Türkei - Syrien - Irak: Kampf gegen Kurden

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Sczepanski

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während die Gefechte im Bereich der Frontlinie weitergehen

verstärkt die Türkei ihre "Stolperstellungen" westlich des von den Syrern eroberten Gebietes im westlichen Bereich der Provinz Aleppo
 
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Sczepanski

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...
..und weiter geht es mit der "Salami-Taktik". Man beachte die jeweiligen Beobachtungsposten, die sich inzwischen jenseits der aktuellen Front befinden. Z.B. Hezbollah und Iraner, wobei erstere die türkischen Beobachtungsposten kontrollieren. Nach dem Abkommen sind es ja keine Gegner, doch ein Ultimatum läuft.
….
die KArte hier zeigt die türkischen Beobachtungsposten (blau) z.T. weit im inzwischen syrischen Machtbereich:

Ich finde es erstaunlich, dass die Türkei solche isolierten und eingeschlossenen Posten beibehält. Das sind doch die ersten Opfer, wenn der Konflikt noch weiter eskaliert.
Btw.: die aktuellen Luftangriffe scheinen darauf hinzudeuten, dass die Provinz Idlib entlang der M 4 in der Höhe von Idlib geteilt werden könnte. Zwischen Saraquib im Osten über Jerico / Nabli bis Rabia im Westen zeigt sich eine Reihe von Luftangriffen.

Bemerkenswert ist auch die scheinbare Untätigkeit der türkischen Luftwaffe. Sollte die Säuberungswelle nach dem letzten Putsch wirklich die türkische Luftwaffe so geschwächt haben?

Und was die "Binnenflüchtlinge" betrifft: es ist saukalt in der Region, mit Schnee und Frost.

Wieso schicken wir Millionen Hilfsgelder in die Türkei, wenn die Zivilisten nicht über die Grenze dürfen und die einzigen größeren Lieferungen nach Syrien anscheinend militärische Konvois sind?
 
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....
Btw.: die aktuellen Luftangriffe scheinen darauf hinzudeuten, dass die Provinz Idlib entlang der M 4 in der Höhe von Idlib geteilt werden könnte. Zwischen Saraquib im Osten über Jerico / Nabli bis Rabia im Westen zeigt sich eine Reihe von Luftangriffen.
...
wenn man die Luftangriffe als "freibomben" eines geplanten Vormarsches der syrischen Einheiten versteht, dann begibt sich die Türkei wieder einmal in die Position einer Stolperstellung - türkische Einheiten an der M 4 von Saraquib zur Küste bei Latakia.

Allerdings sind die massivsten Luftangriffe und Kämpfe westlich von Aleppo:

wo seit etwa einer Stunde der syrisch besetzte Streifen westlich der M 5 wohl verbeitert werden soll und zeitgleich ein weiterer türkischer Konvoi die Grenze nach Syrien überschritten hat.

Ich frage mich schon seit Tagen:
welcher Staat kann es sich auf Dauer erlauben, dass islamistische Milizen, die massiv durch einen Nachbarstaat unterstützt werden, mehrere Provinzen seines Staatsgebietes beherrschen und einen "Staat im Staat" errichten?
Die seinerzeit im Westen so euphorisch begrüßte FSA ist ja in der Region durch stärkere islamistische Milizen abgelöst worden. Eine förmliche Anerkennung der Rebellentruppen als "Gegenregierung" ist selbst von der Türkei nicht erfolgt.
 
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Sens

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Ist das jetzt der Dritte im Februar?
Der zweite wohl, der erster am 11 Februar nahe Al-Nayrab.
 

Sczepanski

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Die in den letzten Wochen frei gekämpfte M 5 südlich von Aleppo wird inzwischen von den syrischen Einheiten genutzt; damit ist die Verbindung nach Süden in Richtung Hama deutlich besser geworden; die türkischen Beobachtungsposten dort sind isoliert:

die Türkei revanchiert sich und greift die Stellungen der Syrer dort an


Zwischen Aleppo und der türkischen Grenze gehen die syrisch/russischen Luftangriffe in der Provinz Aleppo und türkischer Artilleriebeschuss weiter


Ein neuer türkischer Konvoi ist über die Grenze nach Syrien gefahren
 
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Ja koennte an sich stimmen, obwohl ich das noch nicht woanders belegen kann, aber diese Quelle, findest Du denn gut?
 

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wenn man die Luftangriffe als "freibomben" eines geplanten Vormarsches der syrischen Einheiten versteht, dann begibt sich die Türkei wieder einmal in die Position einer Stolperstellung - türkische Einheiten an der M 4 von Saraquib zur Küste bei Latakia.
...
Allerdings sind die massivsten Luftangriffe und Kämpfe westlich von Aleppo:

....
die gleiche Karte wie vorher - nur wenige Stunden später:

die Verbindungsstraße zur kurdischen Enklave im Norden ist freigekämpft, der syrische Vorstoß westlich der M 5 nach Norden ist weit vorgedrungen

während die Türkei westlich des Kampfgebietes massive Verstärkung nach Syrien schickt



und nördlich von Aleppo wie auch östlich bei Manbij die kurdische Region beschießt
 
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Ja koennte an sich stimmen, obwohl ich das noch nicht woanders belegen kann, aber diese Quelle, findest Du denn gut?
Weil mir das auch aufgefallen ist und ich die Quelle nicht beurteilen kann, da habe ich diese offene Frage gestellt. Natürlich in der Hoffnung, dass da Jemand weitere Details hat.
 

