Fokker-Plage

Diskutiere Fokker-Plage im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Liebe WK 1-Spezialisten! Als ab 1915 die Fokker Eindecker (E.I bis E.III) an der Front erschienen (die Fokker E.IV war ja nicht mehr so der...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 Basilisk2, 22.05.2014
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    Liebe WK 1-Spezialisten!

    Als ab 1915 die Fokker Eindecker (E.I bis E.III) an der Front erschienen (die Fokker E.IV war ja nicht mehr so der "Bringer"), waren diese anfangs so erfolgreich, dass man auf Seiten der Gegner bald von der sogenannten "Fokker-Plage" sprach.

    Aber bereits 1914 erschienen in Frankreich mit der Morane-Saulnier Typ N ein vergleichbarer Jagdeinsitzer, dem später der ähnliche Typ I folgte. Warum wurde aber nun die Morane-Saulnier N nicht zu einer "Morane-Plage", kam sie doch zeitlich noch vor der Fokker E.I zum Einsatz .... also zu einer Zeit, als die meisten Militärflugzeuge noch ziemlich wehrlose und behäbige "Drahtkommoden" waren? Lag das an den möglicherweise geringeren Stückzahlen der Morane oder daran, dass die MGs der Typen N und I nicht synchronisiert durch den Porpellerkreis feuern konnten? :headscratch:
     
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  3. #2 Christoph West, 22.05.2014
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    Von der Morane wurde nur 49 gebaut, von dehnen dann 10 nach Russland verkauft wurden.
     
  4. #3 Basilisk2, 22.05.2014
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    AW: Fokker-Plage

    Danke! Du hast recht .... das könnte ein Grund gewesen sein. :wink:

    Jetzt habe ich nachgesenen .... (das hätte ich auch vor meiner Frage machen können) .... :rolleyes:

    Zuerst einmal: es gibt keine genauen Produktionszahlen der Morane-Saulnier N. Von kolportierten 49 gebauten Typ N gingen 27 an das Royal Flying Corps, danach folgten für die Briten weitere vier Typ I und zwölf Typ V, die alle der N recht ähnlich waren.

    Schließlich bestellte auch das Zarenreich 20 Typ I und baute eine Typ N bei der Duks in Moskau nach.

    Da aber die Typ N bei 4 Escadrilles der Aéronautique Militaire im Einsatz waren kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass in den erwähnten 49 Exemplaren auch alle 27 Maschinen für das RFC beinhaltet waren. Deshalb vermute ich, dass es schon mehr als 49 Maschinen gewesen sein könnten.
     
  5. #4 Christoph West, 22.05.2014
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    Dann gab es wohl noch Überhitzungsprobleme , das MG war generell nicht das Beste, der Fokker Eindecker kam und schließlich die Nieuport.

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  6. #5 Basilisk2, 22.05.2014
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    Bei diesem großen Propellerspinner wundert mich das nicht. Die Russen ließen ihn ja bei ihren Morane Eindeckern schließlich weitgehend weg.

    Ja - die Nieuport 10, die D.H.2 und die F.E.2b - vor allem aber die Nieuport Ni.11 "Bebe" - machten mit der "Fokker-Plage" ein Ende. Bemerkenswert ist auch, dass die Morane-Saulnier N, der Fokker E.III und auch die Nieuport Ni.11 alle über 80 PS leistende Umlaufmotoren verfügten.

    Nach Auskunft eines Bekannten, der sich seit langem mit der Flugtechnik des 1. Weltkrieges beschäftigt, sollen die ersten Fokker Eindecker allerdings ziemliche "Krücken" gewesen sein, auch was ihre Stabilität im Fluge betrifft .... da waren diese Eindecker 1914/15 aber sicherlich nicht die einzigen. :)

    Eine Etrich Taube zum Beispiel, die man nach zeitgenössischen und heutigen Aussagen aufgrund ihrer enormen Flugstabilität zur Landung direkt "zwingen" muss, wäre hingegen als wendiges Jagdflugzeug absolut unbrauchbar gewesen.
     
  7. Sens

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    Im Sommer 1915 gab die Synchronisation den entscheidenden Vorteil für eine begrenzte Zeit. Für den Kriegsverlauf selbst hatte das jedoch keinerlei Bedeutung.
     
  8. #7 Christoph West, 22.05.2014
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    Der Rüstungswettlauf im Luftkrieg des WK1 war ja extrem, nahezu jeder neue Flugzeugtyp veränderte die Lage.
     
  9. Sens

    Sens Astronaut

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    Das stimmt, aber nur für die Lage in der Luft, was in jenem Krieg noch keinerlei Einfluss auf den Ausgang hatte. Immerhin entwickelten sich unter den speziellen Bedingungen des Krieges, jene Strukturen das zukünftige Potential zu nutzen.
    Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit war eine andere, weil es im Gegensatz zum Grabenkrieg fast immer "klare Erfolge" oder Misserfolge gab, die man für die Propaganda nutzen konnte.
     
