Vakuumkammer selber bauen

Diskutiere Vakuumkammer selber bauen im Ätzteile, Resin, Vacu und Umbauten Forum im Bereich Tips u. Tricks; Hallo, das ist also mein erster Beitrag hier und ev. hat jemand Rat für mich. Nachdem ich die Beiträge über Resingiessen gelesen und auch...

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  1. #1 Geduld&Spucke, 02.03.2006
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    Hallo,
    das ist also mein erster Beitrag hier und ev. hat jemand Rat für mich.

    Nachdem ich die Beiträge über Resingiessen gelesen und auch selber ausprobiert habe möchte ich jetzt perfekte Abgüsse produzieren. Das gelingt oft nicht, weil ich dauernd Lufteinschlüsse und Bläschen usw. habe. Ich habe von meinem "Dealer" schon entlüftende Füllstoffe besorgt, aber das hilft auch nur bedingt und bei mehrteiligen Formen mit vielen komplizierten Hinterschneidungen sind Lufteinschlüsse leider unvermeidlich.

    Es sei denn......

    man benutzt eine Vakuumkammer. Und genau hier will ich ansetzten. Ich habe viel Zeit und ein geringes Budget und so muss und will ich mir eine entsprechende Vakuumkammer selber bauen.

    Im Internet bin ich aber bis jetzt nicht wirklich fündig geworden, vielleicht verwende ich da die falschen Suchbegriffe oder es ist einfach eine etwas ausgefallene Angelegenheit.

    Ev. weiss hier jemand mehr wie man sich sowas selber baut und was man dazu braucht und was man beachten muss und ev. wie sich welche Eigenschaften der Kammer dann auf die Giesslinge auswirken und und und....

    Oder ev. hat jemand sogar eine Anleitung dazu oder weis wo man da was nachlesen kann.

    Ich bin also für jede Anregung dankbar und hoffe diese Thema ist auch für euch interessant...........

    Beste Grüße
    Geduld&Spucke:rolleyes:
     
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  3. #2 Odlik, 02.03.2006
    Zuletzt bearbeitet: 02.03.2006
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    Erstmal ein "Herzliches Willkommen im FF!" :engel:

    Warum Vakuumkammer?

    Luft raus ist doch viel schwieriger als Luft rein :FFEEK: Wäre es nicht sinnvoller wie in der Zahntechnik das Werkstück in einen Überdruckbehälter zu bringen und somit den Kunststoff bzw die darin noch enthaltenen Lufteinschlüsse zu komprimieren - zumindest klappt das bei abertausenden an Prothesen :TD:
    Schau doch mal bei eBay unter Zahnmedizin vielleicht findest Du ja einen Drucktopf - so heisst das Ding. Es sieht aus wie ein Schnellkochtopf mit nem Autoventil im Deckel meist ist auch noch ein Manometer dran.

    Viel Erfolg!
     
  4. #3 Geduld&Spucke, 02.03.2006
    Geduld&Spucke

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    Hallo, ja ist auch schon eine Idee.

    Das zusätzliche Problem ist:

    Wenn in den kleinen Ausbuchtungen und Kanälen der Form mal die Luft eingeschlossen ist kommt sie meist nicht mehr raus und an dieser Stelle ist der Giessling unvollständig. Das ist auch dann so wenn die Giessmasse selber keine Luftbläschen hat.

    Eine Zahnprothese ist als Form eher ein simpler Block, meine Formen geraten dagegen schon öfter viel komplizierter. z.B. mache ich auch mal mehrere Kleinteile an Ästen und da sind die Kanäle wirklich klein und neigen dazu sich nicht komplett mit der Giessmasse zu füllen, auch unter grösserem Einfülldruck (z.B. mittels Spritze) nicht. Und wenn ich mit zu hohem Druck einfülle um alle Äste zu erreichen dann drückt es die Form auseinander, auch wenn sie eingespannt ist. Die Vakuumkammer soll all diese kleinen Ärgernisse lösen.
     
