10.03.19 Ethiopian AL B737-MAX8 abgestürzt

Diskutiere 10.03.19 Ethiopian AL B737-MAX8 abgestürzt im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Grundsätzlich würde ich sagen: wieso nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an Kosten scheitert. Könnte eher sein, dass man bei der...
Schorsch

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Alien
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Die EASA will ja angeblich eine MAX am Stall ohne MCAS praktisch fliegen sehen.
Grundsätzlich würde ich sagen: wieso nicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an Kosten scheitert. Könnte eher sein, dass man bei der kritischten Kombination in einen Bereich kommt, der auch im Testflug nicht mehr beherrschbar wird. Und dann wiederrum wäre endgültig widerlegt, dass MCAS irgendwas "augmentiert", sondern tatsächlich ein Katastrophenverhinderungssystem erster Güte darstellt und folglich DAL-A qualifiziert werden muss. Und dann wäre Wiederzulassung in 2020 sportlich.
 
Del Sönkos

Del Sönkos

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dass MCAS irgendwas "augmentiert", sondern tatsächlich ein Katastrophenverhinderungssystem erster Güte darstellt und folglich DAL-A qualifiziert werden muss. Und dann wäre Wiederzulassung in 2020 sportlich.
Die Bordcomputer der 737 haben noch bis einschließlich der NG Ping-Pong gespielt. Das soll ja jetzt mit einem Patch behoben werden, aber für ein DAL-A wird Boeing die 737 wohl auf den Kopf stellen müssen. Mit DAL-B hatte ich schon mal in einem Projekt zu – das ist schon wirklich heftig. Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man ein DAL-A MCAS sinnvoll mit einer Fly-by-Cable 737 verheiraten kann, ohne de facto eine Neuentwicklung zu starten.
 

LFeldTom

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Da würde ich mich als EASA in ein parallel fliegendes Flugzeug setzen und CEO von Boeing die MAX am Stall ohne MCAS praktisch fliegenvorfliegen lassen. :-) Und das ganze bitteschön 10x hintereinander, ohne das die Mühle auseinander bricht. Ach, die Praxis ist doch so was schönes.
Die massive Ausweitung vom MCAS ist nicht am grünen Tisch beschlossen worden, sondern war eine direkte Folge der Flugerprobung. Die erste Reihe hatte das ganz offensichtlich dennoch so weit im Griff, dass es keinen Zwischenfall gab. Die nächste Crew geht mit noch mehr Kontextinformation ins Rennen. Ich sehe nicht warum ausgerechnet die scheitern sollten.
Es geht doch letztlich nicht darum ob Crews aus dem Erprobungsprogramm das beherrschen, sondern ob Average Joe das auch erfolgreich meistert - vor allem wenn es ihn unerwartet trifft.

Sollte was schief gehen, wovon ja nicht im geringsten auszugehen ist, sind gleich zwei Probleme gelöst. :evil::evil::evil:
Denk nochmal in Ruhe drüber nach, würde ich vorschlagen.
 
lutz_manne

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War auch nur sarkastisch gemeint. Der Preis für die Nachbesserung der Schlamperei und der Lerneffekt wurden teuer durch viele Menschenleben erkauft.
 
Stovebolt

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Würde mich wundern, wenn die Testflugzeuge bei Boeing nicht auch mit einem Notaustiegssystem ähnlich Airbus ausgestattet sind.
Gruß!
 
pok

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Da würde ich mich als EASA in ein parallel fliegendes Flugzeug setzen und CEO von Boeing die MAX am Stall ohne MCAS praktisch fliegenvorfliegen lassen. :-) Und das ganze bitteschön 10x hintereinander, ohne das die Mühle auseinander bricht. Ach, die Praxis ist doch so was schönes.

Achja, weil man ja ein gutes Gewicht braucht, darf der ganze Vorstand von Boeing und alle Hauptaktionäre hinten drin in der MAX dabei sein.

Sollte was schief gehen, wovon ja nicht im geringsten auszugehen ist, sind gleich zwei Probleme gelöst. :evil::evil::evil:
Wenn der CEO kein Testpilot ist, dann wird er die Maschine nicht steuern und Pasagiere sind bei solchen Fluegen natuerlich auch nicht an Bord.
Das Auseinanderbrechen ist auch nicht das Problem, aber die Maschine schnell genug wieder abzufangen und den Stall ausleiten, das ist die Herausforderung fuer den Testpiloten.
 

phantomas2f4

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Die EASA will ja angeblich eine MAX am Stall ohne MCAS praktisch fliegen sehen.
Aber das ist doch irgendwie Schwachsinn! Den Bereich kann man doch auch über das Flughandbuch mit / ohne MCAS einschränken, ohne irgendwelche Computer zu bemühen und damit "safe" zu sein !
Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:

macfly

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Den Bereich kann man doch auch über das Flughandbuch mit / ohne MCAS einschränken, ohne irgendwelche Computer zu bemühen und damit "safe" zu sein !
Nein, kann man nicht. Wenn das so einfach wäre, hätte Boeing das gemacht. Flugzeuge müssen den Zulassungsbedingungen ihrer jeweiligen Kategorie entsprechen. Für jede Kategorie gibt es genau beschriebene Anforderungen, u.a. an Flugeigenschaften und Steuerungsverhalten. Diese Bedingungen müssen eingehalten und nachgewiesen werden und sind in keiner Weise verhandelbar. Dazu gehört auch das Steuerungsverhalten bis zu bestimmten Anstellwinkeln und in Grenzbereichen. Und man hat genau festgelegt, bis zu welchem Grenzbereich ein Großflugzeug für den Personentransport getestet werden muss. Es ist gut so, dass es diese "Grundregeln" gibt - und dass die Zulassungsbehörden darauf bestehen, dass sie eingehalten werden.
 
