Nachtjäger?

Diskutiere Nachtjäger? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hi Leute! Ich lese gerade ein Buch über den Untergang der Deutschen Jagtwaffe im Jahre '44 und '45. In diesem Buch wird erwähnt, dass ein Teil...

Moderatoren: mcnoch
  1. nico

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    Hi Leute!
    Ich lese gerade ein Buch über den Untergang der Deutschen Jagtwaffe im Jahre '44 und '45.
    In diesem Buch wird erwähnt, dass ein Teil der Nachtäger auch tagsüber eingesetzt wurden und irgendwann auch alle einmotorigen Nachtjäger "ausgemustert" wurden, da sie sich nicht 100% auf den Tagkampf umstellen konnten (Piloten). Was ist denn der Unterschied zwischen der Tag- und Nachtjagt? Klar, Tagsüber gehts nach Sicht und nachts?
    Welche einmotorigen und mehrmotorigen Nachtjäger gab es denn? Die bekanntesten würden mir reichen! ;)
    Grüße und Danke!

    nico
     
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    Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Ratgeber und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2 pilotace, 25.05.2004
    pilotace

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    Also nachts erfolgte die Zielerfassung denn ja meistens mit Radar. und auch die Jagdtechnik war anders, wie kann ich jetzt auch (noch) nicht sagen... :?!
    Ich denke nachts werden die Angriffe auf kürzere Entfernung geflogen worden sein, es gab ja auch "Spezialwaffen" wie die schräg nach oben feuernde "schräge Musik", dazu musst man ja direkt unter den Bomber...

    Als Flugzeugtypen kann ich sagen: Ju88, Me110, Ta154

    Sorry mehr weiß ich im Moment auch nicht :confused:
     
  4. #3 Friedarrr, 25.05.2004
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2004
    Friedarrr

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    Die bekanntesten bzw. häufigsten eingesetzten Maschinen sind die Bf 110 in ihren Versionen, besonders die Bf 110 G-4, die Ju 88 in ihren Versionen, besonders die Ju 88 G-6, die Do 17, Do215 und vorallem die Do 217 in ihren versionen, z.B. die Do 217 N-1, die He 219 in ein paar Versionen, denke das sind die bekanntesten bzw. am häufigsten eingesetzten zweimot Nachtjäger. Die Ta 154 zähl ich nicht dazu, denn sie wurde nur nur in ein paar Exemplaren gebaut und noch viel weniger eingesetz!
    Von der Me 262 und vorallem Ar 234 wurden ebenfalls nur wenige Maschinen eingesetzt.

    Zu den häufigsten einmotorigen Nachtjägern gehöhrten gerade bei den "Wilde Sau" Geschwadern die Fw 190 in vielen Versionen, manche waren sogar mit FuG und anderen Apperaten speziell für die Nachtjagd ausgerüstet.
    Die Bf 109 in manchen Versionen, auch für sie gilt das manche mit FuG...... ausgerüstet waren.

    Zu den Nachtjagdtaktiken gibt es viel zu schreiben, den es gibt viele unterschiedliche Verfahren (Himmelbett, Wilde o, Zahme Sau...), diese hier zu Beschreiben würde aber etwas ausarten.
     
  5. #4 Wolfgang Henrich, 25.05.2004
    Wolfgang Henrich

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    ein gravierender Unterschied ist dass die Nachtjäger eine ganz andere Taktik hatten und eher einzeln flogen. Wohingegen tagsüber in Staffeln und Gruppen geflogen wurde. Tag und Nachtjäger waren jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet und konnten nicht so ohne weiteres gegeneinander ausgetauscht werden. Der Nachtjäger pickte sich sein Opfer raus und machte sich dann möglichst ruhig ran, bei der Tagjagd ging es doch wesentlich hektischer und schneller zu da man auch viel schneller in massives Abwehrfeuer geriet und in Kurvenkämpfe mit feindlichen Jägern.
     
  6. BOBO

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    Naaaaaaaa ja .... ein bißchen hat jeder was dazu beigetragen :rolleyes:

    Also ... wir unterscheiden mal die einmortorige Nachtjagd (JG300, 301 und 302 bis ca. Anfang 1944) und die mehrmotorige Nachtjagd (NJG1 ..... NJGx)

    Dabei gibt es verschiedene Leit- und Jagdverfahren:
    Vgl. http://www.luftarchiv.info/gerat/flug_abwehr.htm , dort steht alles ganz gut beschrieben.

