WK II, Technik im detail, Unterschiede Reich, Gegner?

Diskutiere WK II, Technik im detail, Unterschiede Reich, Gegner? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Und was ist mit den Aussagen des italienischen Journalisten, welcher bei einem Waffentest auf Rügen dabei war? So sehr viele es für unmöglich...
Tracer

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Und was ist mit den Aussagen des italienischen Journalisten, welcher bei einem Waffentest auf Rügen dabei war? So sehr viele es für unmöglich halten, ich denke sehr wohl, dass Deutschland an der Atombombe sehr nah dran war, wenn auch an einer anderen Konstruktion.
 

Jubernd

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Und was ist mit den Aussagen des italienischen Journalisten, welcher bei einem Waffentest auf Rügen dabei war? So sehr viele es für unmöglich halten, ich denke sehr wohl, dass Deutschland an der Atombombe sehr nah dran war, wenn auch an einer anderen Konstruktion.
Es war keine Kernexplosion. Auf Rügen wurde so manches getestet, auch riesige Düppelwolken. Bis zur Auflösung des Waffenamts der SS im April 45 war das Problem nicht gelöst. Und die hätten es wissen müssen, wenn eine so wichtige Waffe funktioniert hätte.
 
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Du kennst Luigi Romersas Bericht? Na für mich klingt das nicht nach etwas konventionellem, bzw. einem Standardwaffentest.
 
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Auch wenn es irgendwo fast-atomar Puff gemacht haben sollte: absolut nichts Verwertbares.
Die Amerikaner haben unter quasi Friedensbedingungen mehrere Hunderttausend Mann beschäftigt und damit 1 + 2 Atombomben hergestellt. Einsatzfähig.
 

Jubernd

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Du kennst Luigi Romersas Bericht? Na für mich klingt das nicht nach etwas konventionellem, bzw. einem Standardwaffentest.
Er wusste ja nicht einmal, wo er war. Ich vermute mal, er hat die Geschichte erfunden. Eine Kernexplosion führt immer zu einer Störung des Funkverkehrs im Kurzwellenbereich, die nicht stattfand. Im Herbst 44 führten Funk-Spezialisten des Waffenamts auf Rügen Tests aller bekannten Radarsysteme durch. Ich habe die Auswertungen gelesen. Man konnte sogar die Luftionisation einer fliegenden Rakete nachweisen. Einen Hinweis auf A-Versuche fand ich nicht.
 

Jubernd

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Auch wenn es irgendwo fast-atomar Puff gemacht haben sollte: absolut nichts Verwertbares.
Die Amerikaner haben unter quasi Friedensbedingungen mehrere Hunderttausend Mann beschäftigt und damit 1 + 2 Atombomben hergestellt. Einsatzfähig.
Wenn eine Kohlenstaub oder Benzinbombe eine solche Wirkung gezeigt hätte, wäre sie durchaus verwertbar.
 
AGO Scheer

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Vermutlich geht es um Zeugenaussagen, die einen Lichtblitz gesehen haben wollen und über spätere Kopfschmerzen klagten.
Zeitzeugen sind das schwächste Glied in der "Informationsgewinnungskette". Ausnahme: Personen die unmittelbar involviert waren. Und gerade diese Personengruppe fehlt vollständig bezüglich Ohrdruff. Da gibt's nur Leute, die etwas gesehen oder gehört haben wollen...
 
Rock River

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Ich schätze, die RAF hätte die Düsenjäger auf Flugplätze nicht zu weit hinter der Front verlegt und sie verwendet, um über den deutschen Düsenjäger-Plätzen ähnliche Niederhaltungs-Einsätze zu fliegen, wie sie historisch mit Propellerflugzeugen durchgeführt worden sind.

Dazu habe ich gerade den folgenden Text von 1947 gefunden (Air Ministry D.D.A.T., "Air Fighting Tactics used by Spitfire Fighter Squadrons of the 2nd T.A.F. during the Campaign in Western Europe", in Martin Robson, "The Spitfire Pocket Manual"):

"The only method of cornering the Me 262 with Spitfires was to discover the airfield from which they were operating, pay frequent visists to it during the day and endeavour to destroy them as they took off or landed. This scheme worked on several occasions, and the operation was extremely interesting, largely because of the efforts of the flak defences of the G.A.F. airfields."

