Wem gehörte wirklich die P-40E weiße "65"

Diskutiere Wem gehörte wirklich die P-40E weiße "65" im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Derzeit bin ich etwas frustriert. Auf der Suche nach Bilder der weißen 65 einer P-40E der sowjetischen Luftwaffe im WKII stoße ich auf...
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Derzeit bin ich etwas frustriert. Auf der Suche nach Bilder der weißen 65 einer P-40E der sowjetischen Luftwaffe im WKII stoße ich auf unterschiedliche Angaben.
Wer kann mich da aufklären, wem gehört wirklich diese 65?

Maj. Pokryshev





Anscheinend haben sich mehrere Piloten vor dieser "65" fotografieren lassen?
 
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lutz_manne

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Also "gehört" hat sie wohl den U.S.A. und die haben sie dann an die UdSSR verpachtet. Geflogen hat sie dann... na einer der netten Herren, von denen so schicke Propaganda-Fotos gemacht wurden. :-) Oder ein ganz anderer. Oder vielleicht sogar mehrere verschiedene?
Gab es bei den Russen die Variante, dass die Abschüsse verschiedener Piloten aufgemalt wurden, also die Abschüsse der Maschine?! Wurde von den Deutschen bei der Legion Condor (teilweise) so gemacht.
 

Ledeba

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Gibt es doch jetzt dieses Buch von Trojca im VDM - Verlag. Hast du das nicht in deinem Programm, BOBO?
 
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@lebeda: Man kann witklich nicht alles haben, wie soll das Buch betitelt sein? :squint:
@lutz_manne: hilft mir/ hier nicht viel weiter :unsure:
 

Ledeba

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Waldemar Trojca, "Sowjetische Fliegerasse 1941 - 1945", VDM
 

sajez

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Hallo Bobo,

lt. "Red Stars 4" (C.F. Geust) flog Matveyev die "weiße 65" und Pokryshev die "weiße 50" (ebenfalls eine P-40E).

Viele Grüße

Andreas
 
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Red Stars habe ich, da steht aber nur etwas zu den Fotos und niemand weiß so richtig, wie diese PR Fotos zu werten sind.

Sowjetische Fliegerasse 1941 - 1945 98.-€ :crying: Hui, da wird aber etwas aufgerufen. Das erinnert mich an eine Farbschemen-Ausgabe in "Russki-Jasuik", da müsste ich auch mal nachschauen, man hat halt zuviel zeugs zu stehen.
 
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Red Stars habe ich, da steht aber nur etwas zu den Fotos und niemand weiß so richtig, wie diese PR Fotos zu werten sind.
...
Die Bildunterschrift hilft vielleicht ein wenig. Am Rande: warum ist das wichtig? 300 Einsätze u. immer die selbe Mühle?

 
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Drei Leute davor, jede Farbgrafik betitelt einen anderen Piloten .... ich baue meine Mühlen nach Fotos und Historie, deswegen will ich schon ein wenig mehr dazu wissen, wo meine Literatur bisher wenig geholfen hat.
Modell liegt da, Abziehbilder sind da ....
 

sajez

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Hallo Bobo,

Du kannst ganz schön hartnäckig sein. Ich auch :-)

Das Farbprofil stammt aus der M-Hobby 4/2000 aus einem 4-seitigen Artikel über Matveyev (Primärquellen sind angegeben). Da wird die "weiße 65" eindeutig dem Piloten zugeordnet.

In "Woina v Vosduche 148" ist das Bild, das Dir Bauchschmerzen bereitet, folgendermaßen untertitelt:

"Noch ein As des 154 IAP, Major Piotr Pokryschev posiert vor der "Kittyhawk" von Matveyev. Warum er vor diesem Flugzeug fotografiert wurde, ist nicht bekannt.
Möglicherweise war seine persönliche Maschine ("weiße 50") zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einsatzfähig. Die Aufnahme entstand auf dem Flugplatz Plechanovo im Sommer 1942."

Ich weiß, daß die Quellenlage zu dem Thema manchmal ziemlich dürftig ist und jahrzehntelang einer vom anderen abgeschrieben hat, aber mit dem M-Hobby-Artikel kannst Du einigermaßen auf der sicheren Seite sein.