    Die einmot. Nachtjagd wurde ausschließlich von den JG 30x durchgeführt im Wilde-Sau-Verfahren. Da die Nachtjäger immer besser Ihrer Rolle als Nachjagdgeschwader gerecht wurden und die Abschußerfolge der einmot. Nachjagd nachließen, außerdem die Verluste zunahmen, sowie wegen der stärker werden Einflüge der USAF/ RAF, wurden die JG 30x der Tagjagd zugeordnet und für die Reichsverteidigung abgestellt. Nur noch gelegentlich wurden Nachjagdeinsätze geflogen.
    Literaturempfehlung :HOT : W.Reschke Jagdgeschwader 301/302 (im Fachhandel zu bestellen).
    Mein Buch ist leider noch nicht soweit (Chronik JG300).
     
  7. nico

    nico Fluglehrer

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    Hi!
    Also erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Der Link von BOBO hat mir schon mal weitergeholfen in Sachen Taktik.
    Vielleicht haben von euch noch ein paar Bilder der besagten Maschinen auf der Festplatte und wollen die mal preis geben. Im Internet weiß man nie so recht ob auch die Versionen der, auf den Bildern gezeigten, Maschinen stimmen. Da möchte ich das ganze lieber von Fachmännern! :P
    Grüße!

    nico
     
  8. #7 Aziraphale, 25.05.2004
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    Servus,

    jetzt wart Ihr ja doch alle wieder schneller als ich - dann werde ich mal noch eine Buchempfehlung los:

    Gebhard Aders - Die Geschichte der deutschen Nachtjagd

    Ein sehr empfehlenswertes aber nicht mehr verlegtes Buch des Motorbuchverlags. Im gut sortierten Privathandel (eBay, evtl. auch eurobuch.com :D ) aber des öfteren für gar nicht soviel Geld zu haben.

    Gruß, Azi.
     
  9. BOBO

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    Nachtjagd

    Gebhard Aders .... nun für den Anfang brauchbar, aber eben total veraltet, eben solange, wie es das Buch nicht mehr im Handel gibt.

    Aber unter der Homepage www.JG300.de -> II./JG300 findest Du einige Maschinen, die solche Nachjagdgeräte Neptun besaßen, eben Fw 190A-7/6
    und Hier eine Zeichnung nach den dortigen Bild der roten 21:
     

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  10. nico

    nico Fluglehrer

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    Hey!
    Super Antworten hier!!
    Also ich habe noch mal eine Frage: Auf der Seite Luftarchiv.de wird von sogenannten "Lichten-Geräten" gesprochen. Was ist den damit genau gemeint? Eine Art Radargerät im Flugzeug, oder einfach Scheinwerfer?
    Für was sind denn die Antennen, z.B. am Bug der He 110. Ich habe jetzt leider kein Bild zur Hand, aber ihr wisst sicherlich was ich meine. Gehören die zu einem frühen Radargerät?
    Grüße!

    nico

    P.S.: In dem Buch wird auch der Rang Fahnenjunkerunteroffizier erwähnt. Ist der Dienstgrad mit dem heutigen Fahnenjunker gleichzusetzen, oder handelt es sich um einen Fehler?
     
  11. #10 Friedarrr, 27.05.2004
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    <<"Lichten-Geräten" gesprochen>>

    Von sowas hab ich in diesem Zusammenhang noch nicht gehört, aber vielleicht hast du dich verlesen/verschrieben und meinst Lichtenstein-Gerät!?
    Das gehört unmittelbar zu den Antennen(Dipole) die du schon richtig, als frühes "RADAR" angespruchen hast.
    Genauergesagt gehört das Lichtenstein SN 2 zum FuG 220.
    Es hat noch viele andere FuG gegeben zum anderen auch zum Erfassen von Schiffen....
    Leider oder Gott sei Danke verwendete man lange Zeit die "falsche" Wellenlänge, deswegen mussten die Antennen auch diese große Länge haben.....

    Mit der He110 hast du dich sicher auch verschrieben und meintest z.B. die
    Bf 110


    >>Fahnenjunkerunteroffizier>>

    Fahnenjunker, ist in der BW ein Offiziersanwärter im Range eines Unteroffziers (Sabsunteroffzier), erkenbar z.B. an der silbernen Kordel zum sonstigen Dienstgradabzeichen.
    Wie das im WWII genau war weiß ich auch nicht, aber wohl vergleichbar?!
     
  12. nico

    nico Fluglehrer

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    @Friedarrr: Wegen den Lichten-Geräten schau dir mal hier:
    http://www.luftarchiv.info/gerat/flug_abwehr.htm
    den Absatz "'Dunkle Nachtjagd' »Himmelbett«" an. Dort wird das Ganze erwähnt.
    Bei dem Fahnenjunker hat mich nur der Zusatz Unteroffizier irritiert. Was ein Fahnenjunker ist weiß ich. Habe die Silberlitze ja selbst ein paar Monate getragen! ;)
    Grüße!

    nico
     
  13. #12 Friedarrr, 27.05.2004
    Friedarrr

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    Ja, er meint damit die verschiedenen Lichtensteingeräte (Funkmessgeräte), an sich, die in den Mühlen eigebaut waren, bisschen blöd geschrieben.
     
