Grab eines Piloten der bundesdeutschen Luftwaffe

Diskutiere Grab eines Piloten der bundesdeutschen Luftwaffe im Besondere Ereignisse Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Wenn ich den Geraer Ostfriedhof besuche, laufe ich schon seit Jahren an einem Grab vorbei, das immer wieder meine Aufmerksamkeit erregte. Kann...
Junkers-Peter

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Wenn ich den Geraer Ostfriedhof besuche, laufe ich schon seit Jahren an einem Grab vorbei, das immer wieder meine Aufmerksamkeit erregte.

Kann jemand etwas zu dem Piloten sagen und ob er als Flieger verunglückt ist? Wenn ja, welche Umstände waren das?

Aufschrift auf dem Grabstein:
Pilot Norbert Reichelt
geb. 22.04.64
gest. 13.09.95

Dazu noch ein Flugzeug, das mir eher US-amerikanisch aussieht

Wenn das Foto datenschutzrechtlich bedenklich sein sollte, dann bitte löschen.

 
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ManfredB

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Sieht aus wie eine F/A-18 Hornet ... hätte eine F-4F Phantom II sein müssen ...
Während eines Übungsfluges verunglückte am 13. September 1995 gegen 10.25 Uhr eine Phantom des Jagdgeschwaders "Mölders" aus Neuburg/Donau auf freiem Feld zwischen Haselbach und Tiefenried. Augenzeugen hörten eine Explosion, einen dumpfen Schlag und sahen einen Lichtblitz. Der Jet bohrte sich 300 Meter westlich von Haselbach fast senkrecht in den Boden. Nach mehrtägigen Bergungsarbeiten, die bis in eine Tiefe von 16 Metern gingen, stand endgültig fest, dass Pilot Norbert Reichelt (31) und Waffensystem-Offizier Klaus Berkele (40) tot waren. Zum ersten Jahrestag des Absturzes hat der Krieger- und Soldatenverein Haselbach nahe der Unglücksstelle ein Kreuz mit Erinnerungstafel segnen lassen. (kk)

EDIT: siehe auch ==> Frage zur F-4F 37+56 und Absturz beim JG74 und ==> Accident McDonnell Douglas F-4F Phantom II 37+56,
 
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Junkers-Peter

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Danke Manfred, der Artikel ist aber leider hinter einer Bezahlschranke
 

jackrabbit

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Hallo,

Aviation Safety Network schreibt : "Crashed while flying in thick fog. One ejection witnessed,
but OberstLt Norbert Reichelt and Major Klaus Berkele were killed."
Die anderen Quellen nennen hingegen einen senkrechten Absturz nach einer Luftkampfübung mit Verbleib der Piloten im Flugzeug,
also auch keinen versuchten Ausstieg mit dem Schleudersitz.

Grüße
 
ManfredB

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Danke Manfred, der Artikel ist aber leider hinter einer Bezahlschranke
Peter, ich denke, mehr als das, was ich zitiert habe, wird auch nicht zu lesen sein, da der Bericht mit "(kk)" (Kürzel des Autors) endet.
Die beiden Zitate habe ich nur zwecks Info ergänzt.
@jackrabbit : ASN schreibt ja auch bei jedem Vorkommnis vorneweg:
"This information is added by users of ASN. Neither ASN nor the Flight Safety Foundation are responsible for the completeness or correctness of this information. If you feel this information is incomplete or incorrect, you can submit corrected information."
(Ü = "Diese Informationen werden von Nutzern von ASN hinzugefügt. Weder ASN noch die Flight Safety Foundation sind verantwortlich für die Vollständigkeit oder Richtigkeit dieser Informationen. Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Informationen unvollständig oder falsch sind, können Sie korrigierte Informationen einreichen.")
 
Junkers-Peter

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Alles klar, Manfred. Gehe ich recht in der Annahme, dass die Bundesluftwaffe keine Flugunfall-Berichte zu ihren Verlusten veröffentlicht?

Und ja, die Widersprüche zum Unfallhergang sind je nach Quelle schon deutlich.
 

jackrabbit

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Moin,

der Werdegang des Piloten wäre interessant zu wissen, weil Gera und Geburtsjahr 1964
ja nicht unbedingt auf den Beginn einer Karriere bei der Bundeswehr schließen lassen.

