Nächster Halt: Mond - Die derzeitigen Mond-Projekte

Diskutiere Nächster Halt: Mond - Die derzeitigen Mond-Projekte im Raumfahrt Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Hallo, ich frage mich, warum die Amerikaner in den 70er Jahren die Mondflüge eingestellt haben. Angeblich waren die doch schon mehrmals auf dem...

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  1. mcnoch

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    STF Buran hat Recht, die Kosten für jeden Mond-Flug waren horrend, das Ziel (erster Mensch auf dem Mond, vor den Russen) erreicht und das Apollo-Programm ohnehin nur auf eine bestimmte Zahl von Flügen begrenzt. Das Programm war ohnehin von allerlei Streichungen betroffen, noch bevor Apollo 13 gestartet war, wurde die abschließende Apollo 20 Mission schon gestrichen. Das öffentliche Interesse war nach nur drei Mondlandungen schon so erlahmt, dass es nicht mehr zu vertreten war, die Steuerzahler weiterhin mit den Projektkosten zu belasten, von zusätzlichen Missionen gar nicht zu reden. Als nächstes wurde dann die Apollo 15 Mission gestrichen, gefolgt von Apollo 19, die primär auf die Mond-Geologie ausgerichteten Missionen 16-18 bleiben erhalten, wurden aber konsequenterweise in 15-17 umbenannt. Zudem erwartete man sich vom Einsatz des Mondautos in diesen drei Missionen wieder eine erhöhtes Medieninteresse und natürlich wichtige technolgische Erkenntnisse für die Zukunft. Die NASA war nicht sehr glücklich mit den Kürzungen, hat ihr aber vermutlich eine Katastrophe mit toten Astronauten auf dem Mond erspart, da die Besatzung von Apollo 18 voll von einer massiven Sonnenerruption getroffen worden wäre. Überlebenswahrscheinlichkeit damals <1%.

    Die Apollo-Verschwörung, die du hier wieder ins Spiel kommen siehst, gilt übriegens mittlerweile als erledigt. Alle Argumente sind in den letzten zwei Jahren wiederlegt worden. Alles was den letzten ernstlichen Verfechtern noch verblieb war "Wir glauben nicht dran" und "Denktheoretisch wäre es aber möglich". Dummerweise geistern immer noch haufenweise zwischenzeitlich überholte Artikel durchs Netz. Das viele der damals ernsthaften Vertreter dieser THeorie die Sache mittlerweile peinlich ist und sie ihre Seiten aus dem Netz genommen haben und so dieses Gebiet den blindwütig vor sich hindeutelnden Laien das Feld überlassen haben, macht die Sache übrigens auch nicht besser.
     
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  3. n/a

    n/a Guest

    Hallo mcnoch,

    das mit der "Verschwörungstheorie" waren jetzt Deine Worte...

    Viele Grüße.
    Gore
     
  4. #63 Rolf Wolf, 19.10.2006
    Rolf Wolf

    Rolf Wolf Berufspilot

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    Gibt es den schon Konzepte oder Planungen wie man mit dem Problem Sonnenerruption bei zukünftigen Mondmissionen umgeht ?

    Gruß
     
  5. mcnoch

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    Ja, gibt es. Man wird eine abgeschirmte Kammern innerhalb (sprich Wasser drum herum) eines Wassertanks einrichten, in die sich die Astronauten für dis Zeit der Erruption zurückziehen werden. Die längste Protuperanz dauerte bislang 31 Stunden, im Schnitt sind es aber knapp unter 20 Stunden. Eine ähnliche Schutzkammer würde man auch für die Mars-Mission einrichten. Je nach Schutz muss die Masse angepasst werden.
     
  6. mcnoch

    mcnoch Alien
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    China hat mal wieder was von seinen Mondplänen hören lassen.

    Man plant nächstes Jahr ein unbemanntes Modul zum Mond zu schicken und im Mondorbit kreisen zu lassen, um dreidimensionale Aufnahmen vom Mond zu machen und auf dem Weg dorthin eine Reihe von Messungen bzgl. der Strahlenbelastung zu machen.

    Auf der Sixth China International Aviation and Aerospace Exhibition dürfen Besucher auch den sechsrädigen Mond-Rover steuern, der 2012 seinen Weg zum Mond finden soll.

    2020 soll dann ein zweiter Rover auf dem Mond landen, der dann auch Bodenproben zur Erde zurückbringen soll.