(Zusammenfassung auf Deutsch: Spitfires konnten die Me 262 nur bekämpfen, indem sie versuchten, sie bei Start und Landung abzufangen. Das hat mehrfach geklappt und war aufgrund der deutschen Flak "extrem interessant".)

Die Bezeichnung "extremely interesting" ist natürlich ein nettes britisches Understatement ... "extrem gefährlich" wäre wahrscheinlich präziser.

Die gleiche Taktik mit einem Meteor wäre wahrscheinlich nicht ganz so gefährlich, weil er durch seine höhere Geschwindigkeit etwas kürzer der Flak ausgesetzt wäre und für die Flak auch ein schwierigeres Ziel wäre. In der Praxis hätte die schlechte Rollrate wahrscheinlich aber auch die Chance verringert, selber etwas zu treffen, und das gleiche gilt für die Neigung zu Gierschwingungen bei hohen Geschwindigkeiten. (Die Machzahl ist in niedriger Höhe zwar nicht so groß, aber die Gierschwingungen traten auch bei Turbulenzen auf, die in niedriger Höhe wiederum häufiger sind.)

Tschüs!

Henning (HoHun)
Ein klarer Vorteil der Meteor gegenüber der Me262 wäre in einem Luftkampf auf jeden Fall das deutlich günstiger, i.e. vor den Tragflächen eingebaute Cockpit gewesen.
Diese Anordnung war war der Konfiguration der Me262 deutlich überlegen und bekanntermaßen zukunftsweisend.
 
HoHun

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Ein klarer Vorteil der Meteor gegenüber der Me262 wäre in einem Luftkampf auf jeden Fall das deutlich günstiger, i.e. vor den Tragflächen eingebaute Cockpit gewesen.
Diese Anordnung war war der Konfiguration der Me262 deutlich überlegen und bekanntermaßen zukunftsweisend.
Hm, welchen konkreten taktischen Vorteil hat das im Luftkampf Deiner Meinung nach gehabt?

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
Rock River

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Hm, welchen konkreten taktischen Vorteil hat das im Luftkampf Deiner Meinung nach gehabt?

Tschüs!

Henning (HoHun)
Das ist doch völlig klar - deutlich bessere Sicht als bei einem über den Tragflächen eingebauten Cockpit.
 

Jubernd

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Ein klarer Vorteil der Meteor gegenüber der Me262 wäre in einem Luftkampf auf jeden Fall das deutlich günstiger, i.e. vor den Tragflächen eingebaute Cockpit gewesen.
Diese Anordnung war war der Konfiguration der Me262 deutlich überlegen und bekanntermaßen zukunftsweisend.
So erfolgreich war sie aber trotzdem nicht. Einen Fieseler Storch zur Landung zu zwingen und danach am Boden zu zerstören, ist wirklich kein erwähnenswertes Ruhmesblatt.
 
Schorsch

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Du kennst Luigi Romersas Bericht? Na für mich klingt das nicht nach etwas konventionellem, bzw. einem Standardwaffentest.
Eine KErnexplosion, egal ob absichtlich oder aus Versehen, kann auch Jahrzenhte später noch nachgewiesen werden. Folglich wäre jeder Test, speziell wenn es eine am Boden gezündete Waffe gewesen wäre, heute noch nachvollziehbar.

Auch wenn es irgendwo fast-atomar Puff gemacht haben sollte: absolut nichts Verwertbares.
Die Amerikaner haben unter quasi Friedensbedingungen mehrere Hunderttausend Mann beschäftigt und damit 1 + 2 Atombomben hergestellt. Einsatzfähig.
Man muss allerdings sagen, dass die USA auch einen sehr steinigen Weg gewählt haben. Ein erheblicher Teil des Aufwands war Oak Ridge, und im Nachhinein kann man sagen, dass man auch ohne die Anreicherung auf waffenfähiges Niveau auskommt. Selbst dann wäre der Aufwand natürlich immer noch ehrfurchtgebietend gewesen. Denn Anreichern muss man. Mit einer sehr geschickten Kette an Reaktoren und Aufbereitungsanlagen kann man den Aufwand aber niedrig halten. Auch wenn die deutschen Wissenschaftler einen Anflug von Genialität gehabt hätten, da wäre man seinerzeit wohl nicht darauf gekommen. Speziell, weil fast alles mit Rang und Namen in den USA arbeitete.
 