Grüße
 
ManfredB

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FastEagle107

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Ich erinnere mich. Ich war damals in Fürsty an der OSLw. Wie in der kleinen Anfrage auch schon beantwortet, handelte es sich hier um den Verlust der Orientierung der Lage im Raum. Maßgeblicher Faktor war wohl, dass der Pilot vermeintlich den künstlichen Horizont falsch interpretiert hat. In den Jahren bei der NVA auf russischen Flugzeugmustern war er gewohnt, dass braun (oder dunkel) oben war und hell (oder blau ) unten. Während auf westlichen Flugzeugmustern, wie der F-4, hellblau oben und schwarz (dunkel) unten anzeigte. Die Besatzung nahm also an sie waren im Steigflug, wobei sie sich in Wirklichkeit im Sturzflug befanden. Daher gab es auch keinen Rettungsausschuss.
 
Junkers-Peter

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Klasse, Danke. Dann war es also menschliches Versagen.
 
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Flugunfallberichte sprechen in der Regel nicht von menschlichem Versagen, aber so wie es klingt, wurden keine Fehler am Flugzeug festgestellt und natürlich wusste der Flugzeugführer auch von den Unterschieden der russischen und den westlichen künstlichen Horizonten. Die übliche Formulierung ist dann, „die wahrscheinlichste Ursache".
 
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Ich erinnere mich. Ich war damals in Fürsty an der OSLw. Wie in der kleinen Anfrage auch schon beantwortet, handelte es sich hier um den Verlust der Orientierung der Lage im Raum. Maßgeblicher Faktor war wohl, dass der Pilot vermeintlich den künstlichen Horizont falsch interpretiert hat. In den Jahren bei der NVA auf russischen Flugzeugmustern war er gewohnt, dass braun (oder dunkel) oben war und hell (oder blau ) unten. Während auf westlichen Flugzeugmustern, wie der F-4, hellblau oben und schwarz (dunkel) unten anzeigte. Die Besatzung nahm also an sie waren im Steigflug, wobei sie sich in Wirklichkeit im Sturzflug befanden. Daher gab es auch keinen Rettungsausschuss.
Diese Begründung ist seeeehr dünnes Eis. Der AGD in den MiG war konventionell, dito der Horizont der L-39. In der vorgeschalteten GST-Ausbildung gab es einen tschechischen Horizont LUN 1202 in der Zlin Z-42 auf den das Prinzip "unten blau-oben braun" zutraf.., ebenso auf dessen sowjetisches Pendant "AGI-1" traf das auch zu, der war zB in den Jak-50/52 anzutreffen. Bei Bj. 64 und NVA- Ausbildung sollte er damit mMn kein Problem gehabt haben. Aber ein Verlust der räumlichen Orientierung ist deswegen ja nicht auszuschließen
 
ManfredB

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Ich habe hier im FF noch etwas zum Thema gefunden, ein Gedenkkreuz für die Besatzung, das bei Haselbach steht:

siehe dazu auch im Netz aus dem Jahr 2020:

Aber wie man sieht, war der Pilot Norbert Reichelt vom Dienstgrad her nicht Oberstleutnant, sondern Oberleutnant (OLt);
Ursache war wohl schlicht die Ableitung von einem Buchstabendreher ...

Abkürzung Oberstleutnant = OberstLt bzw. OTL
Abkürzung Oberleutnant = OLt bzw. OL
 
Junkers-Peter

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Danke, alles wirklich sehr interessant. Nun ist aber die Frage, ob die Ersteller des Gedenkkreuzes sich nicht vielleicht auch vertan haben beim Dienstgrad.

Bei der alten Luftwaffe war man als Oberstleutnant meist der Geschwaderkommodore, also kommt mir das doch recht hoch vor. Kenne mich aber nicht aus bei den Dienstgraden des fliegendes Personals bei der Bundeswehr.
 