    Das chinesische Weltraumprogramm baut auf Multifunktions-Module, die für die jeweiligen Missionen angepasst werden. So soll das Landemodul für die Rover später auch für eine bemannte Mondlandung genutzt werden, die Transportmodule sollen auch einsatz bei der in 1:10 ausgestellten chinesischen Weltraumstation finden.

    http://www.spacedaily.com/reports/Shape_Of_Things_To_Come_On_The_Moon_999.html
     
  7. mcnoch

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  8. #67 Chinoock, 05.11.2006
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    Der Mond...Lunae

    Hallo Zusammen,

    ich weiß nicht, ob das hier unbedingt reinpasst oder ob es hier in diesem Thread gerne gesehen wird, wenn Bilder gepostet werden aber ich habe gestern Abend diese Aufnahme von unserem Trabanten gemacht, die ihn uns ein bisschen näher rücken lässt...

    Ich hoffe, das Bild gefällt Euch...

    Gruß
    Gerald
     

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    Aeronaut und mcnoch gefällt das.
  9. #68 Bleiente, 07.11.2006
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    Russland und China wollen gemeinsam den Mond erforschen

    http://de.rian.ru/society/20061107/55441552.html
     
  10. mcnoch

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    Nicht nur der Flug zum mond scheint den Spezialisten Kopfzerbrechen zu bereiten, sondern auch der Mondstaub. Die Astronauten kammen jeweils Staubbedeckt in ihr Landemodul zurück. Neben einer Verschmutzung der empfindlichen Hardware oder Beschädigung durch oftmals geladenen Teilchen, gibt es auch mögliche medizinische Komponente hierbei zu bedenken.

    http://www.space.com/scienceastronomy/061007_moon_dust.html
     
  11. mcnoch

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  12. #71 BigLinus, 18.11.2006
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    Gas-Blähungen auf dem Mond

    [ Der Spiegel ]
     
  13. mcnoch

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  14. mcnoch

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    Die NASA-Pläne für eine bis 2020 geplante Mond-Basis werden konkreter, die Wissenschaftler haben sich mittlerweile mehr oder minder auf die beste Zone geeignet, den Südpol des Monds. Die nun mal als Model ausgearbeitete Studie über eine Mondbasis am Kraterrand des Shackleton Kraters (~19 Kilometer Durchmesser) hätte eine Reihe von Vorteilen.

    Diese Zone ist fast permanent von Sonne beschienen, was die Energieproduktion sehr erleichtern würde, befindet sich am an der Grenze zum permanent im Dunklen liegenenden Bereich des Mondes. Dort vermutet man auch größere Mengen an Wassereis, die dann zur Erzeugung von Wasser und Sauerstoff genutzt werden könntne, was zwei weitere Grundvoraussetzungen für ein dauerhaftes Bewohnen des Mondes sind. Zudem vermutet man dort auch besimmte Wasserstoffverbindungen, die als zukünftiger Energiespender gehandelt und daher erforscht werden sollten.

    Die Teperaturschwankungen übers Jahr in dieser Region betragen nur 50° Celsius, am Äquator bis zu 250° Celsius.

    Die Geologie der Polarregion zählt zu den komplexesten überhaupt, würde also Anlaß zu eingendenen Forschungsarbeiten dienne, sit aber gleichzeitig für eine menschliche Besiedlung recht günstig.

    Landungen und Starts vom Südpol aus würden deutlich weniger Energie verbrauchen als Start von anderen Zonen des Mondes. Besonders die Materialtransporte könnten so erheblich energie- und kosteneffizienter abgewickelt werden.

    Trotzdem ist der Standort noch nciht beschlossene Sache, die kommenden Mond-Missionen der nächsten zwei Jahre werden viele Daten über den Mond liefern und man wird sie in die Standortsuche einfließen lassen.

    http://www.space.com/scienceastronomy/061226_lunar_ice.html
     
  15. mcnoch

    mcnoch Alien
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  16. mcnoch

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    Bei der JAXA trägt man sich mit dem Gedanken die Lunar-A Mission nach mehr als 10 Jahren Wartezeit endgültig zu streichen. Das Mutterschiff ist schon lange fertig gestellt, aber das automatische Bohrsystem der auszusetzenden Sonde hat so viel entwicklungsbedingte Verspätung verursacht, dass das Mutterschiff währen der langen Wartezeit schon wieder reparaturbedürftig geworden ist. Die eigentlich für 1995 geplante erste Mondmission steht dadurch vor dem Aus, bevor es losging. Sie sollte zwei seismographische Sensorsysteme in den Mondboden eingeraben und Messungen über die Zusammensetzung des noch recht unbekannten Mondkerns fertigen.