Intrepid

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Das ist aber keine neue Erkenntnis, sondern nur eine Bestätigung dessen, was längst für den Hergang gehalten wird. Man kann nur hoffen, dass diejenigen, die das verantworten müssen, auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Viel spannender ist die Frage, wie man ein auf diese Weise verkorkstes Flugzeug zulassungsfähig machen kann.

Und wer stellt sicher, dass bei einer solchen Firmenkultur nicht noch mehr tödliche wenigen Menschen bekannte Bugs existieren?
 

Alex1204

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Viel spannender ist die Frage, wie man ein auf diese Weise verkorkstes Flugzeug zulassungsfähig machen kann.
Da stelle ich mir noch viel problematischere Frage für Boeing.
Wenn nun, belegbar, Boeing wußte was sie da gemacht haben.
Wie verändert sich der Strafrahmen?
Zahlt da überhaupt eine Versicherung von Boeing bei "Vorsatz"?
 

Sens

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Nein, kann man nicht. Wenn das so einfach wäre, hätte Boeing das gemacht. Flugzeuge müssen den Zulassungsbedingungen ihrer jeweiligen Kategorie entsprechen. Für jede Kategorie gibt es genau beschriebene Anforderungen, u.a. an Flugeigenschaften und Steuerungsverhalten. Diese Bedingungen müssen eingehalten und nachgewiesen werden und sind in keiner Weise verhandelbar. Dazu gehört auch das Steuerungsverhalten bis zu bestimmten Anstellwinkeln und in Grenzbereichen. Und man hat genau festgelegt, bis zu welchem Grenzbereich ein Großflugzeug für den Personentransport getestet werden muss. Es ist gut so, dass es diese "Grundregeln" gibt - und dass die Zulassungsbehörden darauf bestehen, dass sie eingehalten werden.
Natürlich wäre es möglich gewesen. Da man jedoch eine Musterberechtigung für alle 737 behalten wollte, griff man zu dieser Krücke. Jetzt wird darüber gestritten, ob die verbesserte Krücke dafür ausreicht die Bedingung zu erfüllen oder doch eine Neuzulassung notwendig wird.
Im schlimmsten Fall brauchte Boeing eine Musterzulassung nur für die Max, die dann kein MCAS braucht.
 

D-HUBI

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Natürlich wäre es möglich gewesen. Da man jedoch eine Musterberechtigung für alle 737 behalten wollte, griff man zu dieser Krücke. Jetzt wird darüber gestritten, ob die verbesserte Krücke dafür ausreicht die Bedingung zu erfüllen oder doch eine Neuzulassung notwendig wird.
Im schlimmsten Fall brauchte Boeing eine Musterzulassung nur für die Max, die dann kein MCAS braucht.
Natürlich gilt das nur unter der Annahme, dass Boeing zumindest bei den Gründen für die Installation des MCAS die Wahrheit sagt und es nicht noch andere Gründe für das MCAS gibt!
 

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Natürlich gilt das nur unter der Annahme, dass Boeing zumindest bei den Gründen für die Installation des MCAS die Wahrheit sagt und es nicht noch andere Gründe für das MCAS gibt!
Was für Gründe gibt es für MCAS noch?
 

macfly

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Was für Gründe gibt es für MCAS noch?
Wir drehen uns im Kreis. Die MAX muss die Zulassungsbedingungen für Transportflugzeuge nach "Part 25" erfüllen, siehe z.B. #353:
10.03.19 Ethiopian AL B737-MAX8 abgestürzt
Die Bedingungen sind sehr genau definiert. Dort steht exakt in welchen Geschwindigkeitsbereichen, mit welchen Klappenstellungen usw. ein Flugzeug genau welche Eigenschaften zu erfüllen hat, sogar wie sich die Steuerkräfte für den Piloten bei bestimmten Manövern zu verhalten haben. Die Geschwindigkeiten, Anstellwinkel usw. werden jeweils berechnet, in Abhängigkeit der grundlegenden Flugeigenschaften des Flugzeugs.

Diese Regeln kann man nicht durch Änderungen im Flughandbuch aushebeln. Wenn die MAX diese Bedingungen nicht aerodynamisch erfüllt, muss Boeing eben per Software nachhelfen. Ansonsten könnten sie die MAX vielleicht in der Kategroie "Experimental" zulassen. Das würde dann aber kommerziellen Betrieb und Personentransport ausschließen...
 

Sczepanski

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Da stelle ich mir noch viel problematischere Frage für Boeing.
Wenn nun, belegbar, Boeing wußte was sie da gemacht haben.
Wie verändert sich der Strafrahmen?
Zahlt da überhaupt eine Versicherung von Boeing bei "Vorsatz"?
dazu Boeing 737 Max - Untersuchungsbericht: Tödliches System
Boeing hat bei der Zulassung der 737 Max getrickst.
kurz gesagt: Die FAA hat alles Boeing überlassen. Boeing wusste von den Problemen, hat aber alles getan, um diese unter dem Deckel zu halten.
 
pok

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Space Cadet
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Das wissen wir erst falls es zu einem Zivilprozess kommt, wahrscheinlich wird Boeing sich mit den Betroffenen aussergerichtlich einigen oder vergleichen und es nicht darauf ankommen zu lassen.
M.W. hat Boeing dafur keine Versicherung und ja, so ein Dokument vergroessert die Gefahr einen Strafschadensersatz leisten zu muessen schon erheblich.
 
pok

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Der Chat der Testpiloten ist wohl die "smoking gun" fuerchte ich.
 
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