte Prozess mit dem Thema zu tun hat. Äpfel und Birnen.
Es betraf das oben erwähnte Reichseigentum in alliierter Hand. Privatpersonen dürften wie e.V. behandelt werden. Nichtstaatliche Körperschaften, also auch als Verein geführte Museen, können ohne den erwähnten Freigabeschein kein Eigentum an Wehrmachtshinterlassenschaften erwerben. Und dies gilt offenbar unbegrenzt auch nach 70 Jahren noch.
 
Thema:

Eigentumsrechte an Flugzeugteilen

Eigentumsrechte an Flugzeugteilen - Ähnliche Themen

  • Hilfe bei Identifikation von unbekannten Flugzeugteilen

    Hilfe bei Identifikation von unbekannten Flugzeugteilen: Hallo, Ich versuche für einen Freund herauszufinden ob es sich bei den folgenden Streben (höchstwahrscheinlich französischen Ursprungs) um...
  • Ähnliche Themen

    Oben