    Eine endgültige Entscheidung wird noch diesen Monat erwartet.

    Die JAXA Missionen stehen derzeit unter keinem besonders günstigen Stern.

    http://www.space.com/news/ap_070116_lunar-a_cancel.html
     
  17. mcnoch

    mcnoch Alien
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    Das die Zukunft der Mond-Missionen nicht gleich so glänzend sein wird, wie die futuristischen Zeichungen SciFi-begeisterter Illustratoren es glauben machen lassen wollen, haben alle geahnt. Bei der NASA befasst man sich daher in diversen Unterprojekten nicht nur mit dem Raumschiff, dass die Astronauten von der Erde zum Mond bringen soll, sondern auch mit den Alltäglichkeiten im All, oder eben auf dem Mond. Eines der wichtigen Projekte dort ist es eine Unterkunft für die Astronauten zu schaffen. Da nicht so einfach vor deren Ankunft ein Bautrupp mit Kran, Betonmischerung & Co anrücken kann, muss man sich etwas einfallen lassen, was die ersten Astronauten selber mitbringen und aufbauen können. Daher wird schon seit geraumer Zeit an einer mondtauliche Campingausrüstung gewerkelt. Ein erster Test mit Prototypen der neuen Ausrüstung findet bereits statt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,471042,00.html

    Weitere Verbesserungen werden folgen, da man nicht nur den Platz- und Aufbaufaktor berücksichtigen muss, sondern auch noch einiges in Sachen Verbesserung des Schutzes der Astronauten vor verschiedene Umwelteinflüssen lernen mus. Die Idee ist nicht ganz neu, aber gerade die Umweltbedingungen waren es damals, die dazu führte, dass die Apollo-Astronauten immer wieder in den Lander zurückkehren mussten.

    Da man wohl nicht alles Material, besonders in der zweiten Bauphase, nur den Astronauten mitgeben kann, debatiert man derzeti ein Frachttransport-Modul, welches dann autonom sein Ziel erreichen und landen soll. Hier könnte sich die NASA auch gut eine Zusammenarbeit mit der ESA vorstellen. Man sieht derzeit bei der NASA doch eher eine International Luna-Station entstehen, statt nur eine nationale, wie es US-Präsident Bush haben wollte.

    Eine weitere interessante Debatte tobt noch etwas außerhalb der journalistischen Sichtweite. Es geht um die Frage, wie schnell man innerhalb des Mondprojektes mit den eigentlichen Aufbauarbeiten beginnen will. Die Errichtung der Mondbasis wird - ähnlich wie bei der ISS - über viele Phase und einzelne Erweiterungsschritte verlaufen müssen. Die Stationserbauer wollen nach möglichkeit schon bei der ersten Mission mit der Errichtung beginnen. Dies bedeutet aber, dass alle (oder zumindest fast alle) Missionen immer nur zum gleichen Landeplatz gehen werden, was den "kurzfristigen" wissenschaftlichen Nutzen doch beschränken würde. Die Stationsbauer halten dagegen, das die ISS gezeigt habe, das die Komplexität eines solchen Projektes nciht viel Spielraum für Sondermissionen lassen würde, wenn man den Zeit- und Finanzplan einhalten wolle. Je früher eine Mondstation wirklich dauerhaft nutzbar sei, desto früher könnte sich auch den vollen wissenschaftlichen Nutzen entfalten. Es gehe eben nicht mehr um ein paar Gesteinsprobem von hier oder von dort, sondern um eine wirklich systematische Erforschung des Mondes, auch wen diese zunächst auf ein bestimmtes Areal beschränkt sei. Vermutlich wird die NASA trotzdem ein paar Sondermissionen einplanen, mittels derer man bestimmte, geologisch besonders interessante Zonen ansteuern werde. Aber dies sind noch alles Spekulationen.
     
  18. mcnoch

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  19. mcnoch

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    Eine Mondstation (und mehr noch eine spätere Marsstation) stellen auch Anforderungen, die nicht rein technischer Art sind, aber trotzdem wohl überlegt und sinnvoll gelöst sein wollen. Ein Teil der benötigten Dinge wird man vielleicht in der nahen Zukunft auf dem Mond selber fertigen können, für alles andere benötigt man eine funktionierende und vorausschauene Versorgung von der Erde. Damit die Astronauten nicht eines Tages mal ohne Klopapier auf dem Mond sitzen, hat die NASA nun mit der Entwicklung eines Logistik-Systems begonnen, welches den Mond und Mars voraussschauend und auf Unerwartetes vorbereitet mit allen benötigten Gütern trotz sehr begrenzter Kapazitäten versorgen können soll.

    http://www.space.com/scienceastronomy/070323_lunar_traffic.html

    Das Militär hat zwar schon so seine Erfahrung mit der in etwa vergleichbaren Versorgung von Schiffen fern eigener Einsatzhäfen, aber die Engpässe, die diese Systeme manchmal verursachen sind ebenso legendär. Etwas, was sich die NASA nicht erlauben kann, weil es im besten Fall zu einer schwerwiegenden Störung, im schlimmsten Fall zu einem Missionsabbruch führen kann.
     