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Diese Begründung ist seeeehr dünnes Eis. Der AGD in den MiG war konventionell, dito der Horizont der L-39. In der vorgeschalteten GST-Ausbildung gab es einen tschechischen Horizont LUN 1202 in der Zlin Z-42 auf den das Prinzip "unten blau-oben braun" zutraf.., ebenso auf dessen sowjetisches Pendant "AGI-1" traf das auch zu, der war zB in den Jak-50/52 anzutreffen. Bei Bj. 64 und NVA- Ausbildung sollte er damit mMn kein Problem gehabt haben. Aber ein Verlust der räumlichen Orientierung ist deswegen ja nicht auszuschließen
Ich kenne mich dazu wirklich nicht aus. Ich bin nie mit einem künstlichen Horizont russischer Bauart geflogen und ich weiss auch nicht, wie die funktionieren. Uns wurde es damals so (oder ähnlich) erklärt. Der Pilot muss ja entweder von Mig-21, Mig-23 oder Mig-29 gekommen sein. Ich glaube NVA Piloten anderer Muster wurden nicht umgeschult. Wie jetzt genau die räumliche Desorientierung zustande kam werden wir natürlich nie erfahren. Ich meine mich aber zu erinnern, dass damals im Flugunfallbericht beide künstliche Horizonte und deren Anzeigen verglichen wurden. Kann schon sein, dass es dünnes Eis war. Aber eine Unfalluntersuchungskommission benennt ja gerne einen wahrscheinlichen Grund anstelle nur mit den Schultern zu zucken.
 
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Bei Bj. 64 und Übernahme aus der LSK/LV war 1995 Oberstleutnant sehr unwahrscheinlich bis unmöglich. Wir sollten 1990 - bei erfolgreicher Bewerbung als SAZ 2 mindestens einen Dienstgrad zurückgestuft werden. Da ist der Oberleutnant auf dem Gedenkkreuz plausibler.
 
ManfredB

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Bei Bj. 64 und Übernahme aus der LSK/LV war 1995 Oberstleutnant sehr unwahrscheinlich bis unmöglich. Wir sollten 1990 - bei erfolgreicher Bewerbung als SAZ 2 mindestens einen Dienstgrad zurückgestuft werden. Da ist der Oberleutnant auf dem Gedenkkreuz plausibler.
Das sehe ich also auch so und denke daher schon, daß das (EDIT: irgendwo mal/wie auch immer) ein Buchstabendreher war ...
 
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Wenn ich mich recht erinnere, stand im Bericht "spatial disorientation", also räumliche Desorientierung, als Hauptunfallursache. Über die mögliche Fehlinterpretation der Lage im Raum durch eine frühere Gewöhnung an einen "umgedrehten" Attitude Indicator als beitragende Ursache haben wir spekuliert, aber ob das in den Bericht Eingang fand, weiß ich nicht mehr. Ich glaube, der Verunglückte kam von der MiG-21.

Und @Junkers-Peter : Bitte nicht schon wieder die Dienstgrade der WWII-Luftwaffe mit den heutigen vergleichen, die Dienstgrad-Strukturen haben absolut NICHTS miteinander zu tun.
 
Cirrus

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Der Oberleutnant Reichelt flog vor dem Anschluss der DDR an die BRD MiG-21 im JG-3. Die 14 Flugzeugführer, die über Alpha Jet auf F-4F geschult wurden, kamen von MiG-21, MiG-23, Su-22 und L-39, nicht von der MiG-29.
Der künstliche Horizont, mit dem der Oberleutnant bei den LSK/LV zu tun hatte (AGD) war unten schwarz und oben weiß, es gab auch eine Variante unten schwarz und oben blau. Da gab es keinen Unterschied zur westlichen Darstellung. Der große Unterschied war in der Darstellung der Querlage. Bei den westlichen Systemen stimmte die Horizontlinie bei Schräglage mit dem natürlichen Horizont überein, beim AGD nicht.
Flog man beispielsweise eine Linkskurve, dann bewegte sich das Flugzeugsymbol gegenüber der Horizontlinie des AGD nach links, so als würde man von hinten auf das eigene Flugzeug schauen. Der Winkel zwischen Horizontlinie und Flugzeugsymbol bezüglich der Schräglage war korrekt, jedoch stimmte diese Horizontlinie nicht mit dem natürlichen Horizont überein.
Bei der westlichen Darstellung bewegt sich die Horizontlinie des künstlichen Horizonts in Übereinstimmung mit dem natürlichen Horizont bei einer Linkskurve nach rechts. Das war der große Unterschied in der Darstellung.
Man konnte mit beiden Systemen der Darstellung sicher fliegen. Bei Stress kann es natürlich passieren, dass man in alte verfestigte Handlungsmuster verfällt. Die anderen Flugzeugführer, die auf F-4F geschult wurden, kamen ja offensichtlich damit zurecht.
 
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