  14. nico

    nico Fluglehrer

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    Aha! Okay, das wäre geklärt! ;)
    Hat jemand von euch ein Bild zu Hand, wie solch ein Lichtensteingerät aussieht? Vorallem die Anzeigegeräte im Cockpit.
    Grüße!

    nico
     
  15. #14 Friedarrr, 27.05.2004
    Friedarrr

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    Dann schau doch auf der selben Seite nach, die du mir genannt hast, da müsste bestimmt was abgebildet sein!
     
  16. Husar

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    Die Ein-mot Nachtjagd wurde halb eben nicht nur von den 300 - 302 JG's durchgeführt. Da gab es noch die NJGr. 10, die bis fast März 1945 von Bonn-Hangelar aus Nachtjagdeinsätze über dem westlichen Reichsgebiet flog.
    Zu den Exoten der Einmot Nachtjagd muß man dann noch die Arado Ar 196 des schweren Kreuzers Hipper rechnen, die in der Ostsee Nachtjagd gegen U-2 und andere Russenkrähen flog.
     
  17. nico

    nico Fluglehrer

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    Sprichst du hier Luft-Boden an? Oder was meinst du mit Krähnen? Ich verstehe darunter Seelenverkäufer die auf den Meeren rumschippern... ;)
    In meinem Buch stand glaube ich, dass Ende '44 die Nachtjagt zu Gunsten der Tagjagt komplett eingestellt wurde. Muss da später noch mal genau nachlesen...
    Grüße!

    nico
     
  18. #17 Friedarrr, 01.06.2004
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    >>Die Ein-mot Nachtjagd wurde halb eben nicht nur von den 300 - 302 JG's durchgeführt.>>

    Ne, auch ander Geschwader haben mit ihren ein einmotorigen Maschinen Nachtjagd geflogen!
    Es wuerden dann z.B. Staffeln für die Nachtjagd erstellt, so geschehen z.b. beim "Richthfen" Geschwader (War das jetzt das JG 2?). Dort wurde dann z.B. mit Bf 109 D Nachtjagd geflogen!
    Auch schon früher wurden sogar mit Ar68 Nachtjagd geflogen.

    <<ss Ende '44 die Nachtjagt zu Gunsten der Tagjagt komplett eingestellt wurde. Muss da später noch mal genau nachlesen...>>

    Nein, lies nochmal genauer durch oder schmeiß das Buch weg.
    Wenn es so nicht drinn steht, weshalb liest du nicht erst genauer nach, bevor du dirhier die Mühe machst???
    Die Nachtjagd gab es eigentlich bis zum Ende!
     
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    Hallo

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  20. Husar

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    Die Einmot-Nachtjagd zu Beginn des Krieges mit ungeeigneten Maschinen wie der Bf 109 D und der Ar 68 wurden sehr schnell mangels Erfolge eingestellt. Die Nachtjagd bestand bis Kriegsende, einige Flugzeugführer erzielten hohe persönliche Erfolge noch bei Kriegsende wie Hptm. Becker beim NJG 6, der in einer Nacht 6 viermotorige, sein Bordfunker dann nochmals zwei mit dem MG 131 beim Unterfliegen einer Lancaster und einer B-17.
    Ab Dezember 1944 flogen dann Nachtjagdbesatzungen mit weniger als 5 Abschüssen Nachstschlachteinsätze, vor allen während der Ardennenoffensive über dem Benelux Raum und in Frankreich. Dabei wurden auch Abwurfbehälter mitgeführt. Beim Unternehmen Bodenplatte am 1. Januar 1945 wurden insgesamt über 40 Nachtjagdmaschinen bei Tage als Lotsenmaschinen für die Tagjäger eingesetzt.
     
  21. Husar

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    Unteroffiziersdienstgrade mit dem Zusatz "Fahnenjunker" z. b. Fahnenjunker-Oberfeldwebel waren die sogenannten "Kriegsreserveoffiziersbewerber" die auf Grund persönlicher und militärischer Leistungen den KRO-Nachwuchs stellten.
    Hinsichtlich der Einmot-Nachtjagd: Nicht zu vergessen die Ergänzungsnachtjagdstaffel 1, die spätere I./EJG 2. Deren vier Staffeln hatten die Aufgabe, den fliegerischen Nachwuchs für die Einmot-Nachtjagd auszubilden, erfahrene Flugzeugführer innerhalb der Staffeln flogen u. a. mit Bf109G-6/AS Mosquitio-Nachtjagd. Ein empfehlenswerter Bericht mit Fotos dazu in www.Luftfahrtverlag-Start.de, Heft Lufwaffe im Focus, Edition No. 4.
     
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