  5. Odlik

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    Wieder was aus der Zahntechnik:

    Es gibt zum Anmischen von Gipsen ein Anrührgerät, das den Inhalt eines Rührtopfs evakuiert. Also einfach flüssigen Kunststoff rein und luft raus. Vielleicht hilft ja das weiter. Vielleicht hast Du auch mit der Benetzbarkeit der Hohlform Probleme - probiers doch mal mit einem geeigneten Entspannungsmittel...:!:
     
  6. #5 bjs, 03.03.2006
    Zuletzt bearbeitet: 03.03.2006
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    Ich habe da schon so einige Erfahrungen in zweiter Hand erlebt, zuletzt in einer Feingiesserei, denn ein Vakuum braucht man auch für den Kokillenguss in Gips.

    Sinnigerweise haben alle, bei denen ich Vakuumkammerexperimente gemacht haben, den selben Fehler mindestens einmal gemacht: eine eckige Kammer gebaut. Sinnvoll ist allerings nur eine Runde Bauform, am besten eine Kugel. Die wäre aber kaum bezahlbar, deshalb nimmt man als Kompromiss eine Fassform. Am einfachsten In Form eines recht dickwandigen Aluminiumrohres. Ich habe z.B. Vakuumkammern im Durchmesser von ca. 70 cm gesehen, die hatten schätzungsweise 10 mm Wandstärke.

    Die Deckel sind natürlich dicker.

    Alle Kastenförmigen Vakuumkammern haben sich zusammengezogen, sprich alle Flächen sind eingebeult bis die Kammern undicht wurden. Auch extreme Vertrebungen helfen nur bedingt.

    Ich würde eine Kammer also so bauen: Ein entsprechendes Aluminiumrohr besorgen, die Schnittflächen plan abdrehen lassen (damit die Deckel dicht schließen können). Die Deckel brauchen nur stabile Platten zu sein, abgedichtet wird mit Moosgummi. optional noch ein Fenster vorsehen, das ist aber wieder kompliziert und teuer. Das Harz kommt über einen Schlauch aus einer Spritze in die Form.

    Ich würde aber auch mal folgendes ausprobieren: Die Silikonform erhält Armierungen, damit sie nicht zusammengedrückt werden kann und die Gussform stabil bleibt. Dann könnte man die Form einfach mit einer stabilen Tüte umwickeln, die man evakuiert... Ähnliches gibt es auch als Funierpressen.

    P.S.:Wenn Du etwas zum berechnen da haben willst:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kesselformel
     
  7. #6 ArthurDent, 03.03.2006
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    Als Startobjekt für die Unterdruckkammer bietet sich ein Schnellkochtopf an. Dieser ist druckfest und hat schon mal einen Anschluß im Deckel. Der Topf muss noch um zwei weitere Anschlüsse mit Ventil ergänzt werden (Vom Profi anschweissen lassen!) zum Anschluss der Vakuumpumpe und um nach dem Gruß den Druckausgleich durchführen zu können.

    Ich hatte im Internet mal eine Bauanleitung für solch eine Resingusskammer gefunden. Mal sehen, ob ich den Link wiederfinde.

    Aber es gilt: Bei der Arbeit mit Druckgefäßen gilt höchste Vorsicht! Also nicht für Anfänger.

    Aber man kann auch ohne Druckkammer gute Ergebnisse erzielen: Die Form nicht schliessen, sondern das Resin in die offenen Formhälfen gießen und ggf. mit einem Zahnstocher alle problematischen Stellen bearbeiten, bis diese mit Resin gefüllt sind. Erst dann die beiden Formteile zusammenbringen und verklammern, evtl. noch etwas Resin nachgiessen. Dabei entsteht zwar eine Haut rund um den Gießling, aber man hat weniger Lufteinschlüsse an komplizierten Stellen. Je nach Resin hat man für das Verteilen des Resins in den Formhälften 1-2 min Zeit.

    Ich mache eigentlich nur noch einteilige Formen, die ich später mit einem Messer so aufschneide, dass ich die Urform entnehmen kann. Dabei aber die Form nicht komplett zerschneiden, sondern einen Teil stehen lassen. Dann reicht die Steifigkeit des Silikons oft aus, um die Form später geschlossen zu halten.