Sczepanski

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was zu erwarten war:
die Verbindungstraße von Aleppo nach Norden zur kurdischen Enklave mit dem darin gelegenen Maranaz-Fliegerhorst wurde wieder eröffnet,
die Autobahn M 5 von Damaskus bis Aleppo wird von syrischen Truppen zum Transport von Nachschub genutzt,
die syrischen Regierungstruppen sind von Aleppo aus auf breiter Front weiter nach Westen vorgestoßen,

und russische (und syrische) Luftwaffe führt vor der Front weiter heftige Luftangriffe durch - auch in unmittelbarer Nähe türkischer Stützpunkte

während die Türkei erneut einen neuen Beobachtungsposten in der Provinz Idlib zwischen der vorrückenden syrischen Truppe und der türkischen Grenze eingerichtet hat.

Auch südlich in der Provinz Idlib hat die Türkei zwei neue Beobachtungsposten an der M 4 errichtet - der Verbindungsautobahn von der Küste (Latakia) und dem Verkehrsknotenpunkt Saraquib, der vor wenigen Wochen von den Syrern erobert wurde


Bei der Gelegenheit:
Die NZZ berichtet nicht nur über den Vormarsch der Syrer, sondern geht auch näher auf die Frage ein, gegen wen dieser Vormarsch gerichtet ist:
...
Wie in anderen Teilen Syriens gewannen in Idlib über die Jahre islamistische und jihadistische Milizen die Oberhand über moderate und säkulare Oppositionsgruppen. Als mächtigste Gruppe erwies sich die radikale Nusra-Front, die als syrischer Ableger von al-Kaida firmierte, bevor sie sich offiziell von dem internationalen Terrornetzwerk lossagte. Seit einem Zusammenschluss mit ähnlichen Gruppen im Januar 2017 nennt sie sich Hayat Tahrir al-Sham (HTS).

Nach einem blutigen Machtkampf mit protürkischen Islamistengruppen übernahm die HTS Anfang 2019 die Kontrolle über den Grossteil der Region. Die Bemühungen der Türkei, ihren Einfluss einzudämmen, scheiterten. Neben der HTS sind auch die Islamische Partei Turkestans und der Al-Kaida-Ableger Hurras al-Din mit einigen tausend Kämpfern in Idlib präsent. Die von der Türkei unterstützte Nationale Befreiungsfront ist dagegen weitgehend marginalisiert.

Was will Syriens Präsident Asad?

Der syrische Machthaber Bashar al-Asad hat wiederholt seine Absicht erklärt, jeden Zentimeter syrischen Bodens wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Dies gilt für die kurdischen Gebiete im Nordosten, aber ganz besonders für die letzte Rebellenbastion Idlib. ...


...
Die Türkei war lange die führende Schutzmacht der Opposition. Die Jihadisten-Allianz HTS gilt aber auch in Ankara als Terrororganisation. Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan will eine Offensive auf Idlib vor allem verhindern, um eine neue Massenflucht in Richtung der türkischen Grenze zu vermeiden. Schon jetzt leben 3,6 Millionen Syrer in der Türkei. Hunderttausende weitere haben in Lagern entlang der Grenze zur Türkei Zuflucht gesucht.

Nach monatelangen Kämpfen vereinbarte Erdogan im September 2018 mit Russland eine Waffenruhe und die Schaffung einer demilitarisierten Pufferzone um Idlib. Um die Einhaltung der Waffenruhe zu überwachen, richtete Ankara zwölf Beobachtungsposten rund um Idlib ein, in denen es Tausende Soldaten stationierte. Allerdings konnten sie weder den Abzug der Jihadisten aus der Pufferzone erreichen noch im April 2019 die Wiederaufnahme der Kämpfe verhindern.

Nach der Einnahme von Städten wie Khan Sheikhun und Maarat al-Numan durch Asads Truppen wurden mehrere Beobachtungsposten eingekreist, doch lehnt Ankara es ab, sie zu räumen. ...
 
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Laut Videotext auf ARD hat die staatliche syrische Luftfahrtgesellschaft "Syrianair"
erstmals seit Ende 2012 wieder den Flughafen Aleppo angeflogen. Bisher wäre
dieses wegen des dauerhaften Beschusses durch Rebellen nicht möglich gewesen
obwohl Aleppo bereits vor 3 Jahren durch die Regierungstruppen zurückerobert
wurde.

Aha... da wollten also die Syrer nur mit etwas "Hilfe" nur die Sicherheit im Luftraum
wieder herstellen. ^^
 

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Assad und seine Regierung erklären seit Jahren, dass sie die einstige Staatsgrenze wieder herstellen wollen. Da er bewusst keinen Unterschied zwischen den Rebellen und dem IS gemacht hatte, wobei letzter auch gegen die Rebellen instrumentalisiert wurde, kann der Abzug fremder Truppen erst durchgesetzt werden, wenn die Rebellen/IS besiegt sind. Die Türkei hat kein mögliches, vorzeitige Ende der Kämpfe im Sinn, solange die "Kurdenfrage" in Syrien nicht in ihrem Sinne geregelt ist. Beide Seiten benutzen die Flüchtlinge als Druckmittel.
 
Thema:

Türkei - Syrien - Irak: Kampf gegen Kurden

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