Kann durchaus auch möglich sein, daß die Maschinen hin- und wieder von verschiedenen Piloten geflogen wurden. In diesem Zeitraum (Verluste 41 / Verlagerung der Flugzeugindustrie in den Osten) war man froh, alles was fliegen konnte, in die Luft zu bekommen.

Zum 154 IAP findest Du hier noch Infos (incl. weitere Fotos): 29 гиап (154 иап) ВВС КА - самолеты и эмблемы

Zu Matveyev hier: Советские летчики-истребители 1936-1953 – Матвеев Александр Андреевич, 1910 г.р.

Zu Pokryshev (auch mit Fotos) hier: Покрышев Пётр Афанасьевич - Советские асы. Герои воздушных войн 1936-1953 гг.


Na denn ran an das Modell und die Abziehbilder !

Viel Spaß beim Bauen und herzliche Grüße

Andreas
 

Mercur

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Ich vermute mal, dass es in der sowjetischen Luftwaffe (vor allen
1941-43) nicht ganz so geordnet zuging und die Kisten je nach
ihrer Verfügbarkeit benutzt wurden und Asse bzw. Chefs dabei
den Vorrang bekamen denn man brauchte ja in der Luft auch
mal ein paar "Spezialisten" bzw. Leader um die Erfolgschancen
bei der Mission zu heben.

War ja bei anderen Nationen auch so - ist ja kein Zufall, dass es
in der dtsch. Luftwaffe auch immer wieder vorkam, dass da so
mancher Pilot nicht in seiner "Stamm-Maschine" fliegen musste.
Das haben mir mal vor velen Jahren zumindest W. Späte (für die
Zeit im JG 54) und W.-D. Huy (JG 77 für die Zeit an der Ostfront)
in Briefen bestätigt. Letztere schrieb da recht trocken, dass er als
Staffelführer der 7./JG 77 auch mal die einsatzfähige Mühle eines
anderen nahm wenn sein Wart im seine "weiße 1" unklar meldete.

Das o.a. Buch zu den sowjetischen Fliegerassen habe ich auch, war
aber nicht wirklich begeistert. Zum einen fehlen da mehrere HSU
(selbst wenn deren Maschinen längst bekannt sich) und als ich da
2x die gleiche LaGG-3 für V.A. Zaytsev (129. IAP) bzw. A.P. Zaytsev
(145. IAP) sehen musste, war es mit meinem Vertrauen schon mal
schnell vorbei...
 
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BOBO

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@ sajez: Danke für die fundierte "Aufklärung". Da ich meine Modelle zu 99% nach Fotos baue, möchte ich immer etwas über den Hintergrund und die Historie wisse. Bei den red Stars bin ich zwar ganz gut besattelt, aber zu diesem speziellen fall auch erst einmal ratlos gewesen! :thumbsup::thumbup:

PS.: Schade, das es noch keine Jak-9U in 1/48 gibt, außer dem Resinmodell, das obendrein schwer zu haben ist und doch meine Vorstellung von normalen Preisen für 1/48 sprengt.
 
F-4phan

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Auch bei der US Navy und USAF, bei der ja die Pilotennamen auch unter der Kanzel aufgebracht sind, heisst es nicht, das diese auch von dem Piloten geflogen wird. Die Namen haben keinen Einfluss darauf wem die Maschine zugewiesen wird. Ausnahme ist evtl. die CAG Maschine.
 

Sens

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"Die Aufnahme entstand auf dem Flugplatz Plechanovo im Sommer 1942." Da gab es die P-40E nur wenige Monate, denn sie kam ja erst 1942 in die SU und diente wohl nur als Projektionsfläche für Abschüsse, die bisher von unterschiedlichen Piloten auf dem Muster erzielt wurden.
Es dürfte ja bekannt sein, ab wann Matveyev diese Maschine flog und wie viele Luftsiege er im ersten Halbjahr reklamiert hat.
 