    Gruß
    Norbert
     
  8. Shaker

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    @Geduld&Spucke das Googlewort was Du suchst heisst "Vakuum Exsikkator" Wir ziehen so die Luftbläschen aus dem 2-K-Kleber, die durch das anrühren zwangsläufig entstehen.
     
  9. #8 mosquito, 03.03.2006
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    Die Luft rauskriegen, heisst ja im Prinzip das Giessmaterial zu verdichten.
    Bei Beton ( auch eine art Giessmaterial) wird das durch Vibrationen erreicht. Ob das nun ein Innen- oder Aussenrüttler ist spielt dabei kaum eine Rolle.
    Betonelemente werden auf einem Rütteltisch gegossen.

    Ich denk die Technik der Vibrationsverdichtung müsste auch bei Giessharz funktionieren..............:?!
     
  10. #9 Hunter75, 03.03.2006
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    Bei Beton auf dem Rütteltisch oder mit der Rüttelflasche funktioniert es nur so gut,weil Beton ein inhomogenes Material ist.Es Bilden sich dort Lufteinschlüsse zw. den Steinen und Kieseln.Durch Rütteln werden diese Konglomerate aufgebrochen,so das feinkörnigeres Material(Zement/Sand) in die Lufträume gelangt.

    Eine Luftblase bekommt man aber auch nicht aus einer Hinterschneidung herausgerüttelt.
    Wenn ich mit Resin gieße,dann fülle ich die Form erst zu einem viertel bis drittel,erwärme die Form (ca 50°C),dann wird das Resin flüssiger und dann wie im Schleuderguß einmal so die Form drehen,das sie von innen komplett benetzt ist.
    Natürlich reißt der Film wieder,aber es sind kleine Hinterschneidungen schon mit Resin gefüllt und bleiben es dank der Oberflächenspannung des erkaltenden Resins auch.
    So fülle ich dann die Form stetig weiter und schwenke sie zwischendurch immer wieder ein bischen.
    Seitdem ich so vorgehe,ist mein Ausschuß rapide gesunken.
    Natürlich muss man aber gut hergestellte Formen dafür benutzen.
    Ein Resin mit langer Aushärtezeit (>12h) ist ebenfalls von Vorteil,weil so evtl Luftblasen doch noch nach oben steigen können.
    Ich habe mir angewöhnt oben die Klebestellen in der Form zu positionieren.Manchmal schaue ich dann nach 6Stunden nochmal zum Guß und wenn kleine Luftbläßchen nach oben wanderten,dann wurden sie mit einer Nadel zerstochen oder einem Plastiksheet abgezogen.
    Ich hatte mal eine Probe aus einem 20min Resin und 24h Resin spaßenshalber zersägt.
    Das 20min Resin sah aus wie ein Hartschaummodell :rolleyes:
    Beim 24h Resin konnte ich mit bloßem Auge keine Luftblasen erkennen und es war honigfarben glasklar.
     
  11. #10 ArthurDent, 03.03.2006
    ArthurDent

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  13. FREDO

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    Tja, Lufteinschlüsse waren auch bei mir das Problem, zumindest am Anfang.

    Gelöst habe ich es durch Anleihen beim Metallguß. Dort werden an exponierten Stellen sog. Luftpfeifen am Modell angebracht und dann mit abgeformt. Das Eingießen eines dünnen Drahtes oder Ausbohren mittels Kanüle hat meist gereicht. Sollte es nicht, können die Luftpfeifen nach außen hin auch konische Form haben.
    Andererseits können solche Stellen auch schon vor dem eigentlichen Gießen mit Harz benetzt werden, dann sammelt sich dort keine Luft (logisch, wenn an ihrer Stelle schon Harz ist:!: ).

    Nach dem Aushärten müssen die Luftpfeifen natürlich vor dem Entformen abgebrochen werden. Das ist kein Problem.

    Grüße
    FredO
     
  14. xingu

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    ja...und mit deinem Eimer Popcorn sitzt du dann in einem Kino das schon seit 5 Jahren geschlossen hat.....
     
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