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  21. VJ101

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    Man stelle sich das mal vor: die Astronauten sitzen in der Mondbasis und dann geht ihnen das Klopapier aus. Das hört sich im ersten Moment banal an, könnte aber durchaus zu schwerwiegenden Problemen führen. Da wirft sich mir die Frage auf: nutzen die Astronauten überhaupt "normales" Klopapier oder ist das auch eine Spezialentwicklung der Nasa? Recyclebare oder waschbare Handtücher oder so? Dann würde das Klopapier ja nicht so schnell ausgehen.

    @ mcnoch: Danke für die regelmäßigen Berichte hier im Raumfahrtsektor:TOP:
     
  22. mcnoch

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    Für die Mond-Mission wird man vorausssichtlich auf eine Weiterentwicklung des seit Apollo-Zeiten eingesetzten Spezialtoilettenpapiers zurückgreifen. Wenn man bedenkt, wieviel Klopapier manche Menschen auf der Erde verbrauchen, dass würde im Weltraum das delikate System zu sehr durcheinander bringen.

    Im Shuttle nutzt man ein Unterdrucksystem um die menschlichen Hinterlassenschaften abzusaugen (850 Liter Luft pro Absaugvorgang), nach einer Trennung in einer Zentrifuge wird der Urin ins All abgelassen, alle festen Bestandteile, damit auch das Klopapier werden zwecks Bakterienabtötung und Geruchsreduzierung chemisch behandelt, gefriergetrocknet und dann komprimiert in speziellen Müllbehältern eingelagert. Eine nicht richtig funktionierende Toilette hätte in den 90er Jahren fast mal zum vorzeitigen Abbruch der Shuttle-Mission geführt, aber nachdem sich die Astronauten bereit erklärt hatten auf die sonst nur für Start, Landung und Außeneinsätzen benutzten Windeln umzusteigen, konnte das Shutttle den verbleibenden Tag noch im All bleiben. Auch wenn es nach der Landung sehr viel Lästerein zwischen Astronauten und Technikern gab, hat die NASA dieses "Drama" doch lange Zeit recht gut vor den Kameras der Weltöffentlichkeit verbergen können, bis "die Geschichte einfach zum Himmel stank und was durchgesickert ist".:FFTeufel:

    Für den Mond könnte man dank Schwerkraft auch wieder eine Art Wasserspülung einsetzen, aber dies hängt vom Wasservorrat und den Aufbereitungsanlagen ab. Eine anschließende Ablagerung des Festmülls auf dem Mond wäre möglich, hat aber schon zu allerlei Bedenken geführt, besonders die Flugärzte halten dies für bedenklich, da auf diese Weise eine wichtige Diagnosemöglichkeit zur Überwachung des Gesundheitszustandes der Astronauten verloren geht. Der Kot der Shuttle-Astronauten wird nach der Landung regelmäßig analysiert, um die Auswirkungen bestimmter Ereignisse in der Schwerelosigkeit auf den Verdauungstrakt und damit die Fähigkeit bestimmte Nährstoffe aufzunehmen oder bei sich zu behalten, zu untersuchen. Zwar sind die Müllbeutel nciht namentlich markiert, aber die Mediziner können nachweisen, dass z.B. erhöhter Streß, z.B. bei Außeneinsätzen, zu einem massiven Ausscheiden bestimmter Mineralien führt. Einer der Gründe, warum die Außenteams vor und nach jedem Einsatz einen Spezialcocktail bekommen und Außeneinsätze nicht länger als 8 Stunden dauern sollen.

    So, ich hoffe dieser kleine Exkurs war jetzt nicht zu ekelig, aber wer mal eine Zeit im Gesundheitssektor gearbeitet hat, weiß, welche Wichtigkeit solche Analysen auch hier auf der Erde haben können.
     
Moderatoren: mcnoch
Thema: Nächster Halt: Mond - Die derzeitigen Mond-Projekte
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