Sens

Alien
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Da passen die Angaben zum Zeitraum.
181 Einsätze
12 Luftkämpfe
5 Luftsiege
2 Luftsiege in der Gruppe = beteiligt
Da gibt es einige Details.
Da hat sich auch schon jemand versucht.
 
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sajez

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Hallo Bobo,

habe bei Vladimir Kotelnikov "Aviatsionnyi Lend-Lis" (Russkiye Vityasi 2015), erschien 2017 auch in Englisch bei Helion & Company Ltd., ein bißchen Futter gefunden.

Zusammenfassung:

"Das 154IAP erhielt die ersten Lend-Lease "Tomahawks" im Oktober / November 1941. Die Zuführung von "Kittyhawks" erfolgte ab Anfang 1942. Ende Februar hatte das Regiment zur Hälfte Tomahawk IIB und P-40E.

Probleme gab es immer wieder mit der technischen Ausstattung. Die eingebauten amerikanischen E-Generatoren waren vielfach fehlerhaft und fielen nach kurzer Zeit aus. Sie wurden durch Generatoren aus sowjetischer Produktion ausgetauscht.

Die Allison-Triebwerke waren ein weiterer Schwachpunkt. Die klimatischen Bedingungen (extrem kaltes Winterhalbjahr / staubiges Sommerhalbjahr) führten ständig zu Ausfällen.

So weit ich das verstanden habe, konnten die Triebwerke in verschiedenen Leistungsregimen betrieben werden. Das funktionierte aber nur mit entsprechendem Fingerspitzengefühl und unter Verwendung der vom Hersteller empfohlenen Kraft- und Schmierstoffe (die nicht immer verfügbar waren). Wurde dies nicht berücksichtigt, kam es zu Triebwerksbränden.

Hinzu kam permanenter Ersatzteilmangel. So kam es, daß die Lebensdauer der Motoren nur 35 - 40 % der vom Hersteller angegebenen erreichten.

Matveyev und Oberst-Ingenieur Malikov regten daraufhin an, verfügbare flugfähige Zellen mit sowjetischen M-105P und M-105R Triebwerken auszurüsten.

Motoren und andere notwendigen Komponenten waren noch in den Hallen / Werkstätten des evakuierten Werks No. 23 in Leningrad vorhanden.

Die entsprechenden Anpassungen unter Verwendung des Abgas-Systems der LaGG-3 und VISh-61P-Propellern erfolgten in der Reparaturbasis No. 1. Die umgebauten Flugzeuge kamen beim 196IAP zum Einsatz."

Stütz also die These, daß mangels einsatzfähiger Flugzeuge mehrere Piloten mit den verfügbaren Maschinen flogen.

Viele Grüße

Sajez
 
HoHun

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Moin!

Stütz also die These, daß mangels einsatzfähiger Flugzeuge mehrere Piloten mit den verfügbaren Maschinen flogen.
Danke für die interessanten Hintergrundinformationen!

Ich würde auch noch in eine etwas andere Richtung überlegen: Vielleicht hat der Fotograf seine Ausrüstung einfach vor einer besonders dekorativen Maschine aufgebaut und dann, solange das Licht gut war, einen Piloten nach dem anderen vor derselben Maschine fotografiert?

Wenn es eine Auftragsarbeit eines professionellen Fotografen war (oder eines militärischen Kriegsberichters ... ich weiß nicht, es so etwas in der Roten Armee auch gab), dann scheint so eine Vorgehensweise nageliegend. Bei persönlichen Schnappschüssen wäre es eher zu erwarten, daß der Pilot wirklich vor seiner "eigenen" Maschine abgebildet ist, aber so sehen die Bilder für mich nicht aus.

(Mir fällt gerade ein, daß ich in einem Buch eines sowjetischen Piloten, das ins Deutsche übersetzt erschienen ist, irgendwo gelesen habe (aus dem Gedächtnis zitiert): "Erst jetzt [eher spät im Krieg] hatten wir genug Flugzeuge für alle Piloten, in den frühen Jahren des Krieges war das nie der Fall". Dabei ging es um sowjetische Flugzeugtypen, glaube ich, aber es paßt trotzdem ganz gut zu Deinen Infos.)

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
Thema:

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