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Bist Du am Wochenende in Cottbus? Dann bringe ich das Buch mal zwecks Einsichtnahme mit. Also mein Exemplar, nicht Dein eventuell zukünftiges :wink2: .
Der 20.10.2019 ist Pflichttermin ! Der Harte Kern wird also da sein.
 

alois

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Man muss allerdings sagen, dass die USA auch einen sehr steinigen Weg gewählt haben. Ein erheblicher Teil des Aufwands war Oak Ridge, und im Nachhinein kann man sagen, dass man auch ohne die Anreicherung auf waffenfähiges Niveau auskommt. Selbst dann wäre der Aufwand natürlich immer noch ehrfurchtgebietend gewesen. Denn Anreichern muss man. Mit einer sehr geschickten Kette an Reaktoren und Aufbereitungsanlagen kann man den Aufwand aber niedrig halten. Auch wenn die deutschen Wissenschaftler einen Anflug von Genialität gehabt hätten, da wäre man seinerzeit wohl nicht darauf gekommen. Speziell, weil fast alles mit Rang und Namen in den USA arbeitete.
So ist es. In Deutschland wurde die Atombombe nie verstanden. Als nach dem Krieg alle wichtigen Physiker interniert und ihre Gespräche abgehört wurden, kam raus, dass nicht mal der Deutsche Physik-Super-Hero Heisenberg die Atombombe wirklich verstand. Somit gehören alle Legenden über eine Deutsche Atombombe ins Reich der Fake News, wie es auf Neudeutsch so schön heißt. Ohne diese gediegene Runde hätte es nie eine Deutsche Atombombe geben können und diese Herren haben kaum zusammen gearbeitet, im Gegensatz zu der Masse an Physikern, die beim Manhatten Projekt zusammen gewerkelt haben.


Was das Düsenflugzeug angeht... Ich lese nach 30 Jahre mal wieder Bombers Of The West von Bill Guston. Da geht er mit der Britischen Luftfahrtindustrie hart ins Gericht. Die Briten waren so hochnäsig, dass sie sich überhaupt nicht für die Dokumente aus Deutschland interessiert haben. Die wurden ins Land geholt und verstaubten dann in den Archiven ohne, dass man sie sich angeschaut hätte. Alles was nach dem Krieg kam war weit hinter dem was z.B. in den USA ab ging. Den Amerikanern muss man zugute halten, dass sie wissbegierig und einfallsreich waren. Sie haben neue Ideen schnell aufgegriffen und haben sich dafür begeistert. Basierend auf den Deutschen Forschungen haben sie ihre laufenden Projekte umgeworfen und umstrukturiert und sind noch mal in den Windkanal gegangen und haben das was in Deutschland begonnen wurde zu Ende geführt. In nur wenigen Jahren, haben sie moderne Düsenflugzeuge mit Pfeilflügel aus den Hallen gerollt, sowohl Jäger wie auch Bomber. Die Briten hielten damals immer noch auf alte Traditionen fest, obwohl sie die neuen Sachen aus den USA gesehen haben. Sie waren anfangs unfähig zu begreifen. Von daher wundert mich auch die schlechte Leistung der Meteor nicht, gegenüber der Me-262, obwohl beide die gleiche Generation darstellten und obwohl die Briten fast zeitgleich mit den Deutschen den Düsenantrieb entwickelten. Die Amis hatten mehr Ingenieure als ganz Europa zusammen. Sie konnten ziemlich schnell aufholen und Deutschland überholen. Schon als man die ersten Berichte aus Deutschland bekam, setzte in den USA ein Umdenken ein. Die Briten konnten das nicht. Mit Kolbenflugzeugen waren sie gut, aber mit dem Düsenflugzeitalter konnten sie anfänglich nichts anfangen. Ihre ersten Düsenflieger waren im Prinzip konventionelle Konstruktionen aus dem Propellerzeitalter. Die Flieger der Amis, die in den späten 40ern kamen waren noch Konstruktionen aus dem Krieg und zu weit gediegen um noch geändert zu werden. Was 1945 noch nicht als Prototyp auf dem Hof stand, wurde hingegen umkonstruiert. Wenn man den Krieg als Krieg der Wissenschaft weiter treiben will, dann war der schärfste Gegner Deutschlands die USA und nicht die Briten. In diesem Bereich gab es keine Alliierten mehr, sondern nur noch die USA.
 
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