  10. Husar

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    Nicht vergessen sollte man die Technik der Bewaffnung beider Flugzeuge. Das frz. MG wurde mit einem 25-Schuß Ladestreifen versorgt, zudem hat die Lebelpatrone wegen ihres Randes auch noch Nachteile beim Zu- bzw. Auswerfen der Patrone/Hülse.
    Dagegen das MG 08/15, keine Randpatrone und Gurtzuführung! Vorsprung durch bessere Waffentechnick.
    h.
     
  11. Hotte

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    Stimmt so nicht ganz. Lufthoheit über einen gewissen Frontabschnitt hat der eigenen Luftaufklärung Sicherheit gebracht und die des Feindes ausgeschaltet. Wichtig für Offensiven aus dem Graben heraus. Truppensammlung, Artillerievorbereitung usw..


    Hotte
     
  12. 78587?

    78587? Space Cadet

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    AW: Fokker-Plage

    Ein Aspekt der bislang wenig beachtet wurde ist, von Fa. Fokker wurde die "E" als Rückenflugtauglich beschrieben. Max Immelmann hat ja damit das nach ihm benannte Manöver erfunden, in wie weit das aber mit der Flächenverwindung möglich war da eine halbe Rolle zu machen, vermag ich nicht zu beurteilen. Eventuell ging das nur in eine Rollrichtung unter Ausnutzung des Motor-Kreiselmomentes.
    Der Hauptkraftstofftank war als Drucksystem angelegt, von daher sollte zeitweilige Rückenlage möglich sein.
     
  13. Sens

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    Nicht wirklich, weil es nur eines von vielen Aufklärungsmitteln oder bei schlechter Witterung sogar ein Totalausfall war. Verstärkte Fliegertätigkeit über einem Frontabschnitt war fast immer auch ein Warnzeichen für die kommenden Ereignisse.
    Beiden Seiten ist es zu keiner Zeit gelungen die Flugzeuge der Gegenseite ihre Aufgabe zu verwehren. Da variierten von Monat zu Monat nur die jeweiligen Verluste.
    Bei einem Bewegungskrieg konnte das Flugzeug jedoch seine Vorteile für die Aufklärung zum Tragen bringen, obwohl es damals noch keinen spürbaren Einfluss auf die Bodenkämpfe nehmen konnte. Dazu waren noch mindestens eine Dekade an Entwicklungsarbeit notwendig. Erst in den dreißiger Jahren wurde es zu einem eigenständigen Kampfmittel, das zu mehr als temporären Störangriffen taugte.
     
  14. Hotte

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    Ansichtssache ! Auch Artillerievorbereitung war immer auch ein Warnzeichen für die kommenden Ereignisse. Und das "Jagdflugzeug" wurde ja daraus geboren den feindlichen Aufklärer an seiner Arbeit zu hindern die eigenen Linien zu erkunden um das Feuer an die richtigen Punkte zu legen.

    Hotte
     
  15. #14 Hans Trauner, 24.05.2014
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    Die kurzfristige Überlegenheit resultierte ausschliesslich aus der Möglichkeit, direkt mit dem Flugzeug zu "zielen", letztlich also aus der MG-Synchronisation.
    Der taktische Vorteil wurde erkannt und man bildete zügig die KeK's. Ni11 und DH2 setzten dem aber ein rasches Ende. Bis zum Alb. DII / III war dann aber eine "Durststrecke" zu überwinden, bis diesmal ein nicht nur taktisch überlegenes Flugzeug eingesetzt werden konnte.
     
  16. Sens

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    Das kann man so sehen. Ich habe bei der Effektivität zwischen Bewegungs- und Stellungs-Krieg unterschieden. Auch beim letzteren ist es niemals gelungen die Luftaufklärung auch nur temporär zu unterbinden. Die Bekämpfung der Aufklärungsmittel bestand eher in der Erschwerung der Gewinnung der selbigen. Im Bewegungskrieg war die zeitnahe Verfügbarkeit jedoch entscheidend.
     
  17. #16 TomJumo213, 13.06.2014
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    Hallo,

    Du hast mit Deiner Vermutung völlig Recht. Das nicht synchronisierte Schiessen durch den Propellerkreis führte durch abprallende Geschosse zu starken Belastungen von Propeller und Motor. Die Motorleistug wurde dadurch beeinträchtigt.
    Und nebenbei, trotz Ablenkblechen gehörte auch noch verdammt viel (Todes)Mut dazu.

    Grüße

    Tom
     
  18. Sens

    Sens Astronaut

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    Hinzu kommt noch, das die reduzierte effektive Schussrate sowohl die Trefferwahrscheinlichkeit als auch die Wirkung im Ziel begrenzte. Die franz. Geschosse waren eh leichter, da nur so die Möglichkeit mit den "Prallblechen" am Propeller funktionierte. Der Waffentechnische Vorteil der Deutschen und die damit zu erzielenden Erfolge waren auf das zweite Halbjahr 1915 beschränkt.
     
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  20. #18 TomJumo213, 16.06.2014
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    Stimmt, die Geschosse waaren wohl leichter und weicher. Damit die Ablenkung klappt, wurden Kupfergeschosse verwendet.

    Grüße

    Tom
     
  21. Ta152

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    Die 8x50R Geschosse sind typischerweise schwerer als die 8x57IS Geschosse. Durch die Abweise wurden rund 25% abgewieen und konnten daher nicht den Gegner schaden.
     
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